Corona-Krise

Ärztepräsident wirft Merkel Versagen vor und fordert Schutzmasken für alle

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Der Ärztepräsident Montgomery fordert die FFP2-Schutzmasken auch für Bürgerinnen und Bürger.  Außerdem zeigt er sich skeptisch gegenüber Behelfsmasken.

  • In Deutschland herrscht Schutzmaskenpflicht.
  • In der Corona-Krise wirft Ärztechef Montgomery der Regierung Versagen vor.
  • Medizinische Corona-Masken sollen für Pflegerinnen und Ärztinnen vorbehalten bleiben. 

Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, fordert, alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands mit den medizinischen Schutzmasken des Typs FFP2 auszustatten.

Corona: Montgomery äußert sich kritisch zu behelfsweisem Mund-Nasen-Schutz

Montgomery warf am Montag im Deutschlandfunk der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel Versagen vor, weil sie es nicht geschafft hätten, solche Masken frühzeitig in hinreichendem Umfang für alle Menschen zu beschaffen. 

Die FFP2-Masken seien jedoch die Lösung, die die Politik jetzt liefern müsse. Skeptisch äußerte sich Montgomery zu behelfsweisem Mund-Nasen-Schutz, wie er seit diesem Montag in fast allen Bundesländern beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben ist. Diese würden keinen ausreichenden Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bieten.

Coronavirus würde nicht durch Schal abgehalten

Ein Schal oder ein Tuch halte Viren wie den Coronavirus nicht ab, argumentierte der Ärztepräsident. Vielmehr könnten sich diese bei unsachgemäßen Anwendung darin sogar anreichern. 

Bund und Länder dringen darauf, Schutzmasken der Typen FFP2 oder FFP3 medizinischem Personal wie Krankenschwestern, Pflegern, Ärztinnen und Ärzten vorzubehalten. 

Die Empfehlung für einfache Schutzmittel wie Behelfsmasken aus Baumwolle stützt sich darauf, dass diese zwar keinen sicheren Schutz für den Träger oder die Trägerin bedeuten, wohl aber die Infektionsgefahr für andere Menschen verringern, wenn ein Virusträger einen solchen Mund-Nasen-Schutz benutzt. 

Corona: Maskenschutz für alle sinkt Infektionsrisiko

Tragen ihn daher alle oder fast alle Menschen beim Einkauf oder im ÖPNV, sinkt demnach die Infektionsgefahr insgesamt deutlich ab. 

Der Weltärztepräsident Montgomery hatte sich bereits in der „Frankfurter Rundschau“ darüber geäußert, dass Ausgangssperren die ultima ratio der Politik bleiben: „Drei Maßnahmen sind besonders wichtig: 1) Abstand, 2) Abstand und 3) Abstand.“

Man müsse stets informieren und somit Panik in Zeiten von Corona vermeiden. Deutschland arbeite am Rande der technischen Kapazitäten, habe aber einen vergleichsweise guten Überblick über die Situation. Allerdings sei jeder entsprechend gefordert, sich den Umständen und der Gefahrensituation angemessen zu verhalten. 

(ktho/afp)

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Guido Kirchner

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