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Mit bloßen Augen sind vom Ufer aus selbst in Split vermehrt die kunstvollen Sprünge von Delphinen zu beobachten.

Erholung der Natur

In der Corona-Krise kehren Delfine und Wale an die Adria zurück

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Delfine und Wale tummeln sich derzeit im Adriatischen Meer. Während der Corona-Krise bleiben sie ungestört von Kreuzfahrtschiffen.

  • Vor der Adria-Küste tummeln sich nun vermehrt Delfine und Wale
  • Bewohner der Region sind hoffnungsvoll
  • Grund könnte ausbleibender Schiffsverkehr durch die Corona-Krise sein

Auf seltene Küstengäste scheint der montenegrinische Fischer Branko Dragisic mittlerweile fast täglich zu stoßen. In dieser Woche nahm er vor der Küste von Budva die gewaltige Finne eines geruhsam durch die Adria-Fluten ziehenden Mondfischs ins Kameravisier.

Zuvor hatte er einen fast drei Meter langen Blauwal gefilmt, der sich um und unter seinem Motorboot im glasklaren Meereswasser tummelte. Über eine Viertelstunde sei der Blauwal um das Boot geschwommen, berichtete der Angler hernach aufgeregt dem TV-Sender RTCG. Die auffällige Rückkehr der Rückenflossen an die Gestade der Adria hält auch im benachbarten Kroatien Fischer, Küstenanwohner und das Internet in Atem. „Genial, wie ein Schlepper!“, rief freudig der Fischer, der im April vor der Insel Solta einen sich mit einer gewaltigen Bugwelle und hohen Fontäne durch die Wogen prustenden Wal filmte.

Während der Corona-Krise kehren Delfine und Wale zurück in die Adria

Mit bloßen Augen sind vom Ufer aus selbst in Split vermehrt die kunstvollen Sprünge von Delfinen zu beobachten. Normalerweise lassen nur in der sommerlichen Sauregurkenzeit angeblich in Küstennähe erspähte Haifischfinnen Kroatiens Blätterwald kräftig rauschen – und die Touristen wohlig gruseln. Zwar gilt das Naturschutzgebiet der Äußeren Kornaten tatsächlich als beliebte „Kinderstube“ des Blauhai. Doch tatsächlich nähern sich die rund 30 Haifischsorten, die das Mittelmeer beherbergt, nur selten den Küsten.

Die vermehrten Ausflüge der Großfische an die Adria-Gestade während der Viruskrise wird von den Medien der Region als positives Phänomen gefeiert. „Heilt die Pandemie die Natur?“, fragt hoffnungsfroh die Agentur „Balkan Insight“. Der von ihr befragte Meeresbiologe Hrvoje Cizmek weist zwar darauf hin, dass Walfische im April und Mai zur Plankton-Aufnahme alljährlich vermehrt die Adria anzusteuern pflegen. Doch er bestätigt die Vermutung, dass die Meeressäuger nicht zuletzt wegen des reduzierten Schiffsverkehrs vermehrt vor den Küsten zu beobachten sind.

Von der Adria-Küste erspäht: Wale und Delfine genießen die Ruhe der Corona-Krise

Delfine und Wale kommunizieren durch Töne auch über weite Abstände miteinander – und meiden wegen der dabei störenden Schiffsrümpfe sehr stark befahrene Routen bewusst. Nicht nur Kreuzfahrtriesen sind in der Adria in der Viruskrise verschwunden. Auch das Yachtaufkommen hat sich laut Cizmek erheblich reduziert. 

Menschen lieben Delfine. Allerdings tut das den Tieren nicht immer gut.

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