Indonesien

Corona: Gräber schaufeln als kreative Strafe für Maskenverweigerer

  • vonMirko Schmid
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In Indonesien mussten Maskenverweigerer jetzt zur Schaufel greifen. Als Strafe für ihren Verstoß gegen die Maskenpflicht „durften“ sie Gräber ausheben.

  • In Indonesien mussten acht Maskenverweigerer jetzt Gräber ausheben.
  • Die regionale Verwaltung möchte damit eine abschreckende Wirkung erzielen.
  • In Indonesien werden bereits mehr als 225.000 Corona-Fälle vermeldet.

Indonesien - Im Regierungsbezirk Greisk, Ost Java, griffen die lokalen Behörden jetzt durch und verdonnerten acht Personen dazu, Gräber für verstorbene Menschen auszuheben, die an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben waren. Der Verantwortliche für den Landkreis Cerme bestätigte, er habe Bewohner, die keine Gesichtsmasken trugen, bestraft, indem er sie auf einem örtlichen Friedhof im Dorf Ngabetan Gräber graben ließ.

Friedhofsmitarbeiter in Indonesien errichten Gräber für an COVID-19 verstorbene Menschen

„Hoffentlich kann dies eine abschreckende Wirkung gegen Verstöße haben“

„Derzeit sind nur drei Totengräber verfügbar, daher dachte ich, ich könnte diese Leute genauso gut dazu bringen, mit ihnen zusammenzuarbeiten“, sagte Suyono und fügte hinzu, dass die lokalen Behörden dafür gesorgt hätten, dass Maskenverweigerer nicht an Bestattungen teilnehmen dürften. Um den Totengräbern zu helfen, wies Suyono jedem Grab zwei Personen zu. Einer hatte die Aufgabe, das Grab auszuheben, während der andere Holzbretter in das Loch legen musste, um die Leiche zu stützen. „Hoffentlich kann dies eine abschreckende Wirkung gegen Verstöße haben“, sagte Suyono laut der „Jakarta Post".

Da die Zahl der COVID-19-Fälle in Cerme weiter zunehme, sah sich die Dorfverwaltung dazu veranlasst, die Maßnahmen im Dorf zu verschärfen. Gemäß geltender Gesetzeslage würden Einwohner, die gegen die Protokolle verstoßen, mit Geldstrafen oder Zivildienst bestraft. Um die Einhaltungen der Corona-Regeln zu kontrollieren, arbeitet die Polizei in Cerme eng mit dem Militär zusammen, wie der örtliche Polizeichef bestätigte.

Indonesien schwer von Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen

Die Zahlen der Johns Hopkins Universität von COVID-19-Erkrankten und an den Folgen der Corona-Pandemie verstorbenen Menschen in Indonesien sind weiter alarmierend. Inzwischen seien knapp 230.000 Einwohner des südostasiatischen Staates an Corona erkrankt, 9.100 Menschen an den Folgen gestorben.

Während die Behörden in Indonesien nun härter durchgreifen, fallen die Strafen für Maskenverweigerer in Deutschland weiter eher milde aus. Während Einwohner Berlins mit bis zu 500 Euro zur Kasse gebeten werden, zahlen Maskenverweigerer in Hessen gerade einmal 50 Euro - 10 Euro weniger, als beim Fahren ohne Fahrschein im Nahverkehr fällig werden. Sachsen-Anhalt hat bisher gar kein Bußgeld festgelegt. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © ADITYA AJI/afp

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