Corona-Pandemie

Italien kämpft gegen zweite Corona-Welle: Landesweite Maskenpflicht beschlossen

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Um einen erneuten großen Corona-Ausbruch zu vermeiden, greift Italien zu strikteren Maßnahmen. Unter anderem wird die Maskenpflicht erheblich ausgeweitet.

  • Am Anfang der Pandemie war Italien mit am stärksten vom Coronavirus betroffen.
  • Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Italien erneut an.
  • Die Regierung in Rom beschließt verschärfte Corona-Maßnahmen.

Rom - Zu Beginn der Corona-Pandemie in Europa war Italien noch das am stärksten betroffene Land. Man litt unter den höchsten Todeszahlen und einer äußerst strengen Ausgangssperre. Die Krankenhäuser waren heillos überlastet. Nach dem vergleichsweise ruhigen Sommer steigen die Infektionszahlen wieder an - die Regierung verschärft daher den Kurs. Kann Italien die zweite Corona-Welle vermeiden?

Corona in Italien: Verschärfte Maßnahmen beschlosssen

Die Lage schien nach dem verheerenden Corona-Ausbruch im Frühling wieder weitesgehend unter Kontrolle zu sein. Italien ist eins der wenigen Länder in Europa, für die Deutschland derzeit überhaupt keine Reisewarnungen verhängt hat. Doch die Zahl der Infektionen steigt an - zuletzt bei 45 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza mit. Die Werte in Frankreich und Spanien seien um einiges höher.

Italien hatte die Corona-Pandemie zu Beginn besonders schwer getroffen.

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte am Dienstag (6.10.2020) bestätigt, dass die Regierung in Kürze neue Maßnahmen erlassen wird. Per Dekret soll eine nationale Pflicht zum Tragen von Coronaschutz-Masken zu jeder Tageszeit erlassen werden. „Die Masken sind ein wesentliches Instrument, um der Verbreitung von Covid-19 entgegenzuwirken“, sagte Speranza im Parlament in Rom. Auch die Bildung großer Menschenmengen soll unterbunden werden. Strengere Kontrollen werden deshalb angeordnet.

Corona in Italien: Regierung weitet die Maskenpflicht aus

Folgende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind in Italien geplant:

  • Die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit wird landesweit auf jede Tageszeit ausgeweitet. Zuvor war die Maske in der Zeit von 18 Uhr bis 6 Uhr morgens Pflicht. Bei Verstößen kann die Polizei Bußgelder von 400 Euro bis zu 1.000 Euro verteilen. Zuvor lag die höchstmögliche Strafe bei 400 Euro. Doch jede Region darf unterschiedliche Regeln einführen. In Lazio (u.a. Rom), reichen die Bußgelder von 500 Euro bis 3.000 Euro.
  • Reisende aus acht Ländern müssen sich bei der Ankunft in Italien auf das Coronavirus testen lassen. Griechenland, Kroatien, Spanien, Malta und Teile Frankreichs waren bereits auf der Liste. Nun kommen Großbritannien, die Niederlande und Belgien dazu. Die Liste basiert auf derzeitigen Infektionsraten.
  • Der Notstand in Italien gibt den Regionen mehr Befugnisse. Doch mit dem neuen Dekret darf eine Region nur strengere Corona-Maßnahmen einführen und die bestehenden nicht lockern.
  • Lokalen Behörden in Italien werden mit dem Dekret Vorgaben erteilt, einen örtlichen Lockdown zu beschließen, wenn das Infektionsgeschehen in einer bestimmten Gegend außer Kontrolle gerät. Ein landesweiter Corona-Lockdown wird nicht erwartet.
  • Das neue Dekret in Italien erlaubt das „selektive Schließen“ von Einrichtungen, Restaurants und Geschäften, je nach Corona-Infektionsgeschehen.

Corona in Italien: Man hat aus dem Lockdown gelernt

Maria Rita Gismondo leitet das Covid-19-Labor eines Krankenhauses in Mailand. Sie glaubt, dass es Italien derzeit besser gehe als Nachbarländern, berichtet die „Deutsche Welle“ - gerade weil man so hohe Opferzahlen hatte. Man habe einen Monat gebraucht, um zu verstehen, was los ist und wie sich das Virus verbreitet. Der psychologische Effekt sei vor allem sehr wichtig. Jetzt wisse man nämlich, wie man das Coronavirus unter Kontrolle behalten kann.

Zudem gebe es nun mehr Testmöglichkeiten und bessere Behandlungsmethoden. Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation konnte erheblich reduziert werden. „Ich denke, dass die Italiener die Maßnahmen ernst nehmen. Deshalb befinden wir uns momentan in einer relativ guten Lage“, erklärte Gismondo. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Italien rund 330.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Etwa 36.000 sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. (lrg mit dpa)

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano

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