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Corona-Infektion überstanden? Hautausschlag sollten Sie jetzt nicht ignorieren

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Von: Alina Schröder

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Steigert Corona das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken? Forschende haben diesen Verdacht in einer Studie analysiert – und sind auf eindeutige Ergebnisse gestoßen.

Frankfurt – Könnte eine Corona-Infektion das Risiko einer Erkrankung an Gürtelrose erhöhen? In den USA sind seit Beginn der Pandemie auffällig viele Gürtelrose-Fälle gemeldet worden, und das hauptsächlich nach einer überstandenen Infektion. Um diesen Beobachtungen auf den Grund zu gehen, wurden Daten von Millionen Amerikanerinnen und Amerikanern, bei denen Covid-19 diagnostiziert wurde, näher analysiert.

Forschende des Unternehmens Glaxo Smith Kline (GKS), ein Pharmaunternehmen mit internationalen Standorten, untersuchten dafür im Rahmen einer Studie Erwachsene über 50 Jahren aus den Vereinigten Staaten. Diese Altersgruppe sei besonders gefährdet. Die verwendeten Daten stammen laut Angaben der Autorinnen und Autoren von verschiedenen Krankenversicherungen. Und tatsächlich machten die Fachleute eindeutige Beobachtungen zum Auftreten der Herpes Zoster, wie Gürtelrose in der medizinischen Sprache genannt wird.

Gürtelrose durch Corona-Infektion: Eine Altersgruppe besonders betroffen

Folgende Ergebnisse wurden auf dem Online-Fachportal der Universität Oxford veröffentlicht:

Diejenigen Menschen, die während ihrer Corona-Erkrankung zusätzlich noch an Gürtelrose erkrankten, hatten schließlich mit zwei Krankheiten gleichzeitig zu kämpfen. Aber auch Monate später kann Herpes Zoster sich noch entwickeln: Den Forschenden zufolge normalisierte sich das Risiko erst sechs Monate nach der Covid-Infektion wieder.

Studie enthüllt: Darum erhöht Corona das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken

Doch warum erhöht Corona das Risiko einer Gürtelrose-Erkrankung? Bereits im Jahr 2021 widmeten sich Studien dem Zusammenhang zwischen einer Herpes-Infektion und Corona. Die Ursache liegt laut der GKS-Studie im geschwächten Immunsystem der Covid-19-Patientinnen und -Patienten. Dadurch, dass die Funktion mancher Immunzellen beeinträchtigt wird, können die meist schlummernden Varizella-Zoster-Viren wieder aktiv werden und sich deutlich vermehren.

Bei diesen Viren handelt es sich um diejenigen Erreger, die sowohl Gürtelrose als auch Windpocken auslösen. Letztere treten häufig im jungen Kindesalter auf, befinden sich aber auch danach noch weiterhin im Körper und lauern auf eine erneute Chance auszubrechen. Ist das Immunsystem stark geschwächt, können sie schließlich als Reinfektion eine Gürtelrose hervorrufen.

Eine Corona-Infektion erhöht laut Forschenden das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Diese äußert sich in Form von rotem Hautausschlag und gefüllten Bläschen.
Eine Corona-Infektion erhöht laut Forschenden das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Diese äußert sich in Form von rotem Hautausschlag und gefüllten Bläschen. © Dr. Martin Baumgärtner/Imago

Gürtelrose nach Corona? So erkennen Sie die Herpes-Erkrankung

Die Erkrankung Gürtelrose äußert sich allgemein zunächst durch Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Fieber. Im weiteren Verlauf kommt es an gewissen Körperstellen zu Schmerzen auf der Haut, die dort gegenüber Berührungen zudem äußerst empfindlich ist. In der Regel bilden sich nach zwei bis drei Tagen Hautrötungen, die sich einige Zeit später zu mit Wundwasser gefüllten Bläschen entwickeln. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte ärztlicher Rat hinzugezogen und die Behandlung mit Medikamenten begonnen werden. Größtenteils dauert die Infektion rund vier Wochen.

Um sich gegen Gürtelrose zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) generell Menschen ab 60 Jahren sowie vorerkrankte Menschen ab 50 Jahren eine Zoster-Impfung. Es handelt sich dabei um einen Totimpfstoff, der zu mehr als 90 Prozent vor einer Erkrankung an Gürtelrose schützen soll und in zwei Dosen verabreicht wird. Allerdings gibt es gerade während der Pandemie bei der Zoster-Impfung etwas zu beachten.

Eine Corona-Studie aus Frankreich zeigt, dass eine bestimmte Blutgruppe besonders anfällig für eine Infektion ist.

Mediziner Jörg Schelling äußert gegenüber der medizinischen Fachzeitschrift MMW eine klare Empfehlung: „Jetzt in der Pandemie würde ich zuerst gegen Covid impfen und zwei Wochen danach gegen Zoster.“ Zudem sollten zwischen den beiden Impfungen mindestens zwei Wochen liegen, um mögliche Impfreaktionen zuordnen zu können. Auch kam es vermehrt zu Gürtelrose-Ausbrüchen nach einer Corona-Impfung - Studien haben sich mit diesem Phänomen befasst. (as)

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