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Corona-Pandemie

Corona in Indien: 4000 Corona-Tote in 24 Stunden - Sauerstoffmangel hat verheerende Folgen

  • vonMirko Schmid
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Indien hat sich zum Corona-Hotspot der Welt entwickelt. Die bevölkerungsreichste Demokratie verzeichnet einen neuen Höchstwert an Corona-Toten.

Update vom Donnerstag, 06.05.2021, 9.30 Uhr: Die Corona-Katastrophe in Indien spitzt sich weiter zu. Das Gesundheitsministerium meldete 3980 Corona-Tote und 412.262 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden. Somit steigt die Zahl der bisher registrierten Infektionen auf rund 21,1 Millionen. Während die Fallzahlen am Wochenende leicht zurückgingen, folgte ein erneuter Anstieg.

Corona-Welle trifft Indien: Trotz hoher Sauerstoff-Produktion sterben Menschen

Erstmeldung vom Sonntag, 02.05.2021: Neu-Delhi - Mehr als 3.500 Todesfälle an einem Tag, 400.000 Neuansteckungen mit dem Coronavirus alleine am 1. Mai, insgesamt schon über 200.000 Tote: Die indische Pandemie-Bilanz liest sich verheerend. Dem 1,3-Milliarden-Staat fehlt es aktuell an allen Ecken und Enden.

Auch wenn in Indien täglich mehr Sauerstoff als eigentlich benötigt produziert wird und das Land der größte Impfstoffhersteller der Welt ist, melden die Kliniken über das gesamte Land verteilt den chronischen Mangel gen Neu-Delhi. Probleme machen die weiten Transportwege durch das gesamte Land. Zu wenige Spezialbehälter zum Transport des flüssigen Sauerstoffes stehen zur Verfügung. Und zu lang dauert es, den Sauerstoff vom Osten des Landes – dort wird er zu großen Teilen produziert – in das Finanzzentrum Mumbai im Westen und die Hauptstadt Neu-Delhi im Norden Indiens zu liefern.

Corona in Indien: Mangel, Tod und Krankenhausbrände

In einem Krankenhaus in Neu-Delhi starben am Samstag mehrere Menschen, die laut lokalen Medienberichten etwa 80 Minuten lang nicht mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt werden konnten. Erst nach knapp eineinhalb Stunden traf Nachschub ein. Die USA schließen ihre Grenzen für Reisende aus Indien ab Dienstag (04.05.2021), Australien lässt schon jetzt keine Einreise aus Indien mehr zu – selbst Landsleute müssen warten.

NationIndien
Bevölkerung1,366 Milliarden (Weltbank, Stand 2019)
StaatsformParlamentarische Republik
Fläche3.287.000 km²
KontinentAsien

Im Südosten der indischen Hauptstadt kriegt der 62-jährige Vijay Gupta kaum noch Luft, alle Betten sind belegt. Sein Begleiter sagt dem britischen Fernsehsender BBC: „Wir sind seit heute Morgen um 6 Uhr auf der Suche nach einem Bett. Wohin sollen wir gehen?“ Drinnen üben sie sich widerwillig in der Triage. Wer bekommt Zugang zum knappen Gut Sauerstoff? Wer muss sterben? Die Lage ist düster.

Bei einem Brand in einer Corona-Krankenstation in der Stadt Bharuch im Westen Indiens sterben 18 Menschen – es ist der aktuell letzte einer Reihe tödlicher Krankenhausbrände im ganzen Land in dieser Woche. Die Krematorien sind überfordert, manchen bauen in ihrer Not improvisierte Scheiterhaufen.

Indien fehlt es im Kampf gegen Corona an Sauerstoff und Impfstoff

Auch beim Impfen geht es nicht wirklich gut voran. Zwar sind in Indien bereits 150 Millionen Impfdosen verabreicht worden, noch sind allerdings nur rund 10 Prozent der Milliardenbevölkerung versorgt. Obwohl keine Nation so viel Impfstoff produziert wie Indien, stehen sich die Menschen vor eilig aufgebauten Impfzentren die Beine in den Bauch – nur um sich nach vielen Stunden auf den nächsten Tag vertrösten zu lassen. Die indische Regierung hat einen Ausfuhrstopp für den Astrazeneca-Impfstoff erlassen – Verträge haben für den Moment hinter dem nackten Überleben im Inland zurückzustehen.

Nur drei Millionen Impfdosen täglich schafft Indien derzeit – es sind zu wenige. Bhramar Mukherjee, Forscher an der Universität von Michigan, fordert eine Erhöhung auf zehn Millionen. Derzeit so, der Biostatistiker, sei die indische Regierung zu „selbstgefällig“. Walter Linder, deutscher Botschafter in Indien, spart nicht mit deutlichen Worten. Die Lage sei „schrecklich und deprimierend“, sagt der Diplomat.

Eins der größten Probleme in Indien derzeit ist der enorme Mangel an Sauerstoff.

Corona: In Indien sterben aktuell jeden Tag tausende Menschen

Im ZDF-“heute journal“ berichtet er von Menschen in Indien, die in ihren Autos ersticken, weil sie von einem Krankenhaus nach dem anderen abgewiesen werden. Von Menschen, die in Warteschlangen ersticken, weil sie nicht rechtzeitig mit Sauerstoff versorgt werden. Die Situation sei ein „riesiger Schlag“ für das südasiatische Riesenland. Während am 1. Februar 8.625 Neuinfektionen vermeldet wurden, schoss diese Zahl zum 30. April auf 401.993 neue Fälle. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Rajesh Kumar Singh/dpa

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