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Großrazzia der Polizei wegen gefälschter Corona-Impfnachweise: 260 Beamte im Einsatz

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Von: Vincent Büssow

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Impfbetrug - Sichergestellte Impfpässe
Immer wieder kommt es zu Betrug bei Corona-Impfnachweisen. Die Polizei in NRW hat bei einer Razzia nach Beweisen gesucht. (Symbolfoto) © Stefan Puchner/dpa

In Nordrhein-Westfalen ist die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz: Wegen des Verdachts auf gefälschte Corona-Impfnachweise findet eine Razzia statt.

Köln – Bei einer großangelegten Razzia ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen auf die Suche nach gefälschten Corona-Impfnachweisen gegangen. Am frühen Dienstagmorgen (08.03.2022) waren dabei rund 260 Polizeibeamte im Einsatz. Insgesamt wurden 70 Wohnungen sowie eine Firma in fünf Städten und Landkreisen durchsucht.

Hintergrund der Razzia waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Köln gegen eine Arzthelferin, die Impfausweise und Zertifikate gefälscht haben soll, wie die Polizei vermeldete. Die Ermittlungsbehörden hatten dabei insgesamt 59 mögliche Abnehmer ausgemacht. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte auf Nachfrage mit, dass es sich in allen Fällen um mutmaßliche Fälschungen von Corona-Impfnachweisen handelte. Die Polizei war in Köln, Leverkusen, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Kreis Mettmann und im Oberbergischen Kreis im Einsatz.

Corona-Impfpässe: Razzien in NRW – Ermittlungen wegen gefälschten Impfnachweisen

Neben den Fällen in Zusammenhang mit der beschuldigten Arzthelferin wird in 15 weiteren Verfahren ermittelt. Ausgangspunkt ist dabei unter anderem, dass unechte Corona-Impfausweise in Apotheken oder dem Arbeitgeber zur Digitalisierung vorgelegt worden sein sollen. Insgesamt sind 77 Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 74 Jahren im Visier der Behörden. Gegen diese wird wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung, der Herstellung unrichtiger Impfausweise sowie des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse ermittelt.

Verantwortlich für die Razzia war die Ermittlungsgruppe „Stempel“, die bereits vor drei Wochen eine ähnliche Durchsuchungskation gestartet hatte. Damals waren etwa 200 Polizeibeamte im Einsatz und es wurden 40 Wohnungen durchsucht. Ziel der beiden Aktionen sei das Auffinden von unechten Impfausweisen, digitalen Impfzertifikaten im Zusammenhang mit Corona sowie die Feststellung weiterer Hinweise auf mögliche Händler und Fälschungsutensilien gewesen.

Betrug mit Corona-Impfungen: Razzia von Testzentren in NRW

Auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen gab es ähnliche Durchsuchungsaktionen. Erst im Januar startete die Polizei in Hessen eine Razzia wegen gefälschter Corona-Impfpässe. Dabei wurden unter anderem Impfausweise und Smartphones sichergestellt. Zudem wurde bei Beschuldigten Blut abgenommen, um den tatsächlichen Impfstatus zu klären. Ausgangspunkt war damals der Fall eines Hausarztes in Bayern, der Scheinimpfungen verabreicht und Corona-Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll.

Auch in Corona-Testzentren kommt es immer wieder zu Betrug. Die Feststellung, dass einige Teststellen trotz hoher Fallzahlen nur negative Ergebnisse meldeten, hatte eine weitere Razzia von Corona-Testzentren in Nordrhein-Westfalen zur Folge. (vbu)

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