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Corona-Impfung für Kinder
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Die STIKO hat eine Corona-Impfempfehlung für Kinder abgegeben. (Symbolfoto)

Covid-19

Corona-Impfempfehlung für Kinder - Das müssen Eltern jetzt wissen

  • VonLukas Zigo
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Die Ständige Impfkommission empfiehlt nun die Corona-Impfung von zwölf bis 17-Jährigen – Was Eltern dazu nun wissen sollten.

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte in der Vergangenheit keine allgemeine Impf-Empfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausgegeben. Lediglich Kindern und Jugendlichen mit besonderer Gefährdung durch bestimmte Vorerkrankungen empfahl die STIKO eine Corona*-Schutzimpfung. Der Grund dafür: Es standen laut STIKO noch nicht ausreichend Daten aus Studien zur Verfügung. Nachdem Länder wie Israel, die USA* und Kanada bereits Kinder gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 impfen, existieren diese Daten nun.

Nach der Auswertung dieser Daten hat die STIKO nun ihre Empfehlung aktualisiert. Die Fachleute kommen zur Einschätzung, dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Corona-Impfung das Risiko von sehr seltenen Nebenwirkungen überwiegen. Die Impfung soll unverändert, erst und ausschließlich nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht: „Impfung bleibt freiwillig“

Die Impfung von Kindern und Jugendlichen dürfe allerdings nicht zu zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht werden, so die STIKO. Dazu sagte die Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht: „Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden“. Auch Regierungssprecher Steffen Siebert hatte sich zuvor in diese Richtung geäußert.

Es gäbe nun eine klare, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Orientierung für Eltern und Kinder. „Die Empfehlung erleichtert Eltern und Kindern die Entscheidung“, so Lambrecht.

Corona-Schutzimpfung für Kinder - Was spricht dafür?

Laut aktuellem Stand der Forschung haben Kinder nach einer Corona-Impfung ein geringeres Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken, doch auch das kann vorkommen. Wissenschaftler aus England und Schottland legen in der Forschung vor allem den Fokus auf die neue Delta-Variante. Die Ergebnisse zeigen ersten Studien zufolge, dass die Zahl der sich infizierenden Kinder tatsächlich steigt. Allerdings bleibt die Zahl der infizierten Kinder, welche im Krankenhaus behandelt werden müssen, gering. Dies ist sowohl in England als auch in Schottland der Fall.

Robin Kobbe, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, sagte gegenüber der Tagesschau, dass kleine Kinder häufig asymptomatisch seien. Einige hätten Schnupfen, eventuell auch ein wenig Fieber, erklärte der Arzt, der am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf arbeitet. Jugendliche hingegen, kämen schon näher an die Symptome junger Erwachsener ran. Hierbei handle es sich zum Teil um Halsschmerzen, Fieber und Husten. Es könne auch zu Geschmacks- und Geruchsverlust kommen. Schwere Erkrankungen seien sehr selten auf, so Kobbe.

Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung - Wie hoch ist die Gefahr?

Noch ist die Datenlage diesbezüglich gering. Laut einer Umfrage aus Großbritannien zeigen fünf Wochen nach einer akuten Infektion noch zehn bis 15 % der Kinder mindestens ein Symptom. Eine kanadische Studie geht davon aus, dass sechs % der infizierten Kinder „Long Covid“-Anzeichen, sprich: Langzeitfolgen, entwickeln. Daten von 10.500 Kindern, welche zwischen März 2020 und Juni 2021 aufgrund von Covid-19 in Notfallambulanzen kamen, wurden ausgewertet. Die Daten stammen aus insgesamt 41 Notfallambulanzen in zehn Ländern: Kanada, USA, Australien, Indonesien sowie drei Staaten aus Südamerika und Europa wurden ausgewertet.

Atemwegsbeschwerden zählten dabei zu den häufigen Symptomen, sie traten bei zwei % der Fälle auf. Allgemeine körperliche Beschwerden, wie Müdigkeit und Fieber traten ebenfalls bei zwei % der Fälle auf. Neurologische Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Krampfanfälle und anhaltender Geschmacks- oder Geruchsverlust kamen lediglich bei einem % der Fälle. Psychische Beschwerden, wie die Entwicklung einer Depression und Angsterkrankung trat bei einem % der Fälle auf. In der Altersgruppe von zehn bis 17 Jahren traten häufiger anhaltende Symptome auf als bei Kindern unter einem Jahr. Dazu existiert auch eine Studie aus Russland, welche zu demselben Ergebnis kommt.

Wie bei Erwachsenen auch, könnte eine Impfung bei Kindern, einen schweren Covid-Erkrankungsverlauf sowie Langzeitfolgen verhindern.

Corona: PIMS-Syndrom – Das steckt dahinter

Das neuartige Syndrom nennt sich im Englischen „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“ und wird kurz „PIMS“ genannt. Dabei handelt es sich um eine Entzündung, die in mehreren Organen auftritt. Ausgelöst wird diese nach derzeitigem Erkenntnisstand durch eine Überreaktion des Immunsystems. Circa vier bis sechs Wochen nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 können auch bei vorher gesunden Kindern schwere Symptome davon auftreten. „PIMS“ gilt somit als „Long-Covid“-Symptom. Hohes Fieber, Schleimhautentzündungen, Hautausschlag, Lymphknotenschwellungen, gerötete Hände, teilweise auch Herz-Kreislaufprobleme gelten als Anzeichen.

Seit Mai 2020 erfasst die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) PIMS-Syndrom-Fälle – also die schweren Krankheitsverläufe bei Kindern und Jugendlichen. Bis zum 25. Juli 2021 hat die DGPI 365 PIMS-Fälle gemeldet.

Corona-Impfreaktion bei Kindern – Was ist bekannt?

Die Hersteller Biontech/Pfizer* und Moderna* geben an, dass die Nebenwirkungen bei Kindern vergleichbar mit denen von Erwachsenen seien. Dass bedeutet, dass es zu Schmerzen, Rötungen sowie Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle kommen kann. Des Weiteren können Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost, Unwohlsein sowie eine Schwellung der Lymphknoten auftreten. Diese Impfreaktionen treten meist nur wenige Tage nach der Corona-Impfung auf.

Corona: Studien für Kinder-Impfstoffe laufen

Im März 2021 begannen die Corona-Impfstoff*-Hersteller Biontech/Pfizer mit einer Studie mit Kindern von sechs Monaten bis elf Jahren. Es sollen, in der aktuellen Phase 2, etwa 4500 junge Menschen auf die Wirksamkeit sowie die Dosierung des Impfstoffes getestet werden. Ab September 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen.

Hersteller Moderna hat zur gleichen Zeit bereits mit der Phase 2/3-Studie begonnen. Mehr als 6700 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und unter zwölf Jahren nehmen daran teil. Auch darin soll die Wirksamkeit und Dosierung erforscht werden. Ein Datum für Ergebnisse gibt es hier noch nicht. Mit demselben Ziel startete Anfang Mai Hersteller Sinovac eine Studie in China. Es sollen in Phase 2 Minderjährige zwischen drei und 17 Jahren untersucht werden. (Lukas Zigo) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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