Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Immer mehr Impfwillige tricksen für einen früheren Impftermin.
+
Immer mehr Impfwillige tricksen für einen früheren Impftermin.

Pandemie

Kampf um die Corona-Impfung: Tausende tricksen für den früheren Termin

Je mehr geimpft wird, desto größer der Wunsch, endlich geimpft zu werden. Tausende versuchen es mit Tricks oder sogar falschen Angaben.

Berlin - Immer mehr Impfwillige versuchen derzeit, sich angesichts der Corona-Pandemie ungerechtfertigt und teils mit falschen Angaben eine vorzeitige Corona-Impfung zu verschaffen. Jetzt wird der Ruf nach Strafen laut. „Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der dpa. „Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit.“

Corona-Impfzentren klagen über Agressivität von impfwilligen

Corona-Impfzentren klagen immer häufiger einem Medienbericht zufolge über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Das SWR-Fernsehmagazin „Report Mainz“ (ARD) berichtete von mehreren tausend Fällen.

Das Hamburger Impfzentrum alleine meldete demnach zuletzt 2000 Vordrängler innerhalb einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht, berichtete „Report“. Bis zu 350 Personen würden in München in der Woche aufgegriffen, in Saarbrücken bis zu 140. Die Redaktion hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, jedoch erfassen nicht alle die Zahlen zu Menschen, die sich beim Impfen vordrängeln.

Corona-Impfbetrüger:innen geben sich häufig als Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen aus

„Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen“, sagte der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, dem ARD-Magazin.

Impfbetrüger:innen würden sich oft als höher priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben, berichtet „Report“: Eine pflegebedürftige Person kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.

Priorisierung bei Corona-Impfstoff Johnson & Johnson aufgehoben

Derweil hob die Gesundheitsministerkonferenz am Montag (10.05.2021) die Impfpriorisierung vom Präparat des Konzerns Johnson & Johnson auf - ähnlich wie zuvor bereits bei dem des Herstellers Astrazeneca. In sehr seltenen Fällen können beide Impfstoffe schwere Nebenwirkungen haben, weshalb bei Menschen bis 60 Jahren ärztliche Aufklärung und eine individuelle Risikoanalyse vor der Verimpfung vorgeschrieben ist.

Regelhaft eingesetzt werden sollen beide Impfstoffe erst bei Personen ab 60. Allerdings wird der Großteil von Johnson & Johnson in Deutschland voraussichtlich erst dann geliefert werden, wenn die Älteren überwiegend schon geimpft sind: laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zehn Millionen Dosen bis Ende Juli. Bei Johnson & Johnson reicht im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen bereits eine Impfung.

Corona-Impfzentren durch viele Impfwillige unter Druck

Der Vorstand des deutschen Patientenschutzes Brysch äußerte mit Blick auf den Druck vieler Impfwilliger: „Jetzt werden Vakzine freigegeben. Damit entsteht in den Impfzentren und bei den Hausärzten massiver Druck. Am Patientenschutztelefon erfahren wir von psychischen und physischen Drohgebärden.“

Insgesamt haben die Impfstellen mittlerweile mehr als 35 Millionen Impfdosen gegen Corona verabreicht - etwas weniger als 27,3 Millionen bei Erstimpfungen und weitere gut 7,8 Millionen bei Zweitimpfungen (10.05.2021). (ktho/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare