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Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, nimmt vor einem digitalen Town-Hall-Meeting im Bundesgesundheitsministerium seine Maske ab.
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Jens Spahn (CDU) möchte Lehrkräfte beim Corona-Impfstoff vorziehen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) ist dagegen.

Bundesgesundheitsminister

Corona-Impfstoff: Jens Spahn will Lehrkräfte vorziehen – warum die Impfkommission dagegen ist

Weil es gesellschaftlich wichtig sei, will Jens Spahn Lehrkräfte und Erzieher:innen beim Impfstoff gegen das Coronavirus höher priorisieren.

  • Die Corona-Krise beherrscht weiterhin den Alltag in Deutschland.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Lehrkräfte und Kita-Mitarbeiter:innen beim Coronavirus-Impfstoff vorziehen.
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Impf-Empfehlung nicht ändern.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass Erzieher:innen und Grundschullehrkräfte bald gegen das Coronavirus geimpft werden können. Weil es gesellschaftlich wichtig sei, dass in Kitas und Grundschulen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sollten die Kita-Mitarbeiter:innen und Grundschullehrer:innen bei der Priorisierung vorgezogen werden, sagte Spahn am Samstag (20.2.2021) bei einer Livestream-Veranstaltung, bei der er sich den Fragen der Bürger stellte. Dabei bekräftige er seine Absicht, die Hausärzte:innen in die Impfungen mit einzubeziehen.

Jens Spahn will Lehrkräfte bei Corona-Impfstoff höher priorisieren

Spahn verwies darauf, dass zunächst die Menschen aus der Priorisierungsgruppe eins geimpft werden – zu der vor allem Bürgerinnen und Bürger über 80 gehören. All jenen werde voraussichtlich bis Ende März oder Anfang April ein Corona-Impfangebot gemacht werden können. Den Pflegeheimbewohner:innen sei in den allermeisten Bundesländern bereits ein Angebot unterbreitet worden. Die Erzieher:innen und Grundschullehrkräfte, die bislang der Priorisierungsgruppe drei angehören, sollen nun in die zweite Gruppe höher gestuft werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bekräftige ihr Nein zu einer Änderung ihrer Impf-Empfehlung. Bei der Priorisierung der Reihenfolge stehe nicht eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus im Vordergrund, sondern das Risiko, schwer zu erkranken, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens bei dem Livestream. Ob jemand schwer erkrankt, hänge aber zuallererst vom Alter ab, und dann von Vorerkrankungen.

In naher Zukunft: Jens Spahn geht von zwei weiteren Corona-Impfstoffen aus

Mertens verwies allerdings ausdrücklich darauf, dass die Politik von der Empfehlung der Stiko abweichen könne. Dies müsse dann allerdings gut begründet sein. Das Argument, dass in den Kitas schwieriger Abstand gehalten werden könne, sei zwar plausibel, aber nicht durch Daten belegt.

Spahn kündigte erneut die Einbeziehung der Hausärzt:innen in die Impfungen an, nannte dafür aber keinen Zeitpunkt. Es müssten pro Woche etwa drei bis vier Millionen Corona-Impfdosen geliefert werden, damit das Sinn mache. Dann könnten die Ärzt:innen mehrfach pro Woche Impfsprechstunden anbieten. Die derzeit bereits arbeitenden Impfzentren würden dann immer noch gebraucht. In dieser Woche seien fast zwei Millionen Dosen ausgeliefert worden. „Das wird jetzt deutlich mehr.“

Der Bundesgesundheitsminister geht zudem davon aus, dass in den kommenden Wochen und Monaten zwei weitere Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen werden. Bei dem Präparat von Johnson & Johnson sei damit in zwei bis vier Wochen zu rechen, bei dem von Curevac im April oder Mai.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird laut Jens Spahn in Kürze zugelassen. (Symbolbild)

Stiko wartet auf Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Wenn der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen ist, will die Stiko nach Angaben von Mertens auch ihre Empfehlung erneut anpassen. Bei dieser Gelegenheit were dann auch alles andere auf den Prüfstand gestellt. Zuletzt hatte die Kommission ihre Empfehlung überarbeitet, nachdem das Präparat von Astrazeneca zugelassen worden war. Die Expert:innen rieten, es nur an Menschen zwischen 18 und 64 Jahren zu verabreichen, weil bei den Älteren nicht genügen Daten zur Wirksamkeit vorlagen.

Zu der Online-Veranstaltung hatten rund 3500 Menschen im Vorfeld Fragen eingereicht. Ähnliche Veranstaltungen hatte das Gesundheitsministerium zuvor mir Mediziner:innen und Pflegekräften abgehalten. (AFP)

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