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Corona Impfung
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Eine Arzthelferin zieht eine Spritze mit einem Impfstoff gegen das Corona-Virus auf.

Corona-Pandemie

Viele Corona-Impfdurchbrüche im Winter: Deutschland bei Drittimpfungen zu langsam?

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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In Deutschland haben rund 1,4 Millionen Menschen eine Drittimpfung erhalten. Ist die Bundesrepublik zu langsam mit den Booster-Impfungen?

Frankfurt – Die Impfquote in Deutschland stagniert. Ein Blick auf das Dashboard des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass die täglichen Neuimpfungen immer weiter abnehmen. Derzeit haben etwa 69 Prozent der Deutschen mindestens einmal einen Corona-Impfstoff* erhalten (Stand: 21.10.2021).

Im Dezember 2020 begann man in Deutschland mit dem Impfen der Risikogruppen. Ältere Menschen sind besonders stark von den Folgen einer Corona*-Erkrankung betroffen und erhielten deshalb als Erstes die erste Impfdosis. Mittlerweile ist mehr als ein halbes Jahr vergangen und immer wieder dokumentieren Studien, dass der Impfschutz bei Älteren schwächer wird. Während in anderen Ländern bereits Drittimpfungen flächendeckend angeboten werden, läuft die Auffrischung in Deutschland eher schleppend.

Corona-Impfschutz: RKI-Bericht zeigt sinkende Tendenz

Dass der Impfschutz langsam sinkt, wird durch den Wochenbericht des RKI bestätigt. Dort wurde die Entwicklung der Impfeffektivität verschiedener Altersgruppen betrachtet. Von der fünften bis zur 40. Kalenderwoche dieses Jahres lag der Schutz für 18- bis 59-Jährige bei etwa 83 Prozent. Bei Geimpften über 60 lag der Impfschutz noch bei 82 Prozent.

In den vergangen drei Wochen war jedoch ein Rückgang der Impfeffektivität zu erkennen. Laut dem RKI sei der geschätzte Impfschutz der Altersgruppe 18 bis 59 auf circa 78 Prozent gefallen. Ab 60 läge die Immunisierung derzeit nur noch bei rund 76 Prozent. Der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf und Hospitalisierung bleibt jedoch bei rund 96 Prozent.

Die Impfwirkung lässt also mit der Zeit nach. Ein langfristiger Immunschutz basiert jedoch nicht nur auf Antikörpern. Christian Dahlke vom Institut für Infektiologie an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf erklärt, dass auch die körpereigenen Gedächtniszellen eine wichtige Rolle spielen: „Wenn man Antikörper-Level hat, die nicht messbar sind, kann es zwar zu Durchbruchsinfektionen kommen. Aber es gibt ja immer noch die T-Zellen und die Gedächtniszellen: Die können in kürzester Zeit die Antikörper wieder auf ein Niveau hochheben, sodass das Virus wieder bekämpft wird und der Körper geschützt ist“, zitiert tagesschau.de den Experten.

Auffrischungs-Impfung: Wann sinkt der Impfschutz?

Mit dem sinkenden Impfschutz steigt die Zahl an Impfdurchbrüchen. Die absolute Zahl der geimpften Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen steigt. Der Großteil der schweren Verläufe tritt aber weiterhin bei Ungeimpften auf. Nichtsdestotrotz werden Geimpfte anfälliger für eine Infektion, je länger die Impfung zurückliegt. Davon sind ältere Menschen besonders betroffen. „Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter“, erklärt Virologe Christian Drosten in einem Interview mit tagesschau.de.

Mehre Studien haben diese These bereits belegt, darunter auch eine Untersuchung in Israel. Dort wurde außerdem beleuchtet, wie effektiv eine Auffrischungs-Impfung bei älteren Menschen ist. Die israelischen Studienergebnisse* zeigten erfreuliche Resultate.

Impfung auffrischen: Deutschland im Vergelich zu anderen Ländern

Seit Anfang Oktober empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Menschen über 70 Jahre eine auffrischende Impfung. Momentan sind etwa 1,4 Millionen Menschen mit einer dritten Auffrischung versorgt. Doch die Zahl steigt nur geringfügig an. Bedenken über die möglichen Nebenwirkungen einer Drittimpfung sorgen für Unmut. Daten des RKI zufolge werden im Schnitt täglich nur rund 50.000 Tausend Drittimpfungen verabreicht. Angesichts der weit mehr als zehn Millionen Menschen über 70, könnte die Auffrischung der Risikogruppe noch lange dauern.

In anderen Ländern werden Booster-Impfungen deutlich effizienter durchgeführt. In Litauen wird bereits jedem Erwachsenen ein sogenannter „Booster Shot“ angeboten, sofern die letzte Impfung ein halbes Jahr zurückliegt. Israel setzt auf dieselbe Strategie: Dort soll es allen Bürgerinnen und Bürgern möglich sein, sich ein drittes Mal impfen zu lassen.

Dänemark hat zuletzt ein eigenes Programm zur Auffrischungs-Impfung entwickelt. Es läuft unter dem Namen „Revaccination“ und beschreibt, wie die Bevölkerung systematisch eine Drittimpfung erhalten soll.

In Großbritannien und den USA fordern Fachleute schon länger einen Plan für dritte Impfungen. Medienberichten zufolge steht die US-Arzneimittelbehörde FDA kurz vor der Bekanntgabe einer Empfehlung zur Corona-Auffrischungsimpfung für Personen ab 40 Jahre.

Corona-Winter: Viele Impfdurchbrüche?

Bekanntermaßen können die Fallzahlen in den Wintermonaten stark ansteigen. Rückblickend auf das letzte Jahr der Corona-Pandemie*, ist sogar damit zu rechnen, dass es wieder zu Massenausbrüchen kommt. Bei einer Explosion der Coronafälle könnten auch die Impfdurchbrüche mehr werden.

Um das zu verhindern, sollten noch dieses Jahr Menschen ab 60 Jahre, besser sogar ab 50, eine Auffrischung erhalten, meint Reinhold Förster vom Institut für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover gegenüber tagesschau.de. Außerdem müsse die Notwendigkeit einer dritten Impfung noch stärker kommuniziert werden. Viele Menschen hätten bereits in der ersten Impfung keine Notwendigkeit gesehen. (aa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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