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Ein Arzt aus Nordrhein-Westfalen verschenkt Impftermine mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca auf der Verkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen. (Symbolbild)
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Ein Arzt aus Nordrhein-Westfalen verschenkt Impftermine mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca auf der Verkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen. (Symbolbild)

Unbeliebtes Corona-Vakzin

Arzt schaltet Anzeigen, um Corona-Impfstoff von Astrazeneca loszuwerden

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Viele Menschen lehnen den Corona-Impfstoff von Astrazeneca ab. Ein Hausarzt geht einen besonderen Weg – und bietet das Vakzin auf Ebay-Kleinanzeigen an.

Herford – Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca bleibt in Artzpraxen oftmals liegen – um das Vakzin aber nicht verfallen zu lassen, hat ein Hausarzt aus Ostwestfalen einen ungewöhnlichen Weg über Ebay-Kleinanzeigen gewählt. „Es wäre Wahnsinn, den zuverlässigen und wirksamen Impfstoff verkommen zu lassen“, sagte der Allgemeinmediziner und Kardiologe Peter Weitkamp aus Kirchlengern der dpa am Mittwoch (05.05.2021).

Astrazeneca über Ebay-Kleinanzeigen: Arzt kritisiert Stiko

Zwei Tage lang habe er nun über Ebay-Kleinanzeigen Corona-Impftermine mit Astrazeneca „zu verschenken“ an Menschen über 60 Jahre angeboten. Er habe 80 bis 90 Impfdosen übrig. Ab der kommenden Woche werde er seine Astrazeneca-Restbestände denen verabreichen, die sich auf sein Inserat hin meldeten. Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ über den Mediziner berichtet.

Weitkamp kritisierte, dass die Praxen fast nur noch Astrazeneca erhielten, das gefragte Biontech dagegen an die Corona-Impfzentren gehe. Er halte es aus medizinischer Sicht für falsch, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) Astrazeneca weiterhin nur für Menschen über 60 Jahre empfehle. Es gebe zudem auch zahlreiche unter 60-Jährige, die Astrazeneca haben wollten. Laut Bund-Länder-Beschluss müssen sich diese Jüngeren dann an die Praxen wenden, in den Impfzentren wird Astrazenca Menschen unter 60 Jahren nicht mehr gespritzt.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca habe zu Unrecht ein schelchtes Image

„Für die über 60-Jährigen ist genug Impfstoff von Astrazeneca vorhanden, stattdessen nehmen sie den Jungen den Impfstoff von Biontech weg und nehmen damit in Kauf, dass sich weiterhin Menschen infizieren und schwer erkranken. Wer immer für die Regelung verantwortlich ist, setzt das Leben von Menschen aufs Spiel, da der Impfstoff von Astrazeneca nicht verimpft wird.“

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca habe zu Unrecht ein schlechtes Image, sagte Weitkamp. Das führe dazu, dass viele noch nicht Geimpfte über 60 Jahren nun in die Impfzentren strömten, um sich dort Biontech abzuholen. „Das ist unsolidarisch.“

Corona: Seltene Thrombosen durch Astrazeneca-Impfstoff auch bei älteren Frauen?

Laut einem Medienbericht sehen Expert:innen jedoch auch bei älteren Frauen ein erhöhtes Risiko von Hirnvenenthrombosen bei dem Astrazeneca-Impfstoff. Darauf weist dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zufolge eine aktuelle Studie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) hin.

Die Arbeit wurde laut dem Magazin noch nicht von anderen Forschenden begutachtet, sondern als sogenanntes Preprint veröffentlicht. Der Auswertung zufolge, für die neurologische Abteilungen und Kliniken in ganz Deutschland befragt worden seien, war die Rate von Hirnvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung demnach mehr als neunmal höher als nach einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech/Pfizer oder Moderna. Dabei sei die Rate bei Frauen im Vergleich zu jener bei Männern mehr als dreimal erhöht gewesen.

„Die Daten zeigen, dass auch ältere Frauen ein erhöhtes Risiko einer Hirnvenenthrombose nach Gabe des Astrazeneca-Vakzins haben“, sagte der an den Auswertungen maßgeblich beteiligte Direktor des Instituts für Public Health an der Charité-Universitätsmedizin, Tobias Kurth, dem „Spiegel“. Er rief die Entscheidungsträger dazu auf, rasch über mögliche Auswirkungen für die geltenden Impf-Empfehlungen zu beraten. (tvd/dpa/AFP)

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