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Corona-Impfstoffe: Babys von geimpften Müttern haben auch nach Geburt Antikörper

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Von: Delia Friess

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Eine neue Studie aus den USA untersucht, ob sich Corona-Antikörper von Babys in Abhängigkeit davon unterscheiden, ob die Mutter geimpft, genesen oder ungeimpft ist.

Massachusetts – Corona-Schutzimpfungen verhindern schwere Verläufe infolge einer Infektion mit dem Coronavirus. Gerade schwangere Frauen haben dafür ein besonders hohes Risiko. Expert:innen raten daher, dass auch werdende Mütter sich mit einem der empfohlenen Corona-Impfstoffe* impfen lassen. Auch Babys erhalten dadurch wohl einen gewissen Corona-Schutz*, wie eine aktuelle US-Studie zeigt.

Es wurde bereits vermutet, dass eine Schutzimpfung der Mutter auch das Baby mit Antikörpern versorgen könnte. Dies bestätigte nun eine Studie des Massachusetts General Hospital in den USA*. Werdende Mütter geben durch die Corona-Impfungen demnach auch Antikörper an ihre Kinder weiter. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of American Medical Association, wie auch Spiegel Online berichtet.

Corona-Schutzimpfungen bei Müttern: Mütter geben Antikörper an Säuglinge weiter

An der Untersuchung nahmen laut Studie 77 werdende Mütter teil, die zweimal mit einem mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus geimpft waren. Außerdem wurden zwölf Schwangere untersucht, die sich in der 20. bis 32. Schwangerschaftswoche mit dem Virus infiziert und Symptome entwickelt hatten. Laut den Forschenden soll in diesem Zeitraum die Übertragung von Antikörpern auf das Kind am höchsten sein.

Eine Studie aus den USA zeigt, dass Säuglinge von geimpften Mütter mehrere Monate vor dem Coronavirus geschützt sind.
Eine Studie aus den USA zeigt, dass Säuglinge von geimpften Mütter mehrere Monate nach Geburt einen gewissen Corona-Schutz haben. (Symbolfoto) © Caroline Seidel / dpa

Nach der Entbindung zeigte sich: Der Antikörper-Spiegel war bei geimpften Müttern und in deren Nabelschnurblut höher als bei den genesenen und ungeimpften Müttern.

Corona-Impfungen bei Schwangeren: Antikörper noch Monate nach der Geburt nachweisbar

Die Forschenden stellten außerdem fest, dass Antikörper von geimpften Müttern noch nach der Geburt bei dem Säugling vorhanden waren: Auch nach zwei Monaten wiesen 98 Prozent der Säuglinge von geimpften Müttern Antikörper auf. Und auch noch sechs Monate nach der Entbindung konnten noch Antikörper bei 57 Prozent der Säuglinge nachgewiesen werden.

Infizierte Frauen: Antikörper-Unterschiede abhängig vom Impf-Status der Mutter

Anders sah es hingegen bei Säuglingen von zuvor infizierten und ungeimpften Müttern aus: Der Antikörperspiegel war nach zwei Monaten niedriger als bei Säuglingen von geimpften Müttern. In der Studie wiesen sechs Monate nach der Geburt nur noch acht Prozent der Säuglinge von infizierten und ungeimpften Müttern – eines von zwölf Kindern – Antikörper auf.

Säuglinge von geimpften Frauen wiesen mehr und länger Antikörper auf, als Säuglinge von Müttern, die zuvor mit dem Coronavirus infiziert waren.
Säuglinge von geimpften Frauen wiesen mehr und länger Antikörper auf, als Säuglinge von Müttern, die zuvor mit dem Coronavirus infiziert waren. ( (Symbolbild)) © Arno Burgi/dpa

Es ist zwar noch nicht geklärt, wie hoch der Titer, das Maß an Antikörpern, sein muss, um einen Säugling vollständig vor Covid zu schützen, sagte die Medizinerin und Mitautorin der Studie Andrea Edlow laut dem Spiegel. Es sei jedoch bekannt, dass ein hoher Wert des Immunglobulins G mit dem Schutz vor schweren Erkrankungen zusammenhänge. Die Dauerhaftigkeit der Antikörperreaktion zeige, dass die Impfung nicht nur einen dauerhaften Schutz für die Mütter biete, sondern auch Antikörper, die bei der Mehrheit der Säuglinge bis zum Alter von mindestens sechs Monaten bestehe, so die Ärztin außerdem.

Im Internet kursierten auch Mythen über Nebenwirkungen der Impfungen auf die Fruchtbarkeit der Frau, die aber widerlegt werden* konnten. Die Impfungen verringern das Risiko für schwere Verläufe und Fehlgeburten. Das Risiko für Fehlgeburten und einen schweren Verlauf der Mutter ist während einer Corona-Infektionen in der Schwangerschaft erhöht. (df) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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