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WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sitzt im Anzug auf einem Podium, vor ihm ein Mikrofon. Er trägt einen Anzug und einen Mund-Nasen-Schutz.
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Appelliert an die wohlhabenden Nationen, für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs zu sorgen: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Impfstoffverteilung

WHO fordert Aussetzung von Booster-Impfungen – Globale Verteilungslücke soll nicht noch schneller wachsen

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Während Impfstoff in vielen Ländern des Globalen Südens immer noch Mangelware ist, gibt es anderswo schon die dritte Spritze. Die WHO ruft nach Gerechtigkeit.

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen vorübergehenden Stopp von Auffrischungsimpfungen ausgesprochen. „Wir können nicht hinnehmen, dass Länder, die bereits den Großteil des weltweit verfügbaren Impfstoffs verwendet haben, jetzt noch mehr verwenden“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch laut dpa. Es gelte jetzt stattdessen, sich auf den Impffortschritt in ärmeren Ländern zu konzentrieren.

Ein Blick auf die Impfstatistiken der einzelnen Länder macht es klar: Der Zielgeraden nahe gekommen ist fast noch kein Land. 85 Prozent der Bevölkerung sollten gegen das Coronavirus geimpft sein, um weitere Infektionswellen zu verhindern, so lautet das Ziel des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Deutschland. Hier dominiert die Delta-Variante das Infektionsgeschehen; ähnlich verhält es sich in vielen anderen Ländern. Den Daten von Our World in Data zufolge kommen aktuell nur 15 von 188 Ländern auf eine Quote von über 60 Prozent.

Verteilung von Impfstoffen: WHO fordert Moratorium für Auffrischungsimpfungen

Besonders in vielen weniger wohlhabenden Ländern ist der Wert deutlich niedriger – oft, weil gar nicht so viel Impfstoff verfügbar ist. Angaben der Weltbank zufolge wurden in reichen Ländern im Schnitt 101 Impfstoffdosen pro 100 Einwohner verabreicht. In den 29 ärmsten Ländern der Welt fällt dieser Wert auf weniger als zwei Impfdosen, berichtet die dpa.

Erste Länder nehmen aber bereits Auffrischungsimpfungen in den Blick, auch Booster-Impfungen genannt. In Deutschland beispielsweise sollen sich bereits ab September ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen sowie Pflegebedürftige erneut mit Biontech/Pfizer oder Moderna impfen lassen können. Darauf hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern Anfang August geeinigt. In Israel werden Booster-Impfungen bereits durchgeführt, Russland bietet Auffrischungen der Nachrichtenagentur AP zufolge ebenfalls schon an.

Corona: Deutschland will Booster-Impfungen ab September anbieten – Zu früh, meint die WHO

Die WHO bittet dagegen um ein Stopp der Auffrischungsimpfungen bis mindestens Ende September. „Wir brauchen eine dringende Umkehr davon, dass der Großteil der Impfstoffe an reiche Länder geht“, sagte Tedros. Bis dahin soll in jedem Land mindestens zehn Prozent der Bevölkerung geimpft sein, fordert die in Genf ansässige WHO. 86 Länder weisen aktuell eine Impfquote unter diesem Wert aus.

Das Bundesgesundheitsministerium hat verhalten auf den Vorstoß reagiert. Eine Sprecherin verwies auf den erwarteten Nutzen von Drittimpfungen (im Fall von Johnson & Johnson: Zweitimpfungen). Zudem wolle Deutschland „bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen an Länder [spenden], in denen bislang kaum geimpft werden kann“, hieß es. Joe Bidens US-Regierung reagierte ebenfalls reserviert. Man könne beides tun, Impfstoff exportieren und die eigenen Bürger:innen schützen, sagte Jen Psaki, die Sprecherin des Weißen Hauses. (mp/dpa)

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