Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Pandemie

Corona: So ist der Impfstoff weltweit verteilt

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
    schließen

In der westlichen Welt wird fleißig geimpft, doch wann kommen ärmere Länder dran? Ein Überblick über Impfquoten, Lieferungen und Verteilung der Impfstoffe.

  • Ein knappes Jahr lang hat die ganze Welt auf einen Corona-Impfstoff gewartet.
  • Nun sind einige Präparate zugelassen und die westlichen Länder Welt impfen die Bevölkerung durch.
  • Doch wer immer noch wartet, sind die Entwicklungsländer.

In Deutschland ist die Corona-Impfkampagne schleppend angelaufen - neben technischen und organisatorischen Problemen etwa bei der Terminvergabe gibt es auch Lieferengpässe, die von den Impfstoff-Herstellern ausgehen. Um zu verdeutlichen, wie viel besser es auch bei uns laufen könnte, wird gern fleißig auf Länder wie Israel oder Großbritannien geschaut, die unabhängig von anderen Staaten und Unionen Impfstoff bestellt haben und in hohem Tempo ihre Bevölkerung durchimpfen.

Doch wie gut läuft das Impfen in anderen EU-Ländern oder auch in den USA, China und Russland? Und bekommen Entwicklungsländer überhaupt schon etwas von den Vakzinen ab, Stichwort Impfgerechtigkeit?

Corona-Impfstoffe: China und Russland starteten früh, aber impfen langsam

Laut einem Bericht des Spiegel kamen weltweit bislang mehr als 100 Millionen Impfdosen zum Einsatz. Russland und China waren die ersten Länder, die Impfstoffe für die breite Bevölkerung freigegeben hatten. In Russland war das im August 2020 der Fall, allerdings konnte der ImpfstoffSputnik V“, für den auch Präsident Wladimir Putin wirbt, erst im Dezember an den Start gehen. Grund dafür waren Produktionsschwierigkeiten.

In China sollen Berichten zufolge bereits im September vergangenen Jahres Hunderttausende mit einem heimischen Impfstoff versorgt worden sein. Doch obwohl Russland und China früh mit ihren eigenen Impfstoffen dran waren, ist der Anteil der geimpften Bevölkerung im Vergleich gering: In Russland waren bis zum 13. Januar 0,69 von 100 Einwohner:innen geimpft, in China bis zum 3. Februar 2,17 (Quelle: Our World in Data).

Wann Impfstoffe auch in ärmeren Ländern der breiten Bevölkerung zur Verfügung stehen werden, ist unklar. (Symbolbild)

Israel und Emirate verabreichen Impfstoff am schnellsten

Von den westlichen Ländern machte Großbritannien im Dezember den Anfang und mausert sich zum Vorreiter bei Massenimpfungen: Kaum ein anderes Land habe bislang mehr Impfdosen je 100.000 Menschen verabreicht. Es sind dort laut BBC mittlerweile mehr als zehn Millionen Menschen mit mindestens einer Dosis geimpft.

Auch Israel legte einen beispielhaften Start bei der Impfkampagne hin. Laut dem Portal Our World in Data haben dort mehr als 62 pro 100 Menschen eine Impfung erhalten. Das Land fing im Gegensatz zum Rest der Welt auch schon damit an, junge Menschen zu impfen, beispielsweise, um Abiturprüfungen besser durchführen zu können. Laut Our World in Data kommen auf Platz zwei die Vereinigten Arabischen Emirate mit knapp 39 Impfungen pro 100 Einwohner:innen.

Trotz mehrerer Impfstoffe: Anteil der Geimpften in Deutschland und EU niedrig

Da können Deutschland und andere EU-Länder bei weitem nicht mithalten: In Deutschland, wo seit Ende Dezember geimpft wird, liegt der Anteil der Geimpften derzeit bei knapp 4 pro 100 Menschen. Ähnlich sieht es in Spanien, Italien und Polen aus, etwa in Frankreich, den Niederlanden und Österreich sogar noch schlechter. Das hat unterschiedliche Gründe. Beispielsweise ist laut dem Spiegel-Bericht in Frankreich die Impfskepsis besonders hoch. Daneben hat die EU mit Lieferengpässen der Impfstoff-Hersteller zu kämpfen. Außerdem wird der EU vorgeworfen, zu zögerlich in die Verhandlungen mit den Pharmaunternehmen gegangen zu sein und zu spät bestellt zu haben.

Dennoch funktioniert das Impfen in den EU-Ländern besser als etwa in ärmeren Ländern Afrika oder Südamerika - denn viele Länder dort haben noch nicht einmal Impfstoffe bekommen. Sie müssen abwarten, bis sie über das Verteilsystem „Covax“ an der Reihe sind. Entwicklungsländer werden häufig nur mit Impfstoffen aus China (etwa Sinopharm, Sinovac) oder Russland (Sputnik V) beliefert.

Impfstoff: Biontech beliefert Großteil der Länder

Die meisten Länder beliefert derzeit Biontech/Pfizer: 56 Länder beziehen das in Mainz entwickelte Vakzin. Darauf folgt mit großem Abstand das Präparat von Moderna (14 Länder) und das von AstraZeneca (11 Länder). Mit letzterem Hersteller liegt die EU derzeit wegen Lieferengpässen und dem Vorwurf, Großbritannien werde bevorzugt, im Clinch.

Laut einer Prognose von The Economist werden hauptsächlich in Europa und den USA bis März 2022 Impfstoffe der allgemeinen Bevölkerung zugänglich sein. In zahlreichen Entwicklungsländern könnte das erst bis 2023 der Fall sein, weil auch später mit dem Impfen begonnen wird. (Ines Alberti)

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare