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Eine alte Frau bekommt den Corona-Impfstoff in Brasilien injiziert.
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Brasilien wird von einem Impfskandal erschüttert. Viele alte Menschen sind jetzt verunsichert.

Corona-Pandemie

Impf-Eklat in Brasilien: Alte haben Spritze im Arm – bekommen aber nichts injiziert

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Brasilien wird mitten in der Corona-Pandemie von einem Impfskandal erschüttert. Patienten - vor allem Alte - bekommen zwar die Spritze, kriegen aber nichts injiziert.

  • Mehr als eine Viertelmillion Corona-Tote hat Brasilien zu beklagen.
  • Erst seit wenigen Wochen läuft in Brasilien die Impfkampagne.
  • Videos zeigen jedoch, wie der Impfstoff bei Patienten nur vermeintlich injiziert wird.

Rio de Janeiro – Es ist kaum zu glauben, was Videos aus Brasilien zeigen. Das von der Corona-Pandemie so schwer gebeutelte Land wird von einem Impfskandal erschüttert. Es ist ein bildliches Beben der Stufe zehn. Menschen – vor allem die ältere – werden geimpft, beziehungsweise: nicht geimpft. „Vacina de vento“, die Windimpfung, so schimpft sich die Affäre in Brasilien, über die unter anderem der „Spiegel“ berichtet.

Video-Aufnahmen, die zunächst über die Bildschirme des brasilianischen TV-Senders „Globo“ flimmern, zeigen, wie eine Impfhelferin ihrem Patienten zwar eine Spritze in den Arm sticht, den Kolben aber nicht drückt.

Impf-Affäre in Brasilien: Corona-Impfstoff wird nicht injiziert

Anschließend finden in Brasilien zahllose weitere Videos den Weg an die Öffentlichkeit. Der Inhalt ist immer der gleiche. Mal sind die Spritzen voll, werden aber nicht durchgedrückt, mal fehlt in der Ampulle schlicht die Flüssigkeit. Fahrlässig oder mit Vorsatz? Die Affäre in Brasilien schlägt hohe Wellen. Dabei war die Impfkampagne in Brasilien aufwendig inszeniert worden – samt Hubschrauber, der den Impfstoff zur berühmten Christusstatue in Rio de Janeiro geflogen hatte. Das war vor wenigen Wochen.

Lediglich zwölf Millionen Dosen stehen dem Land zur Verfügung. Der Impfstoff ist also mehr als ein rares Gut für die brasilianische Bevölkerung, was auch und vor allem an Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro liegt. Seit Beginn der Pandemie nimmt Bolsonaro das Coronavirus nicht ernst – obwohl er einst selbst an Covid-19 erkrankte.

Angesichts der Videos stellt sich nun für viele bereits Geimpfte die Frage, ob sie auch wirklich geimpft wurden – oder aber eine Dosis Nichts bekommen haben.

Corona: Impfhelferin in Brasilien droht das Gefängnis

Hinzu kommt die Frage nach dem Warum. Es steht die Vermutung im Raum, dass Impfhelfende bestimmte Impfdosen unterschlagen haben. Rozemary Gomes Pita, eine der Impfhelferinnen, wurde wegen Unterschlagung öffentlicher Güter verklagt, wie der „Spiegel“ weiter berichtet. Die Angeklagte soll in ihrer Aussage von Müdigkeit und Stress gesprochen haben. Ihr drohen mehrere Jahre Haft.

Ohnehin scheint sowohl die brasilianische Öffentlichkeit als auch die Ermittler der Version der Impfhelferin wenig Glauben zu schenken. Die Tageszeitung „O Globo“ brachte es auf den Punkt: Das Nichtabdrücken einer Spritze sei wie ein Elfmeter beim Fußball, bei dem der Spieler einfach am Ball vorbeiläuft. Das passiere nicht einmal einem Amateur. (nc)

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