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Viele Demonstranten trugen Kostüme, um ihre Forderung gegen eine Impfpflicht in New York zu unterstreichen.
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Viele Demonstrant:innen trugen Kostüme, um ihre Forderung gegen eine Impfpflicht in New York zu unterstreichen.

Corona-Pandemie

Anti-Impf-Demo in New York - Moderator stellt Corona-Leugner bloß

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Daily Show Moderator Jordan Klepper besucht in New York eine Anti-Impf-Demo und gibt dadurch einen Einblick in die Absurdität einiger Argumente.

New York – Sie halten Schilder mit der Warnung vor einem „4th Reich“ hoch. Dabei tragen sie T-Shirts mit der Aufschrift „F*ck Cancel Culture“ und gehen lautstark auf die Straße, um gegen eine Impfpflicht zu demonstrieren. Die will die Stadt New York City zum 13. September in Kraft setzen. Die neue Regel legt fest, dass nur wer gegen das Corona-Virus geimpft ist, Restaurants, Theater, Konzerte und Fitnessstudios in der Stadt besuchen darf.

Die Menschen, die vor dem Amtssitz des New Yorker Bürgermeisters vergangene Woche dagegen protestierten, hat der TV-Moderator und Comedian Jordan Klepper für ein Online-Video befragt, das auf dem Youtube-Kanal der Comedy-Nachrichtenshow „The Daily Show with Trevor Noah“ online gestellt wurde.

Kritik an Corona-Impfung in den USA wegen ausstehender regulärer Zulassung durch Behörde

So kam eine Frau sogar aus dem Nachbarstaat Pennsylvania in die mit 8,4 Millionen Einwohnern größte Stadt der USA, um einem „Ausbreiten“ der Impfpflicht in den USA entgegenzuwirken. Klepper, der sie mit einer Gegendemonstrantin verwechselt hat oder absichtlich missversteht, argumentiert, dass er ebenfalls dafür sei, dass die Ausbreitung des Coronavirus nicht außer Kontrolle geraten solle. Als sie versteht, dass sie aneinander vorbeireden, ruft sie „Oh mein Gott, auf welche Seite stehen Sie denn? Sind Sie verrückt?“ und stellt klar „Ich möchte nicht mit Ihnen sprechen!“ Ihre Antwort auf Kleppers Frage, ob die Frau nicht verstehen könne, warum ihn ihre Aussagen verwirrt hätten, wird in dem Video nicht gezeigt.

Eine andere Demonstrantin erzählt Klepper, dass sie die einzige in ihrer Familie sei, die sich gegen die Impfung entschieden habe. „Die FDA hat die Impfung noch nicht mal freigegeben, ich weiß nicht was da drin ist“, begründet die junge Frau ihre Entscheidung und holt zur Begründung aus: „Frauen haben Fehlgeburten deswegen, die DNA von Leuten wird gelöscht“. Als Klepper nachfragt, was sie mit „gelöschter DNA“ meint, erklärt sie, die Impfung würde die Immunität der Menschen löschen.

Protestierende in New York vergleichen Corona-Impfpflicht mit Nazi-Diktatur

Ein Lokalpolitiker der Republikaner, den Klepper am Rand der Proteste interviewt, erklärt, dass man sich gegen die Impfstoffe wehre, da die Mittel übereilt entwickelt und zugelassen worden wären. Es blieben, so sagt er, wissenschaftliche Fragen offen. Klepper spricht die „Operation Warp Speed“ an, die die Regierung um den damaligen republikanischen US-Präsidenten Donald Trump bewusst so genannt hatte, um die Impfstoffentwicklung in Rekordtempo zu betonen und fragt: „Also hat Donald Trump das alles übereilt?“ Der Lokalpolitiker bestreitet das und wird dann gefragt, wer die Impfung dann übereilt hätte. Die Antwort des Gesprächspartners: „Wie wäre es, wenn wir die Plätze tauschen und ich anfange, Sie anzugreifen?“ Die fehlende reguläre Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA, die die Protestierenden in New York ansprechen, wurde zumindest für den Impfstoff von Biontech/Pfizer zwischenzeitlich am Montag (23.8.2021) erteilt.

Bei den Protesten kamen zahlreiche Verkleidungen zum Einsatz, genau wie Schilder, die die Impfpflicht in New York mit der Nazidiktatur in Deutschland und dem Kommunismus gleichsetzen. Eine Demonstrantin beklagt, dass viele Menschen die Lage nicht begreifen würden: „Es ist 1937, und wenn wir sagen ‚nie wieder‘ meinen wir ‚jetzt‘“. Die Frau die Klepper zu Beginn des Videos von der gelöschten DNA berichtet hatte, erklärt: „Es ist wie in einer Diktatur, wie in Nazi-Deutschland. Alles was fehlt sind die Lager und das Gas.“

Aufgerufen zu den Protesten, zu denen an den vergangenen Wochenenden laut Informationen der New York Post einige Hundert Menschen gekommen waren, hatten neben dem republikanischen Bürgermeisteranwärter Curtis Sliwa auch der Sohn von Ex-Bürgermeister und Trump-Anwalt Rudy Giuliani. Zur Kritik an der Impfpflicht und New Yorks amtierierendem Bürgermeister sagte Sliwa der New Yorker Zeitung: „Diese Regeln sind spezifisch dazu da, Menschen wie de Blasio und den Stadtrat an der Macht zu halten. Damit wollen sie diktieren, was wir in unserem Leben machen und was wir unseren Kindern erlauben dürfen“. (ska)

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