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Pandemie

Scharfe Kritik: Corona-Impfgipfel „hinkt der Realität hinterher“

  • Ines Alberti
    VonInes Alberti
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Beim Corona-Impfgipfel einigen sich Bund und Länder auf Lockerungen für Geimpfte und Genesene. Konkrete Ergebnisse fehlen aber. Das stößt nicht nur der Opposition sauer auf.

+++ 09.25 Uhr: Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht nach dem Corona-Impfgipfel weiteren Klärungsbedarf. „Damit die Impfkampagne in den nächsten Wochen bei besserer Impfstoffverfügbarkeit mehr Tempo entfalten kann, hätte es heute klare Absprachen und Vorbereitungen für die baldige Einbeziehung der über 10.000 Betriebsärzte geben müssen“, sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es müsse zudem zügig geprüft werden, ob bei bestimmten Impfstoffen die Zulassung für Kinder und Jugendliche erweitert werden könne oder wie Kinder anders schneller einen Impfschutz erhalten könnten. Der Impfgipfel habe viele Fragen offen gelassen „und hinkt der Realität hinterher“.

Nach dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern fehlen Katrin Göring-Eckardt konkrete Ergebnisse.

Erfreut äußerte sich die Grünen-Politikerin über mögliche Erleichterungen für Geimpfte, die nach dem 28. Mai in Kraft treten könnten. „Dass für bereits Geimpfte und Genesene Beschränkungen bald verlässlich und in verantwortlichem Ausmaß zurückgenommen werden können, ist gut und überfällig.“ Es müsse schnell geklärt werden, wie der Nachweis über Impfungen oder eine überstandene Corona-Erkrankung in der Praxis erbracht werden soll.

Corona-Impfgipfel: Lindner für pragmatischen Umgang mit Impfreihenfolge

Auch FDP-Chef Christian Lindner erklärte, er hätte sich „ein klares Signal in Richtung von Fach- und Betriebsärzten gewünscht“. Sie sollten so schnell wie möglich in die Impfkampagne einbezogen werden. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass Impfstoff in Zukunft auf Halde liegt, obwohl die Nachfrage nach Impfungen groß ist“, sagte er den Funke-Zeitungen. Außerdem sollten die Hausärzte „schon vor Juni pragmatisch mit der Impfreihenfolge umgehen können – zum Beispiel, wenn Impfstoff am Ende eines Tages übrig bleibt, für den es Interessenten außerhalb der Reihenfolge gibt“, forderte Lindner.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte die Ergebnisse des Impfgipfels zwischen Bund und Ländern ebenfalls als unzureichend. „Dass es gar kein Signal zum Umgang mit Geimpften und Genesenen gegeben hat, ist inakzeptabel. Die Frage lag seit geraumer Zeit auf dem Tisch“, sagte Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Es fehlt ein Fahrplan für den Ausstieg, der angekündigt war.“ Bartsch forderte zudem schnellen Impfschutz für „alle Malocherinnen und Malocher“. Diejenigen, die das Land am Laufen hielten, aber nicht ins Homeoffice können, müssten nach vorne in die Impfschlange. „Alle Beschäftigten im Bildungsbereich, Busfahrer, Verkäuferinnen, Menschen, die in den Fabriken oder in der Fertigung stehen. Das erhöht den Schutz für alle im Land und würde Ansteckungen senken.“

Reaktionen nach Corona-Impfgipfel: Kommunen fehlt klares Ergebnis

Update vom Dienstag, 27.04.2021, 07.30 Uhr: Kommunen und Landkreise vermissen nach dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern Ergebnisse zum Umgang mit Geimpften. „Dass bei der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin noch keine abschließende Verständigung über die Aufhebung der Grundrechtseinschränkungen für vollständig geimpfte Bürgerinnen und Bürger getroffen wurde, ist bedauerlich“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

Zwar diskutierten Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs am Montagnachmittag bei ihrem Treffen auch über Regelungen für vollständig Geimpfte und Genesene, es gab aber wie erwartet keine Beschlüsse. Der geplanten Verordnung müssen Bundestag und Bundesrat zustimmen, wie Merkel erläuterte.

Auch der Landkreistag hätte sich ein klareres Ergebnis von der Videokonferenz gewünscht. „Es ist richtig, wenn schnell überall dort, wo bereits ein negativer Antigentest ausreicht, dies auch für Geimpfte und Genesene gilt. Gerade für den Einzelhandel und die Gastronomie wäre damit endlich eine Perspektive verbunden“, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Merkel will Impf-Reihenfolge im Juni aufheben – Lockerungen für Geimpfte und Genesene geplant

+++ 18.54 Uhr: Die aktuell geltende Reihenfolge bei den Impfungen gegen das Coronavirus soll nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel spätestens im Juni fallen. „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach dem Impfgipfel, an dem die Chefs der Bundesländer teilnahmen.

Geimpfte und Genesene sollen nach Beschlusslage des Bund-Länder-Gipfels zukünftig keinen negativen Corona-Test vorweisen müssen, wo dies derzeit noch vorgeschrieben sei. Auch die Pflichtquarantäne nach der Einreise aus dem Ausland solle dann wegfallen, erklärte Merkel. Zu den Genesenen zählte sie bei der Pressekonferenz alle, deren Covid-19-Erkrankung weniger als sechs Monate her sei oder die, bei denen die erste von mehreren Impfungen mit einem Serum gegen das Coronavirus mindestens zwei Wochen zurückliegt.

Gegen eine Gleichstellung von Getesteten mit Geimpften: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). (Archivbild)

Die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens sei allerdings noch nicht gebannt, warnte Merkel zugleich. „Je schneller wir diese ernsthafte Phase durchleben, umso schneller breitet sich die Hoffnung aus“, sagte sie. Ob in Deutschland bereits im Sommer wieder Urlaub möglich sei, könne sie aktuell noch nicht sagen. Das hänge vom Verlauf dessen ab, was aktuell gemacht werde.

Nach dem Impfgipfel: Pressekonferenz mit Angela Merkel, Michael Müller und Markus Söder

+++ 18.25 Uhr: Mit dem Satz „Wir hätten gerne unser altes Leben zurück“ hat Markus Söder das letzte Wort bei der Pressekonferenz nach dem Impfgipfel im Bundeskanzleramt in Berlin.

+++ 18.23 Uhr: Die Debatte über die Rechte für Geimpfte sei beim Impfgipfel zum Teil kontrovers geführt worden, berichtet Söder. Am Ende sei für ihn „ganz klar“, dass für Geimpfte weniger strenge Regeln gelten sollten als für noch nicht immune Personen. Dort, wo Erleichterungen möglich sind, sollten diese kommen.

+++ 18.19 Uhr: Vollbremsung in der Pandemie, Vollgas beim Impfen – so müsse das Credo jetzt lauten, findet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Weil sich die Dynamik beim Infektionsgeschehen sich zwischen den Altersgruppen mittlerweile stark unterscheide, gelte jetzt außerdem  „.„Impfen gegen Mortalität, aber auch Impfen für Mobilität“, sagte Söder

+++ 18.16 Uhr: Dass die nächtlichen Ausgangssperren einen erheblichen Grundrechtseingriff darstellen, sei ihm bewusst, betont Müller. Auch deswegen sei er froh über die heutigen Beratungen zwischen Bund und Ländern.

+++ 18.14 Uhr: Der Regierende Bürgermeister Berlin, Michael Müller (SPD), hat das Wort. Beim Impfen sei mittlerweile „Dynamik reingekommen“, lobt Müller. Er hofft, dass mit mehr Impfstofflieferungen auch die Betriebsärzte bald in die Impfkampagne einbezogen werden können.

+++ 18.11 Uhr: Hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Impfkampagne spricht Angela Merkel von einer „Übergangsphase“, die nicht einfach sei. Die Inzidenzwerte würden sich in ihrer Bedeutung verschieben, je mehr Menschen geimpft sind, erklärte Merkel. Deswegen müssten auch immer jene im Blick behalten, die noch kein Impfangebot erhalten haben, sich aber impfen lassen wollen.

+++ 18.09 Uhr: Klar sei damit, dass da, wo Schnelltests aktuell nötig sind, keine Pflicht dazu mehr für Geimpfte und Genesene bestehen werde. Dazu müsse eine Verordnung zum Infektionsschutzgesetzt angepasst werden, welche vom Bundestag und Bundesrat beschlossen werden muss.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Corona-Impfgipfel in Berlin.

+++ 18.02 Uhr: Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge geht zwei Wochen nach einer vollständigen Impfung keine relevante Infektionsgefahr mehr aus, sagt Merkel. Genesene seien den Geimpften dann gleichzustellen, wenn die Erkrankung insgesamt noch nicht länger als sechs Monate zurückliege, oder mindestens eine Impfdosis erhalten hat und seit der Impfung zwei Wochen vergangen sind. In dem Fall seien Genesene den Geimpften gleichzustellen

+++ 17.59 Uhr: Die Zulassung des russischen Impfstoffes Sputnik V dauere noch, berichtet Merkel. Wie lange, davon hänge ab, wie viele Chargen des Serums die Bundesregierung nach einer Zulassung beim Hersteller bestellt. Für eine Zulassung fehlten derzeit noch Dokumente, erklärt Merkel.

+++ 17.57 Uhr: Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoff-Dosen steige auch das Impftempo, bilanziert Merkel. So habe man in den ersten drei Monaten im Jahr 2021 zehn Prozent der Bevölkerung impfen können. In den ersten drei Wochen des Aprils habe man bereits weitere 10 Prozent der Bevölkerung impfen können. Im Laufe des Monats Mai könnte man bei planmäßiger Lieferung der Impfstoffe Impfangebote für die Angehörigen der Prioritätengruppe drei machen.

+++ 17.52 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller (SPD), und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben die Pressekonferenz zum Impfgipfel von Bund und Ländern begonnen. Merkel bestätigte, was zuvor bereits die dpa berichtet hatte: Man sei sich einig, die Impfpriorisierung spätestens im Juni aufzuheben.

Corona-Impfgipfel: Bund und Länder wollen Impfungen ohne feste Reihenfolge spätestens im Juni

+++ 17.45 Uhr: Die Bundesregierung sowie die Landesregierungen sind sich einig in der Frage, ab wann die Impf-Reihenfolge spätestens aufgehoben werden soll. Ein Ende der Priorisierung strebe man spätestens im Juni an, berichtet die dpa unter Berufung auf mehrere Quellen. Dafür gebe es aber eine wichtige Voraussetzung: Die georderten Mengen Impfstoff müssen wie geplant geliefert werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach auch über die Planungen für den Mai: Demnach sollen in diesem Monat zunächst Menschen aus der dritten und letzten Prioritätsgruppe Impfungen angeboten bekommen.

Markus Söder beim Corona-Impfgipfel: „Wer zweimal geimpft ist, sollte auch mehr Freiheiten bekommen“

+++ 16.20 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert mehr Geschwindigkeit und Flexibilität bei den Corona-Schutzimpfungen in Deutschland. „Wo wir freier impfen, sind wir sehr effizient“, sagte der CSU-Chef nach Angaben von Teilnehmern beim Impfgipfel von Bund und Ländern. In der aktuellen Phase der Pandemie seien zwei Punkte wichtig: „Wie können wir die Geschwindigkeit beim Impfen erhöhen?“ und „Wie können wir Grundrechte zurückgeben?“

Söder betonte den Angaben zufolge, er befürworte, dass Menschen mit einem vollständigen Impfschutz auch weniger Corona-Auflagen erfüllen müssten: „Wer zweimal geimpft ist, sollte auch mehr Freiheiten bekommen.“

Corona-Impfgipfel läuft: Laschet will verbindliche Regelungen für Geimpfte

+++ 15.45 Uhr: Der Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder läuft laut dpa. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beraten in einer Videokonferenz über künftige Regelungen für Geimpfte und Genesene.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte kurz vor Beginn des Gipfeltreffens rechtlich klare Aussagen zu den angekündigten Lockerungen der Bundesregierung ein. Was für Geimpfte und Genesene künftig gelten soll, müsse heute verbindlich geregelt werden. Und noch ein Thema brachte Laschet aufs Tapet: Die Anliegen jüngerer Menschen. Die litten „im Moment ganz besonders unter der Pandemie“, sagte Laschet laut dpa. „Auch deren Anliegen müssen wir auch als Ministerpräsidentenkonferenz in den Blick nehmen.“ Dass ältere Menschen bisher prioritär geimpft wurden, halte er zugleich für richtig.

Nach den Beratungen wollen Angela Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemeinsam vor die Presse treten.

Corona-Impfgipfel: Angela Merkel gegen Gleichstellung von Geimpften und Getesteten

+++ 13.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gegen eine Gleichstellung von Getesteten mit Geimpften. Wer negativ auf das Coronavirus getestet worden ist solle nicht automatisch die gleichen Rechte in Anspruch nehmen können, die für vollständig Geimpfte gelten sollen. Das sagte Merkel nach Teilnehmerangaben am Montag in einer hybriden Sitzung des CDU-Präsidiums, berichtet die dpa. Merkel begründete das unter anderem mit der höheren Sicherheit der Impfung im Vergleich zu jener der Tests. Die Bundesregierung plant, die Kontaktregeln für Geimpfte bald zu lockern, einen Zeitplan dafür gibt es Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge allerdings noch nicht.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich laut „Bild“ beim Präsidiumstreffen zu möglichen Lockerungen. Die Regeln mit Abstand und Masken müssten so lange weiter Bestand haben, bis eine Gruppenimmunität erreicht sei, sagte Spahn. Als Herausforderung sieht er das Werben bei Menschen mit Migrationshintergrund, sich impfen zu lassen. Dem pflichtete Annette Widmann-Mauz (CDU), Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, bei. Konventionelle Wege der Ansprache würden nicht funktionieren, berichtete Widmann-Mauz. Beide, Merkel und Spahn, warnten außerdem davor, die geltende Priorisierung bestimmter Gruppen beim Impfen pauschal aufzuheben.

Corona-Impfgipfel: Markus Söder will Impfstoff im Mai für alle freigeben

Update vom Montag, 26.04.2021, 07.00 Uhr:  Vor dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern fordern Ärzteverbände und Politiker, Geimpften ihre Grundrechte bald zurückzugeben. So sollten etwa geimpfte Pflegeheimbewohner wieder gemeinsam essen und Besuch bekommen dürfen, sagte die Vorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, der „Rheinischen Post“. Nötig seien auch alltagstaugliche Nachweise für Bürger, die geimpft oder negativ getestet sind. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten sollten nach ihrer Ansicht an diesem Montag auch sicherstellen, dass zurückgehaltene Impfdosen freigegeben und kein Impfstoff weggeworfen wird.

CSU-Chef Markus Söder regte an, deutlich mehr in der Arbeitswelt und in Familien zu impfen. „Wir brauchen Betriebsimpfungen, wir brauchen Familienimpfungen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Grund sei, dass in Firmen und Familien eine hohe Ansteckungsgefahr herrsche. Damit müsse eine weitgehende Freigabe der Impfstoffe einhergehen, sagte Söder. Die Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Krankheitsbildern sei am Anfang sinnvoll gewesen, „aber jetzt entwickelt sie sich zunehmend zu einem Zeithindernis“.

Söder hatte am Wochenende konkret vorgeschlagen, schon im Mai alle Impfstoffe komplett freizugeben und auch Schüler ab 16 Jahren vermehrt zu impfen. 

Corona-Impfgipfel: Was Bund und Länder heute beschließen könnten

Berlin - Das Bundejustizministerium arbeitet an Lockerungen für Geimpfte und von Covid-19 Genesene. Das geht aus einem entsprechenden Eckpunktepapier hervor, das mehreren Medien vorliegt. Demnach soll es für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte und für Genesene gewisse Ausnahmen von den geltenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen geben. Das Papier wurde als Vorbereitung für den am Montag (26.04.2021) geplanten Impfgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschef:innen der Länder erstellt.

Kontaktbeschränkungen könnten ein Bereich sein, in dem Geimpfte künftig möglicherweise weniger streng behandelt werden.

Was Einreiseregelungen, den Zugang zu Ladengeschäften und bestimmte Dienstleistungen angeht, sollen Einschränkungen für Geimpfte und Genesene gelockert werden. Ihnen sollen dieselben Ausnahmen eingeräumt werden, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 für negativ auf das Coronavirus Getestete gelten. Bei Einreisen aus sogenannten Virusvariantengebieten sollen allerdings keine Erleichterungen gewährt werden.

Vor Corona-Impfgipfel - Für wen künftig dieselben Ausnahmen gelten sollen:

  • Genesene = Alle, die mit dem Coronavirus infiziert waren und ein mindestens 28 Tage altes, positives PCR-Testergebnis nachweisen können. Es gilt bis zu sechs Monate nach der Feststellung der Genesung, da so lange von einem ausreichenden Immunschutz ausgegangen werden könne.
  • Geimpfte = Alle, die den vollständigen Impfschutz mit einem der in der EU zugelassenen Impfstoffen erhalten haben (bis auf Johnson & Johnson zwei Impfungen erforderlich).

„Abhängig von der Entwicklung der Infektionslage, der Impfquote und der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Ansteckungsgefahr von Geimpften, Genesenen und Getesteten, werden perspektivisch weitere Ausnahmen von Schutzmaßnahmen vorzunehmen sein“, heißt es in dem Eckpunktepapier der Regierung. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und das Abstandsgebot würden jedoch auch für Geimpfte, Genesene und Getestete noch für einen längeren Zeitraum weiter gelten.

Lockerungen für Geimpfte gegen Corona: Keine „Sonderrechte oder Privilegien“

Konkret heißt es, für den Bereich von Kontaktbeschränkungen sollten Ausnahmen für die mit einem in der EU zugelassenen Vakzin Geimpften und für Genesene vorgesehen werden, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen. „Auch im Bereich der Ausgangsbeschränkungen sollen entsprechende Ausnahmen vorgesehen werden“. Ein Anspruch auf die Öffnung bestimmter Einrichtungen - etwa Museen oder Schwimmbäder - ergibt sich nach Einschätzung der Bundesregierung aus den Ausnahmen für Geimpfte und Genesene aber nicht.

Als Genesene sollen laut dem Papier Menschen gelten, „die ein mindestens 28 Tage zurückliegendes positives PCR-Testergebnis nachweisen können“. Dies gelte bis zu sechs Monate nach der Feststellung der Genesung, da so lange von einem ausreichenden Immunschutz ausgegangen werden könne. Um eine „Einräumung von Sonderrechten oder Privilegien“ handle es sich bei den Lockerungen für Geimpfte und Genesene allerdings nicht, wird in dem Papier betont wird. Stattdessen gehe es „um die Aufhebung nicht mehr gerechtfertigter Grundrechtseingriffe“.

Impfgipfel: In diesen Bereichen sind Lockerungen für Geimpfte und von Corona Genesene geplant

  • Kontaktbeschränkungen (insbesondere in Einrichtungen wie Altenheimen)
  • Ausgangsbeschränkungen
  • Einreiseregelungen (außer aus Virusvariantengebieten)
  • Zugang zu Ladengeschäften
  • Bestimme Dienstleistungen
  • Jedoch gilt weiterhin: Maskenpflicht und Abstandsgebot auch für Genesene, Geimpfte und Negativ-Getestete

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte dem „Handelsblatt“: „Wenn feststeht, dass eine Impfung nicht nur vor einer Erkrankung schützt, sondern auch die weitere Übertragung des Virus verhindern kann, muss das bei den Maßnahmen berücksichtigt werden.“ Dies sei kein Privileg für Geimpfte, sondern ein Gebot der Verfassung. Lambrecht verwies auf die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes. Danach sei die Bundesregierung ausdrücklich dazu ermächtigt worden, „besondere Regelungen, Ausnahmen und Erleichterungen für Personen festzulegen, bei denen von einer Immunisierung gegen das Coronavirus auszugehen ist“.

Corona-Impfgipfel: „Es ist höchste Zeit“

Das Robert Koch-Institut hatte Mitte April erklärt, nach gegenwärtigem Kenntnisstand sei das Risiko einer Virusübertragung durch vollständig Geimpfte spätestens ab dem 15. Tag nach Verabreichung der zweiten Impfdosis - beziehungsweise bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson nach der Verabreichung der ersten und einzigen Impfdosis - geringer als bei Vorliegen eines negativen Schnelltests bei Infizierten ohne Symptome.

„Es ist höchste Zeit, dass am Montag bei den Bund-Länder-Beratungen die Freiheitsrechte für Geimpfte auf den Tisch kommen“, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstatin Kuhle. Ihm sei unverständlich, „warum die Bundesregierung mit ihren Vorschlägen erst nach der Verabschiedung der sogenannten Bundes-Notbremse aus der Deckung kommt“. (ial mit dpa)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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