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Hongkong: Tausende Hamster sollen wegen Corona getötet werden

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In Hongkong ordnen die Behörden an, dass rund 2000 Hamster getötet werden müssen. Zuvor gab es Corona-Infektionen bei Hamstern in einer Tierhandlung.

Hongkong – Behörden in Hongkong haben die Tötung zahlreicher Hamster und anderer Kleintiere angeordnet, nachdem in einer Tierhandlung elf Hamster positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zuvor war Medienberichten zufolge bei der Besitzerin der Tierhandlung eine Corona-Infektion festgestellt worden – die erste Infektion mit der Delta-Variante in Hongkong seit gut drei Monaten. Rund 150 Kund:innen des Ladens und mehr als 20 Mitarbeiter:innen wurden unter Quarantäne gestellt, der Laden wurde geschlossen.

Rund 2000 Hamstern und anderen Kleintieren aus rund einem Dutzend Tierhandlungen droht nun ein schlimmes Schicksal: Sie sollen getötet werden – eine Vorsichtsmaßnahme, um jegliches Übertragungsrisiko auszuschließen, wie Hongkongs Gesundheitsstadträtin Sophia Chan erklärte. Sie räumte jedoch auch ein, dass es international bislang keinen Beleg für eine Corona-Übertragung von Haustieren auf Menschen gebe – man wolle aber Vorsicht walten lassen. Die Hongkonger Zeitung South China Morning Post zitiert dagegen eine Quelle, wonach es Hinweise gebe, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen vorliege.

Nach Corona-Infektionen: Hongkong will 2000 Hamster töten lassen

Mehrere Hongkonger Medien berichten übereinstimmend, dass Geschäfte und Hamster-Halter:innen am Dienstag (18.01.2022) aufgefordert wurden, ihre Tiere einschläfern zu lassen. Betroffen seien alle Hamster, die nach dem 22. Dezember gekauft wurden. Auch einige andere Kleintiere in Tierhandlungen sollen demnach vorsorglich getötet werden. Alle betroffenen Tiere sollen auf das Coronavirus getestet werden. Sollte der Test positiv ausfallen, müssen sich die Besitzer:innen in Quarantäne begeben, ebenso wie Besucher:innen betroffener Tierhandlungen.

Ein Mitarbeiter des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz geht an der Tierhandlung vorbei, die geschlossen wurde, nachdem einige Hamster positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. In Hongkong wurde deshalb die Tötung von rund 2000 Hamstern angeordnet.
Ein Mitarbeiter des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz geht an der Tierhandlung vorbei, die geschlossen wurde, nachdem einige Hamster positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. In Hongkong wurde deshalb die Tötung von rund 2000 Hamstern angeordnet. © Kin Cheung/dpa

Corona in Hongkong: Hamster sollen getötet werden – Tierfreunde sind empört

Tierfreunde zeigen sich angesichts des Schicksals der kleinen Tiere empört: „Kann irgendjemand diese Hamster und anderen Kleintiere retten?“, schrieb ein Mitglied der mehr als 10.000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe „Hamster Blog HK“. Ein anderer Nutzer machte sich über die Behörden lustig: Die Beamten sollten lieber „nach Wuhan gehen und den Fledermäusen dabei helfen, zwei Masken gleichzeitig zu tragen“, schrieb er in Anspielung auf die mutmaßliche Übertragung des Virus durch Fledermäuse als Wirtstiere.

In Hongkong hatte es im vergangenen Jahr wegen der strikten Einreisebestimmungen kaum Corona-Fälle gegeben. Zuletzt waren allerdings Infektionen mit der Omikron-Variante aufgetreten. Die Hamster, die in dem Tierladen positiv getestet wurden, waren nach Angaben des öffentlichen Senders RTHK aus den Niederlanden importiert worden. Der Import kleiner Säugetiere werde vorerst eingestellt, hieß es von der Gesundheitsbehörde. (afp/dpa/tab)

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