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Blick auf Felsen von Gibraltar
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Gibraltar ist bei der Sieben-Tage-Inzidenz europäischer Spitzenreiter. (Symbolfoto)

Britisches Überseegebiet

1000er-Inzidenz trotz 100 Prozent Impfquote – doch die Corona-Impfung in Gibraltar wirkt trotzdem

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
    schließen

Gibraltar hat trotz hoher Impfquote eine Corona-Inzidenz von über 1000. Ein näherer Blick auf die Zahlen zeigt allerdings: Dramatisch ist die Situation nicht.

Gibraltar – Im kleinen Gibraltar sind nahezu 100 Prozent der Bevölkerung geimpft. Doch auch in dem britischen Überseegebiet, das ganz im Süden der Iberischen Halbinsel liegt, steigen die Corona-Fallzahlen an. Gegnerinnen und Gegner der Impfung sehen diesen Umstand als Beweis dafür an, dass die Vakzine nicht helfen. Kann das in Gibraltar wirklich beobachtet werden?

Vor einigen Tagen teilte die Regierung Gibraltars mit, offizielle Weihnachtsfeiern, Empfänge und ähnliche Zusammenkünfte aufgrund der dynamischen Corona-Infektionsentwicklung abzusagen. Die Bevölkerung solle nach eigenem Ermessen handeln. „Die Regierung rät dringend davon ab, in den nächsten vier Wochen, in denen das Impfauffrischungsprogramm durchgeführt wird, größere private Veranstaltungen, Partys oder Empfänge zu organisieren“, hieß es in einer Mitteilung.

Gibraltar mit sehr hoher Corona-Impfquote

Gibraltar hat nach eigenen Angaben bis Sonntag (21.11.2021) 40.892 Erst- und 39.816 Zweitimpfungen verteilt. In dem dicht besiedelten Land, das insbesondere für seinen Felsen und die Glücksspielindustrie bekannt ist, leben nicht einmal 35.000 Menschen. Die hohe Zahl an Corona-Impfungen kommt zustande, da auch Pendlerinnen und Pendler die Vakzine verabreicht bekommen. Zahlreiche Arbeitskräfte aus Spanien reisen täglich nach Gibraltar ein.

In der coronaskeptischen Szene sorgt die Entwicklung in Gibraltar für hämische Kommentare. Schließlich würde die Situation zeigen, dass die Corona-Impfstoffe nutzlos seien. In Kanälen auf Telegram wird der Fall Gibraltar seit einigen Tagen als Beweis für die eigenen Vermutungen verwendet. So heißt es in einem einschlägigen „Querdenken“-Channel: „100% vollständig ‚geimpft‘. Und jetzt wird noch mal ordentlich durchgeboostert bei unseren Freunden in Gibraltar! Und was macht nun das Infektionsrisiko? ES GEHT DURCH DIE DECKE!“

Gibraltar hat Weihnachtsfeierlichkeiten nicht wegen Corona abgesagt

Einige Menschen in den sozialen Netzwerken verbreiteten, dass Gibraltar wegen Corona sämtliche Weihnachtsfeierlichkeiten abgesagt hätte – diese Darstellung ist allerdings falsch.

Gibraltars Chief Minister Fabian Picardo schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Ich bin überrascht, dass ich das überhaupt sagen muss, ABER Gibraltar hat Weihnachten NICHT abgesagt.“ Man habe nur „große, von der Regierung organisierte Veranstaltungen abgesagt“ und Menschen zur Vorsicht aufgerufen.

Doch Weihnachtsfeiern hin oder her, die Infektionszahlen sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern extrem hoch. Derzeit sind rund 730 aktive Infektionsfälle in Gibraltar bekannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 1000 – und damit an der Spitze Europas. Zwar sieht die Situation auf den ersten Blick tatsächlich dramatisch aus. Blickt man jedoch genauer hin, verlieren die Zahlen ihren Schrecken. Nach offiziellen Angaben liegt nur ein einziger Mensch auf der Corona-Station im Krankenhaus. Intensiv wird keine Person behandelt.

Corona in Gibraltar: Ungeimpfte in Stichprobe deutlich stärker betroffen

Auch ein weiteres Detail zeigt, dass die Impfung wirkt: Unter den 25 am Sonntag (21.11.2021) gemeldeten Neuinfizierten befanden sich neun Ungeimpfte, der Großteil Minderjährige. Am Freitag (19.11.2021) wurden 56 neue Corona-Fälle gemeldet, 29 davon waren ungeimpft, die meisten davon minderjährig.

Die Stichprobe zumindest zeigt, dass sich in Gibraltar – setzt man es in Relation – deutlich mehr Ungeimpfte als Geimpfte mit dem Coronavirus anstecken. Außerdem zeigen die Zahlen, dass es in Gibraltar dank der weit verbreiteten Impfungen kaum schwere Corona-Verläufe gibt. (tvd)

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