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Corona in Deutschland: RKI meldet Rekord-Fallzahlen – Experte warnt vor Beginn einer „sechsten Welle“

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Von: Stefan Krieger, Delia Friess

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Das RKI veröffentlicht täglich die Daten zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. Wie entwickeln sich Inzidenz und Neuinfektionen aktuell?

Update vom Donnerstag, 10.03.2022, 09.45 Uhr: Der Bioinformatiker Lars Kaderali aus Greifswald, Mitglied des Expertenrates der Bundesregierung, sieht Deutschland in einer neuen Corona-Welle. „Das liegt vor allem daran, dass der Omikron-Subtyp BA.2 noch infektiöser ist als die ursprüngliche Variante“, sagte Kaderali der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu kämen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen. „In Kombination führt das beides zu den steigenden Fallzahlen.“ Das RKI meldet seit Tagen einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. Zuvor warnte bereits auch der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens aufgrund des Omikron-Subtypes BA.2 vor beunruhigenden Szenarien in Deutschland.

Die von der Bundesregierung angekündigten Lockerungen hält Expertenrat-Mitglied Kaderali dennoch für vertretbar. „Bundesweit steigen die Corona-Zahlen zwar, die Situation in den Krankenhäusern ist aber noch undramatisch“, argumentierte der Bioinformatiker. „Man sollte aber nur vorsichtig lockern und nur mit der Option, wieder zurückzugehen, wenn man merkt, dass das zu viel wird“, ergänzte er jedoch.

Lars Kaderali, Bioinformatiker, steht vor der Universitätsmedizin in Greifswald.
Lars Kaderali, Bioinformatiker, steht vor der Universitätsmedizin in Greifswald. © Jens Büttner/dpa

Corona-Lage in Deutschland: Experte erwartet Infektionen auch im Sommer

Zum 20. März sollen nach einem Bund-Länder-Beschluss die meisten Corona-Auflagen wegfallen, ein „Basisschutz“ soll aber bleiben. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) haben am Mittwoch (09.03.2022) einen Entwurf für eine neue Rechtsgrundlage vorgestellt. Diese ermöglicht beispielsweise eine weitere Maskenpflicht in Kliniken und Pflegeheimen sowie weitere Pflicht-Tests in Schulen. Falls eine „konkrete Gefahr einer sich dynamisch ausbreitenden Infektionslage“ bestehe, sollen die Landesparlamente zudem weitergehende Auflagen für Regionen beschließen dürfen.

Eine Passantin trägt eine FFP2-Maske in der Hand.  (Symbolbild)
Eine Passantin trägt eine FFP2-Maske in der Hand. (Symbolfoto) © Marijan Murat/dpa

In Hinblick einen möglichen Rückgang der Infektionskurve im Sommer sagte Kaderali: „Wahrscheinlich wird der saisonale Effekt nicht ausreichen um die Inzidenz auf 0 runterzubringen.“ Die Annahme von Gesundheitsminister Lauterbach, dass es auch in den Sommermonaten eine Corona-Welle geben könnte, halte er für plausibel. Bereits die bisherigen Öffnungen könnten dazu führen, dass „wir nochmal einen sehr, sehr starken Anstieg sehen und dann auch mit hohen Inzidenzen in den Sommer reingehen werden.“

Corona-Fallzahlen: RKI meldet Rekordzahl an Neuinfektionen – Inzidenz steigt weiter

Erstmeldung vom Donnerstag, 10.03.2022, 05.00 Uhr: Frankfurt/Berlin – Wieder hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz zu vermelden. Das Institut gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstag (10.03.2022) mit 1388,5 an.

Corona-Fallzahlen für Deutschland im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Donnerstag (09.03.2022)262.752 | 259 | 1388,5
Mittwoch (09.03.2022)215.854 | 314 | 1319,0
Dienstag (08.03.2022)156.799 | 324 | 1293,6
Montag (07.03.2022)78.428 | 24 | 1259,2
Sonntag (06.03.2022)116.889 | 51 | 1231,1
Samstag (05.03.2022)192.210 | 255 | 1220,8
Freitag (04.03.2022)217.593 | 291 | 1196,4
Donnerstag (03.03.2022)210.673 | 267 | 1174,1
QuelleDashboard des Robert Koch-Instituts

Zum Vergleich: Am gestrigen Mittwoch betrug der Wert 1310,0. Am Donnerstag der Vorwoche lag die bundesweite Inzidenz bei 1174,1. Die Inzidenz beziffert die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Coronavirus - Berlin
Das RKI veröffentlicht täglich die Daten zur Corona-Lage in Deutschland. (Symbolfoto) © Carsten Koall/dpa

Corona in Deutschland: So viele Neuinfektionen wie noch nie

Erstmals in der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 250.000 neue Corona-Infektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Donnerstagmorgen 262.752 Fälle in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 210.673 Ansteckungen

Die Corona-Fallzahlen in Deutschaland

Fachleute gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird - diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 259 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 267 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 16.504.822 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 6,62 an (Dienstag mit 6,15). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstag mit 12.963.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 125 023. (df/skr)

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