Höchstwerte an Infektionen

Dramatische Corona-Lage in Belgien - Krankenhäuser am Limit, Geschäfte müssen schließen

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  • Delia Friess
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Die zweite Corona-Welle trifft nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa mit voller Wucht. Ein besonders stark betroffenes Land ist Belgien.

  • Täglich werden aus Europa neue Höchstwerte an Corona*-Infektionen vermeldet.
  • Infektionszahlen in Frankreich könnten doppelt so hoch sein, wie bisher registriert.
  • Belgien, Tschechien und Großbritannien melden überlastete Intensivstationen.

Update vom Freitag, 30.10.2020, 20.17 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Belgien ist dramatisch. Das mit 11 Millionen Einwohner um einiges kleinere Nachbarland von Deutschland hat derzeit pro Tag im Schnitt mehr als 15.000 Corona-Neuinfektionen. Viele Krankenhäuser erreichen bereits ihre Kapazitätsgrenze. Im Vergleich mit anderen EU-Ländern hat Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

Jetzt zieht Belgien zur Eindämmung des Coronavirus die Reißleine. Am Montag müssen die meisten Geschäfte schließen. „Das sind die Maßnahmen der letzten Chance“, sagte Regierungschef Alexander De Croo. Ausnahmen soll es für Supermärkte geben. Auch die Kontaktbeschränkungen werden verschärft. Belgier dürfen künftig nur noch einen Besucher pro Woche zu Hause empfangen, Alleinstehende zwei. Die nächtlichen Ausgangssperren bleiben bestehen. Kneipen, Restaurants und Cafés, Kultur- und Sportstätten sind ohnehin bereits geschlossen.

Corona in Belgien: Zahlen steigen seit Wochen rasant an

In Belgien steigen die Corona-Infektionszahlen seit Wochen rasant an.  EU-weit registrierte das Nachbarland innerhalb von zwei Wochen die meisten Infektionen pro 100.000 Einwohner: 1600. Das sind neunmal so viele wie in Deutschland. Jeder vierte Corona-Test fiel in Belgien zuletzt positiv aus. In den vergangenen Wochen hat sich die Lage in den Krankenhäusern verschärft, einige haben ihr Limit erreicht und mussten Patienten in andere Krankenhäuser transferieren. Die bisherigen Maßnahmen haben nicht zu einer Entlastung geführt.

Ein Patient wird aus dem Krankenhaus in ein Pflegeheim verlegt. In der Corona-Pandemie nimmt in Belgien die Zahl der hospitalisierten Covid-19-Patienten zu.

Lockdown in Frankreich - Macron vor „unpopulären“ Entscheidungen

Update Mittwoch, 28.10.2020, 12.45 Uhr: In Frankreich zeichnet sich erstmals seit dem Frühjahr ein landesweiter Lockdown ab: Präsident Emmanuel Macron will die neuen Maßnahmen am Donnerstagabend ab 20 Uhr im Fernsehen verkünden, wie sein Büro mitteilte. Aus dem Umfeld des Präsidenten war von „unpopulären“ Entscheidungen die Rede. Viele Virologen und Ärzte halten deutlich verschärfte Ausgangssperren für unausweichlich. Zuletzt waren 46 Millionen Franzosen von nächtlichen Ausgangsbeschränkungen betroffen.

Frankreich leidet unter besonders vielen Corona-Neuinfektionen. Die Lage könnte sogar noch schlimmer sein.

Wie mehrere Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter berichten, dürfte der neue Lockdown mehr Ausnahmen vorsehen als zwischen März und Mai, als das Land weitgehend zum Stillstand kam. So könnten etwa Schulen bis zur Mittelstufe geöffnet bleiben und auch öffentliche Dienstleistungen weiter gewährleistet sein. Über die Details beriet Macron am Mittwoch den zweiten Tag in Folge mit dem Kabinett.

Die Zahl der Corona-Todesfälle schnellte zuletzt um mehr als 500 nach oben, weil die Behörden erstmals seit vier Tagen wieder Zahlen aus Altenheimen bekannt gaben. Damit gab es insgesamt 35.541 Todesfälle in Frankreich.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen pendelt seit mehreren Tagen zwischen 30.000 und mehr als 50.000. Der wissenschaftliche Corona-Beirat der Regierung geht davon aus, dass es tatsächlich 100.000 Neuinfektionen täglich gibt, von denen aber viele unerkannt bleiben.

Corona in Europa: Belgien schlägt Alarm

+++ 19.25 Uhr: Die zweite Corona-Welle schwappt über Europa und schlägt sich bedrohlich auf die Situation auf den Intensivstationen nieder. In Belgien ist vor allem die Region Lüttich betroffen. Philippe Devos vom Verband der medizinischen Gewerkschaften in Belgien schlägt Alarm: „Wir müssen wählen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung.“ Viele Ärzt:innen und Pfleger:innen seien im Dienst, obwohl sie selbst mit Corona infiziert seien. Kapazitätsgrenzen seien überschritten, die Kliniken völlig überlastet. Dennoch betont Devos, dass die schlechteste Lösung weiterhin sei, Patient:innen nicht zu behandeln. Belgien liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 1390,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner:innen - der höchste Wert in der gesamten EU.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schlägt Alarm. Viele Länder „auf der Nordhalbkugel“ sähen zur Zeit einen besorgniserregenden Anstieg von Corona-Fällen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er sei „höchst besorgt“ über die aktuelle Lage in Europa.

Update vom Dienstag, 27.10.2020, 16.23 Uhr: In Italien gibt es weiterhin teils gewaltsame Proteste aufgrund der verschärften Corona-Auflagen. Unter anderem in Mailand kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, tausende demonstrierten am Montagabend. Die Polizei setzte Tränengas gegen Randalierer ein, diese warfen Flaschen. Ähnliches ereignete sich in Turin.

Schon am Samstag (24.10.2020) war es in Italien zu massiven Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gekommen. Daran beteiligt waren auch rund 200 Personen aus dem Umfeld der neofaschistischen Gruppe „Forza Nuova“, die im Zentrum von Rom Leuchtkörper verschossen. Am Freitag (23.10.2020) war es zu Ausschreitungen in Neapel gekommen.

Neue Corona-Hilfen in Italien angekündigt

Die italienische Regierung hatte am Sonntag einen neuen Rekord bei den registrierten Corona-Neuinfektionen bekannt gegeben. Seit Montag bleiben Kinos, Theater und Fitnessstudios für einen Monat geschlossen, Restaurants und Bars müssen bereits ab 18 Uhr schließen. Bei vielen Betreibern gehen Existenzängste um. Aufgrund der finanziellen Sorgen seiner Landsleute hat Italiens Premier Giuseppe Conte neue Hilfen angekündigt. Genaue Details sollen zeitnah bekannt gegeben werden.

In der ersten Welle der Corona-Pandemie hatte Italien zu den weltweit am stärksten betroffenen Ländern gezählt. Mehr als 500.000 Menschen haben sich bisher im Land mit dem Virus infiziert, mehr als 37.000 starben.

Fast 6 Millionen Corona-Fälle - Kampf gegen den Lockdown

+++ 21.08 Uhr: Viele Länder in Europa gehen mit massiven Einschränkungen gegen die zweite Corona-Welle vor. Am Montag sind unter anderem in Italien, Dänemark, der Slowakei und in der belgischen Hauptstadt Brüssel neue Corona-Maßnahmen in Kraft getreten. Um einen kompletten Lockdown zu vermeiden, setzen viele Regierungen auf massive Beschränkungen.

In Frankreich wird die zweite Welle vermutlich stärker ein als die erste Corona-Welle, so eine Prognose des wissenschaftlichen Rats der französischen Regierung. Dort droht eine Erweiterung der Ausgangssperre. In Spanien hat die Regierung am Sonntag den Notstand ausgerufen, um unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre verhängen zu können. Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. Die Regierung möchte ihn um sechs Monate bis zum 9. Mai verlängert werden, die Opposition lehnte dies jedoch ab.

Insgesamt 5,9 Millionen Corona-Infektionen in Europa

In Italien müssen Restaurant und Bars seit Montag um 18 Uhr schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Ski-Resorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Zudem findet der Unterricht an Gymnasien online statt. In der Slowakei findet ebenfalls ab der 5. Klasse Onlineunterricht statt. Strenge Corona-Kontaktbeschränkungen gibt es auch in Dänemark. Dort dürfen sich seit Montag nicht mehr als zehn Personen treffen.

Mehrere EU-Staaten meldeten am Wochenende Rekordwerte bei der Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Dazu gehören Frankreich, Dänemark, Belgien und Tschechien. Insgesamt gibt es in Europa etwa sechs Millionen Corona-Fälle und fast 300.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, meldete die europäische Seuchenbehörde ECDC am Montag. In Brüssel gilt in der gesamten Innenstadt eine Maskenpflicht und ab 22 Uhr gibt es eine Ausgangssperre. Schwimmbäder, Fitnessstudios, Theater, Kinos und Museen müssen aufgrund der Corona-Entwicklung geschlossen bleiben.

 Bis zu 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag in Frankreich

+++ 16.01 Uhr: Nachdem in vielen Ländern am Montag (26.10.2020) neue Corona-Maßnahmen in Kraft getreten sind, wurde vor allem in Frankreich eine besonders hohe Zahl an Neuinfektionen registriert. Am Samstag wurden mehr als 52.000 neue Ansteckungen gemeldet. Der Leiter des wissenschaftlichen Rats der französischen Regierung, Jean-François Delfraissy, geht von einer noch höheren Zahl aus. „Der wissenschaftliche Rat schätzt, dass wir eher rund 100.000 Fälle pro Tag haben“, so Delfraissy. Die Zahl kommt angesichts nicht diagnostizierter und asymptomatischer Fälle zustande.

Frankreich und seine 67 Millionen Einwohner*innen haben seit einigen Wochen mit einer neuen Corona-Welle zu kämpfen, die laut wissenschaftlichem Rat „stärker ist als die erste“.

Spanien verhängt wegen Corona-Pandemie Notstand

In Spanien hat die linke Regierung am Sonntag den Notstand ausgerufen, in der Nacht zu Montag ging eine weitreichende Ausgangssperre in Kraft. Nach Medienberichten gab es dabei keine Proteste oder nennenswerte Zwischenfälle. Der Notstand soll für zwei Wochen bestehen bleiben und kann nur mithilfe der Zustimmung des Parlaments verlängert werden. Die konservative Opposition hatte dies zunächst abgelehnt.

Spanien gehört nach wie vor zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Bisher wurden mehr als eine Million Infizierte registriert, rund 35.000 Menschen verstarben aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus. Im Land liegt die Inzidenz am Montag bei 191,11. In Deutschland beträgt dieser Wert 68,4.

+++ 11.00 Uhr:  Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schließt einen zweiten Lockdown nicht aus. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz am Montag (26.10.2020) in Wien. Kriterium ist für Kurz dabei die Lage in den Kliniken. „Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird,“ sagte der österreichische Kanzler. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Österreichs Kanzler stellt zweiten Lockdown in den Raum

Drohender Zusammenbruch des Gesundheitssystems: Österreich erwägt zweiten Lockdown

Zuvor hatte sich der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch optimistisch gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien. Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als in Deutschland.

Europa in der Corona-Krise: Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen treten in Kraft

Update vom Montag, 26.20.2020, 04.55 Uhr: Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle treten am heutigen Montag (26.10.2020) vielerorts in Europa neue Auflagen in Kraft, so etwa in Italien, Dänemark, der Slowakei und in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Viele Regierungen setzen auf nächtliche Ausgangssperren und weitere Kontaktbeschränkungen, um einen kompletten Lockdown der Länder zu vermeiden.

Am Wochenende hatten mehrere EU-Staaten Rekordwerte bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, darunter Frankreich, Dänemark, Belgien und Tschechien. Die europäische Seuchenbehörde ECDC hatte bis Sonntag seit Ausbruch der Pandemie insgesamt rund 5,9 Millionen Ansteckungen und gut 208 600 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

Berittene Polizisten patrouillieren auf dem Plaza Mayor.

Nun müssen von Montag an in Italien landesweit alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet. Auch in der Slowakei müssen Schüler ab der fünften Schulstufe auf Online-Unterricht umsteigen.

In Dänemark dürfen sich von Montag an nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln. Kioske und Supermärkte dürfen nach 22.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. In der belgischen Hauptstadt Brüssel und Umgebung gilt wieder überall Maskenpflicht, die nächtliche Ausgangssperre beginnt dort bereits um 22.00 Uhr statt um Mitternacht. Schwimmbäder, Sportclubs und Fitnessstudios müssen schließen, ebenso Theater, Kinos und Museen.

Corona in Frankreich: Esrtmals über 50.000 Neuinfektionen an einem Tag

+++ 20.38 Uhr: Erstmals seit Beginn der Pandemie sind in Frankreich binnen 24 Stunden mehr als 50.000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Sonntagabend (25.10.2020) 52.010 neu erfasste Ansteckungen. Damit gab es erneut einen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testungen in Frankreich.

Die Corona-Situation verschlechtert sich in dem Land seit Wochen dramatisch. Die Behörden meldeten allein in der vergangenen Woche mehrmals neue Rekorde bei den Neuinfektionen. Rund 17 Prozent der Tests sind nach Angaben von Sonntag positiv.

Corona-Krise in Europa: Spanien ruft nationalen Notstand aus

+++ 14.52 Uhr: Die spanische Regierung hat erneut einen nationalen Notstand beschlossen, um eine nächtliche Ausgangssperre gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Madrid vereinbart, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Der Notstand, der noch am Sonntag (25.10.2020) in Kraft trat, gilt zunächst für zwei Wochen.

Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung. Die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. „Europa und Spanien sind mitten in der zweiten Welle“, so Sánchez.

Unter dem Notstand darf die Regierung die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken. Anders als bei dem Notstand, der in Spanien wegen Corona zwischen dem 14. März und dem 20. Juni herrschte, wird diesmal keine totale Ausgangssperre verhängt, sondern ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 23 Uhr und sechs Uhr morgens. Die Anordnung gilt fast für das ganze Land. Ausgenommen sind nur die Kanaren, die vor wenigen Tagen von Deutschland und Großbritannien von der Liste der Risikogebiete gestrichen worden waren.

Die Grenzen Spaniens werden nicht geschlossen, berichtet die Tageszeitung „El Pais“. Das Dekret der Regierung sieht dem Bericht nach vor, Treffen zwischen Bürgern auf sechs Personen im gesamten Land zu beschränken.

Corona-Lage in Europa: Gewaltsame Proteste und Festnahmen in London und Rom

Update vom Sonntag, 25.10.2020, 12.27 Uhr: In der italienischen Hauptstadt Rom ist es zu gewaltsamen Protesten gegen die neuen, strengeren Corona-Maßnahmen gekommen. Bei den Ausschreitungen wurden in der Nacht zum Sonntag mehrere Menschen festgenommen. Demonstrierende warfen im Zentrum Roms unter anderem Feuerwerkskörper auf Polizist:innen, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos und andere Medien berichteten. Als Bereitschaftspolizist:innen zur Verstärkung anrückten, wurden Autos beschädigt und Müllcontainer in Brand gesteckt. Zwei Polizisten erlitten den Berichten zufolge Verletzungen, mindestens zehn Demonstrierende wurden festgenommen. Die Polizei selbst machte zunächst keine Angaben dazu.

Die Proteste waren nicht genehmigt und wurden von der neofaschistischen Partei Forza Nuova organisiert. Sie war auch an den gewaltsamen Protesten am Freitag (23.10.2020) in Neapel beteiligt. In Rom hatten sich den Medienberichten zufolge Hunderte Menschen den Protesten angeschlossen. Forza Nuova-Chef Roberto Fiore schrieb am Sonntag auf Twitter, die italienischen Lebensgrundlagen würden „im Namen einer „Pseudo-Pandemie“ geopfert“. „Die Italiener zeigen, dass sie Einschränkungen und wirtschaftliche Euthanasie im Namen einer „Pseudo-Pandemie“ nicht länger tolerieren können“, so Fiore.

Strengere Corona-Maßnahmen: Tausende gehen in London auf die Straße

Auch in Großbritannien gehen Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. In London demonstrierten am Wochenende Tausende für ein Ende der Corona-Beschränkungen. Die Protestierenden sprachen sich gegen die Maskenpflicht aus und kritisierten die geltenden Maßnahmen als Tyrannei oder Überwachung oder stellten die Pandemie an sich infrage. Die Metropolitan Police nahm 18 Menschen fest.

Fackeln explodieren bei einem Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Rom.

Anderen dagegen sind die Maßnahmen zu lasch. Einer Umfrage zufolge glauben zwei Drittel der Ärzte in Großbritannien nicht, dass die derzeitigen Regelungen das Coronavirus aufhalten könnten. Großbritannien verzeichnete am Samstag (24.10.2020) mehr als 23.000 Neuinfektionen. Die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner lag nach Angaben der EU-Seuchenbehörde (ECDC) bei 383,1.

Corona-Lage in Europa: Spanien kurz vor Alarmzustand wie im Frühjahr – Polens Präsident Duda infiziert

+++ 16.21 Uhr: Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen zeichnet sich in Spanien eine Rückkehr zum Alarmzustand wie während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr ab. Damit solle den Regionalregierungen eine gerichtsfeste rechtliche Basis für einschneidende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gegeben werden, berichteten die Zeitungen „El País“ und „La Vanguardia“ am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise.

Corona-Pandemie in Europa: Spaniens Ministerpräsident stimmt Landsleute auf „sehr harte Monate“ ein

Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte seine Landsleute am Vortag auf „sehr harte Monate“ eingestimmt und zu mehr Disziplin bei der Eindämmung des Coronavirus aufgerufen. Nur so könne ein drastischer Lockdown wie im Frühjahr noch vermieden werden.

Bereits 8 der 17 autonomen Regionen des Landes, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, sowie Melilla, eine der beiden nordafrikanischen Exklaven Spaniens, hätten die Zentralregierung um die Ausrufung des Alarmzustands ersucht, berichteten die Zeitungen weiter. Die Regionen wollen vor allem Rechtssicherheit bei der Anordnung nächtlicher Ausgangssperren und anderer Eingriffe in persönliche Freiheitsrechte, um einen Lockdown wie im Frühjahr mit drastischen Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr noch zu vermeiden.

Corona-Krise in Europa: Polens Präsident Andrzej Duda infiziert

+++ 16.06 Uhr: Polens Präsident Andrzej Duda ist nach offiziellen Angaben positiv auf Corona getestet worden. Dem Präsidenten gehe es gut, teilte der Staatssekretär in der Präsidentschaftskanzlei, Blazej Spychalski, am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Polen verzeichnete zuletzt ein Rekordhoch an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Freitag hatte Regierungschef Mateusz Morawiecki die Einstufung des gesamten Landes als „rote Zone“ angekündigt.

Duda habe sich am Freitag „wie empfohlen“ auf das Coronavirus testen lassen, schrieb Spychalski. „Das Ergebnis ist positiv ausgefallen.“

Wann sich Duda mit dem Coronavirus angesteckt hat, war zunächst unklar. Am Montag hatte der nationalkonservative Präsident an einem Investitionsforum in der estnischen Hauptstadt Tallinn teilgenommen. Dort hatte er auch Bulgariens Staatschef Rumen Radew getroffen, der sich später in Corona-Quarantäne begeben musste.

Corona-Neuinfektionen steigen: Erneuter Lockdown führt zu gewaltsamen Protesten in italienischer Metropole

Update vom Samstag, 24.10.2020, 09.09 Uhr: In Neapel hat es in der Nacht zum Samstag gewaltsame Proteste gegen Ausgangssperren und einen geplanten Lockdown gegeben. Hunderte Menschen gingen in der süditalienischen Metropole auf die Straße, skandierten Slogans und zogen unter anderem vor den Sitz der Regionalregierung. Sie warfen Feuerwerkskörper und zündeten Rauchbomben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei setzte unter anderem Tränengas gegen die Protestierenden ein.

Zuvor hatte der Regionalpräsident von Kampanien, Vincenzo De Luca, als Reaktion auf schnell steigende Corona-Infektionszahlen Pläne für einen Lockdown angekündigt. In der Region Kampanien waren am Freitag (23.10.2020) 2.280 Neuansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden, wie De Luca live bei Facebook mitteilte. Am Donnerstag waren es noch 1.541 gewesen. Bereits seit Freitag gilt eine Ausgangssperre von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr.

In Neapel ist es zu Ausschreitungen bei Protesten gegen einen erneuten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie gekommen.

„Wir werden nun alles schließen“, sagte De Luca. Der Lockdown könne einen Monat oder sogar 40 Tage dauern. Die Situation sei schwierig, aber keine Tragödie, sagte er weiter. „Aber die Tragödie ist nur einen Schritt entfernt.“ Das regionale Dekret zur Umsetzung der Maßnahme soll entweder am Samstag (24.10.2020) oder am Sonntag angenommen werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Kreise der Regionalregierung. Luca rief auch Rom dazu auf, einen landesweiten Lockdown zu verhängen.

Die offizielle Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in ganz Italien lag am Freitag bei dem Rekordwert von 19.143. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 484.869. Die Hauptstadtverwaltung in Rom kündigte unterdessen die Schließung beliebter Treffpunkte an Wochenenden an, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Ähnliche Maßnahmen gibt es bereits in Turin, Genua und Palermo.

Mehr als 42.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Frankreich ‒ Millionenmarke überschritten

+++ 21.10 Uhr:  Als zweites EU-Land nach Spanien hat Frankreich am Freitag die Schwelle von einer Million Corona-Infektionen überschritten. In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl von 42.032 Neuinfektionen verzeichnet worden, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 1.041.075. Insgesamt 34.508 Infizierte starben den Angaben zufolge seit dem Beginn der Pandemie in Frankreich.

+++ 20.17 Uhr: In Polen liegen die Infektionszahlen im Vergleich zur Bevölkerung inzwischen fast drei Mal so hoch wie in Deutschland. Das Land müsse die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitag, 23. Oktober. Deshalb schließen von Samstag an alle Restaurants für zunächst zwei Wochen. Außerdem sind Versammlungen mit mehr als fünf Personen verboten. Für alle Schüler ab der 4. Klasse wurde Fernunterricht per Computer verordnet. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren dürfen das Haus oder die Wohnung tagsüber zwischen 8 und 16 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen.

Frankreich: Chef der öffentlichen Pariser Krankenhäuser warnt vor zweiter Welle

+++ 14.10 Uhr:  Angesichts eines neuen Rekords an Neuinfektionen in Frankreich hat der Chef der öffentlichen Pariser Krankenhäuser vor einer zweiten Corona-Welle gewarnt, die schlimmer werden könnte als die erste im Frühjahr. Viele seien seit einigen Monaten der Ansicht, es gebe keine echte zweite Welle - doch sei eher das Gegenteil der Fall, mahnte Martin Hirsch im Rundfunksender RTL.

Seit Mittwoch wurden in Frankreich 165 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mindestens 34.210 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Premierminister Jean Castex wies darauf hin, dass die Krankenhäuser noch weiter unter Druck geraten könnten und sagte einen „schwierigen November“ vorher. Die Neuinfizierten seien die „im Krankenhaus liegenden Patienten von morgen“, warnte Castex auf Twitter.

Für den Fall, dass alle bereits getroffenen Corona-Maßnahmen in Frankreich nicht greifen, warnte Premierminister Castex vor „noch härteren“ Beschränkungen. „Alles ist auf dem Tisch“, sagte auch der Epidemiologe Arnaud Fontanet vom Wissenschaftsrat, einem Beratergremium der französischen Regierung. Das Coronavirus mache „viel schneller die Runde als im Frühling“, obwohl es sich um „genau dasselbe“ Virus handle, sagte Fontanet im Sender BFM TV. Noch hoffe er, dass sich eine landesweite Ausgangssperre wie während der ersten Welle vermeiden lasse, „weil wir alles tun, um das zu vermeiden“, fuhr Fontanet fort. Örtlich begrenzte Ausgangssperren aber seien „ein Teil der Optionen“.

Medizinisches Personal versorgt einem Corona-Patienten im Nouvel Hopital Civil.

Corona-Krise in Belgien: Zuschauerverbot bei Sportveranstaltungen

+++ 13:38 Uhr: In Belgien steigen die Corona-Zahlen immer weiter an. In den vergangenen 14 Tagen registrierten die Behörden 1013 Infektionen pro 100 000 Einwohner. Restaurants, Cafés und Bars sind seit dieser Woche bereits geschlossen. Nun hat die Regierung weitere Corona-Einschränkungen beschlossen. Laut Premierminister Alexander De Croo werde ein kompletter Lockdown aber nicht verhängt.

Alle Freizeitparks müssen zunächst für die kommenden vier Wochen schließen. An kulturellen, religiösen oder anderen Veranstaltungen im Inneren dürfen maximal 40 Personen teilnehmen, solange die Corona-Regeln eingehalten werden. Ist ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern garantiert, dürfen es bis zu 200 Personen sein, die jedoch eine Maske tragen müssen.

An Universitäten dürfen die Räume maximal zu 20 Prozent ausgelastet werden; auch hier gilt eine Maskenpflicht. Im ersten Studienjahr gelten Ausnahmen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer wieder verboten. Wenn möglich, sollen die Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten.

Besonders viele Corona-Fälle meldet die wallonische Stadt Lüttich. Die Intensivstationen sind dort überlastet. Schwer Kranke müssen in Kliniken nach Flämisch-Brabant oder Limburg verlegt werden. Rund 30 Prozent des Pflegepersonals in den Lütticher Krankenhäusern wurden positiv auf Corona getestet, kommen aber - solange sie symptomfrei sind - trotzdem zur Arbeit, weil die Kliniken es sonst nicht mehr schaffen. Willy Demeyer, Bürgermeister von Lüttich, hat angekündigt, die belgische Armee zu Hilfe zu rufen, um ein Feldhospital zu errichten.

Corona: 16.000 Neuinfektionen in Italien

Update vom Freitag, 23.10.2020, 07.00 Uhr: Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Donnerstag 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36.968. 

Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet.

Frankreich erreicht Spitzenwert mit mehr als 41.000 Corona-Neuinfektionen

+++ 21.00 Uhr: Frankreich vermeldet bei den Corona-Infektionen einen neuen Rekordwert. Demnach wurden innerhalb von 24 Stunden 41.622 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Das teilten die französischen Behörden am heutigen Abend mit, nachdem die Regierung eine Ausweitung der Ausgangssperre in Paris verkündet hatte. Etwa 999.000 Infektionen wurden insgesamt registriert. Seit Mittwoch sind zudem 165 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Damit bestätigt Frankreich 34.210 Todesfälle in der Corona-Pandemie.

Corona: Belgiens Außenministerin auf Intensivstation

+++ 14.39 Uhr: Die Außenministerin von Belgien Sophie Wilmès muss nach einer Infektion mit dem Coronavirus auf einer Intensivstation behandelt werden. Ihr Zustand sei stabil, sie brauche jedoch professionelle Betreuung, sagte ein Sprecher belgischen Medien. Die 45-Jährige wurde am Mittwoch in ein Krankenhaus gebracht.

Sophie Wilmès hatte am Wochenende mitgeteilt, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Sie war bis vor kurzem Ministerpräsidentin Belgiens gewesen. Ihr Nachfolger Alexander De Croo wünschte ich auf Twitter gute Besserung. Die Ansteckung sei vermutlich im Familienkreis erfolgt, teilte die Politikerin am Samstag mit.

Belgiens Außenministerin Sophie Wilmès hat sich mit dem Coronavirus infiziert und muss auf einer Intensivstation behandelt werden. 

Belgien zählt zu den Ländern, die in Europa am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Die Johns-Hopkins-Universität meldete für das Elf-Millionen-Einwohner-Land am Donnerstag (22.10.2020) 253.386 bestätigte Corona-Fälle und 13.227 Neuinfektionen.

Update vom Donnerstag, 22.10.2020, 6.49 Uhr: Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien wird nun auch in der Region Lazio, zu der die Hauptstadt Rom gehört, eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die drastische Corona-Maßnahme tritt am Freitag in Kraft und soll zunächst für 30 Tage gelten. Das nächtliche Verlassen des Hauses oder der Wohnung sind dann nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.

Lazio ist damit bereits die dritte italienische Region, in der eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde. Zur weiteren Eindämmung des Coronavirus war diese drastische Maßnahme in den vergangenen Tagen bereits für die Regionen Lombardei und Kampanien beschlossen worden.

Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Italien

Erstmeldung vom Mittwoch, 21.10.2020: Italien hat bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Mittwoch einen neuen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten knapp 15 200 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Am 16. Oktober hatte das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern erstmals seit Beginn der Pandemie im Februar die Marke von 10 000 überschritten. Außerdem wurden am Mittwoch 127 Covid-19-Tote gemeldet.

Das Corona-Virus breitet sich immer weiter aus.

Die Dynamik der zweiten Corona-Welle sorgt in Italien zunehmend für Angst vor ernsten Engpässen in den Krankenhäusern. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte die Italiener in einer Rede im Senat in Rom auf, alle nicht notwendigen Reisen zu unterlassen. Es gelte einen großen Lockdown wie im Frühjahr zu vermeiden. Besonders schwer getroffene Regionen wie die Lombardei haben inzwischen begrenzte Verschärfungen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich fast 450 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der bekannten Todesfälle stieg auf 36 832.

Spanien registriert als erstes EU-Land mehr als eine Million Corona-Infektionen

In Spanien wurden die strengen Corona-Maßnahmen im Land auf die Region Aragon und die nördliche Provinz La Rioja ausgeweitet, weil dort in den vergangenen 14 Tagen mehr als 500 Corona-Infektionen auf 100.000 Einwohner registriert wurden. "Die Situation ist offen gesagt besorgniserregend", sagte der Regionalpräsident Aragons, Javier Lambán, bei einer Pressekonferenz.

Ab Donnerstag sollen deshalb die Corona-Maßnahmen in Aragon verschärft werden. Das betreffe auch die Einwohner der Großstadt Saragossa sowie der Städte Huesca und Teruel. Demnach darf die Orte nur noch betreten und verlassen, wer zur Arbeit muss oder studiert. Eine weitere Ausnahme soll für pflegebedürftige Menschen gelten.

Ähnliche Maßnahmen sehen die Behörden in La Rioja vor. Ab Freitag sollen in der Provinz Geschäfte, Bars und Restaurants ab 21 Uhr geschlossen werden. Auch die Region Kastilien und León kündigte verschärfte Restriktionen an.

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hatte am Dienstag angekündigt, dass die Regierung die Option einer Ausgangssperre überprüfe.

Fast 27 000 neue Corona-Infektionen in Großbritannien

In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden fast 27 000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 789 000 und die Zahl der Todesfälle auf über 44 000, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer wegen Mangel an Tests aus. Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die zweite Ausbruchswelle. Besonders stark betroffen ist der Norden Englands, Teile von Wales, Schottland und Nordirland. In europäischen Statistiken zählt Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern.

Gesundheitsnotstand soll in Frankreich bis Februar verlängert werden

Frankreich will den am vergangenen Samstag wieder in Kraft getretenen Gesundheitsnotstand bis zum 16. Februar verlängern. Ein entsprechender Gesetzesentwurf sei auf den Weg gebracht worden und werde dem Parlament vorgelegt, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können. Er war am Wochenende wegen der alarmierenden Corona-Situation im Land erneut verhängt worden.

Macron habe während der Sitzung daran erinnert, dass die Corona-Situation weiterhin sehr besorgniserregend sei, so Attal. „Das Virus kennt keinen Kalender“, so Attal. Weitgehende Einschränkungen etwa bei Versammlungen sollen bis April möglich sein, wenn die gesundheitliche Lage dies nötig mache. Premierminister Jean Castex will am Donnerstagabend eine Pressekonferenz zu den aktuellen Maßnahmen geben. Attal kündigte an, dass für weitere Départements die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen werde.

Frankreich hat schwer mit der Covid-19-Pandemie zu kämpfen. Seit Samstag gilt in zahlreichen Städten, darunter Paris, eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Am Wochenende wurden mehr als 32 000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - ein Spitzenwert.

Tschechien verhängt landesweiten Lockdown und schließt Geschäfte

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Maßnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen. Von Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr an müssen fast alle Geschäfte schließen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind Lebensmittelläden und Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt.

Die Regierung ordnete an, dass die Menschen zu Hause bleiben und ihre Kontakte mit anderen Leuten auf die „absolut notwendige Zeit“ begrenzen müssen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur - allerdings nur allein, zu zweit oder mit anderen Familienmitgliedern. In Tschechien gilt offiziell seit dem 5. Oktober der Notstand.

Belgien, Lüttich: Medizinisches Personal arbeitet auf der Intensivstation für Corona-Patienten im CHR-Krankenhaus Citadelle.

Gebeuteltes Belgien: Wird die zweite Corona-Welle zum „Tsunami“?

Kneipen geschlossen, Alkoholverkaufsverbot ab 20.00 Uhr, nächtliche Ausgangssperre: Belgien sucht in der zweiten Corona-Welle verzweifelt die Reißleine, ohne das Land wieder komplett lahm zu legen. Noch sind Läden und Schulen offen, noch dürfen bei Sportveranstaltungen einige Hundert Leute ins Stadion. Aber auch das ist vielleicht nur eine Frage der Zeit. Denn das kleine Land fürchtet einen „Tsunami“, so hat es Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke genannt. Und es probt nun Maßnahmen, die Deutschland womöglich auch bald blühen könnten.

8422 neue Infektionen pro Tag registrierte das Gesundheitsinstitut Sciensano im Durchschnitt in der Woche bis 16. Oktober, 69 Prozent mehr als in der Woche zuvor. In der Spitze waren es vorigen Dienstag sogar mehr als 12 000 Ansteckungen. Dabei hat Belgien nur 11,5 Millionen Einwohner, Deutschland dagegen 83 Millionen. Je 100 000 Einwohner hatte Belgien nach Angaben des Europäischen Seuchenzentrums ECDC binnen 14 Tagen knapp 830 neue Fälle, rund zehn Mal so viele wie Deutschland mit 84. (skr mit Agenturen)

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