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Corona-Regeln für Reisende in der EU verschärft – Impfzertifikat läuft früher ab

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Von: Sarah Neumeyer

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In der EU gelten ab Dienstag (01.02.2022) neue Einreise-Regeln. Für Personen ohne Booster-Impfung wird Reisen schwieriger.

Brüssel/Frankfurt - In der EU wird das Reisen ohne Booster-Impfung nun deutlich schwieriger. Seit Dienstag (01.02.2022) sind die EU-Impfnachweise ohne Corona-Auffrischungsimpfung* nur noch rund neun Monate (270 Tage) gültig. Nach Ablauf dieser Frist werden Menschen ohne diesen zusätzlichen Schutz bei Grenzübertritten wie Ungeimpfte behandelt. Auch weitere neue Einreise-Regeln gelten.

Für Reisende ohne Auffrischungsimpfung bedeutet die neue Regel, dass sie bei grenzüberschreitenden Reisen in der EU einen aktuellen negativen Test brauchen oder sogar in Quarantäne müssen. „Dies spiegelt den nachlassenden Schutz des Impfstoffs wider und unterstreicht, wie wichtig eine Auffrischung ist“, sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders.

Reisende in der EU müssen sich ab Februar auf neue Corona-Regeln einstellen.
Reisende in der EU müssen sich ab Februar auf neue Corona-Regeln einstellen. © Nicolas Maeterlinck/dpa

Neue Corona-Regeln in der EU ab Februar: Italien passt Einreise-Bestimmungen an

Geimpfte oder Genesene sollen für die Einreise in ein anderes EU-Land grundsätzlich keinen zusätzlichen PCR- oder Antigen-Test mehr benötigen, wenn sie ein gültiges Impfzertifikat vorlegen können. Einige Länder wie Österreich verlangen dies derzeit noch. Italien hat die Corona-Regeln bereits angepasst. Für die Einreise reicht ab 1. Februar ein gültiger Impfpass, ein zusätzlicher Corona-Test muss nicht mehr gemacht werden. Zuvor galt wegen der grassierenden Omikron-Variante für alle – egal, ob geimpft oder genesen – auch eine Testpflicht.

Für Genesene soll ihr Corona-Zertifikat EU-weit 180 Tage lang gültig sein, also sechs Monate. Wie lange das Impfzertifikat nach einer Booster-Impfung gültig bleibt, ist auf EU-Ebene noch nicht geregelt.

Grundsätzlich soll das Reisen in der EU mit den neuen Regeln vereinfacht werden*. Ausschlaggebend ist nicht mehr die Infektionslage im Herkunftsland, sondern der Status des Reisenden. Denn die Omikron-Variante* herrscht inzwischen EU-weit vor. Allerdings ist noch nicht sicher, ob sich auch alle anderen EU-Staaten an die neuen Regeln halten. Die 27 Mitgliedsländer einigten sich zwar am 25. Januar auf diese Empfehlungen, aber bei der Gesundheitspolitik haben die Mitgliedsländer weitgehend selbst das Sagen.

EU-Kommission: Corona-Regeln der Mitgliedsstaaten sollen angeglichen werden

„Mit den neuen Vorschriften für Reisen innerhalb der EU werden die unterschiedlichen Vorschriften in den Mitgliedstaaten harmonisiert“, heißt es vonseiten der EU-Kommission. Wie lange die Grundimmunisierung in den jeweiligen Ländern - etwa für Restaurantbesuche oder Veranstaltungen - anerkannt wird, kann sich jedoch weiterhin unterscheiden. In Deutschland gibt es zurzeit keine Regelung, die die Anerkennungsdauer von Impfnachweisen begrenzt. Menschen mit Booster-Impfung können aber unter Umständen von Testpflichten befreit sein.

Die neuen EU-Regeln entfachten in Deutschland jedoch eine Debatte um die Gültigkeitsdauer des Genesenenstatus. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigt eine umstrittene Verkürzung von sechs auf drei Monate. In einer Absprache auf EU-Ebene einigten sich die EU-Länder jedoch darauf, dass dieser Status für Reisen 180 Tage anerkannt werden soll. (sne/dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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