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Omikron: Lauterbach äußert starke Zweifel an zweitem Booster – „Wenig effektiv“

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Von: Tobias Utz, Stefan Krieger

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Die Corona-Inzidenz sinkt in Deutschland erneut. Derweil gibt es eine Debatte um die vierte Impfung.

+++ 11.00 Uhr: In Deutschland entwickelt sich seit geraumer Zeit eine Debatte darum, ob eine vierte Corona-Impfung für die Bevölkerung bevorsteht – oder nicht. Beispielsweise könnten lediglich Risikogruppen das zweite Mal geboostert werden. Die Ständige Impfkommission hatte sich bereits vor zwei Wochen für eine Viertimpfung ausgesprochen: für Menschen ab 70 Jahren, für Pflegebedürftige in Heimen und sonstigen Einrichtungen und für Menschen mit Immunschwächen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat in Bezug auf neue Daten aus Israel eine Viertimpfung für die komplette Bevölkerung stark angezweifelt. „Diese Daten aus Israel sprechen eher gegen 4. Impfung für alle“, kommentierte er auf Twitter. Die Studie zeigte den beteiligten Forschenden zufolge die Notwendigkeit von speziell an Omikron angepasste Impfstoffe: „Die Impfung, die gegen vorherige Varianten sehr effektiv war, ist gegen die Omikron-Variante weniger effektiv“, erklärte Epidemiologe Gili Regev-Yochay. Das Antikörper-Niveau stieg nach der Vierimpfung laut Daten der Studie auf dasselbe Niveau, was auch nach der Drittimpfung vorhanden war. Trotz eher „milder Durchbruchsinfektionen“ sei das ein Problem, betonten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: „Eine geringe Effektivität darin, milde oder asymptomatische Omikron-Infektionen zu verhindern, und das Ansteckungspotential von Durchbruchsinfektionen erhöhen die Dringlichkeit, mit der Impfstoffe der nächsten Generation entwickelt werden müssen.“

Karl Lauterbach
Karl Lauterbach im Bundestag. © Kay Nietfeld/dpa

An die Omikron-Variante angepasste Corona-Impfstoffe werden bereits von mehreren Herstellern, wie Biontech/Pfizer oder Moderna, entwickelt. Eigentlich sollten sie bereits im Frühjahr verfügbar sein, daraus wird jedoch wohl nichts. Biontech-Chef Ugur Sahin sagte der Bild-Zeitung, dass die Vakzine wohl noch nicht im März, sondern erst im April oder Mai, zur Verfügung stünden. Der Omikron-Impfstoff von Moderna könnte womöglich noch später auf den Markt kommen. Der Hersteller geht derzeit von August aus.

Corona-Fallzahlen: Inzidenz sinkt erneut – Experten zweifeln Aussagekraft an

Erstmeldung von Donnerstag, 17.02.2022, 04.00 Uhr: Berlin/Frankfurt – Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken – nunmehr bereits am fünften Tag in Folge. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am heutigen Donnerstag (17.02.2022) mit 1385,1 an. Damit verdichten sich die Hinweise, dass die Omikronwelle tatsächlich bricht.

Corona in Deutschland: Entwicklung der Fallzahlen im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Donnerstag (17.02.2022)235.626 | 261 | 1385,1
Mittwoch (16.02.2022)219.972 | 247 | 1401,0
Dienstag (15.02.2022)159.217 | 243 | 1437,5
Montag (14.02.2022)76.465 | 42 | 1459,8
Sonntag (13.02.2022)125.160 | 58 | 1466,5
Samstag (12.02.2022)209.789 | 198 | 1474,3
Freitag (11.02.2022)240.172 | 226 | 1472,2
Donnerstag (10.02.2022)247.862 | 238 | 1465,4
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Gestern, am Mittwoch (16.02.2022), lag die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland bei 1401. Am Donnerstag der Vorwoche betrug der Wert 1465,4.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Donnerstagmorgen bei 235.626 - nach 219.972 am Mittwoch und 247.862 am Donnerstag vergangener Woche. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Donnerstag zudem 261 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Corona in Deutschland: Insgesamt über 13 Millionen Infektionsfälle

Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 13.035.941 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland liegt nun bei 120.728. Die Zahl der von einer Corona-Erkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 9.320.700.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Darunter sind auch Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungs-Inzidenz am Mittwoch bundesweit bei 6,04. Vor einer Woche betrug sie noch 6,07.

Corona-Fallzahlen in Deutschland: Fachleute gehen von höheren Werten aus

Die Zahlen haben im Moment nur begrenzte Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind demnach vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - die Infektion fließt damit nicht in die offizielle Statistik ein.

(skr/tu mit dpa/AFP)

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