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Corona in Deutschland: RKI nennt neue Zahlen - Zwei Punkte machen Hoffnung

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Von: Sandra Kathe

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Weil die Testkapazitäten für weiter steigende Fallzahlen knapp werden können, setzt das RKI einen neuen Fokus auf Daten, die auf die Krankheitslast hinweisen.
Weil die Testkapazitäten für weiter steigende Fallzahlen knapp werden können, setzt das RKI einen neuen Fokus auf Daten, die auf die Krankheitslast hinweisen. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Weniger symptomatische Fälle bei Geimpften, geringere Sterberate und weniger Patient:innen in Kliniken – der RKI-Wochenbericht über die Corona-Lage in Deutschland.

Berlin - In seinem Wochenbericht vom Donnerstag (20.01.2022) informiert das Robert Koch-Institut (RKI) über die aktuellen Corona-Entwicklungen in Deutschland. Zu den positiven aktuellen Entwicklungen zählen ein zu erwartender Rückgang der Sterblichkeitsrate durch die Omikron-Variante sowie deutlich weniger symptomatische Fälle unter Geimpften.

So seien trotz stark ansteigender Infektionszahlen durch die Omikron-Welle die Zahl der schweren Krankheitsverläufe sowie die Hospitalisierungsrate leicht rückläufig. Das RKI schreibt jedoch, dass sich das derzeitige Infektionsgeschehen dort wohl verzögert zeigen könne. Von schweren Krankheitsverläufen weiterhin am stärksten betroffen seien ungeimpfte Menschen in höheren Altersgruppen und Menschen mit vorbestehenden Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen. Die mit Abstand höchste Hospitalisierungsinzidenz gebe es bei den über 80-Jährigen.

Corona-Entwicklung in Deutschland: Besonders starker Anstieg bei Kindern und Jugendlichen

Dagegen sei der Anteil positiv getesteter Proben in den vergangenen beiden Wochen nahezu in allen Altersgruppen im Vergleich zur Vorwoche angestiegen. Besonders viele Infizierte gebe es nach vermehrten Ausbrüchen in Kitas und Schulen unter Kindern und Jugendlichen. In der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen hätte sich die 7-Tage-Indizenz im Vergleich zur Vorwoche sogar verdoppelt. Am höchsten liegt die Inzidenz laut RKI bei den 15- bis 19-Jährigen mit einem Wert von 1183. Darauf folge die Gruppe der 10- bis 14-Jährigen mit einer Inzidenz von 1138. Unter den Kindern zwischen 5 und 9 liege der Inzidenzwert bei 1096.

Gesunken sei dagegen die Zahl der symptomatischen Corona-Fälle unter Geimpften: Hierzu berichtet das RKI, dass „sowohl die Inzidenz der symptomatischen Fälle als auch die Hospitalisierungsinzidenz in allen dargestellten Altersgruppen und zu jedem Zeitpunkt deutlich unter der jeweiligen Inzidenz der ungeimpften Bevölkerung“ lag. 

RKI zur Corona-Lage in Deutschland: Omikron-Anteil mit großem regionalen Unterschied

Mit verantwortlich für den rasanten Anstieg der Corona-Zahlen sei die seit der ersten Jahreswoche dominierende Omikron-Variante, deren Ausbreitung laut RKI noch große regionale Unterschiede aufweist. So habe der Anteil der Omikron-Fälle in Bremen vergangene Woche bei 96 Prozent gelegen, in Mecklenburg-Vorpommern betrug er 16 Prozent: „Bis zum 17.01.2022 wurden in Deutschland 20.936 (Vorwoche: 9.848) durch Genomsequenzierung bestätigte Omikronfälle übermittelt sowie zusätzlich 186.099 (Vorwoche: 91.311) Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund“, hieß es im Bericht des RKI.  

Angesichts der sich weiter aufbauenden Omikron-Welle nimmt das RKI in seinen Auswertungen verstärkt die Krankheitslast durch Covid-19 in den Blick. Die Experten weisen neuerdings im Corona-Wochenbericht Schätzungen zu Infizierten mit Covid-19-Krankheitssymptomen verschiedener Schwere aus. Entsprechende Inzidenzschätzungen beruhen auf schon länger bestehenden Systemen des Instituts, mit denen die Entwicklung von akuten Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung überwacht wird. Eines davon zum Beispiel speist sich aus Informationen aus der Bevölkerung.

Limit bei Testkapazitäten: RKI nimmt die Krankheitslast durch Corona in den Blick

Spezifisch für das Coronavirus liegen damit nun auch Schätzwerte zu Fällen unterhalb der Schwelle von Krankenhausaufnahmen vor, etwa die Häufigkeit von Arztbesuchen: 178 pro 100.000 Einwohner in der Woche bis 16. Januar, wie es im Bericht heißt. Für den gleichen Zeitraum wurde geschätzt, „dass in etwa 0,4 bis 1,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,5 bis 1,1 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte“. Für Krankenhausaufnahmen in der vergangenen Woche wird eine Gesamtzahl von 3900 geschätzt.

Hintergrund für die Einführung der ergänzenden Daten ist, dass die Meldungen zur Zahl der Menschen mit positivem PCR-Test wegen der hohen Belastung in der Omikron-Welle nach RKI-Einschätzung unvollständiger werden. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit. Das RKI rechnet damit, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten voraussichtlich nicht genau bemessen werden kann. (ska mit dpa)

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