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Corona-Lage in Deutschland: RKI meldet mehr Patienten auf Intensivstationen

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Von: Vincent Büssow

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Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen langsam, aber sicher. Auch auf den Intensivstationen meldet das RKI mehr Patienten. Beobachter warnen vor dem Herbst.

Berlin – Corona ist derzeit kaum noch ein Thema in Deutschland. Erst vor Kurzem ergab eine Umfrage über die größten Sorgen der Deutschen, dass andere Krisen die Pandemie in dieser Hinsicht derzeit in den Schatten stellen. Dennoch steigen die Zahlen in fast allen Belangen weiter an, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht schreibt. Noch geschieht dies zwar langsam, Beobachter blicken jedoch mit Sorge auf den Herbst.

Mit Stand vom Mittwoch (20. Juli) liegt die Zahl der Menschen, die mit einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, bei 1330, schreibt das RKI. Eine Woche zuvor lag dieser Wert noch bei 1238. Auch die Sterbefallzahlen steigen laut dem Bericht leicht an. Die Zahl der Menschen, die wegen einer akuten Atemwegserkrankung einen Arzt aufsuchen, ist hingegen unverändert hoch. Der Wert hierfür liegt bei 1,2 Millionen und ist dreimal höher als in dieser Jahreszeit üblich. Grund dafür ist laut dem RKI auch, dass neben Corona derzeit weitere Viren zirkulieren.

Corona-Intensivstation
Das RKI meldet eine steigende Zahl von Corona-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. (Archivbild) © Boris Roessler/dpa

RKI meldet Corona-Zahlen: Omikron-Variante für 87 Prozent der Infektionen verantwortlich

Während die Pandemielage derzeit nicht droht, das Gesundheitssystem in Deutschland zum Kollaps zu bringen, ist die Infektionsrate dennoch weiterhin hoch. Den aktuellen Corona-Fallzahlen des RKI zufolge liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 740,3, wobei längst nicht mehr ausreichend getestet wird, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Es gibt allerdings Berechnungen, denen zufolge die Zahl der Corona-Infizierten mit Symptomen bundesweit bei 1 bis 1,6 Millionen lag. In der Woche zuvor berichtete das RKI noch von einem Wert zwischen 800.000 bis 1,3 Millionen.

Grund für die vergleichsweise geringe Rate an schweren Erkrankungen trotz hoher Infektionsrate ist die dominierende Omikron-Variante des Corona-Virus, deren Subline BA.5 aktuell für 87 Prozent der Infektionen verantwortlich ist. Omikron führt zwar seltener zu schweren Verläufen, ist jedoch leichter übertragbar als andere Varianten. Sollte die Zahl der Infektionen weiter ansteigen, könnte es also wieder zu einer kritischen Lage auf den Intensivstationen kommen. Pflegekräfte blicken deshalb mit Sorge auf den Corona-Herbst, da in Krankenhäusern akuter Fachkräftemangel herrscht. (vbu)

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