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Umfrage: Mehrheit hat kein Verständnis für Corona-Proteste – AfD-Anhänger größtenteils schon

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Von: Paul Bröker

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Coronavirus - Demonstration von Impfgegnern
Wie hier in Frankfurt am Main am 09.01.2022 demonstrieren deutschlandweit Menschen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Eine knappe Mehrheit der Deutschen hat dafür laut einer Umfrage kein Verständnis. © Hannes P. Albert/dpa

Die Mehrheit äußert Unverständnis, doch jeder Dritte versteht Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Bei den AfD-Anhängern sind es sogar 75 Prozent.

Kassel – Eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) hat kein Verständnis für Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen* der Bundesregierung demonstrieren. Das hat eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar) ergeben.

Jeder Dritte (35 Prozent) kann der Umfrage zufolge die Demonstranten dagegen grundsätzlich verstehen. Neun Prozent wissen nicht, wie sie dazu stehen, vier Prozent machten keine Angabe.

Ablehnung von Protest gegen Corona-Maßnahmen: Je älter, desto höher

Im Westen ist die grundsätzliche Ablehnung der Corona-Proteste mit 53 Prozent ausgeprägter als im Osten (46 Prozent).

Das Unverständnis ist demnach bei den über 60-Jährigen mit 68 Prozent deutlich größer als in den anderen Altersgruppen. Bei den 18- bis 29-Jährigen äußern 45 Prozent kein Verständnis, bei den 30- bis 39-Jährige sind es 43 Prozent. Auch bei den 40- bis 49-Jährigen mit 42 Prozent und den 50- bis 59-Jährigen mit 48 Prozent überwiegt das Unverständnis für Leute, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren.

Umfrage: Mehrheit hat kein Verständnis für Corona-Proteste
Eine knappe Mehrheit der Deutschen hat kein Verständnis für Corona-Maßnahmen: Das geht aus einer INSA-Umfrage für die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hervor. © IDEA

Protest gegen Corona-Maßnahmen: Zustimmung bei AfD-Anhängern am größten

Bei den politischen Parteien zeigt sich derweil ein großer Unterschied zwischen der AfD und den anderen politischen Lagern: 75 Prozent der AfD-Anhänger können die Demonstranten der Umfrage zufolge verstehen. 18 Prozent der AfD-Anhänger zeigen kein Verständnis.

Während sich bei den FDP-Wählern Verständnis und Unverständnis in etwa die Waage halten (43 zu 40 Prozent), überwiegt in den anderen Lagern die Ablehnung.

Am deutlichsten zeigt sie sich bei den Parteigängern der Grünen (kein Verständnis: 70 Prozent; Verständnis: 24 Prozent), gefolgt von denen der SPD (kein Verständnis: 68 Prozent; Verständnis: 23 Prozent), der CDU/CSU (kein Verständnis: 67 Prozent; Verständnis: 24 Prozent) und der Linken (kein Verständnis: 55 Prozent, Verständnis: 32 Prozent).

Angehörige der Konfessionen: 49 Prozent der Freikirchler haben grundsätzlich Verständnis für Proteste

Unter den Angehörigen der Konfessionen stehen vor allem die landeskirchlichen Protestanten den Demonstrationen kritisch gegenüber: 68 Prozent haben kein Verständnis für die Teilnehmer. Bei den Katholiken sind es 55 Prozent. Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei den Freikirchlern: 49 Prozent von ihnen haben grundsätzlich Verständnis für die Protestierer, 35 Prozent haben das nicht.

Für die Erhebung wurden 2.107 Erwachsene im Zeitraum zwischen 7. bis 10. Januar befragt. Dazu wurde ein Online-Access-Panel genutzt. Diese Methode ist in der Sozialforschung nicht unumstritten, da nur Menschen mit Internet-Zugang daran teilnehmen können. Es bedarf bei einem Online-Access-Panel zudem besonderer Anstrengung des Meinungsforschungsinstituts, damit die Umfrage repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ist.

In Frankfurt demonstrierten am Samstag (08.01.2022) Gegnerinnen und Gegner der Corona-Maßnahmen, unter anderem gegen eine mögliche Impfpflicht. (Paul Bröker) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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