1. Startseite
  2. Panorama

Corona-Inzidenz steigt wieder – massive Deutschland-Lockerungen ab Freitag in Kraft

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jennifer Lanzinger

Kommentare

Bei der Einreise nach Deutschland gelten neue Regeln. Das RKI meldet erstmals wieder eine steigende Inzidenz. Der News-Ticker.

Corona in Deutschland: Anteil der Omikron-Variante BA.2 wächst - weitere Beschränkungen fallen

Update vom 3. März, 20.05 Uhr: Das Wachstum der wohl noch leichter übertragbaren Omikron-Untervariante BA.2 in Deutschland hat sich erneut fortgesetzt. Nach den aktuellsten verfügbaren Daten lag ihr Anteil in einer Stichprobe vorletzte Woche bei rund 38 Prozent, nach rund 25 Prozent in der Woche zuvor. Das schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Corona-Wochenbericht vom Donnerstagabend. Seit Anfang des Jahres steigt der BA.2-Anteil kontinuierlich, während Funde der bisher am meisten verbreiteten Omikron-Untervariante BA.1 rückläufig sind. Die Entwicklung ist auch international zu beobachten. „Aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Sublinie BA.2 kann eine deutlich langsamere Abnahme oder erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden“, schreibt das RKI. Ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf sei, wie stark Kontakte im Rahmen der geplanten Lockerungen zunehmen.

Update vom 3. März, 15.40 Uhr: Nach monatelangen Corona-Beschränkungen fallen in Deutschland ab Freitag (4. März) weitere Maßnahmen weg. In der Gastronomie und Hotellerie gilt künftig die 3G-Regel. Nachtschwärmer dürfen wieder in Clubs und Discos tanzen, dort gilt allerdings die 2G-Plus-Regel. Die neuen Lockerungen sind der zweite Schritt des bundesweiten Lockerungsplans. Baden-Württemberg und Thüringen sind bereits vorgeprescht – in den anderen Bundesländern treten die Änderungen nun in Kraft.

Bund und Länder hatten Mitte Februar einen dreistufigen Lockerungsplan vereinbart. Zunächst wurden Mitte Februar Regeln für den Einzelhandel und private Treffen gelockert. Ab dem 4. März tritt der zweite Öffnungsschritt – etwa die Rückkehr zur 3G-Regel in vielen Bereichen – in Kraft. Ab dem 20. März sollen „alle tiefgreifenderen“ Maßnahmen entfallen, wenn die Lage in den Kliniken es zulässt.

In Berlin Mitte greift ein Mann zu einem Glas Rotwein.
Ab Freitag gilt in Gastronomie und Hotellerie wieder die 3G-Regel. (Symbolbild) © Annette Riedl/dpa

Corona in Deutschland: Neue Regeln für Veranstaltungen

Auch für Veranstaltungen gelten ab Freitag neue Regeln. Bund und Länder hatten festgelegt, dass bei Großveranstaltungen mehr geimpfte oder genesene Zuschauer (2G) zugelassen werden können als bisher – drinnen liegt die Höchstzahl bei 6000 Menschen bei einer maximalen Auslastung von 60 Prozent. Im Freien dürfen 75 Prozent der Höchstkapazität ausgeschöpft werden und maximal 25.000 Menschen sind erlaubt. In dem Beschlusspapier von Bund und Ländern wird aber nicht genau definiert, was als Großveranstaltung gilt.

In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel gilt bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern künftig die 2G-Plus-Regel und zusätzlich die Maskenpflicht. In Sachsen können Veranstalter bei Kultur- und Freizeitveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen zwischen 2G und 3G wählen. Bei 2G gelten die Regeln aus dem Beschluss, bei 3G gilt eine maximale Auslastung von 50 Prozent der Plätze.

Corona in Deutschland: Erstes Bundesland knackt 90-Prozent-Quote bei Erstimpfungen

Update vom 3. März, 11.40 Uhr: Beim Impfen gegen das Coronavirus geht es in Deutschland nur langsam voran - allerdings hat als erstes Bundesland nun Bremen bei den Erstimpfungen die 90-Prozent-Marke geknackt. Am Mittwoch wurden deutschlandweit rund 103.000 Impfdosen verabreicht, wie am Donnerstag aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorging. Am Mittwoch der Vorwoche waren es mit rund 157.000 deutlich mehr.

Inzwischen haben 75,5 Prozent der Menschen in Deutschland (mindestens 62,8 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. Bundesweit haben 57,2 Prozent (47,5 Millionen) zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,3 Prozent (63,5 Millionen Menschen). Die hohe Impfquote in Bremen erklärte das RKI damit, dass dort auch Menschen ohne Wohnsitz im Bundesland erfasst sind, die sich dort haben impfen lassen - etwa Seeleute oder Pendler aus Niedersachsen.

Seit einigen Tagen wird auch der neue Novavax-Impfstoff geimpft. Bisher wurden laut RKI rund 9900 Dosen des US-Herstellers verabreicht. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff - also eine andere Technologie als bei den bisher zumeist eingesetzten mRNA-Präparaten von Pfizer und Moderna, gegen die manche Menschen Bedenken haben.

Corona in Deutschland: RKI meldet wieder leicht steigende Inzidenz

Update vom 3. März, 10 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat nach mehrtägigem Rückgang nun wieder einen leichten Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1174,1 an. Am Vortag hatte der Wert bei 1171,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1265,0 (Vormonat: 1283,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 210.673 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 216.322 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 267 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 243 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 6,14 an (Dienstag: 5,93). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Corona in Deutschland: RKI meldet keine Zahlen am frühen Morgen

Update vom 3. März, 8.55 Uhr: Momentan lassen die aktuellen Corona-Zahlen vom RKI noch auf sich warten. Ob sich bei der Inzidenz etwas verändert hat, steht noch nicht fest. Auf den Intensivstationen ist die Zahl der Covid-19-Patienten derweil seit Wochen weiter auf einem hohen Niveau. 2.145 Corona-Fälle müssen derzeit intensivmedizinisch behandelt werden, davon werden 953 künstlich beatmet (Vortag: 2.169). Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Donnerstagmorgen hervor.

Update vom 3. März, 7.24 Uhr: Auch in Hessen dürfen Clubs und Diskotheken ab diesen Freitag (4. März) wieder ihre Türen öffnen. Aktuell dürfen die Clubs mit einer Auslastung von 60 Prozent in den Betrieb gehen. Zudem gilt die 2G-Plus. Also, Gäste müssen geimpft oder genesen sein und Nicht-Geboosterte brauchen einen zusätzlichen Corona-Test. In der Gastronomie sowie in Hotels gilt dann 3G. Ungeimpfte können mit einem tagesaktuellen Test wieder in Sporthallen, Fitnessstudios oder Museen. Die Vorgaben zum Tragen medizinischer Masken bleiben bestehen, betont das Land Hessen. Ab Montag entfällt in der Schule zudem die Maskenpflicht am Sitzplatz.

RKI meldet Probleme bei den Corona-Fallzahlen

Update vom 3. März, 6.05 Uhr: Am Donnerstagmorgen liegen noch keine aktuellen Corona-Zahlen vor. Offenbar gibt es Probleme bei der Daten-Übermittlung. „Das Dashboard zeigt zur Zeit noch den Datenstand vom Vortag an“, ist auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu lesen. Schon Mittwochfrüh gab es Probleme.

RKI streicht vorerst alle Länder von der Liste der Hochrisikogebiete

Update vom 3. März, 6 Uhr: Seit Mitternacht gelten vorerst keine Länder mehr als Hochrisikogebiete, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Darunter waren auch die meisten Nachbarländer Deutschlands. Sie werden von der Liste genommen. Damit entfällt für Urlauber und Reisende die Quarantänepflicht bei der Einreise nach Deutschland.

Für alle Einreisen nach Deutschland gilt aber weiterhin die 3G-Regel, wie das Bundesgesundheitsministerium betonte: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test haben. Diese Nachweispflicht gilt nun ab dem Alter zwölf statt ab sechs Jahren. 

Corona: Werbung für eine Schnellteststation in Stuttgart (Baden-Württemberg).
Corona: Werbung für eine Schnellteststation in Stuttgart (Baden-Württemberg). © Michael Weber/imago

Corona-News: Angststörungen und Depressionen - WHO-Untersuchung mit bitterem Ergebnis

Update vom 2. März, 21.38 Uhr: Das erste Corona-Jahr 2020 hat nach einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu 25 Prozent mehr Angststörungen und Depressionen geführt als zuvor. Die vorliegenden Informationen seien wahrscheinlich nur die Spitze eines Eisbergs, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Dies ist ein Weckruf für alle Länder, sich mehr um die mentale Gesundheit zu kümmern“, teilte er am Mittwoch in Genf mit.

Einer der Hauptgründe sei der erhebliche Stress, der mit der sozialen Isolation durch die Corona-Maßnahmen einherging, berichtet die WHO. Es habe Einschränkungen bei der Arbeit gegeben und Menschen hätten weniger Unterstützung in der Familie suchen und sich weniger in Vereinen und Gruppen in ihrem Umfeld engagieren können. Andere Stressfaktoren seien Einsamkeit, Angst vor einer Infektion, Krankheit oder dem Tod für einen selbst oder Verwandte, Trauer nach Todesfällen und finanzielle Sorgen gewesen. Bei Gesundheitspersonal sei Erschöpfung dazugekommen. Besonders betroffen gewesen seien demnach junge Leute und Frauen. Die Situation habe sich bis Ende 2021 leicht gebessert, so die WHO.

Clubs und Discos in NRW öffnen wieder

Update vom 2. März, 16.20 Uhr: Die Hospitalisierungsinzidenz ist am Mittwoch auf 6,14 gestiegen. Am Dienstag lag der Wert laut dem RKI noch bei 5,93. Die Zahl umfasst alle Menschen, die mit einem positiven Corona-Test in einer Klinik behandelt werden müssen. Darunter sind auch Patienten mit einer anderen Haupterkrankung. Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen momentan 2.161 Corona-Patienten behandelt werden, davon werden 946 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Mittwoch hervor.

Update vom 2. März, 14.20 Uhr: Clubs, Gastro und Veranstaltungen – Nordrhein-Westfalen (NRW) lockert seine Corona-Regeln ab 4. März (Freitag) für den Freizeitbereich. Ungeimpfte dürfen dann wieder mit einem gültigen Test in ein Restaurant, Hotel, Theater oder Sportveranstaltungen besuchen. Sie müssen allerdings einen negativen Test vorweisen, teilt das NRW-Gesundheitsministerium mit.

Clubs und Diskotheken dürfen unter 2G-Plus öffnen. Geimpfte, Geboosterte und Genesene brauchen zwar einen Test, aber die Maskenpflicht entfällt. Auch für Volksfeste sowie private Feiern mit Tanz (Hochzeiten oder Geburtstagsfeste) gilt weiterhin 2G-Plus. Im Freien sind mehr Zuschauer erlaubt. Bei einer maximalen Kapazität von 75 Prozent sind bis zu einer Höchstgrenze von 25.000 zulässig.

Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren gelten ab sofort nicht mehr die Zugangsbeschränkungen 2G-Plus und 3G, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Neue Corona-Regeln: Leichtere Einreise für Urlauber

Update vom 2. März, 13.42 Uhr: Für Urlaubsrückkehrer aus dem Ausland wird die Einreise nach Deutschland leichter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) aktualisiert die Liste der Hochrisikogebiete. Ab Donnerstag (3. März; 0 Uhr) werden vorerst keine Staaten mehr als Hochrisikogebiete ausgewiesen. Hintergrund sind auch die ab Donnerstag geltenden Veränderungen der Einreiseverordnung.

Für alle Einreisenden nach Deutschland gilt weiterhin die 3G-Regel. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test haben. Diese Nachweispflicht gilt künftig ab dem Alter von zwölf statt ab sechs Jahren, wie die neue Einreiseverordnung vorsieht.

RKI: Ab Donnerstag gibt es keine Hochrisiko- und Virusvariantengebiete mehr

Aktuell weist das RKI keine Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete aus. Neue Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete können sehr kurzfristig ausgewiesen werden, teilt das RKI auf seiner Webseite mit. Als Hochrisikogebiete sollen demnach künftig nur noch Gebiete eingestuft werden, in denen Varianten mit „besorgniserregenderen Eigenschaften“ grassieren als die hierzulande dominierende Omikron-Variante. Auch Länder, in denen Varianten mit besonders bedrohlichen Eigenschaften auftreten, könnten wieder als „Virusvariantengebiete“ eingestuft werden.

Generell gilt für Einreisende: Wer aus Hochrisikogebieten kommt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach Einreise mit einem negativen Test daraus befreien. Für Familien mit Kindern gelten nach der neuen Verordnung künftig Erleichterungen: Kinder unter zwölf Jahren sollen sich bei Rückkehr direkt aus der Quarantäne frei testen können, für Kinder unter sechs soll sie für diese Gebiete entfallen. Bei einer Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet gibt es laut dem Bundesgesundheitsministerium keine Erleichterung für Kinder unter sechs Jahren.

Update vom 2. März, 13.21 Uhr: Der Novavax-Impfstoff ist da, die Nachfrage nach dem neu zugelassenen Corona-Vakzin* gering. Ungeimpfte lassen sich kaum von dem neuen Angebot überzeugen.

Drosten und Ciesek steigen beim NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ aus

Update vom 2. März, 13.13 Uhr: Virologe Christian Drosten und die Bonner Virologin Sandra Ciesek steigen im März beim NDR-Podcast „Coronavirus-Update“* aus. Das teilte Drosten in der neuesten Folge mit.

Impftempo in Deutschland nimmt weiter ab

Update vom 2. März, 11.10 Uhr: Während die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen auf einem sehr hohen Niveau waren, hat das Impftempo immer weiter abgenommen. Am Dienstag wurden 104.000 Impfdosen verabreicht, wie am Mittwoch aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Am Dienstag vor einer Woche waren es noch rund 150.000 Dosen.

Mittlerweile haben 75,5 Prozent der Bevölkerung (mindestens 62,8 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. 57,1 Prozent (47,5 Millionen) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,3 Prozent (63,5 Millionen). Eine große Gruppe von 23,7 Prozent der Bevölkerung (19,7 Millionen Menschen) ist laut dem Impfdashboard des Gesundheitsministeriums weiterhin ungeimpft. Für 4,8 Prozent (vier Millionen) ist allerdings bisher kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Infektionszahlen

Update vom 2. März, 9.15 Uhr: Das Robert Koch-Institut hatte am frühen Mittwochmorgen nicht wie üblich die aktuellen Corona-Zahlen gemeldet. Nun liegen die aktuellen Zahlen vor. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist demnach erneut gesunken. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 1171,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1213,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1278,9 (Vormonat: 1227,5). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 186.406 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 209.052 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 301 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 299 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,93 an (Montag: 6,08). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

Corona: Virologe Drosten mit bitterer Sommer-Prognose - Zahlen-Verzögerung beim RKI

Ursprungsmeldung: Berlin - Es war ein langer harter Corona*-Winter, der hinter Deutschland liegt. Über Wochen meldete das Robert Koch-Institut mehr als 200.000 Neuinfektionen täglich. Seit Tagen ebbt das Infektionsgeschehen langsam ab. Virologe Christian Drosten geht jedoch nicht von einem Corona-Sommer ohne Sorgen aus. Währenddessen verzögern sich die aktuellen Infektionszahlen des RKI.

Bereits in den vergangenen beiden Jahren sorgte der warme Sommer für niedrige Infektionszahlen und eine deutliche Entspannung der Pandemie. Geht es nach Virologe Christian Drosten, wird der Sommer nicht gänzlich ohne Sorgen vonstatten gehen. Zum einen sei der jetzige Impffortschritt nicht ausreichend, zum anderen sei die Infektionstätigkeit durch die Omikron-Variante weiter hoch, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. „Deshalb gehe ich davon aus, dass es keinen infektionsfreien Sommer geben wird.“

Drosten: FFP2-Masken in Innenräumen sei auf lange Sicht „die effizienteste Maßnahme überhaupt“

Drosten gab zu bedenken, dass beispielsweise in Südafrika die Omikron-Welle mitten im Hochsommer steil gestiegen sei. Er gehe im Sommer in Deutschland zwar nicht davon aus, dass man eine „ungebändigte“ Welle sehen werde, aber „man wird sich auch im Sommer mit diesem Omikron-Virus anstecken können“. Entsprechend halte er es auch im Sommer für ratsam, weiter in Innenräumen Masken zu tragen. Besonders das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen sei auf lange Sicht „die effizienteste Maßnahme überhaupt“.

Mit Blick auf den Winter geht Drosten dann sehr sicher sogar von einer weiteren Welle aus. Diese werde zwar nach seiner Hoffnung nicht mit einer schweren Krankheitslast in der Bevölkerung einhergehen, die Gefahr von Arbeitsausfällen im großen Stil werde es aber weiter geben. „Die Pandemie ist nicht nur vorbei, wenn durch die Impfung die Krankheitsschwere abgeschnitten ist, sondern wenn durch bestimmte Modifikationen in der Bevölkerung auch diese hohe Übertragbarkeit beendet ist“, mahnte er.

Corona in Deutschland: Sorgt der Omikron-Subtyp BA.2 für die nächste schwere Welle?

Ein Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung bleibe der wohl noch leichter übertragbare und sich immer weiter ausbreitende Omikron-Subtyp BA.2, erklärte Drosten. Drosten sagte, aus bisherigen Studiendaten aus mehreren Ländern lasse sich zunächst nicht sicher ableiten, ob BA.2 zu schwereren Krankheitsverläufen führe. Die Daten hätten noch sehr vorläufigen Charakter. Allerdings hoffe er auf Erkenntnisse aus Hongkong, wo viele Ältere sehr zögerlich mit der Impfung gewesen seien und sich unter Omikron in dieser Gruppe nun eine schwere Krankheitslast zeige.

Wie sich das Infektionsgeschehen am Mittwoch, 2. März 2022, gestaltet, ist währenddessen noch unklar. Bis 7 Uhr am frühen Morgen hatte das Robert Koch-Institut, anders als an gewöhnlichen Tagen, noch keine aktuellen Infektionszahlen gemeldet. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare