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News-Ticker

Corona: Jens Spahn erteilt Impfstoff-Notfallzulassung Absage

  • Ines Alberti
    vonInes Alberti
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Noch ist kein Impfstoff in Deutschland zugelassen, aber für eine Berufsgruppe wird bereits die Einführung einer Impfpflicht geprüft. Alle Neuigkeiten im Ticker.

  • Das Coronavirus* hat Deutschland weiterhin im Griff.
  • Ab Mittwoch (16.12.2020) geht es deswegen bis Anfang Januar in den harten Lockdown.
  • Für die Bundeswehr steht derweil eine Impfpflicht gegen das Coronavirus zur Debatte.

+++ 20.05 Uhr: Auch wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, muss nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Rücksicht auf andere Menschen weiter Corona-Vorsichtsmaßnahmen beachten. Nach bisherigen Erkenntnisstand schützten die Impfungen wirksam davor, die Lungenkrankheit zu entwickeln. Aber ob sie auch eine Corona-Infektion grundsätzlich verhinderten - und damit die Möglichkeit, dass Geimpfte das Coronavirus verbreiteten - sei noch unklar, betonten WHO-Expertinnen am Montag (14.12.2020) in Genf.

Corona-Krise: Auch nach der Impfung Maske tragen und oft Hände waschen

Soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen seien deshalb eine Zeit lang auch für die Gruppe der gegen das Coronavirus geimpften wichtig. „Die Forschung über die Impfungen muss wirklich noch fortgesetzt werden“, berichtete die WHO-Impfspezialistin Kate O‘Brien.

Update vom Montag, 14.12.2020, 19.01 Uhr: Impfungen gegen Corona sollen in Deutschland noch im Dezember dieses Jahres beginnen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte allerdings kein konkretes Datum. Er sagte am Montag (14.12.2020) im „Polittalk aus der Hauptstadt“, es werde auch keine Notfall-Zulassung nur für Deutschland geben: „Es wird eine bedingte Zulassung geben, europäisch. Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten“, so Spahn. Der Gesundheitsminister betonte, es sei ein großer Erfolg, dass in Deutschland ein Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt worden sei, der inzwischen in verschiedenen Staaten wie Großbritannien, den USA und Bahrain angewendet werde.

Corona in Deutschland: Starker Gesundheitsschutz und höherer Schaden für die Wirtschaft

Zu den neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sagte Spahn im „Polittalk aus der Hauptstadt“, es gehe immer um das Abwägen zwischen Schaden für die Gesundheit und Schaden für die Wirtschaft: „Wir haben uns für einen sehr starken Gesundheitsschutz entschieden. Das könnte man auch anders gewichten. Aber wir haben uns mit großer Mehrheit dafür entschieden.“ Gleichzeitig müsse man schauen, wie man diesen Schaden tragen und ertragen könne. „In so einer Schicksalssituation, die über die Menschheit gekommen ist, alle schadenfrei zu halten, das kann nicht gelingen.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte mit den Corona-Impfungen in Deutschland schon im Dezember beginnen.

Grünen-Chef Robert Habeck sagte im „Polittalk aus der Hauptstadt“ er erwarte eine Entschuldigung der Politik für Fehlentscheidungen: „Es sind ja Fehler erkennbar gemacht worden, sonst wären wir jetzt nicht in dieser Situation. Ob das etwas mit Schuld zu tun hat, das würde ich nicht sagen. Rückblickend hätten Bundesregierung und Ministerpräsidenten an der ein oder anderen Stelle anders entscheiden können. Das sollte aber auch gesagt werden“, so Habeck. Er glaubt, die Bereitschaft, in den nächsten Lockdown zu gehen, wäre noch größer, wenn man das zugeben würde.

Lockdown in der Corona-Krise: Umfangreiche Lockerungen im Januar nicht zu erwarten

Erstmeldung vom Montag, 14.12.2020, 17.13 Uhr: Berlin - Deutschland geht ab Mittwoch (16.12.2020) in den harten Lockdown und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat bereits gewarnt, im Januar umfangreiche Lockerungen zu erwarten. Besonders vor diesem Hintergrund ist die Zulassung eines Corona-Impfstoffs auch in Deutschland an große Hoffnungen geknüpft - je schneller große Teile der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft* sind, desto eher kann das öffentliche Leben in Richtung Normalzustand zurückkehren.

Wann der Impfstoff in Deutschland zugelassen werden und mit den Impfungen begonnen werden kann, ist allerdings noch nicht bekannt. Auch wenn dennoch keine allgemeine Impfpflicht geplant ist, steht doch bei einer Berufsgruppe bereits die Einführung einer solchen im Raum - bei der Bundeswehr.

Die Bundeswehr hilft in der Corona-Pandemie unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung. Für die Soldat:innen wird über eine Impfpflicht nachgedacht.

Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet, prüft das Bundesverteidigungsministerium eine verpflichtende Corona-Impfung für alle rund 180.000 Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten. Bereits vor etwa drei Wochen habe der zuständige Generalarzt eine entsprechende Empfehlung abgegeben, berichtete das Magazin am Montag (14.12.2020). Begründet worden sei dies unter anderem mit dem engen Zusammenleben der Soldaten in Kasernen und bei Übungen.

Corona in Deutschland: Wird es bei der Bundeswehr eine Impfpflicht geben?

Bundeswehr-Soldat:innen sind auch bisher schon zu einem sogenannten Basis-Impfschutz verpflichtet. Dieser umfasst normalerweise eine Reihe von Standardimpfungen zum Beispiel gegen Tetanus, Diphterie und Polio, Keuchhusten, Grippe, Mumps, Masern und Hepatitis. Bei Auslandseinsätzen etwa in Afghanistan oder Mali können weitere Pflichtimpfungen hinzukommen. In diese Vorgabe soll laut „Spiegel“ gemäß der truppenärztlichen Empfehlung auch die Impfung gegen das Coronavirus aufgenommen werden. Stimmt das Verteidigungsministerium dem zu, wäre die Impfung für alle Soldaten eine „duldungspflichtige Maßnahme“.

Eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus lehnt die Bundesregierung ab. Das Verteidigungsministerium bestätigte jedoch laut „Spiegel“, das gleichwohl eine solche Verpflichtung für die Bundeswehr-Soldat:innen erwogen werde. Die Truppenmediziner verwiesen dem Bericht zufolge zur Begründung ihrer Empfehlung auch darauf, dass viele Soldaten derzeit direkt in der Pandemie-Bekämpfung aktiv sind. Gerade in Altenheimen und Testzentren seien sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

Corona: Experte kritisiert geringe Bereitschaft für Impfung bei Gesundheitspersonal in Deutschland

Während viele Menschen auf eine baldige Zulassung des Corona-Impfstoffs hoffen und eine Impflicht bei der Bundeswehr im Raum steht, kritisiert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine zu geringe Bereitschaft des Gesundheitspersonals in Deutschland, sich impfen zu lassen. „Es überrascht mich, dass die Impfbereitschaft beim medizinischen Personal nicht deutlich höher ist und es eine so große Zurückhaltung gibt“, sagte Lauterbach der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben, 14.12.2020). Vermutlich stehe dahinter die Einschätzung vieler Mediziner und Pflegekräfte, nicht zur Hochrisikogruppe gehören und durch Spezialkleidung gut geschützt zu sein.

Lauterbach, der selbst Mediziner ist, wandte sich jedoch gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Eine Impfung gegen Covid-19 müsse die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte kürzlich auf eine Umfrage verwiesen, wonach die Impfbereitschaft in Deutschland seit dem Frühjahr stetig gesunken ist und beim medizinischen Personal sogar geringer ist als beim Rest der Bevölkerung. (ial mit AFP) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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