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Corona in Deutschland: Infektionen laut Ärzteschaft viel höher

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Die Corona-Inzidenz ist in den vergangenen Tagen gesunken. Amtsärzte gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer bei den gemeldeten Corona-Zahlen aus. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Berlin – Vielerorts gibt es keine Maskenpflicht mehr, die 2G- und 3G-Regeln finden ebenfalls kaum noch Verwendung – die Corona-Zahlen in Deutschland* sinken stetig. Laut Angaben der AFP gehen Amtsärzte aber von einer doppelt so hohen Dunkelziffer bei den Infektionen mit dem Corona-Virus* aus. „Wir rechnen mit einer Dunkelziffer mal zwei, was die gemeldeten Corona-Fälle angeht“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Es gebe demnach mehrere Gründe für die hohe Zahl nicht registrierter Corona-Infektionen. So würden nicht mehr alle Schnelltests mit einer PCR-Testung nachgetestet, „weil das für viele geimpfte Betroffene keine Konsequenzen hat“, erklärte Nießen. „Zudem beobachten wir einen lockereren Umgang mit Corona, nicht alle mit Erkältungssymptomen lassen sich auf Corona testen, Geimpfte testen sich kaum noch und 3G gilt nur noch in wenigen Bereichen. Das führt dazu, dass das Dunkelfeld größer wird“, sagte Nießen.

Die Dunkelziffer der tatsächlichen Corona-Zahlen sei wahrscheinlich doppelt so hoch, sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Die Dunkelziffer der tatsächlichen Corona-Zahlen sei wahrscheinlich doppelt so hoch, sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). © Thomas Banneyer/dpa

Dunkelziffer bei Corona-Fällen hoch: CDU schlägt geänderte Meldestrategie vor

Ein Vorschlag für die Sommermonate kommt derweil vom stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion, Sepp Müller (CDU): Eine geänderte Meldestrategie für Corona-Neuinfektionszahlen im Sommer. „Meiner Meinung nach würde eine Status-quo-Meldung pro Woche während des Sommers ausreichen“, sagte Müller dem RND. Anstatt die Frage zu stellen, wie auch an den Wochenenden eine flächendeckende Meldung der Infektionszahlen über alle Bundesländer hinweg gelingen kann, sei eher die Frage, ob eine tägliche Meldung der Corona-Zahlen noch zeitgemäß sei. „Seit zwei Jahren sind die Gesundheitsämter über dem Limit dessen, was sie leisten können“, erklärte Müller. „Die Bundeswehr verlängert ihre Amtshilfe nicht mehr, was ich nachvollziehen kann“. Den Melderhytmus zu zu verändern, könnte gegen die Überlastung helfen.

Die tatsächlichen Corona-Fälle sind laut Amtsärzten in Deutschland vermutlich deutlich höher als die registrierten Zahlen.
Die tatsächlichen Corona-Fälle sind laut Amtsärzten in Deutschland vermutlich deutlich höher als die registrierten Zahlen. © Jonas Walzberg/dpa

Gesundheitsminister Karl Lauterbach* blickt derweil mit Sorge auf den Herbst. Anfang April (08.04.2022) sprach Lauterbach davon, dass er eine erneute Corona-Welle erwarte. In Bezug auf die mögliche Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes gebe es laut Lauterbach „keinen Spielraum für Lockerungen“ in Deutschland. Das derzeitige Infektionsschutzgesetz läuft am 23. September aus. Aus diesem Grund müsse nun eine Neufassung vorbereitet werden, so Lauterbach. (ter/AFP)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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