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Corona in Deutschland: Vierte Impfung ab sofort möglich – Bundesland prescht vor

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Von: Stefan Krieger

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Das RKI meldet eine steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen und Inzidenz in Deutschland. Derweil kann man im Land Bremen bereits zum vierten Mal geimpft werden.

+++ 11.30 Uhr: Nachdem die Ständige Impfkommission am Donnerstag (03.02.2022) eine Empfehlung für die vierte Corona-Impfung für besonders gefährdete Gruppen ausgesprochen hat, preschen Bremen und Bremerhaven bereits vor. Dort ist ab sofort die zweite Auffrischimpfung möglich, wie Radio Bremen berichtet.

Die Impfung sei nach Informationen des Gesundheitsressorts in allen Impfzentren und Impfstellen im Land Bremen möglich. Für die Impfung ist demnach eine ausgewählte Personengruppe vorgesehen: Personen, die im Jahr 1952 oder früher geboren wurden, Menschen ab einem Alter von fünf Jahren mit einer Immunschwäche, Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen sowie das Personal aus medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Verimpft würden die Corona-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

In Sachen Corona-Impfung ist das Land Bremen Vorreiter.
In Sachen Corona-Impfung ist das Land Bremen Vorreiter. © Sina Schuldt/dpa

Corona-Fallzahlen steigen weiter: Intensivmediziner sprechen Warnung aus

+++ 09.30 Uhr: Angesichts der derzeitigen Corona-Lage (s. Erstmeldung) befürchten Intensivmediziner:innen bei vorschnellen Lockerungen der Maßnahmen eine „Achterbahnfahrt mit erneut steigenden Infektionszahlen“. Die von einigen Bundesländern angekündigten Lockerungen kämen zu früh, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Die aktuellen Maßnahmen hätten dazu geführt, dass sich die Omikron-Welle in Deutschland langsamer und nicht so steil entwickle wie in anderen Ländern, dieser Erfolg dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden, sagte Marx. „Konkrete Lockerungen dürfen erst beschlossen werden, wenn der Höhepunkt der Omikron-Welle hinter uns liegt“, forderte der Intensivmediziner-Präsident.

Das RKI meldet täglich die Zahlen zur Pandemie in Deutschland. (Symbolbild).
Das RKI meldet täglich die Zahlen zur Pandemie in Deutschland. (Symbolbild). © Dado Ruvic/Reuters

Corona-Fallzahlen steigen weiter: RKI meldet fast 250.000 Neuinfektionen in Deutschland 

Erstmeldung vom 04.02.2022, 05.00 Uhr: Berlin/Frankfurt - Seit Wochen meldet das Robert Koch-Institut (RKI) täglich Höchstwerte bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Krise. Die Daten für den heutigen Freitag (04.02.2022) liegen jetzt vor.

Corona-Fallzahlen für Deutschland: Inzidenz klettert auf 1349,5

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (04.02.2022)248.838 | 170 | 1349,5
Donnerstag (03.02.2022)236.120 | 164 | 1283,2
Mittwoch (02.02.2022)208.498 | 196 | 1227,5
Dienstag (01.02.2022)162.613 | 188 | 1206,2
Montag (31.01.2022)78.318 | 61 | 1176,8
Sonntag (30.01.2022)118.970 | 59 | 1156,8
Samstag (29.01.2022)189.166 | 182 | 1127,7
Freitag (28.01.2022)190.148 | 170 | 1073,0
Donnerstag (27.01.2022)203.136 | 188 | 1017,4
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und erreicht in Deutschland einen neuen Höchstwert von  1349,5. Am Vortag lag die Inzidenz laut RKI bei 1283,2. Am Freitag der Vorwoche wurde der bestimmende Kennwert der Corona-Krise nach Angaben des Instituts mit 1073,0 beziffert.

Information zu den Fallzahlen

Die Fallzahlen des RKI können von denen der einzelnen Bundesländer abweichen. Ein Grund dafür sind die längeren Übertragungswege zwischen RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern. Das Covid-19-Dashboard des RKI kann darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Fachleute gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen.

Corona-Fallzahlen des RKI
Das RKI hat die aktuellen Corona-Fallzahlen veröffentlicht. (Symbolfoto) © National Institute of Infectious Diseases/Reuters

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungs-Inzidenz am Donnerstag bundesweit bei 5,00 und damit so hoch wie seit Weihnachten nicht mehr.

Corona in Deutschland: 41 Prozent der gemeldeten Coronatests positiv

Im jüngsten Wochenbericht vom Donnerstag wies das RKI darauf hin, dass in der vergangenen Woche in Deutschland 41 Prozent der gemeldeten Coronatests positiv ausfielen. In der Vorwoche waren es noch 32 Prozent. Aufgrund des „massiven“ Anstiegs des „Infektionsdrucks“ gibt es schon länger Befürchtungen, dass die registrierten Infektionszahlen nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen abbilden.

Das RKI erklärte dazu: „Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst wird“, sei durch ergänzende Indikatoren „eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung“ möglich. Für die Lagebewertung in der aktuellen Situation der Pandemie stehe zudem „nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund“.

Die Belastung der Intensivstationen zeige indessen „noch keinen durch die Omikron-Welle verursachten steigenden Trend.“ Mit Datenstand vom 02.02.2022 wurden demnach 2.307 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. In der Vorwoche waren es noch 2.363 Intensivpatienten. (skr/dpa)

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