Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Virus-Pandemie

Corona: Erste Auslieferung der Impfstoffe – „Ein berührender Moment der Einigkeit“

Alle Autoren
    schließen
  • Sebastian Richter
  • Tanja Banner
    Tanja Banner
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Delia Friess
    Delia Friess
  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold

Die Corona-Lage in Deutschland bleibt weiter ernst. Die Auslieferung der ersten Impfstoff-Einheiten macht Hoffnung.

Update vom Samstag, 26.12.2020, 12:36 Uhr: Die Auslieferung des Impfstoffes an die Bundesländer hat begonnen. Neben Deutschland werden auch in anderen EU-Staaten die Impfungen am Sonntag beginnen. Zunächst sollen besonders gefährdete Menschen mit dem Impfstoff versorgt werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach in einem auf Twitter veröffentlichten Video von einem bewegenden Moment der Einheit und der europäischen Erfolgsgeschichte. „Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren“, so von der Leyen.

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn ist Deutschland gut auf die Impfkampagne vorbereitet.  „Die Impfzentren sind startklar, die Impfteams stehen“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Durch den Start der Impfaktion sei das Coronavirus aber noch nicht besiegt. „Wir werden einen langen Atem brauchen, um diese Pandemie hinter uns zu lassen.“

Zehntausende Einheiten des Impfstoffs der Firma Biontech wurden an 27 Standorte in Deutschland geliefert. Am Sonntag sollen die ersten Impfungen beginnen, zunächst sollen Personen über 80 und Bewohner:innen sowie Personal in Pflege- und Altenheimen gegen das Coronavirus immunisiert werden. Laut einer YouGov-Umfrage wollen sich etwa zwei Drittel der Deutschen impfen lassen. Rund die Hälfte davon so schnell wie möglich, die andere Hälfe möchte zunächst einmal die Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden. 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, zur ersten Lieferung des Corona-Impfstoffes.

Corona-Pandemie: Niederlande erklären Deutschland zum Risikogebiet

+++ 20.42 Uhr: Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt noch immer fest im Griff. Jetzt haben die Niederlande Deutschland zum Risikogebiet erklärt. So steht es auf der Webseite des auswärtigen Amtes. Reisende aus Deutschland sollten sich demnach in den Niederlanden für 10 Tage in häusliche Quarantäne begeben.

Darüber hinaus müssen alle Flugreisenden ab dem 29. Dezember 2020 beim Einchecken einen negativen PCR-Test vorweisen, wenn sie in die Niederlande fliegen wollen. Gleiches gelte auch für Reisende per Zug, Schiff und Bus. Dieser Test sei jedoch kein Ersatz für die häusliche Quarantäne, heißt es seitens des Auswärtigen Amtes weiter. Weiterhin gelte diese Corona-Regelung auch für Transitreisende.

Corona-Pandemie: Die Niederlande haben Deutschland zum Risikogebiet erklärt (Archivbild).

Corona in Deutschland: Christian Drosten äußert sich erneut zu Corona-Mutation

+++ 16.17 Uhr: Die Nachrichten über eine neue Mutation des Coronavirus haben in Deutschland für Verunsicherung gesorgt. „[...] Das sieht leider nicht gut aus.[...]“, hatte der Chef-Virologe der Berliner Charité und Regierungsberater, Christian Drosten, auf Twitter geschrieben. Am Dienstag (22.12.2020) hat Drosten sich nun erneut zu der Mutation des Coronavirus geäußert und seine Aussage eingeordnet.

Christian Drosten auf Twitter: „Da habe ich ja was losgetreten“

Nun will Drosten Klarheit schaffen. „Mit der Formulierung ‚Das sieht nicht gut aus‘ habe ich ja was losgetreten. Um Spekulationen ein Ende zu bereiten: dies bezog sich allein auf den jetzt deutlicheren Beleg der verstärkten Verbreitung der Mutante. Sonst keine Änderung meiner Einschätzung.“, so Drosten am Dienstagabend (22.12.2020) auf Twitter.

Drostens Einschätzung bezog sich darauf, dass er angesichts der Mutation im Moment „nicht so sehr besorgt“ sei. Das hatte er im „Deutschlandfunk“ erklärt. „Ich glaube nicht, dass wir da bald ein größeres Problem kriegen“, hatte Christian Drosten am Dienstag (22.12.2020) auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur unterstrichen. „Aber bei den aktuellen Beschränkungen dürfte diese Variante hierzulande eher schwer Fuß fassen“, so Drosten außerdem. Darauf deuteten Daten hin, die die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) veröffentlicht hat.

Demnach verbreite sich die Mutation des Coronavirus B.1.1.7. überall dort besonders schnell im Vergleich zu bereits bekannten Varianten von Sars-CoV-2, wo unzureichende Beschränkungen zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen. In Gegenden in Großbritannien aber, in denen wirksame Maßnahmen gelten, sei auch die neue Variante weitgehend unter Kontrolle. Für Deutschland folgert Drosten daher, dass der Lockdown der Variante wenig Chance auf eine Verbreitung lassen dürfte.

Corona-Mutation: Keine Hinweise, dass neue Variante Einfluss auf die Krankheitsschwere hat

Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die neue Variante einen Einfluss auf die Krankheitsschwere hat, sagte Drosten. „Das ist ganz wichtig für die Bevölkerung, die sich jetzt Sorgen macht“, so der Top-Virologe Drosten. Auch für einen verminderten Impfschutz gebe es keine Anzeichen.

„Querdenken“-Bewegung will monatelange Demo-Pause einlegen

Update vom Freitag, 25.12.2020, 12.06 Uhr: Die „Querdenken“-Bewegung will laut ihrem Gründer Michael Ballweg vorerst keine Großdemonstrationen mehr abhalten. In einer am Donnerstagabend im Internet verbreiteten Videobotschaft ruft er dazu auf, das Verbot der geplanten Demonstrationen in Berlin zu akzeptieren und am 30. am 31. Dezember sowie am 1. Januar nicht in die Bundeshauptstadt zu fahren. Zugleich erklärte der Stuttgarter Unternehmer, den Winter für eine Pause nutzen zu wollen, um für den Frühling „Kräfte zu sammeln und die Vernetzung voranzutreiben“. Er empfehle auch allen anderen „Querdenken“-Ortsgruppen nur noch kleine Versammlungen im Rahmen der derzeit erlaubten Teilnehmerzahlen durchzuführen.

Am Mittwoch hatte die Berliner Polizei die für den 30. Dezember geplante „Querdenken“-Demonstration gegen staatliche Beschränkungen in der Corona-Krise verboten. Zur Begründung wurde die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung genannt. Für den Aufzug hatte „Querdenken“ 22.500 Teilnehmer angekündigt. Ursprünglich sollte sie am Silvestertag stattfinden. Der Berliner Senat hatte allerdings mit der jüngsten Corona-Verordnung ein allgemeines Versammlungsverbot für den 31. Dezember und den 1. Januar verhängt.

Unter dem Dach der „Querdenker“ hatten sich in den vergangenen Monaten Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen aus unterschiedlichsten Milieus versammelt, darunter auch viele Esoteriker, Impfgegner, Rechtsextremisten, „Reichsbürger“ und Hooligans. Auf den Demonstrationen missachteten sie in der Vergangenheit Abstandsregeln und trugen keine Masken. Vielerorts kam es zu Gewalt gegen Gegendemonstranten, Polizisten und Journalisten.

Corona-Krise in Deutschland: Krematorien erreichen Kapazitätsgrenzen

Update vom Donnerstag, 24.12.2020, 08.06 Uhr: Über 32.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages hat das Robert-Koch-Institut (RKI)* am Morgen vor Weihnachten zu vermelden. Hinzu kommen über 800 Todesfälle an oder mit Covid-19. Die Lage in Deutschland ist nach wie vor ernst, insbesondere Sachsen bekommt das in diesen Tagen zu spüren.

Wie Innungsobermeister Tobias Wenzel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur erklärte, gelangen die Krematorien in Sachsen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit an ihre Grenzen. „Da sind Kapazitätsgrenzen erreicht“, warnte er und fügte bei „ntv“ an: „Wir, die Bestatter, räumen gerade die Altenheime leer. Das macht mich traurig und wütend zugleich.“

Zudem können die Bestatter laut Wenzel viele Fragen, die Angehörige haben, nicht beantworten: „Warum sind die Altenheime nicht auf die zweite Welle vorbereitet? Warum sind die dafür politisch Verantwortlichen noch im Amt? Diese Frage stellen mir die Angehörigen“, klagte Wenzel.

Die Krematorien in Sachsen geraten aufgrund der vielen Corona-Todesfälle an ihre Grenzen.

Corona in Deutschland: „Querdenken“-Demo in Berlin verboten

+++ 19.55 Uhr: Die Polizei in Berlin hat eine „Querdenken“-Demonstration verboten. Sie war für den 30. Dezember auf der Straße des 17. Juni geplant, der Veranstalter hatte 22.500 Teilnehmende angemeldet. Angesichts der Pandemiesituation würde eine Versammlung zur unmittelbaren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führen, begründete die Berliner Polizei am Mittwoch (23.12.2020) die Entscheidung.

Ursprünglich war die Demonstration unter dem Motto „Willkommen 2021 - das Jahr der Freiheit und des Friedens“ an Silvester geplant. Wegen des allgemeinen Versammlungsverbots hatten die Organisatoren die Demonstration um einen Tag vorverlegt. Der Initiator der Stuttgarter Initiative „Querdenken“, Michael Ballweg, kündigte für Donnerstag (24.12.2020) eine Stellungnahme zu der neuerlichen Verbotsverfügung an.

Die Polizei hat in Berlin eine „Querdenken“-Demonstration wie hier in Düsseldorf verboten, die für den 30. Dezember geplant war.

NRW führt Corona-Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein

Nach Bayern führt auch Nordrhein-Westfalen eine Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten ein. Alle Reiserückkehrer:innen aus solchen Gebieten außerhalb Deutschlands unterliegen ab Montag (28.12.2020) in Nordrhein-Westfalen einer Corona-Testpflicht. Sie sind verpflichtet, sich höchstens 24 Stunden vor der Einreise oder unmittelbar nach der Ankunft testen zu lassen. Flugreisenden muss am Flughafen eine Testmöglichkeit auf eigene Kosten angeboten werden. Das geht aus einer am Mittwoch (23.12.2020) veröffentlichten Corona-Einreiseverordnung des Gesundheitsministeriums hervor.

Durchreisende sind von der Regelung nicht betroffen. Ebenfalls ausgenommen sind Grenzpendler:innen und Grenzgänger:innen. Am Dienstag (22.12.2020) hatte bereits Bayern eine solche Testpflicht für Rückreisende aus Risikogebieten beschlossen - dort gilt sie bereits. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte gesagt, dass mittlerweile „fast jedes Land auf diesem Erdball“ ein Risikogebiet sei. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet.

Corona-Krise in Deutschland: Mediziner fordern Verbot von Präsenzgottesdiensten an Weihnachten

+++ 10.50 Uhr: Unmittelbar vor den Feiertagen dauert die Debatte um die Corona-Ansteckungsgefahr bei Weihnachtsgottesdiensten an. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, appellierte an die Politik, Präsenzgottesdienste an den Feiertagen zu verbieten. Teichert sagte der Presse: „In diesem Jahr sollten Präsenzgottesdienste bundesweit untersagt werden.“ „Weil wir wissen, wie leicht sich das Virus gerade bei Gottesdiensten übertragen kann, dürfen wir zu Weihnachten angesichts der hohen Infektionszahlen kein zusätzliches Risiko eingehen“, fügte die Medizinerin hinzu.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, will hingegen keine „generelle Absageempfehlung“ wegen Corona an die Gemeinden richten. „Das muss jetzt vor Ort entschieden werden“, sagte er dem Radiosender Bayern2. Auch der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, spricht sich für einen Präsenzgottestdienst an Weihnachten aus.

Lage in Corona-Hotspot in Sachsen dramatisch - Krematorium in Zittau überfüllt

Update vom Mittwoch, 23.12.2020, 07.30 Uhr: Im Corona-Hotspot Sachsen spitzt sich die Situation weiter zu. Wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau müssen dort Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Die Toten sollen „im Bereich des Hochwasserstützpunkts“ gelagert und „bei Freigabe zur Einäscherung“ ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Am Hochwasserstützpunkt befindet sich eine große Halle, in der Materialien gelagert werden, die im Fall eines Hochwassers gebraucht würden.

Besonders im Dezember explodierte nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Im November verdoppelte sich die Zahl der Toten von 52 im vergangenen Jahr auf 110 in diesem Jahr. Im Oktober 2019 starben 45 Menschen, in diesem Jahr 73.

Das Coronavirus treibt Zittau an seine Belastungsgrenze

Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit „mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums“, hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den „Belastungsgrenzen“. Die Stadt forderte beim Landkreis Görlitz und der Landesregierung Sachsen Hilfe für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage an.

+++ 17:20 Uhr: Die Lage auf Deutschlands Intensivstationen wir weiter extrem angespannt bleiben – ungeachtet des derzeitigen Lockdowns. Bis in den Januar hinein werde es eine „fortgesetzte Grenzsituation auf den Intensivstationen“ geben, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Corona in Deutschland: Zunächst keine Entspannung der Lage in Sicht

Der Mediziner zeigte sich besorgt, wie sich die Situation entwickeln wird, besonders mit Blick auf Weihnachten. Laut Christian Karagiannidis Leiter, des ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung, also künstliche Beatmung) Zentrums in Köln, würde sich die brenzlige Lage in den Kliniken und besonders den Intensivstationen nicht entspannen. Die Zahlen werden weiter steigen – „egal, wie gut der Lockdown funktioniert“. Man rechne mit 6000 Patient:innen und damit etwa 1000 mehr als momentan.

Der Lockdown könnte erst nach Januar Wirkung zeigen und die Zahlen wieder fallen, so Karagiannidis weiter. Zunächst sei er aber sicher, dass die Intensivstationen noch stärker belastet werden. Hintergrund sei, dass die Auswirkungen von steigenden Corona-Infektionszahlen erst mit zeitlicher Verzögerung in den Kliniken sichtbar werde.

Die Lage auf den Intensivstationen ist angespannt. Bis in den Januar hinein wird sich die Corona-Situation nicht entspannen.

Corona-Krise in Deutschland: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fürchtet dritte Welle

Update vom Dienstag, 22.12.2020, 14.40 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet mit einer dritten Corona-Welle nach den Feiertagen. „Vor uns liegen die zehn härtesten Wochen der Pandemie“, sagte Kretschmer nach der Kabinettssitzung in einer Online-Pressekonferenz in Dresden. „Es wird eine dritte Welle geben, die Frage ist, wie hoch sie ist“, sagte Kretschmer: „Die Sorge ist, dass sie sich auf dem jetzt schon hohen Niveau auftürmt.“

Derzeit würden Experten davon ausgehen, dass sich diese dritte Welle im Zeitraum 10. bis 15. Januar in Deutschland zeige, sagte Kretschmer. Zum 10. Januar ist bisher das Ende des derzeitigen harten Lockdowns geplant, allerdings wird bereits über eine Verlängerung der Maßnahmen gesprochen.

Der sächsische Regierungschef sprach von einer „sensiblen Phase, in die wir eintreten“. Jeder sei mitverantwortlich, welchen Schaden die Welle anrichten werde und wie groß sie sein werde. Das Tragen von Mund- und Nasenschutz und die Abstandregeln müssten jetzt in Fleisch und Blut übergehen. Es sei zu hoffen, dass alle dieser Einsicht folgen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Corona: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterzeichnet Impfverordnung

+++ 11:48 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Freitagvormittag die Impfverordnung zum Coronavirus unterzeichnet. Der erste Schritt – die Impfung von über 80-Jährigen, Pflegeheimbewohnern und deren Pflegekräften – wird nach seiner Einschätzung mindestens ein bis zwei Monate dauern, wie er bei der anschließenden Pressekonferenz in Berlin bekannt gab. „Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang.“

Erneut machte Spahn deutlich, wie wichtig es sei, die besonders gefährdeten Gruppe der ältesten der Gesellschaft zuerst mit dem Impfstoff zu versorgen. Jeder zweite Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 treffe Menschen, die älter als 80 sind. „Die Schwächsten zu schützen, ist das erste Ziel.“ Die Impfverordnung richte sich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, die im Robert-Koch-Institut angesiedelt ist. Dazu gehört auch, neben den über 80-Jährigen medizinisches Personal, das in Kontakt zu Corona-Kranken steht. Auch Pflegekräfte in Altenheimen haben Priorität.

Spahn geht von „11 bis 13 Millionen Impfdosen im ersten Quartal“ aus. Sollten die Impfstoffe von AstraZeneca und CureVac bereits im ersten Quartal eine Zulassung erhalten, würde sich „die Menge zusätzlich erhöhen“.

Jens Spahn bei der Pressekonferenz zur Impfstrategie der Bundesregierung.

Update vom 18.12.2020, 08:13 Uhr: Aller Voraussicht nach sollen die Impfungen gegen das Coronavirus kurz nach den Weihnachtsfeiertagen beginnen. Ein großer Teil der Strukturen steht bereits, jetzt hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre offizielle Empfehlung zu den Covid-19-Impfungen bekannt gegeben. Das unabhängige Expertengremium sieht die Priorität im Schutz der besonders vulnerablen Gruppen und der Entlastung der Krankenhäuser. Der zunächst nur begrenzt verfügbare Impfstoff soll deswegen erst bei Personen über 80 Jahren eingesetzt werden. Auch für medizinisches Personal mit hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege soll der Zugang zum Impfstoff möglichst früh ermöglicht werden.

„Der alles entscheidende Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Erkrankung ist das hohe Alter“, sagt Prof. Thomas Mertens, der Vorsitzende der STIKO. „Modellrechnungen zeigen, dass durch die Impfung dann die meisten schweren Erkrankungen und Todesfälle verhindert werden, wenn die Impfung zuerst Menschen ab 80 Jahren angeboten wird.“

Die Impfung der ganzen Bevölkerung gegen Corona wird noch Zeit in Anspruch nehmen

„Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 deutlich abzuschwächen, muss ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickeln“, sagt Prof. Lothar H. Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts. „Die Impfung mit effektiven und sicheren Impfstoffen leistet daher einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie.“ Dieser Vorgang wird jedoch Zeit in Anspruch nehmen. Unklar ist zudem, wie effektiv die Impfung die Ausbreitung des Coronavirus verhindern wird.

Gesundheitsminister Jens Spahn will die Impfverordnung als Rechtsgrundlage für die Priorisierung heute unterzeichnen. Foto: Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Impfung gegen Corona: Jens Spahn bittet um Geduld

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat derweil um Geduld gebeten. „Wer nicht über 80 ist und nicht im Alten- oder Pflegeheim ist, muss sich noch ein Stück gedulden“, sagte der CDU-Politiker. Am Freitag (18.12.2020) will er die Impfverordnung unterzeichnen, durch die der Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus auf Grundlage der Empfehlungen der STIKO festgelegt wird.

Nach der Impfverordnung soll der Impfstoff die Bevölkerung in drei Gruppen einordnen und dementsprechend priorisieren. Höchsten Vorrang haben Personen über 80 Jahren, Bewohner:innen und Mitarbeitende in Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal. Die zweite Gruppe mit hoher Priorität soll aus Personen über 70 und Demenzkranken bestehen, aber auch aus Bewohner:innen von Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften. Erhöhte Priorität gilt für Personen ab 60 Jahren, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und Lehrer:innen, Erzieher:innen und Mitarbeitende im Einzelhandel.

Corona-Impfungen: Zweiter Impfstoff vor Entscheidung – Beginn von Impfungen noch vor Weihnachten

+++ 18.48 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will schon am 6. Januar über die Zulassung eines zweiten Impfstoffs gegen das Coronavirus entscheiden. Der Impfstoff des Herstellers Moderna steht in den USA bereits kurz vor einer Zulassung. Ursprünglich war in Europa geplant, erst am 12. Januar über die Zulassung des Moderna-Vakzines zu entscheiden.

Ein zweiter Corona-Impfstoff würde die Verfügbarkeit von Impfungen signifikant erhöhen. Hersteller Moderna stammt aus den USA und arbeitet wie der Impfstoff von Biontech und Pfizer mit mRNA.

Impf-Start gegen Corona in Deutschland noch vor Weihnachten

Update vom 17.12.2020, 06.15 Uhr: Endlich ein Lichtblick inmitten des harten Lockdowns: Voraussichtlich direkt nach Weihnachten werden in Deutschland die Corona-Impfungen starten. Dies geht aus Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit vom Mittwochabend hervor. Laut Medienberichten wollen die Bundesländer die zu der Impfung bevorzugt berechtigten Bürger unmittelbar nach der für Montag (21.12.2020) erwarteten Zulassung des Vakzins der Firmen Biontech und Pfizer teilweise direkt anschreiben.

In einem ersten Schritt nach der Zulassung könnten laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rund 400.000 Impfdosen in Deutschland ausgeliefert werden. Bis Ende des ersten Quartals rechnet der Gesundheitsminister mit elf bis 13 Millionen Impfdosen.

Keine Rücksichtnahme auf Impfverweigerer

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plädierte dafür, bei der künftigen Lockerung der Corona-Maßnahmen auf Impfverweigerer keine Rücksicht zu nehmen. „Wer sich bei breiter Verfügbarkeit eines Impfstoffes nicht impfen lassen will, muss dann auch mit dem Risiko leben, an Covid-19 zu erkranken oder gar daran zu sterben“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Möglicherweise wird der Impfstoff noch vor Weihnachten zugelassen. (Archivfoto)

Es könne nicht sein, „dass der Rest der Gesellschaft dauerhaft auf Impfverweigerer Rücksicht nehmen muss“, betonte der KBV-Vorsitzende. Deshalb sollten nach seiner Ansicht die Corona-Schutzmaßnahmen aufgehoben werden, nachdem alle impfbereiten Menschen eine Impfung erhalten haben.

Starttermin für Impfbeginn offenbar fix: Direkt nach Weihnachten soll es losgehen

Update vom Mittwoch, 16.12.2020, 20.41 Uhr: Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder stellt sich auf einen bundesweiten Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe die GMK über die zu erwartende Zulassung und Lieferung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer informiert, teilte der Berliner Senat, der derzeit den Vorsitz der GMK innehat, am Mittwochabend mit. Für die Bundesländer ergebe sich daraus der 27. Dezember als Starttermin.

Corona-Lockdown bis 10. Januar: Weltärztepräsident geht von Verlängerung der Maßnahmen aus

Update vom Mittwoch, 16.12.2020, 06.30 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery erwartet, dass der seit Mittwoch geltende harte Corona-Lockdown in Deutschland über den 10. Januar hinaus verlängert wird. Modellrechnungen zeigten, dass der harte Lockdown die Zahl der Neuninfektionen frühestens ab Ende Januar bundesweit unter den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen drücken werde, sagte Montgomery der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Die Bürger müssten sich daher auf eine Fortsetzung der strengen Regeln einstellen.

Montgomery erwartet zudem, dass es noch bis Ostern verschiedene Lockdown-Maßnahmen in Deutschland geben wird. „Auch wenn die Impfungen jetzt früher beginnen als erwartet, wird der Effekt nur allmählich zu einer Verbesserung der Lage beitragen“, sagte er.

Corona-Impfstoff in Deutschland: Zulassung vor Weihnachten möglich

+++ 14.27 Uhr: Erst hieß es, am 23. Dezember soll die EMA über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer entscheiden, was die Behörde nicht bestätigte. Nun teilt sie offiziell mit, dass am 21. Dezember das Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs vorgelegt wird. Der Impfstoff gegen das Coronavirus könnte damit noch vor Weihnachten in der EU zugelassen sein. Ursprünglich war ein Termin am 29. Dezember angekündigt, was für Kritik sorgte. Zuletzt war der Druck gestiegen, den Corona-Impfstoff noch vor Weihnachten für die EU zuzulassen.

Corona-Impfstoff: Verwirrung um Termin für Zulassung in EU

+++ 12.25 Uhr: Inwiefern dieser von Spahn kommunizierte zeitliche Fahrplan umgesetzt werden kann, ist unklar. Zunächst hatten Regierungskreise vermeldet, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Prüfung des Covid-19-Impfstoffes von BioNTech und Pfizer zum 23. Dezember abschließen würde. Jetzt vermeldet die dpa, dass EMA eine Zulassung des Corona-Impfstoffs bereits am 23. Dezember für die EU nicht bestätigt habe. Die Behörde gehe weiterhin vom 29. Dezember aus, sagte eine Sprecherin der am Dienstag Amsterdam. Auszuschließen sei aber ein früherer Zeitpunkt nicht. 

PK des RKI: Spahn betont Bedeutung von Vertrauen in Corona-Impfstoff

+++ 12.15 Uhr: Jens Spahn betont den Unterschied zwischen den ausgewiesenen Impfgegnern und jenen, die zunächst skeptisch und abwartend, aber nicht grundsätzlich gegen das Impfen seien. Vertrauen werde erreicht mithilfe „dieser weltweit ersten ordentlichen Zulassung“, die auch verantwortet werden könne. RKI-Präsident Lothar Wieler ergänzte die Notwendigkeit einer Transparenz bezüglich möglicher Nebenwirkungen. Dies sei bei einer ordentlichen Prüfung gewährleistet.

+++ 11.50 Uhr: Auf der Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts (RKI) hat sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erneut gegen eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes ausgesprochen. Er betonte den europäischen Gemeinschaftsaspekt, schließlich habe man den Impfstoff EU-weit besorgt und plane entsprechend auch eine gemeinsame Zulassung. Ziel sei, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin.

Eine gründliche Prüfung des Impfstoffs sei um so wichtiger, als dass dadurch Vertrauen geschaffen würde auch bei jenen, die bezüglich einer Corona-Impfung noch unsicher seien. Dennoch rechnet er mit einem Impfstart, sollten keine Komplikationen auftreten, vor Silvester.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich erneut gegen eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs aus. Doch ein früherer Termin für die Zulassung scheint nun möglich.

Update vom Dienstag, 15.12.2020, 10.40 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Notfallzulassung für den Impfstoff gegen das Coronavirus. „Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs gegen das Coronavirus zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen“, forderte Gerald Gaß, Präsident der Krankenhausgesellschaft, am Dienstag (15.12.2020). „Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner dort impfen“, ergänzte der Experte.

Corona-Impfstoff: Jens Spahn spricht sich gegen Notfallzulassung aus

Gegen eine Notfallzulassung des Coronaimpfstoffes sprach sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aus. Bei dem Impfstoff gegen Corona, würde sicher darüber diskutiert, ob „genug geprüft“ worden sei, sagte Spahn in der Sendung „Polittalk aus der Hauptstadt“ von rbb Inforadio, Süddeutscher Zeitung und der Bertelsmann Stiftung. Es werde eine bedingte europäische Zulassung geben, ergänzte der CDU-Politiker: „Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten.“ Weiter sagte er: „Wir tun alles dafür“, dass es noch im Dezember losgehen könne mit den Corona-Impfungen.

Corona-Lockdown: Kanzleramtschef Braun hält Ende im Januar für „sehr, sehr unwahrscheinlich“

+++ 12.01 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat nach der Entscheidung über einem harten bundesweiten Lockdown vor der Erwartung schneller Lockerungen ab Januar gewarnt. Er habe zwar die „große Hoffnung“, dass die Infektionszahlen durch die neuen Maßnahmen sinken, sagte Braun den Sendern n-tv und RTL. „Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich“, fügte er aber an. Januar und Februar seien für Atemwegserkrankungen „schwierige Monate“.

Braun forderte, mögliche Treffen mit Familie und Freunden an Weihnachten gut vorzubereiten. In der Vorweihnachtswoche sollten die Menschen zu Hause bleiben und keine Kontakte mehr haben. „Dann kann das verantwortbar sein, dass man sich über Weihnachten auch mit älteren oder vorerkrankten Menschen trifft. Wenn man das unvorbereitet tut, bei den hohen Infektionszahlen, ist das aber gefährlich.“

Der Chef des Bundeskanzleramts warnte zugleich davor, die erlaubten Kontaktmöglichkeiten über Weihnachten auf fragwürdige Weise auszunutzen. „Wenn man sich acht Termine hintereinander auf einen Weihnachtstag legt, wäre das natürlich nicht der Sinn der Sache“, sagte er.

Corona-Lockdown: FDP-Mann für 48-Stunden-Ögffnung im Einzelhandel

+++ 08.45 Uhr: Damit sich bis zum bundesweiten Corona-Lockdown ab Mittwoch (16.12.2020) nicht unnötig viele Menschen für die letzten Einkäufe auf engem Raum treffen, fordern einzelne Politiker eine Verlängerung der Öffnungszeiten. „Sinnvoll wäre, die Öffnungszeiten bis in die Nacht auszuweiten, um diesen Ansturm zu entzerren“, so äußerte sich FDP-Fraktionsvize Michael Theurer in der „Bild“. Zu Schlangen vor Geschäften dürfe es „aus infektiologischer Sicht keinesfalls kommen“. Er votiert für eine 48-Stunden-Öffnung.

Um einen Kundenansturm im Einzelhandel zu vermeiden fordert auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Hamburger Landesparteichef Christop Ploß, die Ladenöffnungszeiten „in den Abend“ hinein zu verlängern.

Zwei Tage verbleiben für Weihnachtseinkäufe im Laden, wie hier auf der Zeil in Frankfurt

Coronavirus: Lauterbach kritisiert geringe Impfbereitschaft bei Pflegepersonal

Update vom Montag, 14.12.2020, 07.15 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine zu geringe Bereitschaft des Gesundheitspersonals in Deutschland kritisiert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. „Es überrascht mich, dass die Impfbereitschaft beim medizinischen Personal nicht deutlich höher ist und es eine so große Zurückhaltung gibt“, sagte Lauterbach der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Vermutlich stehe dahinter die Einschätzung vieler Mediziner und Pflegekräfte, nicht zur Hochrisikogruppe gehören und durch Spezialkleidung gut geschützt zu sein.

Lauterbach, der selber Mediziner ist, wandte sich jedoch gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Eine Impfung gegen Covid-19 müsse die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte kürzlich auf eine Umfrage verwiesen, wonach die Impfbereitschaft in Deutschland seit dem Frühjahr stetig gesunken ist und beim medizinischen Personal sogar geringer ist als beim Rest der Bevölkerung.

+++ 20.04 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) hat trotz des ab Mittwoch in Deutschland geltenden Corona-Lockdowns seine Zweifel ob der Größe des Effekts. Im Interview mit „Welt“ erklärte er, dass er bezweifle „mit diesen Maßnahmen das Ziel bis zum 10. Januar zu erreichen“.

Mehr noch: Lauterbach dämpfte die Hoffnungen auf die Corona-Impfung. Diese würden auf das erste Quartal 2021 kaum Einfluss nehmen. Schließlich könne man in diesem Zeitraum nur knapp fünf Millionen Menschen in Deutschland impfen, erklärte er.

Corona in Deutschland: Nach Lockdown-Verkündung deutet Spahn Impfstoff-Ärger an

+++ 16.43 Uhr: Nach der Verkündung des harten Lockdowns in Deutschland ruhen die Hoffnungen umso mehr auf einer baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Laut Medienberichten dauert die Produktion jedoch länger als zunächst gedacht. Demnach rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit drei bis vier Millionen Impfdosen bis Ende Januar.

Corona-Lockdown in Deutschland: Spahn deutet Verzögerungen bei Impfstoff an

So soll Spahn bei den telefonischen Bund-Länder-Beratungen zum Lockdown-Gipfel davon gesprochen haben, dass es derzeit „nicht unproblematisch“ sei, die Impfdosen zu beschaffen. Konkret geht es um den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Doch auch der Impfstoff von Sanofi und GlaxoSmithKline soll sich um Monate verzögern.

Coronavirus-Pandemie: Jens Spahn hofft für 2021 auf wirksame Impfungen.

Zuletzt hatte Spahn in der ARD-Talkshow „Maischberger“ erklärt, dass er bis spätestens Herbst 2021 mit ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung in Deutschland rechne.

Corona-Lockdown in Deutschland - Söder warnt eindringlich: „Bergamo näher, als wir glauben“

+++ 15.17 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat auf der Pressekonferenz zum Lockdown-Gipfel in Deutschland noch einmal auf die bedrohliche Corona-Lage hingewiesen. „Corona ist außer Kontrolle geraten“, betonte er und schob nach: „Wenn wir nicht aufpassen, wird Deutschland bald das Sorgenkind in Europa.“

So sterbe alle drei Minuten ein Mensch in Deutschland an oder mit dem Coronavirus. Söders dringliche Warnung an die Bevölkerung: „Bergamo ist näher, als der ein oder andere glaubt.“ Umso wichtiger sei es nun, dass sich Bund und Länder „alle miteinander auf einen Entschluss geeinigt“ haben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt vor den Corona-Folgen wie in Bergamo im Frühjahr.

Ausnahmen hätten nicht zur Diskussion gestanden. Söder verwies aber auch darauf, dass der Corona-Lockdown und die neuen Regeln zwar zunächst bis 10. Januar geplant ist, aber: „Solange es dauert.“

Corona-Lockdown in Deutschland: Ausnahme an Weihnachten – Es wird ein „stilles Silvester“

Update von Sonntag, 13.12.2020, 12.55 Uhr: Da der Lockdown-Light bei der Corona-Pandemie in Deutschland nicht die gewünschte Entspannung in der Krise brachte, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident:innen der Länder jetzt auf einen verschärften Corona-Lockdown für Deutschland* geeinigt.

Angela Merkel und die Länderchefs haben für Deutschland einen harten Corona-Lockdown beschlossen (Symbolbild).

Corona-Lockdown in Deutschland: Shutdown steht fest – Ab Mittwoch harte Beschränkungen

Ab Mittwoch, den 16. Dezember, wird es einen harten Shutdown geben. Viele Geschäfte müssen schließen. Auch gelten deutliche Kontaktbeschränkungen. Zwar wird es über Weihnachten eine Ausnahmeregelung geben, diese gilt jedoch nicht an Silvester und Neujahr. An Silvester gilt außerdem ein Feuerwerks-Verbot an Orten mit viel Publikum und darüber hinaus wird es verboten sein, Feuerwerk und Böller zu verkaufen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach von einem „stillen Silvester“, das dieses Jahr aber geboten sei.

Corona-Krise: Altmaier befürchtet Kontrollverlust – „Auf keinen Fall bis nach Weihnachten warten“

Update von Samstag, 12.12.2020, 10.55 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fürchtet einen Kontrollverlust über die Corona-Pandemie und drängt auf weitere Einschränkungen noch vor Weihnachten. Das Infektionsgeschehen habe sich in den letzten Tagen dramatisch beschleunigt, sagte Altmaier in einem Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Mit dem „Lockdown Light“ sei die Ausbreitung des Coronavirus nur kurzfristig gebremst worden, allerdings „nicht nachhaltig und nicht stark genug“. Nun befinde man sich wieder in einem exponentiellen Wachstum der Fallzahlen: „Wir können deshalb auf gar keinen Fall bis nach Weihnachten warten, ehe wir darauf reagieren.“

„Wir brauchen sehr schnell zusätzliche und wirksame Maßnahmen, um die Welle zu brechen und das Infektionsgeschehen wieder kontrollierbar zu machen“, so Peter Altmaier. „Der Schutz der Gesundheit von Millionen Bürgern lässt uns keine Wahl.“ Sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich müssten Kontakte deutlich reduziert werden. Nicht nur in Sachsen, wo die Infektionszahlen deutschlandweit am höchsten sind, seien diese Einschränkungen erforderlich.

Peter Altmaier will mit Corona-Maßnahmen „auf gar keinen Fall bis nach Weihnachten warten“.

Corona: Peter Altmaier warnt vor Kontrollverlust und fordert Maßnahmen vor Weihnachten

Für die Wirtschaft erwartet Peter Altmaier für das Jahr 2021 einen Aufschwung, der die Verluste in diesem Jahr wieder ausgleichen könne. „Wenn die Pandemie nicht völlig außer Kontrolle gerät, werden wir kein weiteres Konjunkturpaket brauchen. Die deutsche Wirtschaft ist stark genug, wir dürfen sie nur nicht mit unnötiger Bürokratie oder Gerede über zusätzliche Steuern belasten.“

Corona in Deutschland: Bund und Länder beraten am Sonntag über weiteres Vorgehen in der Pandemie

+++ 22.00 Uhr: Am Sonntagvormittag sollen Bund und Länder über weitere Schritte in der Corona-Pandemie beraten. Die „Rheinische Post“ berichtet in ihrer Samstagsausgabe unter Berufung auf Regierungskreise, dass für 10.00 Uhr eine Telefonschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsident:innen geplant sei. Immer mehr Ministerpräsident:innen drängen angesichts des Anstieges von Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf einen bundesweiten Lockdown noch vor Weihnachten.

Bundesweiter Lockdown vor Weihnachten: Merkel und Ministerpräsident:innen beraten am Sonntag

„Der Lockdown muss schnellstmöglich kommen“, sagte Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von NRW, am Freitag (11.12.2020) in Düsseldorf. Laschet wollte den Krisengipfel der 16 Ministerpräsident:innen und Angela Merkel bereits am Samstag (11.12.2020) abhalten. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Kieler Regierungschef Daniel Günther (CDU) sprachen sich bereits für einen bundesweiten harten Lockdown aus.

Angela Merkel will am Sonntag (12.12.2020) mit den Länderchef:innen über einen bundesweiten Lockdown vor Weihnachten beraten.

Konferenz von Merkel und Länderchef:innen am Sonntag: Kommt der harte Lockdown?

Für einen harten Lockdown plädierten zuvor Ärztevertreter:innen. Sowohl die täglichen Neuinfektionen, als auch die Zahl der Corona-Toten in Deutschland erreichten am Freitag (11.12.2020) einen neuen Höchststand.

+++ 19:47 Uhr: Bremen reagiert auf die weiter rasant steigende Zahl von Neuinfektionen mit Corona und nimmt die geplanten Lockerungen für Weihnachten und Silvester zurück. Das bedeutet für die Bremerinnen und Bremer, dass sich auch an den Festtagen höchstens fünf Personen aus nicht mehr als zwei verschiedenen Haushalten treffen dürfen - zuzüglich Kindern. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) begründet den konsequenten Schritt damit, dass eine „Überlastung unseres Gesundheitssystems“ vermieden werden solle.

Andreas Bovenschulte (SPD): Der Bürgermeister von Bremen macht die Hansestadt über die Festtage dicht.

Schülerinnen und Schüler in Bremen dürfen von zuhause aus lernen, Glühweinverkauf gestoppt

Auch für die Schülerinnen und Schüler im Bundesland Bremen ändert sich einiges. Zwar sollen die Schulen bis zum 23. Dezember geöffnet bleiben, doch eine Präsenzpflicht herrscht bis dahin nicht mehr. Das heißt, dass Erziehungsberechtigte und volljährige Schülerinnen und Schüler nun darüber entscheiden können, ob in der Schule oder am heimischen Schreibtisch gelernt wird. Ab Montag ist darüber hinaus der Verkauf von alkoholischen Getränken zum mitnehmen verboten. Damit soll unter anderem der Verkauf von heißem Glühwein in Tassen vorerst ausgeschlossen werden.

Corona in Deutschland: Harter Lockdown in Baden-Württemberg - keine Präsenzpflicht an Schulen in NRW

+++ 16:45 Uhr: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält in der Corona-Krise eine „Umkehr der Haltung in großen Teilen der Bevölkerung“ für dringend nötig. Noch immer erreichten ihn E-Mails mit Forderungen nach Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen, sagte Kretschmer am Freitag (11.12.2020) in Aue. „Das ist eine völlige Verkennung der Situation, in der Deutschland zurzeit ist.“ Ihm sei klar geworden, dass nun „ganz andere, ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staats“ nötig seien.

Corona: Kindergärten, Schulen und der Einzelhandel werden in Sachsen geschlossen

„Es ist nicht mehr damit getan, dass wir mahnen“, betonte Kretschmer. Das gesellschaftliche Leben müsse zur Ruhe kommen. Nur so sei es möglich, die Kontaktzahlen zu reduzieren und somit letztlich die Krankenhäuser zu entlasten.
Ab Montag (14.12.2020) werden in Sachsen alle Kindergärten, Schulen und der Einzelhandel geschlossen. Es gilt außerdem eine Ausgangssperre. Bürger dürfen sich nur noch im eigenen Landkreis und in einem Radius von 15 Kilometern bewegen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert autoritäre Corona-Maßnahmen des Staats.

Diese Corona-Maßnahmen seien „ganz klar erforderlich, damit Mediziner und Pfleger ihre Arbeit wieder in einer guten Qualität und nicht mehr in einem Zustand absoluter Überforderung nachkommen können“, sagte Michael Kretschmer. Das Ziel, die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten, sei „nicht verhandelbar“.

Corona-Krise: Präsenzpflicht an Schulen in Nordrhein-Westfalen endet vorerst

+++ 13.59 Uhr: In Nordrhein-Westfalen wird die Präsenzpflicht an Schulen am Montag (14.12.2020) vorerst enden. Das teilte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag (11.12.2020) auf einer Pressekonferenz mit. Schüler:innen der unteren Stufen können und sollen dann von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen, ältere Schüler:innen ab Klasse acht werden auf Distanz unterrichtet. Die Schulferien werden zudem um zwei Tage verlängert. Lehrer:innen-Verbände begrüßten die Entscheidung.

Aussetzung der Schulpflicht in NRW: „Sinnvoll und unausweichlich“

Für Schüler:innen bis Klasse sieben wird Eltern und Erziehungsberechtigten von Montag an freigestellt, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder sie von zu Hause aus lernen lassen. Ministerpräsident Armin Laschet sagte, er hoffe aber, dass viele Kinder zu Hause bleiben. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bezeichnete das Ende des Präsenzunterricht ab der achten Klasse als einen „zusätzlichen Beitrag zum Infektionsschutz“.

Die Lehrer:innengewerkschaft GEW nannte die von Armin Laschet vorgestellten Maßnahmen „sinnvoll und unausweichlich“. Anlässlich der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen könne es nach Auffassung der Gewerkschaft keinen Unterricht in vollen Klassen mehr geben.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz zu den neuen Corona-Maßnahmen.

+++ 12.20 Uhr: Baden-Württemberg geht ab Samstag, den 12.12.2020, für vier Wochen in einen harten Lockdown. Das kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) bei einer Pressekonferenz an. Zwischen dem 23. und 26. Dezember gelten Ausnahmen für Treffen im privaten Kreis. Ziel sei, die Zahl der Neuinfektionen „schnell und radikal“ zu senken, um wieder auf eine 7-Tage-Inzidenz von maximal 50 zu kommen. Erst dann sei das Infektionsgeschehen wieder kontrollierbar.

Baden-Württemberg geht bereits ab Samstag, den 12.12.2020, in einen harten Lockdown. Das kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann an.

Aktuell gebe es keine „klar erkennbaren Infektionsherde“, die mit den verfügbaren Mitteln bekämpfbar seien, ein „diffuses Geschehen“ würden Fachleute die Situation nennen. Mit dem Virus könne man nicht verhandeln und Kompromisse schließen, sagte Winfried Kretschmann Freitagmittag bei einer Pressekonferenz nach Beratungen der schwarz-grünen Landesregierung in Stuttgart. Die Dunkelziffer im Bundesland werde auf das „vier-bis fünffache“ der offiziellen Zahlen geschätzt – zu viele, um mit Verhängung der Maßnahmen auf die Ergebnisse des am Wochenende anstehenden Treffens zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder zu warten.

Konkret wurden strenge Ausgangsbeschränkungen beschlossen, die zum teil tags-, zum Teil nachtsüber gelten. Von 20 Uhr bis 5 Uhr in der Früh am jeweiligen Folgetag ist der Besuch privater Veranstaltungen nicht erlaubt. Diese Regel betrifft nicht die Tage vor und nach Weihnachten vom 23. bis einschließlich 27. Dezember. Laut Ministerpräsident stehe diese Sonderregelung allerdings derzeit infrage. Des Nachts gelten zudem Ausnahmen für folgende Tätigkeiten:

  • Die Verrichtung beruflicher Tätigkeiten
  • Der Besuch von Schulen, Kindergärten und des Lehrbetriebs an Hochschulen
  • Die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, auch veterinärmedizinische
  • Die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen, sowie Sterbender und Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständen
  • Die Versorgung von Tieren

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie: Lockdown in Baden-Württemberg

Tagsüber, das heißt zwischen 5 und 20 Uhr, ist das Verlassen von Wohnung beziehungsweise Haus nur mit folgenden Gründen erlaubt:

  • Der Besuch von Geschäften
  • Ansammlungen und private Veranstaltungen mit Bewohnern des eigenen Haushalts oder maximal 5 Personen aus bis zu zwei Haushalten sowie Verwandten in gerader Linie und Partner. Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahre sind davon ausgenommen.
  • Die Teilnahme an Terminen vor Gericht
  • Die Teilnahme an Sitzungen kommunaler Gremien
  • Der Besuch von Versammlungen, die unter das Demonstrationsrecht fallen
  • Die Wahrnehmung des Sorge- und UmgangsrechtsSowie Sport im Freien. Einschränkung dabei: Dieser ist nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit maximal einer weiteren nicht im selben Haushalt lebenden Person gestattet.

Winfried Kretschmann verhängt Lockdown – und äußert sich zaghaft optimistisch

Außerdem wird der Ausschank und Konsum von Alkohol an öffentlichen Orten mit Publikumsverkehr ab dem 12.12.2020 für vier Wochen verboten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht davon aus, dass es am Wochenende zu einer Einigung zwischen Bund und Ländern bei der Verschärfung der Corona-Maßnahmen geben wird. Ein bundesweiter Lockdown werde dann kommen, darauf könne sich die Bevölkerung einstellen. Wie bei einem Marathon seien die letzten Kilometer immer die härtesten, Kretschmann sehe mit den nahenden Impfungen aber „Licht am Ende des Tunnels“. Mit diesen soll noch in den letzten Tagen des laufenden Jahres begonnen werden. Weiter appelliert Kretschmann an die Bevölkerung, nicht nach Lücken in den Maßnahmen zu suchen, sondern diese mit solidarischem Geiste zu befolgen.

Harter Lockdown in Baden-Württemberg: Pressekonferenz von Minsterpräsident Kretschmann

+++ 12.00 Uhr: Um 12 Uhr will das Kabinett der Landesregierung Baden-Württemberg die beschlossenen Maßnahmen bei einer Pressekonferenz verkünden. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet sollen die Maßnahmen bereits ab kommender Woche verschärft werden. Mit nächtlichen Ausgangssperren und Ausgangsbeschränkungen bei Tage solle die Infektionsdynamik gebremst werden. Wer tagsüber die Wohnung beziehungsweise das Haus verlässt, brauche ab dann einen triftigen Grund, beispielsweise ein Arbeitsverhältnis, das nicht im Home-Office stattfindet.

Die aktuell in Baden-Württemberg geltenden Maßnahmen sollten ursprünglich bis zum 23. Dezember in Kraft bleiben. Mit ihnen ist derzeit festgeschrieben, dass sich bis zu fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen dürfen, wobei Kinder unter 15 Jahren nicht mitgezählt werden. Im Öffentlichen Raum gilt überall dort eine Maskenpflicht, wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter nicht mehr einhaltbar ist, und pauschal im Öffentlichen Nahverkehr, im Handel und auf Märkten.

Corona in Deutschland: Lockdown in Baden-Württemberg

Erstmeldung vom Freitag, 11.12.2020, 10.47 Uhr: Stuttgart - Baden-Württemberg geht direkt nach Weihnachten in einen strikten Lockdown. Die Corona-Zahlen, Neuinfizierte wie Tote, alarmieren Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir haben Anzeichen für eine erneute exponentielle Zunahme der Neuinfektionen, deshalb müssen wir zwingend die Maßnahmen drastisch verschärfen.“ Der Lockdown soll bis mindestens zum 10. Januar gelten.

Kretschmann will nicht mehr warten: Lockdown in Baden-Württemberg kommt

Die grün-schwarze Landesregierung will heute in Stuttgart zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über Einzelheiten zu beraten. Am Sonntag dann trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ländern, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Waren ursprünglich Lockerungen ab dem 23. Dezember angekündigt, stehen diese angesichts rapide steigender Fall- und Todeszahlen infrage.

Solle bei dem Treffen keine bundesweite Lösung im Kampf gegen das Coronavirus gefunden werden, will Winfried Kretschmann laut dpa eine Einigung mit den benachbarten Bundesländern anstreben. Die Situation sei „leider alarmierend“, sagte Kretschmann, und weiter: Wir haben Anzeichen für eine erneute exponentielle Zunahme der Neuinfektionen, deshalb müssen wir zwingend die Maßnahmen drastisch verschärfen.“

Will mit Lockdown nicht länger warten: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen)

Lockdown in Baden-Württemberg: Boris Palmer kritisiert Corona-Politik

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) ist derweil der Ansicht, der komplette Lockdown hätte vermieden werden können. Die Politik in Europa habe aber auf die falsche Strategie gesetzt. „Wir hätten jede Art von Lockdown mit moderner Kontaktverfolgung wie in Taiwan oder Südkorea und Schutz der Risikogruppen wie in Tübingen vermeiden können“m so Palmer in der „Pforzheimer Zeitung“ vom heutigen Tag. Ein harter Lockdown sei vor mit Blick auf die Fallzahlen jetzt aber unausweichlich.

Wegen Corona: Lockdown in ganz Deutschland wird wahrscheinlicher

Sachsen geht ab dem 14. Dezember in einen Lockdown. Schulen, Kindertagesstätten und die meisten Geschäfte sollen ab dann geschlossen bleiben, abgesehen solche Läden, die eine systemrelevante Versorgung erbringen. Auch hier soll der Lockdown Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zufolge bis zum 10. Januar 2021 gelten. Weitere führende Politiker, darunter Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), drängen auf einen sofortigen Lockdown in ganz Deutschland. (Matthis Pechtold, Delia Friess)*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Francisco Seco /dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare