Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona-Leugner verbreiten Fake-News über Masken - auch auf „Querdenken“-Demonstrationen.
+
Auf „Querdenken“-Demonstrationen hört man derartige Argumentationen. (Symbolfoto)

Demonstrationen gegen Maßnahmen

Gefahr für die Gesundheit? Corona-Leugner verbreiten Fake-News über Masken

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
    schließen

Maskengegner behaupten, Mund-Nase-Bedeckungen seien gesundheitsgefährdend. Experten widersprechen den angeblichen Beweisen.

  • Maskengegner argumentieren regelmäßig mit angeblichen Beweisen gegen Mundschutz & Co.
  • Insbesondere ein Anwalt steht auf „Querdenken“-Demonstrationen im Fokus.
  • Verschiedene Experten widersprechen den Argumenten der Maskengegner.

Frankfurt - In vielen deutschen Städten finden dieser Tage Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung statt. Die Teilnehmer eint das Unverständnis und die Wut. Heruntergebrochen wird die Kritik in vielen Fällen darauf, was der tägliche Begleiter ist: die Maske. Zur Eindämmung der Pandemie gelten in allen Bundesländern Verordnungen zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung. Kritiker der Corona-Maßnahmen lassen nichts unversucht, diese Regeln zu umgehen. Die Begründungen für etwaige Ausnahmeregelungen oder Beweise erscheinen auf den ersten Blick seriös und richtig - auf den Zweiten jedoch nicht mehr.

So kursiert derzeit ein angebliches Schreiben einer Arbeitsgruppe der „Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)“, das darauf verweist, dass bei mittelschweren, körperlichen Arbeiten eine Tragedauer der Maske von zwei Stunden und eine anschließende halbstündige Erholungsdauer empfohlen wird. Diese Verordnung müsse an Schulen und am Arbeitsplatz umgesetzt werden, heißt es nicht selten auf Demonstrationen. Anwalt Ralf Ludwig, der im Zuge des „Querdenken“-Protests in der Öffentlichkeit steht, behauptet zudem, dass unter anderem Schuldirektoren seit dem 9. November 2020 für durch das Tragen von Masken entstandene Schäden haftbar seien.

Maskengegner warnen Schulleiter und Lehrer: Versicherung widerspricht

Die „DGUV“ widerspricht dem. In einer Stellungnahme der Versicherung heißt es: „Personen, die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit anderer Menschen tragen, setzen sich keinen Haftungsrisiken aus, wenn sie das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen anordnen.“ Aus der Empfehlung ließen sich keinerlei rechtliche Ansprüche, wie seitens der Maskengegner formuliert, ableiten. Eine Sprecherin der Versicherung sagte zudem zur Nachrichtenagentur „AFP“: „So ein Papier gibt es von unserer Seite aus nicht. Die Aussage des Herren trifft nicht zu und wir haben auch zu keinem Zeitpunkt irgendeine Art ‘Haftung’ in im arbeitsschutzrechtlichen Sinne bestätigt.“

Zusätzlich betont die „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“ in einer Mitteilung, wie sinnvoll das Tragen von Masken sei. Es lägen keine Informationen vor, „die belegen, dass das Tragen einer MNB (Mund-Nase-Bedeckung, Anm. d. Red.) aus textilem Gewebe die Atmung in einem gesundheitsgefährdenden Maße beeinträchtigt“, heißt es darin. Anwalt Ralf Ludwig zitierte, unter anderem in Videobeiträgen der Bewegung von der Corona-Demonstration in Leipzig, das Schreiben der „DGUV“. Dagegen hat die Versicherung mittlerweile rechtliche Schritte eingeleitet - mit Erfolg.

Neben Ludwigs Falschbehauptung mit Bezug zur Unfallversicherung verweisen die Maskengegner auf ein Dokument, dass als Beweis für die Gefährlichkeit von Masken, dienen soll. Die Autoren zitieren darin Edwin Bölke, Oberarzt an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Uniklinikums Düsseldorf, der sich im Interview mit dem „Deutschen Ärzteblatt“ geäußert hatte. Thema war dabei die Gefahr des Tragens von Masken für bestimmte Risikopatienten. Die auf Risikopatienten bezogene Bewertung wird im Papier der Maskengegner verallgemeinert und aus dem Zusammenhang gerissen. Gegenüber der „Tagesschau“ zeigte sich Bölke entsetzt darüber. 99 Prozent der Menschen könnten ohne gesundheitliche Bedenken und Probleme eine Maske tragen, so der Mediziner.

Bundesinstitut widerspricht Maskengegnern

Neben der Behauptung, dass Masken gesundheitsschädlich seien, wird auch damit argumentiert, dass sie überhaupt keine Schutzwirkung hätten. Als Beweis dafür wird oftmals eine Einschätzung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte herangezogen. Auch in diesem Fall wird ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen. Das Bundesinstitut hat mittlerweile ausführlich darauf reagiert und nochmals die Sinnhaftigkeit der Maske als Mittel der Pandemie-Eindämmung bestätigt.

Auf einer Corona-Demonstration in Hannover wurde am Samstag (21. November 2020) ein zweifelhafter Vergleich gezogen. Eine 22-jährige Frau aus Kassel verglich sich mit Sophie Scholl - nicht der erste NS-Vergleich: Zuvor hatte sich ein Mädchen in Karlsruhe mit Anne Frank verglichen. (Tobias Utz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare