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WHO warnt

Delta: Corona-Variante setzt sich in Europa durch

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Die WHO warnt vor der schnellen Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Europa. Um die Menschen zu schützen, müsse die Impfkampagne deutlich schneller voranschreiten.

Frankfurt/Genf – Vor der Fußball-Europameisterschaft und der anstehenden Urlaubssaison warnt die Welt­gesund­heitsorganisation (WHO) vor Nachlässigkeit im Kampf gegen das Coronavirus. Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, geht davon aus, dass sich die Delta-Variante zukünftig in Europa durchsetzen wird, wie die Tagesschau berichtete. Am 7. Mai klassifizierte Public Health England die Delta-Variante als variant of concern (VOC), also als besorgniserregende Variante.

In Deutschland kommt die Delta-Variante, auch als B.1.617.2 bekannt, bisher eher selten vor. In untersuchten Laborproben betrug der Anteil von Delta-Varianten laut Robert-Koch-Institut (RKI) nur 2,5 Prozent, 94 Prozent der Infektionen soll die zuerst in Großbritannien entdeckte Alpha-Variante auslösen.

Corona: Starke Verbreitung der Delta-Variante in Großbritannien

Im Vereinigten Königreich hingegen sieht die Lage ganz anders aus: Die Delta-Variante hat sich dort stark verbreitet und inzwischen die britische Mutation B.1.1.7. (Alpha) verdrängt. Offiziellen Angaben zufolge sorgt die Delta-Variante in Großbritannien derzeit für rund neun von zehn Corona-Infektionen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die lange Zeit sehr niedrige Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien von rund 20 ist auf zuletzt etwa 50 ansteigen. Die Bundesregierung hat Großbritannien wegen der Mutante wieder als Virusvariantengebiet mit extrem strengen Einreise- und Quarantäneregeln eingestuft.

  • Die Coronavirus-Varianten und ihre Namen
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt ab sofort auf neutrale Bezeichnungen für die Varianten des Coronavirus. Zum einen soll dies die Kommunikation erleichtern. Zum anderen soll vermieden werden, Virusvarianten nach dem Land des ersten Nachweises zu benennen, um Stigmatisierung und Diskriminierung zu verhindern.
  • Alpha heißt die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7.
  • Beta lautet der Name für die in Südafrika entdeckte Variante B.1.351.
  • Gamma steht für die in Brasilien nachgewiesene Variante P.1.
  • Delta bezeichnet die zunächst in Indien gefundene Variante B.1.617.2.
Das Coronavirus kursiert weiterhin weltweit. In Großbritannien breitet sich derzeit vor allem die Delta-Variante von Sars-CoV-2 aus. (Archivfoto)

Coronavirus-Variante Delta: Impfschutz erst nach doppelter Impfung

Die Delta-Variante soll sich zudem stärker als andere Varianten der Schutzwirkung der Impfstoffe entziehen können - das gelte vor allem nach nur einer Impfdosis. Laut einer noch nicht gegengeprüften britischen Studie soll der Schutz dann nur noch bei knapp 34 statt bei rund 51 Prozent liegen. Vollständig Geimpfte sollen jedoch immer noch sehr gut vor der Delta-Variante geschützt sein, die Unterschiede sind nur geringfügig. Anstatt zu rund 93 Prozent schützt das Mittel von Biontech/Pfizer noch zu etwa 88 Prozent. Der Impfstoff Astrazeneca soll noch zu rund 60 anstatt 66 Prozent schützen. 

Außerdem scheint die Übertragbarkeit der Delta-Variante besonders groß sein. Das Risiko, Menschen im eigenen Haushalt anzustecken, sei bei Delta schätzungsweise 60 Prozent höher als bei Alpha, teilte die englische Gesundheitsbehörde Public Health England am Freitag mit. 

Die WHO warnt vor der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus, während an vielen Orten, wie hier in London, Lockerungen in Kraft getreten sind. Besonders in Großbritannien hat sich die Delta-Variante stark verbreitet. (Symbolbild)

Corona-Pandemie: WHO warnt vor Verbreitung der Delta-Variante

In zahlreichen Ländern sind zudem bereits Lockerungen in Kraft getreten, während viele Menschen, die zur Risikogruppe gehören, noch gar nicht gegen das Coronavirus geimpft sind oder noch auf einen zweiten Impftermin warten. An diesem Punkt sei man schon einmal gewesen, so der WHO-Regionaldirektor Kluge gegenüber der Tagesschau. „Im Laufe des vergangenen Sommers stiegen die Fallzahlen allmählich in jüngeren Altersgruppen an und bewegten sich dann in ältere Altersgruppen, was zu einem verheerenden Wiederaufleben beitrug“, sagte Kluge. Aufgrund dieser Entwicklung sei es letztlich zu mehr Lockdowns und Todesfällen im Herbst und Winter 2020 gekommen. „Lassen Sie uns diesen Fehler nicht noch einmal machen“, so Kluge.

Eine weitere Ausbreitung der Delta-Variante in Deutschland können möglicherweise auch durch derzeitige Reisebeschränkungen verhindert werden. Von Reisen riet der Regionaldirektor der WHO zwar nicht ab, forderte die Menschen aber auf, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Er verlangte außerdem eine Beschleunigung der Impfkampagnen auf dem ganzen Kontinent. Da die Delta-Variante andererseits aber auch als ansteckender gilt, wäre es naheliegend, dass sie sich auf lange Sicht auch ohne eine Viruseintragung von außen gegen die Alpha-Variante durchsetzen kann.

Ausbreitung der Delta-Variante: Fortschritt der Impfkampagne besonders wichtig

Der Fortschritt der Impfkampagne spielt also eine besonders bedeutende Rolle, um die Ausbreitung der Delta-Variante zu verlangsamen und besonders gefährdete Risikogruppen zu schützen. Dies bekräftigten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsident:innen. „Wir sind im Grunde in einem Wettlauf mit dem Impfen“, sagte Merkel am Donnerstag im Anschluss an Beratungen mit der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin.

Laut Robert-Koch-Institut sind in Deutschland derzeit etwa 23 Prozent vollständig gegen das Coronavirus geimpft, eine erste Impfung haben 47 Prozent der Deutschen erhalten. Zudem kündigte Angela Merkel bereits Nachimpfungen für den Herbst an. „Wir nehmen diese Delta-Variante sehr ernst“, sagte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und betonte, dass das Impfen eine „Daueraufgabe“ sei. (Anna Charlotte Groos)

Rubriklistenbild: © National Institute of Infectious Diseases/Imago Images

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