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Zunahme der Kinderarbeit: Entwicklungsminister Müller fordert Tempo beim Lieferkettengesetz

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Von: Joel Schmidt

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Folgen der Corona-Pandemie: Zunahme der Kinderarbeit befürchtet
Weltweite Zunahme der Kinderarbeit befürchtet: Zwei Teenager arbeiten im Libanon auf einer Gemüseplantage (Archivbild). © Lucas Vallecillos/ imago

Als Folge der Corona-Pandemie droht eine Zunahme der weltweiten Kinderarbeit. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert ein zügiges Lieferkettengesetz.

Berlin – Das Problem der Kinderarbeit wird durch die Corona-Pandemie verschärft werden. Diese Befürchtung äußerte der Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Donnerstag (21.01.2021) anlässlich des Starts des von den Vereinten Nationen ausgerufenen internationalen Jahres gegen Kinderarbeit. Zur Eindämmung des Problems forderte er von der Bundesregierung das umstrittene Lieferkettengesetz schnell auf den Weg zu bringen.

Soziale Folgen der Corona-Pandemie: Weltweite Zunahme der Kinderarbeit befürchtet

Weltweit können pandemiebedingt derzeit 320 Millionen Kinder keine Schule besuchen. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) geht davon aus, dass nach einem Ende der Corona-Pandemie bis zu 24 Millionen Kinder auch nicht in die Schulen zurückkehren werden. Anstatt zu Lernen würden sie in die Pflicht genommen, künftig zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen und ebenfalls arbeiten müssen. „Die Corona-Krise ist eine Katastrophe für viele Kinder“, sagte Entwicklungsminister Müller der Deutschen-Presseagentur (dpa).

Auch die humanitären Hilfsorganisationen sind wegen der finanziellen Folgen der Corona-Pandemie längst alarmiert. „Schon in den ersten Monaten sank das Einkommen der Menschen, die von der Hand in den Mund leben, im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent“, so Benjamin Smith, Experte für Kinderarbeit bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), gegenüber der dpa.

Nach Schätzungen der Weltbank könnten bis zum Ende des Jahres außerdem bis zu 150 Millionen Menschen wegen der Corona-Krise in extremer Armut landen, eine entsprechender Anstieg der weltweiten Kinderarbeit eine der Folgen sein. „Das kann uns um Jahre, wenn nicht eine ganze Generation zurückwerfen“, befürchtet Smith.

Corona-Pandemie und Zunahme Kinderarbeit: Gesundheitsminister fordert Tempo beim Lieferkettengesetz

Doch auch schon vor der Corona-Pandemie ist die Zahl der Kinder, die unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen arbeitet mit über 70 Millionen sehr hoch gewesen sei. Um diesen Formen der „modernen Sklaverei“ etwas entgegenzusetzen, fordert Entwicklungsminister Müller von der Bundesregierung erneut mehr Tempo bei dem Lieferkettengesetz. Mit einem solchen Gesetz, über das schon seit Jahren diksutiert wird, sollen deutsche Unternehmen dazu verpflichtet werden künftig die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards von Zulieferfirmen aus dem Ausland zu garantieren.

Für Entwicklungsminister Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) stellt ein solches Gesetz eine wirkungsvolle Maßnahme zur Eindämmung der Kinderarbeit und überdies ein wichtiges Zeichen zur Wahrung von Menschenrechtsstandards dar. Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) befürchten durch eine gesetzliche Regelung hingegen eine zu starke Belastung der deutschen Wirtschaft. (Joel Schmidt mit Material von dpa)

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