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Corona-Krise in Deutschland: Tönnies fährt Betrieb eingeschränkt hoch: „Nur 10.000 Schweine pro Schicht“

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Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 249 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Derweil fährt Tönnies die Schlachtung wieder hoch.

  • Alle neuen Entwicklungen der Corona-Krise in Deutschland in unserem News-Ticker.
  • Massentest nach mehreren Coronafällen in Stuttgart
  • Erneuter Corona-Ausbruch in Schlachthof

+++ 17.25 Uhr: Die Entwicklungen zum Corona-Virus in Deutschland finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

+++ 14.00 Uhr: Beim Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft haben die wegen Corona verlängerten Betriebsferien begonnen. Auf dem Werftgelände in Papenburg sei es merklich ruhiger, sagte ein Sprecher am Montag. Trotzdem ruhe die Arbeit nicht vollständig. So steht in einer großen Halle das Schiff „Spirit of Discovery“ kurz vor dem Ausdocken. Außerdem läuft die Endausrüstung des Neubaus „Iona“ am Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven weiter. Mit diesen Arbeiten sind sowohl Meyer-Mitarbeiter wie auch Fremdfirmen beschäftigt.

Wegen der Auftragsflaute in der Corona-Krise haben Firmenleitung und Betriebsrat sechs Wochen Betriebsferien für die Stammbelegschaft bis Ende August vereinbart.

+++ 8.00 Uhr: Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies setzt am Montag seinen Probebetrieb in der Zerlegung fort. Dazu verarbeiten unter Aufsicht der Behörden nur Arbeiter einer Schicht bis zu maximal 10 000 Schweine, wie ein Unternehmenssprecher der dpa sagte. Sollte dies unter Einhaltung eines neuen Hygienekonzepts erfolgreich sein, will Tönnies eine zweite Schicht einsetzen. Der Konzern musste für den Infektionsschutz Trennwände aus Plexiglas zwischen die Arbeitsplätze bauen und eine neue Filtertechnik für die gekühlte Umluft installieren.

Corona in Deutschland: RKI Veröffentlicht neue Fallzahlen

Update 20.07.2020, 07.00 Uhr: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland von den Gesundheitsämtern 249 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201 823 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 20.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9086 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 2 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 187 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona in Deutschland: Baldige Rückkehr der Fans in die Fußballstadien umstritten 

+++ 13.50 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) kann sich für den herbst Fußball- und Kulturveranstaltungen mit Publikum vorstellen - der SPD-Politiker Karl Lauterbach ist da wesentlich skeptischer. „Mit Abstand und Hygienekonzept können Sportveranstaltungen mit Zuschauern durchgeführt werden“, sagte Braun der „Bild am Sonntag“. Zu großes Gedränge müsse aber vermieden werden. „Die Stadien werden also nicht ausverkauft sein können und das muss gut organisiert und kontrolliert werden.“

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sieht das anders. „Es muss uns im Herbst erst einmal gelingen, den Schulbetrieb zu organisieren und eine zweite Welle zu verhindern“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Falls das wirklich zuverlässig geklappt hat kann über Fußball und Theater nachgedacht werden.“ Er sei „nicht so optimistisch“ für den Herbst, „wäre aber froh, wenn ich falsch läge“, so Lauterbach.

Corona in Deutschland: Wieder Ausbruch in Schlachthof – R-Wert steigt weiter an

Update vom Sonntag, 19.07.2020, 06.25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 202 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.574 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 19.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9084 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 187.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona in Deutschland: Ausbruch in einem Hähnchen-Schlachthof

+++ 22.06 Uhr: Und wieder ein Corona-Ausbruch in einem Schlachthof: 66 Menschen sind in einem Wiesenhof-Hähnchenschlachthof im niedersächsischen Lohne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis Vechta am Abend mit. Insgesamt wurden 1046 Abstriche genommen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 41,13 pro 100.000 Einwohner. Als Grenzwert für Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Von den neuinfizierten Personen wohnen 35 im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils eine im Landkreis Cloppenburg und in der Stadt Delmenhorst.

+++ 19.07 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 18.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,42 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 18.7., 0.00 Uhr, bei 1,34 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Massentest in Stuttgart

+++ 18.36: Nachdem in einem Stuttgarter Hochhauskomplex sechs Menschen an Corona erkrankt sind, hat die Stadt rund 400 Nachbarn vorsorglich testen lassen. Dies seien „vorab schriftlich über dieses freiwillige und kostenlose Angebot informiert worden“, teilte die Stadt am Samstag mit. Die Getesteten wohnen demnach alle in einem Gebäudekomplex im Stadtteil Freiberg. Dort im Wohnumfeld sei bei sechs Personen die Coronavirus-Erkrankung festgestellt worden.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Prof. Stefan Ehehalt, sagte: „Die Bewohner haben das Angebot ganz überwiegend gut angenommen, viele haben sich bedankt.“ Nur ganz wenige hätten den Test abgelehnt. Mediziner gingen am Samstag begleitet von Personal des Deutschen Roten Kreuzes von Wohnung zu Wohnung und boten den Abstrich an. Die Ergebnisse werden bis Mitte nächster Woche erwartet.

Corona bei Tönnies: Fleischproduztent sorgt erneut für Empörung

+++ 17.13 Uhr: Der Fleischproduzent Clemens Tönnies will trotz heftiger Kritik nicht darauf verzichten, Lohnkostenerstattung wegen der behördlichen Schließung seines Hauptwerks geltend zu machen. Notfalls wolle er das auch gerichtlich durchfechten. „Darüber wird im Zweifelsfall auch Recht gesprochen werden“, sagte er dem „Westfalen-Blatt“.

Daraufhin erneuerte SPD-Bundestagsfraktionsvize Katja Mast ihre Kritik am Vorgehen von Tönnies. „Dieses Verhalten zeigt: Es fehlt jegliche Einsicht und jegliches Gespür, um was es geht. Um Anstand und Verantwortung“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Was Tönnies macht, unterstreicht einmal mehr: Gesetzesverschärfungen sind dringend nötig und müssen kommen. Und das werden sie.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geht davon aus, dass Tönnies keinen Regress für die vierwöchige Zwangspause nach massenhaften Corona-Infektionen in seinem Stammwerk im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh geltend machen kann. Tönnies hielt dagegen, er wolle verhindern, dass seine Mitarbeiter und Dienstleister bei der Verteilung von Quarantänehilfen „stigmatisiert“ würden.

Bei Tönnies hatten sich nachweislich rund 1400 Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Vorübergehend waren deshalb, neben der inzwischen aufgehobenen Betriebsschließung in Rheda-Wiedenbrück, weitgehende Corona-Einschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt worden. Tönnies sieht allerdings keine schuldhaften Versäumnisse. Der massenhafte Corona-Ausbruch in seinem Werk habe „nichts mit Werkvertragsarbeit oder den Wohnverhältnissen zu tun“, sondern vor allem mit der „Umluftkühlung, die eigentlich jeder Betrieb hat.

Coronavirus: Lauterbach für Test bei allen Reiserückkehrern

+++ 11.25 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, sämtlichen Reiserückkehrern Corona-Tests anzubieten. „Optimal wäre es, jeden zu testen“, sagte er dem „Tagesspiegel“ vom Samstag. „Und zwar kostenlos.“ Lauterbach verwies auf die Unvernunft einiger Urlauber und die generell höhere Kontaktdichte im Urlaub und an Flughäfen. Eine Testpflicht sei juristisch kaum durchzusetzen, auch nicht bei Rückkehrern aus Risikogebieten, fügte Lauterbach hinzu. Daher müsse es eine verbindliche Aufforderung geben, sich nach der Rückkehr testen zu lassen.

Bei Kosten von 50 Euro je Test schätzte Lauterbach, dass eine Gesamtsumme von 40 Millionen Euro ausreichen könnte. Das sei ein vergleichsweise geringer Betrag angesichts der sonstigen Krisenkosten. „Das Geld ist da“, sagte Lauterbach der Zeitung. Ein Test am Flughafen sei allerdings keine Garantie, räumte er ein. Denn wer sich bei jemandem auf der Rückreise anstecke, könne bei der Ankunft zunächst auch negativ getestet werden. Lauterbach plädierte deswegen für kostenlose Tests an Flughäfen und zudem einige Tage später bei Hausärzten oder Gesundheitsämtern.

Karl Lauterbach fordert kostenlose Corona-Tests. 

Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht Fallzahlen – R-Wert steigt an

Update vom Samstag, 18.07.2020, 06.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 529 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.372 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 18.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9083 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Samstagmorgen hatten 187.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 17.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 17.7., 0.00 Uhr, bei 1,20 (Vortag: 1,07). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Deutschland: NRW spendiert Mitarbeitern von Kitas und Schulen Corona-Tests

+++ 19.17 Uhr: In Nordrhein-Westfalen können Mitarbeiter von Schulen und Kitas bald freiwillig alle zwei Wochen einen Corona-Test machen, den das Land bezahlt. Das teilte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag (17.07.2020) mit. Das Angebot, sich ohne konkreten Anlass regelmäßig testen zu lassen, gelte für Lehrer, Erzieher, Kindertagespfleger, Mitarbeiter im offenen Ganztag, sozialpädagogisches und nicht-pädagogisches Personal, sagte der Ministeriumssprecher. Sie sollen zwischen dem 3. August und dem 9. Oktober die Möglichkeit haben, sich freiwillig alle 14 Tage auf das Coronavirus testen zu lassen.

NRW bietet Lehrern und Erzieherin alle 14 Tage Corona-Tests an. (Symbolbild)

Corona im Fernverkehr: Wer kontrolliert die Masken-Pflicht?

+++ 16.14 Uhr: Wer kontrolliert in Deutschland eigentlich die Masken-Pflicht in Corona-Zeiten im Fernreiseverkehr der Deutschen Bahn? Für die Durchsetzung sehen sich weder Bahn noch Bundespolizei verantwortlich. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums betonte, dass die Bundespolizei „nicht für die Einhaltung von Gesundheitsvorschriften der Länder zuständig“ sei.  Erst wenn es zu einem „Konflikt kommt, der eine Gefahr für den Bahnverkehr darstellt“, dann könne die Polizei eingreifen.

Die Deutsche Bahn dagegen erklärte, zur „Ahndung von Verstößen“ sehe sie die zuständigen Behörden in der Pflicht. Denn die Bahn sei nicht befugt, „Verstöße gegen staatliche Vorschriften zu sanktionieren“. Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich ebenfalls zu der Problematik und bestätigte die Vorgehensweise der Bahn. Die Masken-Pflicht gehe auf eine Vereinbarung der Länder zurück, daher liege die Verantwortung bei den Landesbehörden, so ein Ministeriumssprecher.

Coronavirus in Deutschland: Hochzeit macht Kreis zum Hotspot

+++ 14.35 Uhr: Dass private Feiern in Deutschland noch immer ein Risiko im Kampf gegen das Coronavirus darstellen, das musste jetzt ein Bundesland wieder am eigenen Leib erfahren. Im Kreis Mettmann im Westen Nordrhein-Westfalens wurde eine Hochzeit im größeren Kreis zu einem Corona-Hotspot. Auch nach der Feier hatten sich durch familiäre Verflechtungen weitere Personen infiziert, so ein Sprecher. Der Kreis Mettmann kletterte im Hinblick auf die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen auf Platz eins von ganz NRW.

Corona in Deutschland: Spahn überschreitet Budget für Öffentlichkeitsarbeit

+++ 13.10 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium unter Leitung von Jens Spahn (CDU) hat laut einem „Spiegel“-Bericht in der Corona-Krise in Deutschland das Budget für Öffentlichkeitsarbeit nach eigener Aussage „deutlich überschritten“. Gab das Ministerium in normalen Jahren zwischen 900.000 und 1,3 Millionen Euro für Anzeigen und Werbespots in Massenmedien aus, waren es bis zum 30. Juni bereits rund 31,4 Millionen Euro, wie das Magazin am Freitag berichtete.

Beinahe die Hälfte davon sei für Werbung in Printmedien geflossen, gefolgt von 8,5 Millionen Euro für Plakatwerbung und 6,4 Millionen Euro für TV-Kampagnen. In Zeiten der Pandemie sei es darum gegangen, auf „die zahlreichen nicht seriösen und interessenseleiteten Informationsangebote“ zu reagieren, die etwa Fake News oder Verschwörungstheorien verbreiteten, sagte ein Ministeriumssprecher dem „Spiegel“.

Tönnies darf wieder schlachten - Corona-Unterbrechung beendet

+++ 11.29 Uhr: Die erneute Zwangsunterbrechung beim Fleischkonzern Tönnies ist vorbei: Die Schlachtung am Stammsitz im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück sei am Freitag nach der Freigabe durch die Bezirksregierung wieder aufgenommen worden, teilte ein Tönnies-Sprecher mit. Das Unternehmen hatte nach vierwöchiger Corona-Unterbrechung erst seit Donnerstag wieder schlachten dürfen, musste die Produktion am Freitag nach Beanstandungen der Bezirksregierung bis zur Freigabe aber stoppen. 

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser stellte indes im Landtag klar, dass das Bundesland keine Notschlachtungen von Schweinen wegen Platzmangels in den Ställen erlauben werde. Eine Tötung von Tieren aus dem Bestand schließe das Tierschutzgesetz aus, sagte sie im Landwirtschaftsausschuss. „Wir werden das nicht unterstützen, falls Anträge kommen sollten.“ 

Coronavirus in Deutschland: Bei Tönnies müssen Umrüstungen vorgenommen werden

+++ 10.19 Uhr: Kaum hat der Betrieb im Fleischkonzern Tönnies nach dem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh begonnen, da folgt die nächste Zwangsunterbrechung. Nachdem die Schlachtung am Donnerstag (16.07.2020) wieder gestartet wurde, beginnt sie am Freitag mit einiger Verspätung. Laut eines Sprechers des Fleischkonzerns Tönnies sei bei Kontrollen herausgekommen, „dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen“.

Diese Umrüstungen am Stammsitz von Tönnies seien schon vorgenommen worden, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen. Der Pressesprecher zeigte sich von den erneuten Unterbrechungen irritiert: „Wir sind durchaus verwundert darüber, dass Abläufe und Prozesse, die seit über 20 Jahren genehmigt sind und seitdem jährlich mehrfach amtlich kontrolliert wurden, nunmehr bemängelt werden.“ Man arbeite jedoch eng mit den Behörden zusammen, fügte der Sprecher von Tönnies hinzu.

Corona in Deutschland: Nächste Zwangspause beim Fleischkonzern Tönnies.

Coronavirus: Die tagesaktuellen Fallzahlen - R-Wert auf 1,10 gestiegen

Update vom Freitag, 17.07.2020, 6.25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 583 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 200 843 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 17.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9082 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 186 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,10 (Vortag: 1,02).

Politikerin leidet nach vier Monaten noch unter Corona

+++ 18:27 Uhr: FDP-Politikerin Karoline Preisler hatte sich bereits im März mit Corona infiziert. Mittlerweile sind rund vier Monate vergangen - und sie ist immer noch nicht gesund. Zwar könne sie wieder gut atmen. Allerdings leide sie unter Sprachstörungen. Auch Haarausfall plagt die Politikerin. „Ich habe mir im Kopf einen Satz vorgestellt, doch als ich ihn aufschreiben wollte, kam ein ganz anderer Satz heraus“, sagt Preisler.

Forscher vermuten mittlerweile, dass das zentrale Nervensystem häufiger als gedacht betroffen sein könnte. So klagen Genesene, dass sie an Erschöpfung, Schwindel und Wortfindungsstörungen leiden. Bei rund einem Drittel der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Deutschland sind Hirnschäden aufgetreten. „Solche Patienten können verwirrt sein, haben Fehlwahrnehmungen und Halluzinationen.“ Diese Schäden könnten sogar längerfristig anhalten..

Coronavirus: Polizei fordert Einhaltung der Regeln am Ballermann

+++ 13.30 Uhr: Nach der Zwangsschließung von Lokalen am „Ballermann“ in Folge von Partys ohne Corona-Schutz-Maske und Sicherheitsabstand wacht die Polizei der spanischen Urlaubsinsel nun über die Einhaltung. Am Donnerstagmittag herrschte im betroffenen Herzstück der vor allem bei deutschen Touristen beliebten Feiermeile an der „Bier-“ und „Schinkenstraße“ gähnende Leere. Neben Polizisten waren dort nur wenige Menschen zu sehen. Alle Lokale, die normalerweise oft schon mittags voll sind, waren zu. Das galt auch für die vom Dekret der Regionalregierung ebenfalls betroffene Party-Straße Punta Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Insel-Hauptstadt Palma.

Dicht gedrängt sitzen Touristen kurz nach der Wiedereröffnung am Ballermann. Diese Szenen soll es vorerst nicht mehr geben.

So entsteht langsam die Sorge, dass Mallorca-Urlauber die zweite Corona-Welle bringen könnten. Außenminister Heiko Maas kommentiert das mit scharfen Worten. 

Corona in Deutschland: Lokale Ausreisesperren je nach Corona-Infektionslage

+++ 11.00 Uhr: Um auf die Corona-Infektionslage in einzelnen Regionen in Deutschland besser reagieren zu können, haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Länder auf lokale Beschränkungen geeinigt. In Gebieten, die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind, können damit lokale Ausreisesperren verhängt werden - das sei laut einem Papier der Gesundheitsministerkonferenz ein „geeignetes Mittel“. Welche Regionen davon betroffen sein könnten, ist noch nicht bekannt.

Corona in Deutschland: Kommunen für gezielte Corona-Test-Strategien

+++ 10.45 Uhr: Kommunen und der Virologe Jörg Timm werben für gezielte Corona-Test-Strategien nach den Schulferien. „Nach den Ferien in Schulen und Kitas flächendeckend zu testen, ist erst mal ein sinnvoller Gedanke“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen, Bernd Jürgen Schneider, der Essener „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „Der Neustart würde uns allen leichter fallen, wenn wir sicher sein können, dass niemand das Virus in die Einrichtungen einschleppt.“ Zuvor müsse allerdings sichergestellt sein, dass genügend Testkapazitäten vorhanden seien. „Das ist organisatorisch und finanziell keine Kleinigkeit“, erklärte Schneider. Denn es gehe um mehr als drei Millionen Kinder und Jugendliche. 
 

Nach Corona-Ausbruch: Tönnies darf wieder produzieren

+++ 6.45 Uhr: Nach vier Wochen Zwangspause fährt Deutschlands größter Schlachtbetrieb Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück am Donnerstag seine Produktion wieder hoch. Am Morgen sollten die ersten Schweine angeliefert werden. Ein Sprecher sprach am Mittwoch von den frühen Morgenstunden. Nachdem rund 1400 Corona-Infizierte in der Tönnies-Belegschaft nachgewiesen worden waren, hatten die Behörden Mitte Juni die Produktion in dem Werk im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh gestoppt. 
 

Aktuelle Corona-Fallzahlen

Update vom 16.07.2020, 6.20 Uhr: Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Marke von 200 000 überschritten. Seit Beginn der Corona-Krise waren mindestens 200 260 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 16.7., 0.00 Uhr). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des RKI 534 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen - das sind sieben mehr im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten 186 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 15.7., 0.00 Uhr, bei 1,02 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Erste Sammelabschiebung seit beginn der Corona-Krise

+++ 19.28 Uhr: Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise hat ein größerer Sammelabschiebeflug Deutschland verlassen. Vom Flughafen Frankfurt aus startete am Dienstag (14.07.2020) eine Maschine mit 19 Menschen aus Pakistan an Bord, die keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen hatten. Das bestätigte die Bundespolizei auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“. Die meisten von ihnen kamen den Angaben zufolge aus Baden-Württemberg und Bayern. Das Flugzeug sei bereits mit zehn pakistanischen Staatsangehörigen an Bord aus Griechenland in Deutschland angekommen.

Flüchtlingsorganisationen kritisierten den Abschiebeflug als „Tabubruch“, wie es hieß. Deutschland könne die Gesundheit der Abzuschiebenden nicht garantieren und gefährde mit den Flügen auch die begleitenden Polizisten sowie das Flugpersonal, sagte Stephan Reichel von der Flüchtlingsorganisation Matteo. Auch die Bundestags-Grünen nannten die Aktion „unverantwortlich“: Es sei in der Corona-Pandemie menschenrechtlich geboten, bundesweit alle Abschiebungen auszusetzen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hingegen begrüßte, dass die Bundesländer die Ausreisepflicht auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen durchsetzten. Der Bund unterstütze die Länder bei diesem Vorhaben. Das Bundesinnenministerium dringe bei den Herkunftsstaaten darauf, die Rückführungen bald wiederaufzunehmen.
Deutschland hat Abschiebungen ins außereuropäische Ausland nie offiziell ausgesetzt. Faktisch waren sie zuletzt jedoch vielfach unmöglich, da aufgrund der Corona-Pandemie viele Länder ihre Grenzen geschlossen hatten und kaum Flugzeuge flogen. Von Januar bis Mai gab es dadurch nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 5022 Rückführungen und damit weniger als halb so viele wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Corona-Regeln gelten auf Mallorca wieder

+++ 16.24 Uhr: Auf Mallorca gelten ab sofort wieder strengere Corona-Regeln. Das verkündete der Tourismusminister der Balearen Lago Negueruela am Mittwoch in Palma. Als Grund wurde vor allem der Tourismus und eingehende Beschwerden in den Städten Palma, Llucmajor und Calvià genannt. Dort waren insbesondere deutsche und britische Touristen in großer Zahl in Lokalen zusammengekommen. Dabei trugen sie weder Schutzmasken noch hielten sie den Mindestabstand ein, wie auch zahlreiche Fernsehbilder belegen.

Umfassende Einschränkungen auf Mallorca beschlossen

In der Anordnung wird die Verletzung von „elementaren“ Verhaltensregeln zum Selbstschutz gegen das Coronavirus beklagt. Diese hätten zu einer Wiedereinführung der Schutzmaßnahmen geführt. Dies sei im Interesse sowohl der lokalen Bevölkerung als auch der Touristen. In drei Straßen sollen sämtliche Restaurants und Freizeitbetriebe geschlossen werden.

Betroffen sind folgende Regionen

  • Carrer de Miquel Pellisa
  • Carrer del Pare Bartomeu Salvà
  • Calle Punta Ballena in Magaluf

In anderen Teilen der Ballearen ist der Alkoholausschank eingeschränkt, außerdem muss in entsprechenden Betrieben wieder auf Höchstkapazitäten und einen Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden.

Angesichts der Szenen auf der beliebten Urlaubsinsel hatte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Bedenken geäußert. Er hatte vor einem „zweiten Ischgl“ und einem erneuten großen Ausbruch des Coronavirus gewarnt. „Die Bilder, die wir am Wochenende von der Deutschen liebsten Insel gesehen haben, von Mallorca, besorgen mich“, erklärte Spahn.

Neue Sprachversionen für Corona-Warn-App

+++ 13.14 Uhr: Die Corona-Warn-App der Bundesregierung, beworben von Jens Spahn, soll in wenigen Tagen auch auf Türkisch zur Verfügung stehen. Das Update war schon im Mai angekündigt worden und soll voraussichtlich ab dem 16. bis 19 Juli verfügbar sein, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch dem WDR.

Neben einer türkischen Version der Corona-Warn-App ist auch eine Version in arabischer Sprache „sehr weit“ vorbereitet. Einen Termin für diese Version nannte Seibert allerdings ebenso wenig, wie für eine Version auf Bulgarisch, Rumänisch, Polnisch oder Russisch. Mit den Sprachversionen soll der mehrsprachigen Realität in Deutschland nachgekommen werden, so Seibert.

Lokale Corona-Ausgangssperren sorgen für Diskussionen

+++ 11.40 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält lokale Ausreisesperren für Regionen mit Corona-Ausbruch nur für schwer umsetzbar. „Wir haben große Landkreise in Sachsen. Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem wir einen gesamten Landkreis mit einer Ausreisesperre belegen“, teilte der Regierungschef am Mittwoch auf Twitter mit. Das könne in anderen Regionen Deutschlands mit kleineren Landkreisen anders sein. „Für den Freistaat können wir so etwas nahezu ausschließen“, so Kretschmer. Am Donnerstag (16.07.2020) wollen Bund und Länder entscheiden, ob die Möglichkeit lokale Ausreiseverbote geschaffen wird.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte am Tag zuvor in der Diskussion um Ausreisesperren auf das Ampelsystem in Sachsen verwiesen, wo bereits ab 20 wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Etwa mit präventiven Tests könne schnell reagiert werden, hieß es.

Die aktuellen Fallzahlen des RKI - R-Wert steigt erneut über 1

+++ 7.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 351 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199 726 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 15.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9071 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 186 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Update vom Mittwoch, 15.07.2020, 6.30 Uhr: Wer sich im Krankenhaus in Hessen von einer Operation oder einer schweren Krankheit erholt, kann ab Mittwoch (15.07.2020) auch wieder mit Besuchern am Krankenbett rechnen. In den Kliniken dürfen Patienten in den ersten sechs Tagen nach Angaben des Sozialministeriums insgesamt zwei Besuche empfangen. Pro Besuch dürfen maximal zwei Personen kommen. Ab dem siebten Tag dürfen Angehörige und Freunde täglich den Patienten besuchen. Allerdings maximal zwei Besucher am Tag. Besuche in Rehakliniken sind jetzt wieder uneingeschränkt möglich.

Coronavirus in Deutschland: R-Wert unter 1

+++ 21.00 Uhr: In Deutschland gab es zuletzt 412 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.375 Personen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 14.7.2020, 0 Uhr). Bislang starben in Deutschland den Angaben zufolge 9068 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag nach RKI-Schätzungen bei 1,06 (Datenstand ebenfalls 14.7.2020, 0 Uhr). Am Vortag lag sie noch bei 1,00. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Das Sieben-Tage-R - ein Wert, der weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt - lag mit Datenstand 14.7., 0 Uhr bei 0,91 (Vortag: 0,83).

Coronavirus in Deutschland: RKI listet Nachbarland Luxemburg als Risikogebiet

+++ 19.15 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) listet ein Nachbarland Deutschlands neuerdings als Corona-Risikogebiet. Das Auswärtige Amt warnt vor „nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen“ nach Luxemburg. Das Land habe kumulativ die Corona-Neuinfiziertenzahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten, heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes zur Begründung.

In Luxemburg besteht laut RKI „ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2“. Die Entscheidung zur Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch Gesundheitsministerium, Innenministerium und Auswärtigem Amt. Zwischen Deutschland und Luxemburg gibt es jedoch keine Grenzkontrollen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich für den Fall ansteigender Covid-19-Zahlen gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen „nicht die besten Erfahrungen gemacht“,
sagte er am Montag im Innenausschuss des Europaparlaments.

Corona-Krise in Deutschland: Neue Lockerungen in Bayern

+++ 17.30 Uhr: In Bayern gibt es neue Corona-Lockerungen, die bereits ab morgen gelten sollen. Künftig dürfen wieder bis zu 400 Personen im Freien und bis zu 200 Personen in geschlossenen Räumen an Veranstaltungen teilnehmen - wenn es zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze gibt. Gibt es diese nicht, sind im Freien bis zu 200 Personen und in geschlossenen Räumen bis zu 100 Personen erlaubt. Außerdem sollen auch kleinere Märkte im Freien wieder erlaubt werden, hat das bayerische Kabinett auf seiner Sitzung auf Schloss Herrenchiemsee beschlossen. Dort gilt dann gleichzeitig eine Maskenpflicht, Mindestabstände müssen eingehalten werden. Außerdem müssen die Veranstalter ein eigenes Schutz- und Hygienekonzept erstellen, ein Festzelt oder Partymusik darf es nicht geben.

Urlaub in der Corona-Krise: NRW trifft neue Maßnahmen

+++ 17.10 Uhr: Bei Urlaubern und sonstigen Rückkehrern aus Risikogebieten will NRW jetzt härter durchgreifen. Wer nicht in eine zweiwöchige Quarantäne möchte, muss einen Corona-Test vorlegen – und der kostet. „Es ist geplant, dass die zu testenden Urlauber anteilig für die Testungen aufkommen“, teilte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums mit. Eine Gebührenordnung werde derzeit erarbeitet. Diese Regelung gilt beispielsweise für das Urlaubsland Türkei, denn dieses ist als Risikogebiet deklariert.

Während NRW neue Maßnahmen trifft, sieht auch ein weiteres Bundesland bei Urlaubs-Rückkehrern eine potenzielle Corona-Infektionsgefahr, die es einzudämmen gilt. So will Bayern eine Abstimmung mit den anderen Bundesländern vorantreiben.  „Wir müssen aufpassen, dass insgesamt von Reiserückkehrern keine neuen Infektionen nach Deutschland gebracht werden“, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Unter anderem die großen Partys am Ballermann in Mallorca hätten das Thema zusehends in den Vordergrund gerückt.

Corona-Krise in Deutschland: Weniger Abschiebungen wegen Pandemie

+++ 14.15 Uhr: Die Zahl der Flüchtlinge, die eigentlich aus Deutschland ausreisen müssen, ist im Zuge der Corona-Krise deutlich gestiegen. Sie erhöhte sich zwischen Ende Mai 2019 und Ende Mai dieses Jahres von 245.597 auf 266.605, wie das Bundesinnenministerium am Dienstag mitteilte. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden demnach 5022 Asylbewerber abgeschoben - und damit weniger als die Hälfte als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zahlreiche Staaten verweigerten wegen der Corona-Pandemie weiterhin die Einreise von Menschen, die abgeschoben werden sollten, oder sie beschränkten die Einreise auf „unabdingbare, wenige Fallkonstellationen“, teilte das Bundesinnenministerium den Funke-Blättern mit.

RKI: 412 neue Corona-Infektionen

+++ 11.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 412 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199 375 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstag meldete (Datenstand 14.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9068 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.7., 0.00 Uhr, bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Beratungen über Ausreisebeschränkungen wegen Corona

+++ 10.25 Uhr: Bund und Länder beraten über die Verhängung von Ausreisebeschränkungen für Landkreise, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind. Ziel der diskutierten Maßnahmen sei es, „sehr präzise und möglichst schnell zu reagieren“, wenn ein akuter Corona-Hotspot auftauche, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstag in der Sendung „Frühstart“ von RTL und n-tv.

Es werde darüber diskutiert, ob in einem solchen Fall eine Ausreisebeschränkung „nicht am Ende eine bessere Variante ist, als wenn man am Urlaubsort ankommt, um dann zurückgewiesen zu werden“, sagte Braun weiter.

Die tagesaktuellen Corona-Fallzahlen

+++ 08.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 198.963 angegeben - ein Plus von 107 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 200.180 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9064 Todesfälle und damit genauso viele wie am Vortag. Die JHU zählte 9074 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 185.100.
 

+++ 06.25 Uhr:  Im Zuge des Corona-Ausbruchs im Tönnies-Konzern in den Fokus gerückte Missstände in der Fleischindustrie machen auch rheinland-pfälzischen Betrieben zu schaffen. Das Handwerk spricht von einem Imageschaden, unter dem die gesamte Branche bis hinunter zum Kleinbetrieb leide. Bernhard J. Simon, Geschäftsführer von Simon Fleisch in Wittlich, spricht von einer Art „Sippenhaft“. Die Gewerkschaft NGG attestiert Fleischfirmen hierzulande zwar einen besseren Umgang mit dem neuen Coronavirus als anderswo, Missstände gebe es aber dennoch. „Das System insgesamt ist faul“ , meinte NGG-Vertreter Jerome Frantz.
 

Politiker gegen Massentests für Fußballfans

Update vom 14.07.2020, 04.20 Uhr: Politiker äußern sich kritisch zum Vorstoß aus der Fußball-Bundesliga, mit Hilfe von Corona-Massentests bei Zuschauern schon zu Saisonbeginn Spiele mit Publikum zu ermöglichen. Es sei „nicht der richtige Zeitpunkt, bereits über Lockerungen in den Stadien zu sprechen“, warnte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). „Eine Lockerung im September kommt zu früh.“

Ähnlich äußerte sich der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (68) in der Zeitung: „Die DFL und der DFB sollten jetzt im Hochgefühl des Neustarts aufpassen, dass sie nicht überziehen. Alles muss ganz eng mit Virologen und Epidemiologen abgestimmt werden.“ Nur ein Spiel mit Infizierten reiche, „dass das Infektionsgeschehen wieder steigt und es neue Restriktionen geben muss“.

Lauterbach betonte, Deutschland habe in der Corona-Pandemie bisher viel Glück gehabt und einiges richtig gemacht. „Es ist aus medizinischer und auch aus ökonomischer Sicht absurd, da ein völlig überflüssiges Risiko einzugehen“, meinte der Epidemiologe. Er regte an, dass nicht die etwa 500.000 Fans, sondern mehr Pflegekräfte und Erzieher im Herbst getestet werden sollten.

Bundesligist 1. FC Union Berlin hatte angekündigt, schon beim Start der neuen Saison im September in einem voll besetzten Stadion spielen zu wollen. Alle Stadionbesucher sollen zuvor auf das Coronavirus getestet werden. Auch der Deutsche Fußball-Bund hofft, durch flächendeckende Coronatests die Arenen wieder füllen zu können.

Lauterbach widersprach. Tests, wie sie im Gespräch sind, seien nicht aussagekräftig. „Es kann vorkommen, dass bei einem Infizierten das Virus zum Zeitpunkt des Tests noch nicht nachweisbar ist, er aber später beim Spiel bereits ansteckend ist.“ Auch könnten bis zu 30 Prozent der Tests falsche negative Ergebnisse liefern.

Große Sorge vor zweitem „Ischgl" auf Mallorca

+++20.13 Uhr: Bei regionalen Ausbrüchen des Coronavirus plant die Bundesregierung ein zielgenaueres Durchgreifen. Bei einem starken Corona-Ausbruch will sie umgehend harte Maßnahmen verhängen und Testkapazitäten hochgefahren. Stelle man fest, dass der Ausbruch regional begrenzt sei, könnten die Maßnahmen genauso schnell wieder aufgehoben werden, wie sie erlassen wurden.

+++ 18:02 Uhr: Die Fußball-Bundesliga in Deutschland denkt in der Corona-Krise über Massen-Tests an Fans nach, um wieder vor Publikum spielen zu dürfen. Ein Vorschlag, der bei Politikern auf wenig Gegenliebe stößt.  „Es ist aus medizinischer und auch aus ökonomischer Sicht absurd, da ein völlig überflüssiges Risiko einzugehen“, erklärte SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach (SPD) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Wolfgang Bosbach (CDU) mahnt ebenfalls zur Vorsicht:  Ein einziges Spiel mit Infizierten könnte reichen, „dass das Infektionsgeschehen wieder steigt und es neue Restriktionen geben muss“

Corona in Deutschland: Mallorca-Urlauber missachten Regeln - Jens Spahn in großer Sorge

+++ 13.07.2020, 11:12 Uhr: Jens Spahn hat sich angesichts der Bilder aus Mallorca mit feiernden Urlaubern ohne Masken oder Abstand besorgt geäußert. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lothar Wieler, Präsident des RKI, warnte Spahn vor einem „zweiten Ischgl.“

„Die Bilder, die wir von der Deutschen liebsten Insel gesehen haben, von Mallorca, besorgen mich.“, sagte Spahn. „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann kein zweites Ischgl wird.“, so Spahn weiter. Abstandsregeln und Vorsichtsmaßnahmen sollten auch am Ballermann eingehalten werden. Denn spätestens bei der Rückreise entstünden sonst Gefahren für Mitreisende im Flieger und dann für die Menschen in Deutschland. Gruppenreisen und Großveranstaltungen seien in Zeiten von Corona keine guten Ideen, betonte der Gesundheitsminister.

Spahn betonte auch, dass die hohe Zahl an Menschen in Deutschland, nämlich 15,5 Millionen, die die Corona-Warn-App nutzen, deutlich mache, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger den „Kampf gegen das Virus“ als „Teamspiel“ betrachteten.

Corona-Krise in Deutschland: RKI meldet tagesaktuelle Fallzahlen

+++ 07:00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat die tagesaktuellen Fallzahlen zur Corona-Krise veröffentlicht. Laut dem RKI haben sich in den vergangenen 24 Stunden 159 weitere Personen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt liegt die Zahl der Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, bei mindestens 198.963. Eine weitere Person ist innerhalb des vergangenen Tages an Covid-19 gestorben.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert genannt, lag laut RKI-Schätzung für besagten Zeitraum bei 1,04. Das bedeutet im Vergleich zum Vortag einen geringfügigen Anstieg. Am Sonntag hatte das RKI den R-Wert noch mit 0,93 angegeben. Ein R-Wert über 1 bedeutet, dass eine Person im Schnitt etwas mehr als eine weitere Person ansteckt.

Corona in Nordrhein-Westfalen: Lockerungen für „besondere Anlässe“ erlassen

+++ 19.47 Uhr: In Nordrhein-Westfalen gibt es eine weitere Lockerung der Corona-Vorschriften. Zu „besonderen Anlässen“ wie Jubiläen, Geburtstagen und Hochzeiten, dürfen künftig bis zu 150 Gäste kommen. Allerdings muss auch bei diesen Veranstaltungen die Nachvollziehbarkeit der Kontakte gewährleistet sein.

Für Kulturveranstaltungen verdreifachte die CDU-Landesregierung in NRW die mögliche Zahl der Teilnehmer. So dürfen 300 Personen teilnehmen, ohne dass es einer besonderen Genehmigung bedarf. Ein Hygienekonzept muss es jedoch weiterhin geben. Als Grund für die Lockerung nannte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die positive Entwicklung der Corona-Infektionen in den letzten Tagen.

+++ 17.37 Uhr: Die Reproduktionszahl (kurz R-Wert) liegt nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) am Sonntag (12.07.2020) bei 1,04 (Datenstand 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ansteckt. Die Reproduktionszahl bildet das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag lag der R-Wert in Deutschland bei 0,93 – zuvor bei 0,80. Der 7-Tage-R-Wert wird auf 0,91 geschätzt.

Corona in Deutschland: Erster Fußballverein will Stadion für Fans öffnen

+++ 10.45 Uhr: Viele Fußballfans sehnen das Ende der Geisterspiele wegen der Corona-Krise herbei. Union Berlin will nun sein Stadion „An der alten Försterei“ für Fans wieder öffnen. Der Berliner Klub plant, alle Stadionbesucher im Vorfeld auf das Coronavirus zu testen; das Gesundheitsamt soll bei der Ausarbeitung der Pläne behilflich sein. Experten sehen das Vorhaben skeptisch.

„Weil der Test nur eine Momentaufnahme ist, ist aber nicht ausgeschlossen, dass trotzdem Zuschauer nach 24 Stunden positiv werden und somit andere Zuschauer im Stadion anstecken können“, wird der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit in der „Bild am Sonntag“ zitiert. Problemlos sei hingegen das Testen von 22.000 Stadionbesuchern. Klaus-Dieter Zastrow vom Hygieneinstitut Berlin hält zwei Tests vor dem Spiel für die sichere Variante. „Mit so getesteten Fans wäre Fußball mit vollem Stadion und Fangesängen auch zu verantworten.“ Jedoch sei der Aufwand recht groß.

Untersuchung dämpft Hoffnung auf Anti-Corona-Impfstoff

+++ 08.35 Uhr: Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

„Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann“, sagte Wendtner. „Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.“ Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Dies müsse weiter beobachtet werden, sagte Wendtner. Für die Langzeitimmunität sei neben der sogenannten B-Zell-assoziierten über Antikörper gemessenen Immunität auch die sogenannte T-Zell-Immunität relevant. Wenn Patienten neutralisierende Antikörper verlören, könne diese eventuell einen Schutz geben. T-Lymphozyten können virusinfizierte Zellen gezielt abtöten, wenn sie zuvor ihren Gegner einmal kennen gelernt haben.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland

Update, Sonntag, 12.07.2020, 07.55 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 12.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9063 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 184 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

+++ 20.38 Uhr: Die Reproduktionszahl (kurz R-Wert) liegt nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) am Samstag (11.07.2020) bei 0,93 (Datenstand 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Corona-Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Die Reproduktionszahl bildet das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag lag der R-Wert in Deutschland bei 0,80 - zuvor bei 0,66.

Urlauber aus Deutschland schockieren auf Mallorca mit Missachtung der Corona-Regeln

+++ 15.50 Uhr: Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der „Mallorca Zeitung“ (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten „Bierstraße“ im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen - „als gäb‘s kein Corona“, so die „MZ“. Praktisch niemand trägt dabei Maske, obwohl der von der spanischen Regierung für die Zeit der „neuen Normalität“ vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die „Mallorca Zeitung“, „wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte“. Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien.

Run auf Tübinger Corona-impfstudie

+++ 12.45 Uhr: Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner der DPA.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

Corona-Krise in Deutschland: Bedingungen für das Ende der Maskenpflicht

+++ 10.35 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat ein Kriterium für ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel genannt: den Rückgang der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf unter 100. „Solange wir im Durchschnitt täglich mehrere hundert neue Infizierte haben, wird sie überall bleiben müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken.“

Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update, vom Samstag, 11.07.2020, 07.07 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland bekanntgegeben. Demnach haben die Gesundheitsämter 378 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. In Deutschland gibt es zudem sechs neue Todesfälle. Der R-Wert steigt unterdessen leicht an. Er liegt aktuell bei 0,80 (Vortrag 0,66).

Corona in Deutschland: Ausbruch auf einer Krebsstation - Krankenhaus zieht Konsequenzen

+++ 19.27 Uhr: In einem Klinikum in Freising bei München ist das Coronavirus ausgebrochen. Fünf Personen wurden laut dem Pandemiebeauftragten des Krankenhauses, Dr. Christian Fiedler, positiv auf Covid-19 getestet. Es handelt sich dabei um drei Patienten sowie zwei Mitarbeitern der Krebsstation.

Ein Pflegeschüler des Klinikums in Freising soll das Virus beim Waschen der Patienten an diese übertragen haben - obwohl er alle Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigte und entsprechende Schutzkleidung trug. Dass sich die Patienten dennoch mit dem Coronavirus infizieren konnten, liegt Fiedler zufolge vermutlich an deren, durch die Chemotherapie, geschwächten Immunsysteme.

Derzeit werden alle 88 Mitarbeiter der Krebsstation auf das Virus getestet. Bis die Abstriche ausgewertet sind, stehen sie unter Quarantäne. Das Krankenhaus verlagerte alle Krebspatienten der Station sofort auf andere Stationen, wo sie weiter versorgt werden. Neben den Mitarbeitern der betroffenen Station sollen auch alle anderen Mitarbeiter der Klinik auf Covid-19 getestet werden. Das Krankenhaus in Freising plant, am kommenden Dienstag (14.07.2020) Abstriche von über 1000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen innerhalb von zehn Stunden durchzuführen.

Corona-Krise: Deutschland vereinbart reduzierte Lieferverträge mit Herstellern von Beatmungsgeräten

+++ 17.01 Uhr: Laut einem Bericht der Bundesregierung will diese einen Teil der bestellten Beatmungsgeräte nun doch nicht annehmen. Ursprünglich war geplant, den Bundesländern während der herrschenden Corona-Pandemie 20.000 Beatmungsgeräte für die Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung zu stellen.

Da der Bedarf an den Geräten jedoch zunehmend sinkt, passte die Bundesregierung die Lieferverträge mit den Herstellern an, sodass zukünftig weniger Geräte geliefert werden. Seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland stellte die Regierung den Bundesländern 4.250 Beatmungsgeräte zur Verfügung.

Corona-Krise Deutschland: Reisen nach Norwegen bald wieder möglich

+++ 15.02 Uhr: Seit Mitte März sind die Grenzen Norwegens aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Das soll sich ab Mittwoch (15.07.2020) jedoch ändern. Dann will Norwegen die Grenzen für sämtliche europäische Staaten wieder öffnen - darunter auch Deutschland.

Laut Justizministerin Monica Maeland und Wirtschaftsministerin Iselin Nybö gaben die zufriedenstellenden Corona-Infektionszahlen den Anlass zu dieser Entscheidung. Eine Quarantänepflicht für einreisende Touristen besteht nicht. Auch Norwegern ist es dann wieder gestattet, in europäische Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien zu reisen.

Corona in Deutschland: Forscher untersuchen Herzpatienten und stellen Beunruhigendes fest

Forscher des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) untersuchten in einer Studie mehrere gestorbene Herzpatienten, die unter dem Coronavirus litten. Dabei stellten sie fest, dass sich das Virus nicht nur in Organen wie der Lunge und den Nieren verbreitet, sondern auch das Herz befallen kann.

Laut Dirk Westermann, Leiter der UKE-Studie, kann Covid-19 demnach einzelne Herzzellen infizieren und sich in ihren vermehren. Darüber hinaus ist das Virus in der Lage, die Genaktivität der betroffenen Herzzellen zu verändern. Dies könnte Langzeitfolgen für Betroffene Patienten haben. Westermann zufolge ist allerdings noch nicht ausreichend geklärt, in welchem Maß sich das Virus auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten auswirken kann.

Im Rahmen der Studie forschten die Wissenschaftler bisher an 39 toten Herzpatienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Sie waren alle um die 85 Jahre alt. Bei rund zwei Drittel stellten die Forscher der UKE das Virus im Herzgewebe fest. Um zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, sind zukünftig Untersuchungen des Herzens an lebenden Covid-19-Patienten geplant.

Corona-Krise in Deutschland*: 174 Erntehelfer in Bayern mit Corona infiziert - Söder kündigt strenge Kontrollen an. *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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