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Corona: Neue Fallzahlen für Deutschland - R-Wert deutlich zu hoch

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Nach dem Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln ist die Zahl der Infektionen weiter gestiegen. Fast die Hälfte der Infizierten sind Kinder und Jugendliche.

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Gesundheitsgefährdung durch das Coronavirus in Deutschland weiterhin als hoch ein.
  • In Göttingen stirbt ein Mann in dem wegen Corona abgeriegelten Hochhaus-Komplex.
  • Informationen zum bisherigen Infektionsgeschehen finden sich im vorhergehenden News-Ticker zur Lage in Deutschland sowie in unserer Newsapp

Hier geht es zum aktuellen Corona-Ticker für Deutschland

Update vom Mittwoch, 24.06.2020, 08.00 Uhr:  Männer haben bei der Coronavirus-Erkrankung eine schlechtere Prognose als Frauen. Sie erkranken oft schwerer an Covid-19 und sterben häufiger. Was anfangs ein Phänomen aus China mit seiner hohen Zahl rauchender Männer zu sein schien, bestätigt sich nun weltweit. 

„Wir sehen das auch hier in Deutschland. Wir haben sehr viele männliche Patienten“, sagt Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing, der im Februar die allerersten Corona-Patienten in Deutschland behandelt hatte. Und auch Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) sagt: „Es sind definitiv mehr Männer betroffen“.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update vom Dienstag, 23.06.2020, 05.55 Uhr:Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 503 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.862 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 23.06., 0 Uhr).

8895 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 22.6., 0.00 Uhr, bei 2,76 (Vortag: 2,88). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 22.6., 0.00 Uhr, auf 1,83 (Vortag: 2,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln: Zahl der Infektionen steigt

+++ 21.23 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in den unter Quarantäne gestellten Wohnblöcken in  Berlin-Neukölln ist nochmals leicht gestiegen. Mittlerweile wurden die Testungen abgeschlossen, teilte das Bezirksamt am frühen Abend mit. Mit Stand Montag (22.06.2020, 16 Uhr) gab es 98 laborbestätigte positive Testergebnisse. Das waren 4 mehr als am Freitag (19.06.2020). Die Zahlen könnten allerdings erneut steigen - erst am Dienstag sollen die Ergebnisse aller Tests vorliegen.

Insgesamt wurden 604 Tests durchgeführt. Berlin-Neukölln hat knapp 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Unter den Infizierten sind demnach 41 Kinder und Jugendliche.

Aufgefallen war der Corona-Ausbruch am 5. Juni nach Infektionen bei Schulkindern, die zwar verschiedene Schulen besuchten, aber die gleichen Adressen hatten. Das „Ausbruchsgeschehen“ sei trotz aufwendiger Recherchen des Gesundheitsamtes nicht eindeutig zu rekonstruieren und der Ausgangspunkt nicht eindeutig zu lokalisieren, schrieb der Bezirk auch am Montag wieder. Fakt sei, dass zahlreiche Mitglieder einer christlichen Gemeinde positiv getestet worden seien, die auch an einem Gottesdienst teilgenommen hätten.

Corona: Hochhaus in Göttingen bis Donnerstag unter Quarantäne

+++ 17.51 Uhr: Angesichts von rund 120 positiven Tests auf das Coronavirus steht der betroffene Hochhauskomplex in Göttingen vorerst noch bis Donnerstag (25.06.2020) unter Quarantäne. Der Tod eines vorerkrankten 42 Jahre alten Mannes stehe aber in keinerlei Zusammenhang zum aktuellen Infektionsgeschehen, teilte ein Stadtsprecher mit. Die Test-Aktion auf das Coronavirus sei bei dem Bewohner negativ ausgefallen. 

Die Polizei schließt ein Fremdverschulden aus. Eine Begleitperson des 42-Jährigen wurde in einer städtischen Wohnung untergebracht, hieß es weiter.

Stadt Göttingen bestätigt Toten in Corona-Hochhaus

+++ 13.25 Uhr: Die Stadt Göttingen hat einen Todesfall in dem unter Quarantäne stehendeHochhauskomplex bestätigt. Der 1977 geborene und unter einer Vorerkrankung leidende Mann sei in der Nacht zum Sonntag gestorben, teilte ein Sprecher der Stadt am Montag mit. 

Er sei allerdingsnicht mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Bei einer Untersuchung sei er negativ getestet worden.

Corona: Mann in abgeriegeltem Hochhaus in Göttingen gestorben

+++ 12.30 Uhr: In einem nach einem Corona-Ausbruch abgeriegelten Wohnkomplex ist ein Mann gestorben. Nach Angaben der Linken vor Ort berichten die Feuerwehr und Bewohner des Hauses von dem Fall.

Die Lebensgefährtin soll im Vorfeld amAbsperrungszaun um Hilfe gebeten haben, da der Mann unter Atemnot litt. Rettungskräfte seien erst eine Stunde später eingetroffen.

„Bislang ist nicht geklärt, ob der Bewohner anCovid-19 gestorben ist. Offensichtlich war es für seine Lebensgefährtin in der von der Stadt geschaffenen Abschottungssituation aber unmöglich, Zugang zu dringend benötigter medizinischer Hilfe zu erlangen. Es ist daher durchaus von einem engen Zusammenhang dieses Todesfalls mit der von der Stadt verhängten Isolation auszugehen“, so Lena Rademacher für die Basisdemokratische Linke.

Coronavirus-Hotspot in Göttingen. Ein Mensch soll bislang gestorben sein. 

Deutschland: Entspannte Bevölkerung trotz Corona

+++ 6.50 Uhr: Trotz Corona-Pandemie und weltweiter Beschränkungen fühlen sich die Deutschen so sicher wie nie. Das geht aus einer Umfrage des IT-Dienstleisters Unisys hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

Insgesamt erreicht Deutschland 122 Punkte auf einer 300-Punkte-Skala und gehört mit dem zweiten Platz unter den 15 befragten Ländern „zu den entspanntesten Nationen“. Die Sicherheitsbedenken der Bundesbürger sanken demnach bereits das vierte Jahr in Folge. Nur die Niederländer sind derzeit noch sorgloser, was die Sicherheitsbedenken angeht.

Tagesaktuelle Corona-Zahlen für Deutschland

Update vom Montag, 22.06.2020, 04.55 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 537  Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190.359 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete (Datenstand 22.06., 0 Uhr).

8885 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, stieg nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79). 

Corona in Deutschland: R-Wert steigt stark an

+++ 19.58 Uhr: Nach Angaben desRobert Koch-Instituts ist die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, über den Wert von 2,0 gestiegen. Den „7-Tage-R“ schätzt das Institut auf 2,3. Das teilte das Robert Koch-Institut am Sonntagabend, 21. Juni, mit. Der Anstieg sei hauptsächlich auf lokal begrenzte Ausbrüche zurückzuführen. Im Kreis Güterslohn kam es in einer Fleisch-Fabrik von Clemens Tönnies zu einem Corona-Ausbruch. 1331 Arbeiter sind mittlerweile infiziert.

Corona in Deutschland: 500 Menschen feiern illegale Techno-Party in Berlin

+++ 15 : 24 Uhr: Im Volkspark Hasenheide in Berlin feiern Menschen seit März Techno-Partys. Trotz Corona. Darüber berichtet der „RBB“ in einem Video. Darin ist zu sehen, wie ohne Masken und Mindestabstand munter gefeiert wird. Das Geschehen filmte ein Reporter des „RBB“ mit versteckter Kamera. „Corona ist in der Hasenheide eigentlich schon seit März kein Ding mehr“, berichtet ein Partygänger dem Reporter. Der Teilnehmer zeigt sich überrascht darüber, das mittlerweile so viele Menschen regelmäßíg zu den Partys kämen. 400-500 Teilnehmer sollen es laut des Videos gewesen sein. 

Deutschland: Corona-Warn-App soll in weiteren Sprachen erscheinen

+++ 12.15 Uhr: Die deutsche Corona-Warn-App soll bald in weiteren Sprachen verfügbar sein. „In etwa vier Wochen wird es eine türkische Version geben, außerdem sind weitere Sprachen in Planung: Französisch, Arabisch und auch Russisch“, sagte SAP-Vorstand Jürgen Müller der „Bild am Sonntag“. Rumänisch sei ebenfalls in Planung.

SAP hatte die App gemeinsam mit der Deutschen Telekom im Auftrag der Bundesregierung programmiert. Bis Samstagnachmittag wurde die Anwendung laut Robert-Koch-Institut rund 10,6 Millionen Mal heruntergeladen. 

Corona-Reproduktionszahl in Deutschland deutlich gestiegen – R-Wert weit über 1

Update vom Sonntag, 21.06.2020, 06.30 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 189.822 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen meldete (Datenstand 21.06., 0 Uhr). 

Bislang starben dem RKI zufolge 8882 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit sank die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um Eins. 174.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl steigt deutlich

+++ 19.29 Uhr: Der Abwärtstrend bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist gestoppt. Regionale Ausbrüche, wie beim Schlachtkonzern Tönnies in Nordrhein-Westfalen, lassen die Reproduktionszahl wieder deutlich über 1 steigen. 

Laut Robert Koch-Institut liegt die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, am Samstag (20.06.2020) bei 1,79 (Datenstand 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Am Vortag war der Wert noch deutlich niedriger – und lag bei 1,06. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert auf 1,55 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Merkel wirbt für neue Corona-App 

+++ 12.15 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat alle Bürger zum freiwilligen Nutzen der neuen Corona-App aufgerufen. Die Anwendung sei „ein wichtiger Helfer, wenn es darum geht, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen“, sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. „Je mehr mitmachen, desto größer ist dieser Nutzen.“

Merkel warb in dem Video um Vertrauen in den Datenschutz der App. Sie sichere die Privatsphäre, indem sie erzeugte Daten konsequent verschlüssele. Geodaten würden nicht erhoben, Daten nicht zentral gespeichert. Die Corona-App sei zudem absolut freiwillig. „Es gibt keine Belohnung für die Benutzung und keinen Nachteil, wenn sich jemand dagegen entscheidet.“

Die Corona-App wurde inzwischen mehr als neun Millionen Mal heruntergeladen. „Die App kann nun unser Begleiter und Beschützer werden“, so Merkel. Ohne diese technische Hilfe seien Gesundheitsämter weiterhin nur auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft infizierter Menschen angewiesen. Die Kanzlerin mahnte zugleich: „Am wichtigsten bleibt es, neue Infektionen von vornherein zu vermeiden.“ Dafür komme es nach wie vor auf das Verhalten an. Abstand halten, Händewaschen und das Tragen von Alltagsmasken blieben unerlässlich.

Corona in Deutschland: Söder warnt vor Rückfall

Update vom Samstag, 20.06.2020, 10.40 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 189.135 angegeben - ein Plus von 601 seit dem Vortag. Das RKI registrierte 8883 Todesfälle und damit elf mehr als am Vortag, die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 174.700.

Unterdessen warnte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor einer wieder stärkeren Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. „Wir haben echt verdammtes Glück gehabt“, sagte er in einer am Samstag auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. „Ich glaube, dass wir Tausenden von Menschen das Leben gerettet haben durch die Maßnahmen, die wir getroffen haben.“ 

Jetzt gelte es den „Schatz einer niedrigen Zahl an Infektionen zu bewahren“, so Söder. Doch es gebe erste Fälle, „wo es sich wieder zurück schleicht“. Angesichts der Fälle in Nordrhein-Westfalen oder Berlin spüre man, „dass wir sehr aufpassen müssen“. Corona sei nicht vorbei. „Das ist wie ein Funke, der in einem Busch ein entsprechendes großes Feuer auslösen kann.“

Corona in Deutschland: R-Wert steigt wieder über kritische Marke

+++ 21.43 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 19.6., 0.00 Uhr bei 1,06 (Vortag: 0,86). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 19.6., 0.00 Uhr, auf 1,17 (Vortag: 1,0). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Dass die geschätzten Reproduktionszahlen (R-Wert und 7-Tages R-Wert) leicht über 1 liegen zeige, dass die Anzahl der Neuerkrankungen momentan nicht weiter zurückgehe, hieß es vom RKI. Dies hänge mit den lokalen Häufungen zusammen. „Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen diese Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark.“ Ein genereller Anstieg sei daraus bisher nicht abzuleiten.

Corona bei Tönnies: Laschet schließt Lockdown nicht aus

+++ 19.44 Uhr: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, schließt nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies mehr als 800 Infizierten einen Lockdown nicht mehr aus.

Das Infektionsgeschehen könne noch lokalisiert werden. „Sollte sich dies ändern, kann auch ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden“, sagte Laschet am Freitagabend in Düsseldorf. Er sprach von einem massiven Ausbruchsgeschehen: „Das größte, bisher nie dagewesene Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen.“

+++ 12.44 Uhr: Immer mehr Menschen in Deutschland verwenden die Corona-Warn-App*. Am Freitagvormittag (19.06.2020) lag die Zahl der Installationen bei 9,6 Millionen. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) auf Twitter mit. Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) rief die Bevölkerung auf, die Nutzung weiter auszudehnen. „Bitte weitermachen!“, schreib sie auf Twitter.

Corona-Warn-App in Deutschland in der Kritik

Die Diskussion um Einschränkungen der Corona-Warn-App geht unterdessen weiter. So kritisierten die Grünen erneut, dass die Mindestvoraussetzungen zu hoch seien, so dass die App nur auf neueren Smartphones laufe.

Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom besitzen in Deutschland 58 Millionen Menschen ab sechs Jahren ein Smartphone. „Die allermeisten der eingesetzten Geräte erfüllen die technischen Voraussetzungen für die Corona-Warn-App“, sagte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder.

+++ 9.25 Uhr: Es sind nicht nur Großbetriebe wie der Schlachtereibetrieb Tönnies, die sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Corona-Hotspot entwickelt haben. Die Gefahr einer Ansteckung lauert auch an ganz anderer Stelle. Das Deutsche Ärzteblatt macht nun die Erkenntnisse der Wissenschaftler aus Yangzhou zum Thema. 

Corona in Deutschland: Öffentliche Toiletten können Infektionsrisiko sein

Vor allem in Toiletten, die häufig benutzt werden, entstehen laut Ärzteblatt große Menge an Aerosol-Wolken. Schließt man die Toilette, kann man die Wolken gut eindämmen. Aber diese vermeintlich einfache Lösung ist zumindest bei öffentlichen Toiletten ein Problem, wie das Ärzteblatt weiter schreibt. 

Viele Toiletten im öffentlichen Raum haben keinen Klodeckel, den man beim Spülen schließen könnte. Dies sei vor allem in den USA der Fall, so das Fachblatt. Das könne zu einem erneuten Spreading des Coronavirus führen, wie Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing gegenüber Ärzteblatt anmerkt. 

Der Infektiologe erinnert in diesem Zusammenhang an Diskussionen über die Verbrei­tung des Virus auf Kreuzfahrtschiffen. „Ein derartiges Spreading halte ich nicht für ausgeschlossen.“ Zudem gebe es mehr und mehr Studien zur Virenlast im Stuhl von COVID-19-Patienten.

Risiko-Ort öffentliche Toilette: So kann man sich vor Corona-Infektion schützen

+++ 8.45 Uhr: Öffentliche Toiletten könnten zu den Risikoorten für eine Corona-Ansteckung zählen. Das legt zumindest eine Studie chinesischer Wissenschaftler nahe, deren Ergebnisse im Fachblatt „Physics of Fluids“ veröffentlicht wurde. Die Forscher untersuchten, wie sich kleine Schwebeteilchen beim Spülen einer Toilette in der Luft verteilen. Es sei möglich, dass Virus-belastete Aerosol-Wolken von anderen Menschen eingeatmet werden, schließen sie. 

Corona-Pandemie in Deutschland: Forschung läuft auf Hochtouren

Studien zuvor hatten bereits gezeigt, dass der Stuhl von Infizierten Coronavirus-Material enthalten kann - lebende Viren wurden allerdings nur sehr selten gefunden. Die Physiker der Universität von Yangzhou nutzten detaillierte Computermodelle, um die Wasser- und Luftströmungen nachzuzeichnen, die beim Spülen mit verschiedenen Toilettentypen entstehen. Demnach werden in der Toilette Wirbel erzeugt, die sich in Form von Aerosol-Wolken über der Schüssel fortsetzen - bis auf eine Höhe von knapp einem Meter, wo sie eingeatmet werden oder sich auf Oberflächen absetzen könnten. Die Lösung sei einfach: Klodeckel vor dem Spülen schließen.

Deutschland: Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update vom Freitag, 19.06.2020, 6.30 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 770 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 188 534 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 19.6., 0.00 Uhr). 8872 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 16 im Vergleich zum Vortag. Etwa 174 400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. 

Corona-Hotspots in Deutschland: Schlachterei Tönnies sorgt für Neuinfektionen

DieReproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 18.6., 0.00 Uhr, unverändert bei 0,86 und damit unter der kritischen Marke von 1,0. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

+++ 18.25 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies im westfälischen Rheda-Wiedenbrück gibt es jetzt 730 registrierte Neuinfektionen. Das teilte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Abend mit. Am Vorabend lag dieser Wert noch bei 657. 

Ausgewertet wurden 1106 Ergebnisse eines von den Behörden angeordneten Reihentests, der am Donnerstag fortgesetzt wurde. Im Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück müssen in den nächsten Tagen noch rund 5300 Mitarbeiter getestet werden.

Menschen egal „welcher Herkunft“ Corona

+++ 16.39 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat auf Kritik an seiner Aussage zum Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies reagiert. „Menschen gleich welcher Herkunft irgendeine Schuld am Virus zu geben, verbietet sich. Mir ist wichtig klarzumachen, dass das für mich wie für die gesamte Landesregierung selbstverständlich ist“, teilte Laschet am Donnerstag mit. 

Der Ministerpräsident hatte am Mittwoch auf die Frage, was der Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: „Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren.“ Mehrere SPD-Politiker hatten daraufhin eine Entschuldigung gefordert. 

Laschet sagte am Donnerstag: „Es gibt eine Vielzahl von Risiken für die Verbreitung von Viren, dazu gehören auch die Bedingungen und die Form des Reiseverkehrs innerhalb Europas. Wir wollen ja aber gerade offene Grenzen und einen europäischen Arbeitsmarkt.“ Die Verantwortung liege damit woanders: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Arbeitsbedingungen und die Unterbringung der Menschen dazu beigetragen haben, dass sich das Coronavirus unter den Mitarbeitern des Schlachtbetriebs in Gütersloh derart ausbreiten konnte.“

Corona: Lage im ÖPNV angespannt – Neue Masseninfektion in Göttingen

+++ 14.38 Uhr: Die Lage im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) bleibt weiterhin angespannt. Zwar fahren viele Menschen trotz der Corona-Krise in zwischen wieder Bus und Bahn, doch trotzdem fährt der ÖPNV vor allem aus finanzieller Sicht im Minus. „Wir sind jetzt bei 40, 50 teilweise auch 60 Prozent der Nachfrage und fahren aber 100 Prozent der Leistungen“, so Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gegenüber der „tagesschau“. 

Es gebe keine Rücklagen, um die finanziellen Krise zu decken. Die Schäden werden mit mindestens fünf Milliarden Euro betitelt. Ob sich die Situation entspanne, hänge vor allem davon ab, ob es möglicherweise eine zweite Infektionswelle in Deutschland geben könnte. 

Corona: Neue Masseninfektion in Göttingen – Hochhaus unter Quarantäne 

+++ 12.00 Uhr: Angesichts von etwa 100 neuen Coronavirus-Infektionen in einem Göttinger Hochhaus wird der Gebäudekomplex sofort vollständig unter Quarantäne gestellt. Der Massentest am Montag und Dienstag auf Basis von zwei Zufallsbefunden hat 102 positive Infektionen ergeben, wie die Sozialdezernentin der Stadt, Petra Broistedt, am Donnerstagmorgen bekannt gab. Von der Maßnahme sind knapp 700 Bewohner betroffen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. 

Corona-Fälle bei Tönnies: 657 Infizierte - Reproduktionszahl gesunken

+++ 9.00 Uhr: DieReproduktionszahl, kurz R-Wert, sank nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 17.6., 0.00 Uhr, unter die kritische Marke von 1,0 auf 0,86. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,0 gelegen.

Update vom Donnerstag, 18.06.2020, 7.00 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 580 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 187 764 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 18.6., 0.00 Uhr). 8856 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 26 im Vergleich zum Vortag. Etwa 174 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. 

Corona-Fälle bei Tönnies

+++ 19.35 Uhr: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist auf 657 gestiegen. Insgesamt lagen am Mittwochabend 983 Testergebnisse vor, davon 326 negativ, wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh mitteilte. Dies sei nur ein Zwischenstand. Nach Angaben des Landrats Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte der Kreis insgesamt 1050 Coronavirus-Tests für Beschäftigte der Firma Tönnies veranlasst.

Am Mittwoch war der sprunghafte Anstieg der Infektionszahlen beim Hauptproduktionsbetrieb von Deutschlands Marktführer bei der Schweineschlachtung bekanntgeworden. Rund 7000 Menschen sind den Angaben des Kreises zufolge in Quarantäne. Um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen wurde die Schließung von Schulen und Kitas im gesamten Kreis verfügt.

Corona: Die Grundregeln zu den Kontaktbeschränkungen gelten weiter

+++ 19.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) haben die gute Zusammenarbeit in der Konferenz der Ministerpräsidenten gelobt. Es sei wichtig, dass alle Länder die Grundphilosophie weiter mitragen, sagte Söder. „Es eint uns, dass es ohne Vernunft nicht geht. Erleichterung ja, aber mit Umsicht und Köpfchen.“ 

Die Grundregeln zu den Kontaktbeschränkungen müssten weiter gelten für die nächsten Monate. Es sei dabei aber auch wichtig, dass sie unterschiedlich streng ausgelegt werden könnten. Alle Hygiene-Maßnahmen hätten sich bewährt und würden grundsätzlich fortgeführt. Die Bürger seien auch weiter gehalten, ihre Kontakte zu anderen Personen möglichst gering zu halten. Dies war nach den auseinanderdriftenden Einzelregeln der Länder zuletzt in Zweifel gezogen worden. 

+++ 18.25 Uhr: Einen Tag nach dem Beginn der Corona-Warn-App hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine positive erste Bilanz gezogen. Es sei „ein ganz guter Start, der natürlich noch verstetigt werden muss“, sagte sie in Berlin. Die App sei „ein Meilenstein in der Corona-Bekämpfung“. Merkel dankte allen Bürgern, die sich die App zur Nachverfolgung von Infektionsketten schon auf ihr Handy geladen haben.

+++ 18.15 Uhr:  Bund und Länder wollen vorerst an den bisherigen Regeln zu Mindestabstand und Hygienemaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie festhalten. Kanzlerin Merkel sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen hätten sich bewährt und sollten fortgeführt werden.

Corona: Schulen nach den Sommerferien in den Regelbetrieb

+++ 17.55 Uhr: Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Ländern in den Regelbetrieb zurückkehren. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle. Das beschlossen Bund und Länder bei einem Treffen am Mittwoch in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

+++ 16.45 Uhr: Nach langem Streit im Umgang mit der Corona-Krise wollen Bund und Länder mit neuen Regeln für Schulen, Maskenpflicht, Abstandsregeln und Großveranstaltungen Einigkeit demonstrieren. Dem Vernehmen nach einigten sich die Länderchefs am Mittwoch bei der Ministerpräsidentenkonferenz bereits auf eine gemeinsame Linie, dem Beschluss musste aber am Nachmittag auch der Bund bei einer zweiten Konferenzrunde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch zustimmen. Wegen unterschiedlicher Ansichten bei Lockerungen und entsprechenden Beschlüssen hatte es zwischen Bund und Ländern sowie den Ländern untereinander zuletzt oft Streit gegeben.

Zur Eindämmung des Virus setzt die Beschlussvorlage für das Treffen der Länder mit Merkel insbesondere auf die Fortsetzung des Mindestabstands von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen. Spätestens nach den Sommerferien sollen zudem die Schulen bei einem positiven Verlauf der Infektionszahlen in den Regelbetrieb zurückzukehren. Dagegen bleiben - wenn auch mit Ausnahmen - Großveranstaltungen mindestens bis Ende Oktober verboten.

Corona in Deutschland: Tönnies stoppt Schlachtbetrieb

+++ 15.45 Uhr: Mitarbeiter im Heimaturlaub könnten nach Ansicht des Schlachtunternehmens Tönnies das Coronavirus eingeschleppt und somit den Ausbruch mitverursacht haben. Viele der häufig aus Rumänien und Bulgarien stammenden Beschäftigten hätten die langen Wochenenden für einen Heimaturlaub genutzt, erklärte Gereon Schulze Althoff, Leiter des Pandemiestabs bei der Firma Tönnies am Mittwoch in Gütersloh.

„Wenn ein oder, zwei oder auch fünf eine Infektion mitbringen und die dann zum falschen Moment am falschen Platz sind und diese Infektion verbreiten, kann das dazu führen, dass man damit einen Herd ausgebildet hat“, sagte Schulze Althoff weiter. Allerdings sei es noch zu früh für eine abschließende Bewertung. Die Reiserückkehrer seien allenfalls einer von mehreren Faktoren, die zu dem Ausbruch mit nun 400 Neuinfizierten und damit der Schließung des Schlachtbetriebs geführt hätten. Außerdem zeige sich, dass gerade die gekühlten Räume die Verbreitung begünstigen könnten.

+++ 15.20 Uhr: Wegen des Corona-Ausbruchs ist der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gestoppt. Die Schlachtungen seien bereits am Mittwochmittag eingestellt worden, nun würden weitere Bereiche nach und nach heruntergefahren, teilte das Unternehmen mit. Wie lange der Produktionsbereich geschlossen bleibe, müssten die Behörden nach Lage entscheiden. 

Corona: Großveranstaltungen bleiben bis mindestens Ende Oktober verboten

+++ 14.55 Uhr: Die Bundesländer wollen Großveranstaltungen grundsätzlich bis mindestensEnde Oktober verbieten. Dies gelte für solche Veranstaltungen, „bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Formulierungsvorschlag für das Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag. Demnach könnte es Ausnahmen geben, wenn die Vorgaben eingehalten werden können.

+++ 14.30 Uhr: Mehrere SPD-Ministerpräsidenten rechnen damit, dass bei den Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch eine Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen beschlossen wird. „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass wir uns verständigen, dass Großveranstaltungen weiterhin entweder gar nicht oder nur unter sehr strengen Auflagen durchgeführt werden sollen“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Man habe bei den Auflagen bisher immer einige Monate nach vorne gedacht. „Insofern ist es sinnvoll, dass wir sagen, wir wollen über den August hinaus keine Großveranstaltungen im klassischen Sinne in Deutschland veranstalten.“

„Das erste und wichtigste Ziel ist es, zu vermeiden, dass es zu einer zweiten Welle in Deutschland kommt, und deswegen werden wir uns weiter einschränken müssen“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Es ist ein Preis, den wir bezahlen müssen, aber es ist auch kein allzugroßer Preis dass auf Großveranstaltungen weiter verzichtet werden muss.“ Er gehe davon aus, dass es heute zu einem solchen Beschluss kommen werde. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte der dpa, es müsse eine gemeinsame Aussage in der Bundesrepublik Deutschland zum Thema Großveranstaltungen geben. Daran arbeite man bei den Gesprächen.

Kreis Gütersloh schließt nach Corona-Ausbruch alle Schulen und Kitas

+++ 14.20 Uhr: Der Kreis Gütersloh schließt nach einem erneuten Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien. Durch diesen Schritt solle eine Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung vermieden werden, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch. Zuvor hatten mehrere lokale Medien berichtet.

Corona: 400 Neuinfektionen bei Tönnies

+++ 13.30 Uhr: Mit 400 Neuinfizierten allein seit Anfang der Woche nimmt der Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück immer größere Ausmaße an. Von den bislang 500 am Mittwoch vorliegenden Testergebnissen der Mitarbeiter in dem Schlachthof und Fleisch-Zerlegebetrieb im ostwestfälischen Kreis Gütersloh seien 400 positiv auf das Virus getestet worden. Weitere Ergebnisse stünden auch noch aus. Die Zeitungen „Westfalen-Blatt“ und „Neue Westfälische“ hatten zuvor darüber berichtet.

Am Nachmittag wollten der Kreis Gütersloh und Tönnies bei einer Pressekonferenz über das Geschehen informieren. Das NRW-Gesundheitsministerium kündigte zudem an, im Gesundheitsausschuss des Landtages ausführlich zu informieren. Am Dienstag hatte das Unternehmen von 128 positiv auf das Virus getesteten Mitarbeitern gesprochen und Maßnahmen zugesagt, die Ausbreitung einzudämmen.

Corona: Magdeburg schließt wieder Schulen

+++ 13.20 Uhr: In Magdeburg sind seit Dienstagmorgen weitere 23 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Das geht aus Angaben des Sozialministeriums Sachsen-Anhalt vom Mittwoch hervor. In der Landeshauptstadt sind wegen des Ausbruchs in den vergangenen Tagen mehrere Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Spielplätze geschlossen worden. Von den bisher gut 180 in Magdeburg erfassten Infektionen wurden 60 seit Freitag erfasst.

Bund: Corona-Auflagen werden gelockert

+++ 12.20 Uhr: Bund und Länder streben eine begrenzte Lockerung bei den Kontaktbeschränkungen und beim Abstandsgebot gegen die Corona-Pandemie an. Die Bürger sollten angehalten werden, die Anzahl ihrer Kontaktpersonen „möglichst gering zu halten“ - eine genaue Zahl wird in der Beschlussvorlage für das Spitzentreffen von Bund und Ländern am Mittwochnachmittag aber nicht mehr genannt. Zudem solle künftig das Abstandsgebot von 1,50 Metern bei „Zusammenkünften sicher bekannter Personen“ auch unterschritten werden können, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Großveranstaltungen wegen Corona bis Ende Oktober verboten

+++ 12.00 Uhr: Das Tübinger Unternehmen CureVac darf mit der klinischen Prüfung seines Impfstoffkandidaten gegenCorona beginnen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen erteilte dem Unternehmen die Zulassung, den Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen, wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel am Mittwoch mitteilte. Ende April hatte bereits das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhalten, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

+++ 10.50 Uhr: In Deutschland sollen Großveranstaltungen wegen der Corona-Krise noch bis Ende Oktober verboten bleiben. 

RTL/NTV berichtet das unter Berufung auf ein Beschlusspapier, das von Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten entwickelt worden sein soll. 

Starker Start für die Corona-App in Deutschland

+++ 10.21 Uhr:Die deutsche Corona-Warn-App ist seit ihrem Start am Dienstag bereits mehrere Millionen Male heruntergeladen worden. Es seien 6.453.606 Downloads gezählt worden, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch mit. „Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Corona-Virus künftig weniger Chancen hat“, erklärte Ressortchef Jens Spahn (CDU).

Jeder einzelne, der die App nutze, mache einen Unterschied, betonte Spahn. „Dieser starke Start sollte noch mehr Bürger motivieren, mitzumachen. Denn Corona eindämmen, das ist ein Teamspiel.“

Aktuelle Corona-Fallzahlen

+++ 8.45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 187.184 angegeben - ein Plus von 345 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 188.252 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8830 Todesfälle und damit 30 mehr als am Vortag, die JHU 8820 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 173.600.

+++ 7.15 Uhr: Wir das ZDF berichtet, haben sich bereits mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland die Corona-Warn-App auf ihr Smartphone geladen. 

Demnach berichtet der Sender, dass die App allein bei Google Play auf etwa 1,6 Millionen Downloads kommt, im App-Store von Apple sind es zusätzlich noch einmal etwa 400.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update vom Mittwoch, 17.06.2020, 6.25 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 345 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 187.184 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete (Datenstand 17.6., 0.00 Uhr). 

8830 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 30 im Vergleich zum Vortag. Etwa 173.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, sank nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 16.6., 0.00 Uhr, auf die kritische Marke von 1,0. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,19 gelegen.

Kanzlerin Merkel warnt in Zeiten von Corona

+++ 20.05 Uhr:  Angela Merkel wolle nicht pessimistisch sein - man könne der Lage nur optimistisch entgegentreten - aber man müsse auch realistisch sein, sagte die Kanzlerin am Dienstag in einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. 

Nach den Lockerungen der Reisewarnungen für die meisten EU-Länder und angesichts der Debatte über Sommerurlaubsziele sagte Merkel, jedem sei die Freude über einen Urlaub auf Mallorca oder in Griechenland gegönnt. Wenn sie allerdings die ökonomischen Zahlen betrachte, „weiß ich nicht ganz, ob wir schon Hoffnungen und Realität zusammengebracht haben“.

Was man angesichts von sieben Millionen Kurzarbeitern im Mai derzeit erlebe, sei nie da gewesen, mahnte Merkel demnach. In der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 habe es 1,5 Millionen Kurzarbeiter gegeben. Anders als damals sei die Lage nun aber nicht schnell zu heilen. Deswegen sei es wichtig, dass Regierung und Unionsfraktion Zuversicht und Handlungsfähigkeit ausstrahlten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zur Fraktionssitzung der Union.

Das Virus sei nicht weg, auch wenn man es gut eingedämmt und in die Schranken verwiesen habe, sagte Merkel nach diesen Informationen. Wo Menschen allerdings eng beieinander seien, gebe es aber immer wieder Ausbrüche. „Wir müssen sehr vorsichtig sein, damit wir die schon schwierige Lage in der Wirtschaft nicht nochmal verschlechtern“, warnte die Kanzlerin. Es sei ein sehr angespannte Zeit, auch wenn derzeit meist die Sonne scheine. „Es ist nicht ohne, was uns da in den nächsten Monaten erwartet.“

Virologe Drosten nennt App „entscheidend wichtiges Werkzeug“

+++ 19.45 Uhr: Der Virologe Christian Drosten verspricht sich von der neuen staatlichen Corona-Warn-App einen „guten Effekt“ auch im Fall von relativ niedrigen Nutzerzahlen. Selbst dann könne „an vielen Stellen ein entscheidender Unterschied“ erzielt werden, sagte der Wissenschaftler von der Charité in Berlin am Dienstag im NDR-Podcast. 

Die App sei ein „entscheidend wichtiges Werkzeug“, um die Zahlen niedrig zu halten. Bei der Suche nach Kontakten eines Infizierten komme es schließlich vor allem auf Geschwindigkeit an: Müssten da erst Telefonketten losgehen, gehe wichtige Zeit verloren, sagte er.

Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit dem NDR hatte Drosten die App auf seinem Handy wegen eines leeren Akkus noch nicht installiert, wie er sagte. Er wolle sie aber herunterladen. 

Über die Menschenansammlungen bei Demos in den vergangenen Wochen sagte Drosten, dies stelle zwar grundsätzlich eine Gefahr dar - auch wenn man sich im Freien weniger infiziere als in Räumen. Momentan sei die Anzahl der Fälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Deutschland aber sehr niedrig. Es sei daher durchaus vorstellbar, dass keine Infizierten in den Menschenansammlungen gewesen seien. Diese Hoffnung dürfe man nicht vergessen.

Lockerungen in Bayern und Sachsen

+++ 16.15 Uhr: Nach Bayern plant auch Sachsen weitere Lockerungen in der Corona-Krise. Diese sollen mit der neuen Corona-Schutzverordnung von Ende Juni bis zum 17. Juli gelten, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) nach einer Sitzung des Kabinetts ankündigte. Demnach sollen größere Familienfeiern mit bis zu 100 Gästen unter Hygieneauflagen wieder möglich sein. 

Nachgedacht werde auch über eine mögliche Lockerung der Maskenpflicht beim Einkaufen. „Wir haben das diskutiert, sind aber vorsichtig“, sagte Köpping. Die Entscheidung hänge auch von einer Einigung im Bund ab. Der Mindestabstand sowie der Mund-Nasen-Schutz in Bussen und Bahnen sollen aber bestehen bleiben. 

Corona-Krise in Deutschland: Bayern hebt den Katastrophenfall auf

+++ 14.20 Uhr: Bayern hebt am Mittwoch den Katastrophenfall auf und lockert die Corona-Schutzmaßnahmen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte am Dienstag nach der Sitzung seines Kabinetts, man habe besonders die private Lebensqualität der Menschen im Blick. 

Ab Mittwoch können sich in Bayern zehn Personen treffen. Die Erleichterungen seien aber mit der Verantwortung der Menschen verbunden, so Söder. Veranstaltungen wie Familienfeiern, Betriebsfeste oder Schulfeiern werden mit 50 Personen in Räumen und 100 Personen im Freien erlaubt. 

Gaststätten dürfen ab 22. Juni bis 23 Uhr öffnen. Für Kirchweihen, Starkbier- oder ähnliche -Feste gelte weiter ein Verbot, erklärte der Ministerpräsident. Denn nach solchen Veranstaltungen seien Infektionsketten nicht nachvollziehbar. Kulturelle Veranstaltungen im Freien werden nun mit 200 Personen möglich sein, im Innern mit 100 Zuschauern.

Verbraucherzentrale: Corona-App schwer auffindbar

+++ 14.10 Uhr: Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, hat die schlechte Auffindbarkeit der Corona-Warn-App in App-Stores kritisiert und vor einer zu geringen Verbreitung gewarnt. „Die App muss jetzt den Praxistest bestehen“, sagte Müller der „Rheinischen Post“: „Die schlechte Auffindbarkeit durch die unklare Bezeichnung der App kann natürlich dazu führen, dass weniger Menschen sie auf ihrem Handy installieren, wenn die erste Aufmerksamkeitswelle vorbei ist. Das könnte dann die Verbreitung der App und den Nutzen schmälern", sagte der Verbraucherschützer. „Nur wenn viele Menschen die App nutzen, erfüllt sie überhaupt ihren Zweck.“

Bei neuer Corona-App sind auch Fehlalarme möglich 

Bei der neuen Corona-Warn-App kann es in Einzelfällen auch zu Fehlalarmen kommen. „Das können wir nicht zu 100 Prozent ausschließen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Vorstellung der Anwendung für Handys. Dadurch könnten Menschen informiert werden, bei denen eigentlich kein Risiko besteht. Aber „mir ist lieber ein Test zu viel als ein Test zu wenig“, sagte der Gesundheitsminister. Außerdem könne es schließlich auch zu Fehlern kommen, wenn Infizierte für das Gesundheitsamt Gedächtnisprotokolle über ihre Kontakte erstellen, fügte Spahn hinzu.

Nach Angaben des Chefs der an der App-Entwicklung beteiligten Firma SAP, Jürgen Müller, werden die von der App registrierten Kontakte zu 80 Prozent richtig eingeschätzt. Bei 20 Prozent komme es zu Fehlern - entweder werde ein riskanter Kontakt nicht erfasst, oder irrtümlich ausgewiesen. 

Nach Spahns Einschätzung ist die Nutzung der App aber gerade in Zeiten der Corona-Lockerungen sinnvoll. Denn es gebe wieder mehr Kontakte, bei denen sich die Menschen nicht kennen - etwa bei Demonstrationen oder Zugfahrten. Deutschland befinde sich angesichts niedriger Infektionszahlen in einer „guten Lage“, das solle erhalten bleiben. 

Corona-Ausbruch in Neukölln - 369 Haushalte unter Quarantäne

+++ 13.05 Uhr: Der Berliner Bezirk Neukölln hat wegen Corona-Fällen für 369 Haushalte Quarantäne angeordnet. Die Betroffenen lebten an sieben Standorten in verschiedenen Kiezen, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). Pro Haushalt werden demnach bis zu zehn Bewohner vermutet, genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Inzwischen hat sich Liecke zufolge die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen in dem Zusammenhang auf 57 erhöht, darunter auch Kinder. 

Laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sind die Wohnverhältnisse vor Ort sehr beengt - pro Haushalt lebten bis zu zehn Menschen zusammen. Nachdem das Virus in Europa zunächst in Skigebieten grassierte, sei es nun auch in Mietskasernen angekommen, sagte Hikel. Es treffe die Schwächsten der Gesellschaft. Sozialarbeiter seien vor Ort, für den kurzfristigen Bedarf der Menschen in Quarantäne würden Hilfspakete organisiert.

Datenschutzbeauftragter sieht Nachbesserungsbedarf bei der deutschen Corona-Warn-App

+++ 12.05 Uhr: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sieht noch Nachbesserungsbedarf bei der deutschen Corona-Warn-App. „Aus Sicht des Datenschutzes sehe ich keinen Grund, der gegen eine Installation spricht. Aber es gibt noch Schwachstellen“, erklärte Kelber am Dienstag zum Start der Anwendung. Vor allem stört er sich an einem Verfahren, bei dem der Nutzer eine TAN von einer Telefon-Hotline bekommt, um sein positives Testergebnis in der App einzutragen. Grundsätzlich soll die Anwendung ohne eine Telefon-Hotline funktionieren. 

Der eigentliche Plan ist, dass Menschen bei einem Test einen QR-Code bekommen, mit dem sie das positive Testergebnis in der App teilen können. Der zusätzliche Absicherungsschritt soll falsche Meldungen verhindern. Allerdings sind noch nicht alle Labore technisch in der Lage, die QR-Codes zu erzeugen. Deshalb gibt es zusätzlich den Umweg über die Hotline.

Corona: Haustiere sollen meldepflichtig werden  

+++ 11.20 Uhr: Positive Corona-Tests bei Haustieren sollen bald bei den Behörden meldepflichtig werden, um der Forschung zu helfen. Eine Verordnung dazu liege den Bundesländern vor und solle am 3. Juli im Bundesrat verabschiedet werden, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Dienstag in Berlin. Auf die Besitzer der rund 31 Millionen Haustiere in Deutschland kommt damit aber keine Pflicht zu, Hund, Katze oder Meerschweinchen testen zu lassen. Es gebe bisher auch keine Hinweise darauf, dass Menschen sich bei ihren Haustieren mit dem Virus ansteckten, betonte Klöckner. Weltweit gebe es wohl gerade einmal etwa 15 gemeldete Infektionen bei Haus- und Zootieren.

+++ 10.54 Uhr: Auf der Pressekonferenz stellt die Bundesregierung in Berlin die Corona-Warn-App vor.  Nach Einschätzung der Bundesregierung ist die deutsche App „die beste der Welt“.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) konkretisierte: „Sie herunterzuladen und zu nutzen ist ein kleiner Schritt für jeden von uns, aber ein großer Schritt für die Pandemiebekämpfung.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte auf der PK, die App sei kein Allheilmittel und kein Freifahrtschein. „Diese App ersetzt nicht vernünftiges Verhalten und Aufeinander-Acht-Geben“, sagte er und verwies auf die Abstandsgebote und Hygieneregeln. 

Justizministerin ruft zu Sorgfalt bei App-Nutzung auf

+++ 10.45 Uhr: Die deutsche Corona-Warn-App steht nach wochenlangen Verzögerungen seit diesem Dienstag zum Download bereit. Über die App-Stores von Apple und Google kann sie schon seit der Nacht heruntergeladen werden. BundesgesundheitsministerJens Spahn (CDU) warb im ZDF-„Morgenmagazin“ für die Nutzung der freiwilligen Anwendung. „Dieses Virus zu bekämpfen, es einzudämmen, ist ein Teamspiel“, sagte er. Die App hätte viel Arbeit bereitet und sei ein Produkt, dass sich stetig weiter entwickelt. Fehlalarme seien nicht auszuschließen, die habe es bei Gedächtsnisprotokolleen aber auch gegeben.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) rief zur Sorgfalt bei der Nutzung der App auf.

+++ 10.00 Uhr: Der Berliner Bezirk Neukölln rechnet damit, dass nach dem Corona-Ausbruch in einem Wohnhaus die Zahl der Infizierten noch steigt. Wie Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Dienstag im Inforadio vom rbb sagte, sind bisher 54 Mieter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Weitere Menschen werden momentan getestet.

Eine besondere Herausforderung sieht Liecke darin, die angeordnete Quarantäne durchzusetzen. „Wir setzen zunächst auf die Sozialarbeit, die vor Ort im Kiez schon seit Jahren etabliert ist“, so Liecke. Im nächsten Schritt sollen einzelne Menschen, die sich nicht an die Quarantäne halten, angesprochen werden. Auch der Einsatz der Polizei sei denkbar.

RKI meldet Corona-Fallzahlen

+++ 8.40 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 186.839 angegeben - ein Plus von 378 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 187.682 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8800 Todesfälle und damit neun mehr als am Vortag, die JHU 8807 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 173.100.

+++ 7.20 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag erneut über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,19 (Datenstand 15.6., 0.00 Uhr).

Corona-Warn-App zum Download bereit

Update vom Dienstag, 16.06.2020, 6.30 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist am frühen Dienstag zum Download bereitgestellt worden. Im App-Store von Google konnte sie bereits um kurz nach 2 Uhr morgens heruntergeladen werden, bei Apple war sie zunächst noch nicht verfügbar. 

Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen.

Derweil ruft Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) die Bürger zu Sorgfalt bei der Nutzung der neuen Corona-Warn-App auf. Wichtig sei, dass die Nutzer die Anwendung ausschließlich aus den offiziellen App-Stores vonApple und Google herunterladen, sagte die auch für den Verbraucherschutz zuständige Ministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Die Bürger müssten aufpassen, dass sie nicht versehentlich falsche Apps installieren, die ihre Daten abgreifen wollten.

Kompletter Wohnblock in Berlin unter Quarantäne

+++ 20.00 Uhr:Ein Wohnblock in Berlin-Neukölln mit vermutlich mehreren Hundert Bewohnern ist wegen 54 Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Die genaue Bewohnerzahl sei unbekannt, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Montag. „Ich habe keine Idee, wie viele Menschen dort tatsächlich leben“, so Liecke. Es werde nicht immer gesagt, wer noch alles in einer Wohnung wohne.  Das Bezirksamt Neukölln will am Dienstag (16.06.2020, 11.30 Uhr) über die Vorkehrungen informieren.

In dem betroffenen Wohnblock leben laut Stadtrat Liecke Bewohner zumeist in größeren Familien. Bei den Besuchen der Amtsmitarbeiter seien nicht immer alle Bewohner vor Ort gewesen. Bekannt geworden ist das „erhöhte Infektionsgeschehen“ durch Infektionen bei zwei Schulkindern und die anschließende Nachverfolgung der Kontakte. Die Quarantäne für das Wohnhaus war bereits am am Samstag verordnet worden.

Corona-Verstoß: Bürgermeister zeigt sich selbst an

+++ 17.45 Uhr: Nachdem er seinen Amtskollegen bei der Grenzöffnung zwischen Polen und Deutschland umarmte, hat sich der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) nach Angaben der Stadt selbst wegen eines Verstoßes gegen die Abstandsregeln angezeigt. 

René Wilke (Linke) und sein Amtskollege Mariusz Olejniczak aus der Nachbarstadt Slubice hätten sich in der Nacht von Freitag auf Samstag eigentlich auf der Oderbrücke nur per Ellenbogenkontakt begrüßen wollen, teilte die brandenburgische Stadt mit. Trotz ihres guten Vorsatzes seien sich die beiden Stadtoberhäupter dann aber in die Arme gefallen. Zuvor war die Grenze nach Polen drei Monate lang für Ausländer mit wenigen Ausnahmen geschlossen. 

„Die Geste war nicht geplant, aber wichtig. Allerdings war sie auch ein Regelverstoß, für den ich einzustehen habe“, sagte Wilke. Er habe beim städtischen Gesundheitsamt darum gebeten, den Vorgang ohne Ansehen der Person zu prüfen. 

Das Bild der Umarmung sei als Symbol der Wiedersehensfreude nach harten Lockdown-Maßnahmen durch die Medien gegangen, hieß es von der Stadt. Bei der zigfach abgebildeten Umarmung handele es sich jedoch um einen objektiven Verstoß gegen das geltende Abstandsgebot. Eine Entscheidung über die rechtliche Einschätzung der Selbstanzeige werde noch in dieser Woche erwartet.

Corona-Krise in Deutschland: Kontaktbeschränkungen in Brandenburg aufgehoben

+++ 13.07 Uhr: Ab heute sind die Kontaktbeschränkungen in Brandenburg aufgehoben. Damit ist Brandenburg nach Thüringen das zweite Bundesland, das die Corona-Regel kippt. Stattdessen treten die Abstands- und Hygieneregeln in den Mittelpunkt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag (12.06.2020) nach einer Kabinettssitzung in Potsdam ankündigte. 

„Es ist ein großer Schritt, der natürlich den Menschen im Land eine neue Verantwortung gibt“, betonte Woidke. Allerdings wird die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz ab sechs Jahren von öffentlichen Bussen und Bahnen und dem Einzelhandel auf Krankenhäuser, Pflegeheime, Reisebusse und Schiffsausflüge erweitert.

Corona in Deutschland: RKI meldet tagesaktuelle Fallzahlen - R-Wert steigt an, Grenzen wieder geöffnet

+++ 8:55 Uhr: Seit Montagmorgen um 0:00 Uhr sind die Grenzkontrollen wegen der Corona-Krise zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern wieder eingestellt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die für die Kontrollen zuständige Bundespolizei angewiesen nach drei Monaten die entsprechenden Kontrollen zu beenden.

Einzelne Grenzübergänge, wie zum Beispiel der in Aschau (im Bild) waren für den besagten Zeitraum gänzlich geschlossen. Nun ist auch hier das Reisen von Deutschland nach Österreich und in umgekehrter Richtung wieder möglich.

+++ Update vom Montag, 15.06.2020, 6:40 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat auch an diesem Montagmorgen wieder die tagesaktuellen Fallzahlen zur Corona-Krise veröffentlicht. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden von den Gesundheitsämtern in Deutschland demnach 192 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. 

Corona in Deutschland fordert vier weitere Todesopfer

Vier weitere mit dem Virus infizierte Menschen sind gestorben. Die Zahl der Todesfälle in der Corona-Krise hat sich damit auf 8791 erhöht. 400 weitere Personen haben laut der Daten des RKI die Infektion mit dem Virus überstanden.

Die Reproduktionszahl des Coronavirus, auch R-Wert genannt, hat sich nach RKI-Angaben leicht erhöht und liegt weiterhin über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,05. Am Sonntag hatte der R-Wert noch bei 1,02 gelegen.

Jens Spahn mahnt zur Vorsicht bei Reisen in der Corona-Krise

+++ 21.42 Uhr: CDU-Politiker und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bürger in Deutschland aufgefordert, trotz Aufhebung der Corona-Reisewarnung für 27 europäische Länder beim Reisen Vorsicht walten zu lassen. Jeder müsse sich überlegen, ob es jetzt eine weite Reise sein müsse, sagte Spahn am Sonntagabend (14.06.2020) in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

„Muss ich jetzt nach Lissabon, oder kann das vielleicht auch noch ein wenig warten“, fragte der CDU-Politiker. Er verwies auf Ischgl in Österreich, von wo aus das Virus im Winter europaweit Verbreitung fand. „Jetzt darf nicht Ballermann sozusagen das nächste Ischgl werden.“ Spahn fügte hinzu: „Party feiern – würde ich mal sagen – ist dieses Jahr weniger angesagt.“

Corona in Deutschland: CSU rechnet bald mit mehr Abschiebungen

+++17.18 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann rechnet für die zweite Jahreshälfte mit der Wiederaufnahme von Abschiebeflügen. Grund seien die sinkenden Corona-Zahlen. „Wir haben durch die Corona-Krise neue Rahmenbedingungen. De facto sind derzeit die Flüge eingestellt, da auch die Herkunftsländer wegen der Infektionsgefahr Rückführungen kaum akzeptieren“, sagte der CSU-Politiker am Sonntag in München. Er gehe jedoch aber davon aus, dass sich das im zweiten Halbjahr wieder lockern werde. 

Von Mittwoch bis Freitag konferieren die Innenminister von Bund und Ländern in Erfurt. Eine Verlängerung des Abschiebestopps sei zwar noch unvermeidbar. „Unserer Meinung nach müssen insbesondere Straftäter aber auch wieder nach Syrien zurückgeführt werden können“, betonte er. 

Corona in Deutschland: Corona-App startet - Auswärtiges Amt verschickt Rechnungen

+++ 13.28 Uhr: Eine Aktion, die in die Geschichte eingehen wird: Als die Corona-Pandemie Anfang März mit voller Wucht auf Europa traf, charterte die deutsche Bundesregierung Flugzeuge der Lufthansa und holte zehntausende Deutsche aus allen Teilen der Welt zurück nach Hause. 

Nun, nachdem offenbar das Gröbste überstanden scheint, gibt es für manchen geretteten Urlauber ein böses Erwachen. Denn sie könnten bald eine Rechnung vom Auswärtigen Amt erhalten. Sie würden "individuell über den jeweils zu tragenden Kostenanteil in den nächsten Tagen und Wochen informiert", heißt es aus der Behörde gegenüber spiegel.de.

Auswärtiges Amt hat 100 Millionen Euro für die Corona-Rückholaktion ausgegeben

Rund 100 Millionen Euro soll laut Spiegel die Finanzierung der Rückholaktion die Bundesregierung gekostet haben. Insgesamt habe das Auswärtige Amt damit 260 Charterflüge absolviert und rund 66.000 Deutsche aus 65 Ländern abgeholt, schreibt das Nachrichtenmagazin weiter.

Bei dem Preis soll es sich um eine Pauschale handeln, die sich aus der zurückgelegten Entfernung, vergleichbaren Ticketpreisen sowie den Kosten vergleichbarer Rückholaktionen von anderen EU-Mitgliedstaaten zusammensetzt.

Corona in Deutschland: Corona-App hat einen Erscheinungstermin

+++ 11.13 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und freigeschaltet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag in Berlin. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es.

Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark zunimmt. Nach weiteren Informationen soll die App von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU), Vertretern der an der Entwicklung beteiligten Unternehmen T-Systems und SAP sowie Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) vorgestellt werden. Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Kanzleramtsminister wegen Urlaubssaison besorgt – mögliche „bundesweite Maßnahmen“

+++ 08.35 Uhr: In Anbetracht der bevorstehenden Urlaubssaison hat Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) vor den Auswirkungen von Reisen in der Corona-Krise gewarnt. Würden Urlaubsrückkehrer aus einem Corona-Hotspot sich in ganz Deutschland verteilen und die Infektionsketten seien nicht zurückzuverfolgen, „dann kommen wir sehr schnell wieder in eine Situation, in der wir bundesweite Maßnahmen ergreifen müssten“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. 

Die „Top Priorität“ der Regierung sei es jedoch, dass so etwas nicht wieder geschehe. Dazu dient nach Brauns Worten auch die Corona-App, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll. Sie komme deshalb zu einem günstigen Zeitpunkt, betonte der Minister. Er räumte zugleich allerdings ein, dass ein früheres Anlaufen der App „schöner gewesen“ wäre. Mit der App können Kontaktpersonen automatisch benachrichtigt werden, wenn ein weiterer Nutzer positiv auf Covid-19 getestet wird. Die Verwendung ist freiwillig, es werden keine Daten zentral gespeichert.

Corona in Deutschland: Tagesaktuelle Fallzahlen – Grenzkontrollen werden aufgehoben

Update vom Sonntag, 14.06.2020, 07.00 Uhr: Am Samstag (13.06.2020) haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 247 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186.269 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete. 8787 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. 

Etwa 172.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag knapp über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,02 (Datenstand 13.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,87 gelegen.

Corona in Deutschland: Grenzkontrollen werden aufgehoben – Datum steht fest

+++ 19.25 Uhr: Die wegen der Coronavirus-Pandemie eingeführten deutschen Grenzkontrollen enden um Mitternacht in der Nacht auf Montag (15.06.2020). Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von einem Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Am Freitag hatte die Bundespolizei mitgeteilt, dass die Kontrollen bei der Einreise aus Frankreich „mit Ablauf des Montags“ enden sollten. Der Ministeriumssprecher bestätigte nun, dass auch diese Kontrollen bereits am Montag zu Tagesanfang entfallen. Die Mitte März verhängten Kontrollen werden bereits seit dem vergangenen Mittwoch (10.06.2020) zurückgefahren.

Damit dürfen Menschen aus Deutschlands Nachbarländern wieder ohne besonderen Grund einreisen. Die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, enden allerdings erst am 21. Juni.

Deutschland schließt mit weiteren Ländern Corona-Impfallianz

+++ 16.43 Uhr: Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben in einer Impfallianz den ersten Vertrag mit einem Pharmakonzern über die Lieferung von Corona-Impfstoffen an die EU geschlossen. Konkret geht es in der Vereinbarung mit dem Unternehmen AstraZeneca um 300 Millionen Impfdosen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. 

Die Entwicklung eines Impfstoffs könnte im günstigen Fall schon bis Jahresende abgeschlossen sein, hieß es aus dem Ministerium. Profitieren sollen alle EU-Staaten, die dabei sein wollen. Die Impfdosen würden relativ zur Bevölkerungsgröße aufgeteilt. „Viele Länder der Welt haben sich schon Impfstoffe gesichert, Europa noch nicht“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Durch das zügige koordinierte Agieren einer Gruppe von Mitgliedsstaaten entsteht in dieser Krise Mehrwert für alle EU-Bürger.“

Corona in Deutschland: Kritik an Thüringen: Corona-Leugner werden Freiheit ausnutzen

+++ 13.11 Uhr: Eine Woche nach dem Alleingang von Thüringen in der Corona-Krise wird das, in Deutschland bisher einmalige, Vorgehen des Bundeslandes noch immer kritisiert. Trotz der Corona-Pandemie hatte Thüringen die Kontaktbeschränkungen aufgehoben. Der Oberbürgermeister von Jena, Thomas Nitzsche, ist einer der Kritiker. Er hält den Schritt für „verfrüht“, verkündete er in seiner wöchentlichen Video-Botschaft.

Die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen sei mutig gewesen, nur sei es die Art von Mut „dessen Nachbar der Leichtsinn ist“. Er verstehe nicht, warum nicht schrittweise vorgegangen werden. Einerseits sei es gut, dass die Bürger nun mehr Eigenverantwortung in der Corona-Krise hätten. Andererseits befürchtet Oberbürgermeister Nitzsche, dass Corona-Leugner und Masken-Gegner die neuen Freiheiten ausnutzen werden. „Die Disziplin vieler (...) kann durch die Nichtdisziplin einiger weniger unterlaufen und am Ende komplett ausgehebelt werden. Und wir haben keine Handhabe dagegen,“ gibt er zu bedenken.

Corona in Deutschland: Ärztepräsident dringt auf Verbesserungen im Krisenmanagement

+++ 08.49 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt dringt angesichts der Corona-Pandemie auf weitere Verbesserungen der Krisenmechanismen. „Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, damit wir für ein mögliches Wiederaufflackern der Corona-Infektionen und für künftige Epidemien gut gerüstet sind“, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Die Krise habe gezeigt, dass engere europäische Vernetzung und Abstimmung nötig seien. Das gelte für Meldestrukturen, technische Plattformen von Corona-Apps, Vorräte an Schutzausrüstung und das Entwickeln von Medikamenten und Impfstoffen.

„In Deutschland hat die Politik vieles richtig gemacht“, sagte Reinhardt. „Trotzdem müssen wir auch hier Strukturen reformieren.“ Die Zuständigkeiten von Bund und Ländern in Krisenzeiten seien klar zu regeln. „Wir brauchen ein vernetztes System von Krisenstäben, das dauerhaft auf Standby geschaltet ist.“ 

Ärztepräsident befürwortet Corona-Lockerungen Deutschland

Nachzuhalten sei zudem, dass Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen Pandemiepläne regelmäßig aktualisierten und zu Übungszwecken scharf schalteten.

Reinhardt befürwortete weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen, deren Auswirkungen aber sehr genau zu beobachten seien. Auch nach den bisherigen Öffnungsschritten spiele sich das Infektionsgeschehen glücklicherweise nach wie vor auf einem niedrigen Niveau ab. „Es ist deshalb geboten und auch aus Sicht des Infektionsschutzes durchaus verantwortbar, die Aufhebung weiterer Einschränkungen zu prüfen.“

Corona in Deutschland: Tagesaktuelle Fallzahlen – Über 100 Infizierte in Magdeburg

Update vom Samstag, 13.06.2020, 06.24 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 348 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186 022 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete. 8781 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 18 im Vergleich zum Vortag. 

Etwa 171.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt weiter unter der kritischen Marke von 1,0 bei nun 0,87 (Datenstand 12.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,88 gelegen.

Corona in Deutschland: Über 100 Infizierte in Magdeburg, viele Infektionen auch auf Spargelhof

+++ 18.41 Uhr: Auf einem Spargelhof in Bayern sind inzwischen 95 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. 525 Mitarbeiter seien untersucht worden, teilte das Landratsamt in Aichach mit. „Aktuell werden alle Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt.“ Die Getesteten hätten zum Zeitpunkt des Abstrichs jedoch keinerlei Symptome einer Covid-19-Erkrankung gezeigt, teilte die Behörde unter Berufung auf Gesundheitsamtsleiter Friedrich Pürner mit.

Früheren Angaben zufolge hatte es unter Erntehelfern auf dem Betrieb in Inchenhofen eine Aufteilung in Kleingruppen gegeben, die vom Gesundheitsamt vorab ausdrücklich gelobt worden war. Nach Einschätzung der Behörde betrifft der Ausbruch auch lediglich den Spargelhof, weshalb auch eine Überschreitung der Grenzwerte für Neuinfektionen keine weiterreichenden Folgen hätte.

Corona in Deutschland: Zahlreiche Fälle in Magdeburg

Die positiv getesteten Mitarbeiter und einige Kontaktpersonen blieben getrennt voneinander zunächst in firmeneigenen Wohnungen in Quarantäne und würden dort kostenlos versorgt. 

„Das Gesundheitsamt wird in den nächsten Tagen entscheiden, wie lange die Quarantäne andauert und ab wann die betroffenen Erntehelfer aus dem Ausland in ihre Heimatländer zurückreisen können“, hieß es. Mehrere negativ getestete Personen seien schon wieder ausgereist oder kehrten in den nächsten Tagen in ihre Heimat zurück.

Corona-Ausbruch in Magdeburg – Sechs Schulen geschlossen

+++ 17.29 Uhr: Während in Sachsen-Anhalt die Zahl der Corona-Infektionen landesweit niedrig bleibt, ist es in der Hauptstadt Magdeburg zu einem Ausbruch des Virus gekommen. Von Montag an sind sechs Schulen und zwei Kinder- und Jugendeinrichtungen geschlossen, wie das Gesundheitsamt mitteilte. Die Infektionsketten seien noch nicht vollständig nachvollziehbar. „Derzeit wissen wir noch nicht, warum es die neuen Erkrankungen in so vielen verschiedenen Familien gibt“, sagte der Amtsarzt Eike Henning. In Magdeburg sind den Angaben zufolge nun 132 Covid-19-Fälle gemeldet (Stand: Freitag 11.00 Uhr). Zwei Erkrankte werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, eine weitere Person ist in der Nacht zum Freitag gestorben, wie das Gesundheitsamt mitteilte.

„Magdeburg und seine Bevölkerung sind bisher gut durch die Coronakrise gekommen - wir merken aber durch die Entwicklungen seit gestern, dass wir in unseren Bemühungen um Hygiene und Abstand nicht nachlassen dürfen“, sagte der Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD).

Corona in Deutschland: Zahlreiche Quarantäneanordnungen in Magdeburg

Als Konsequenz aus den neuen Fällen verhängte das Gesundheitsamt den Angaben zufolge rund 70 Quarantäneanordnungen. Diese betreffen den Angaben zufolge die Familien der Erkrankten, die Teilnehmenden einer Elternversammlung in der Grundschule „Am Umfassungsweg“ und die Mitglieder einer Sprachlerngruppe.

+++ 15.15 Uhr: Obwohl Hamburgs Wochenmärkte schon längst wieder offen sind, bleibt Hamburgs bekanntester Markt weiterhin geschlossen. Die Zwangspause für den berühmten Fischmarkt in Altona wird dem Bezirksamt zufolge noch bis mindestens Ende Juni bestehen bleiben. „Wie es ab dem 1. Juli weitergeht, können wir zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen. Das ist abhängig von den Corona-Zahlen“, sagte ein Behördensprecher dazu am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Das Verbraucherschutzamt sei zudem im ständigen Kontakt mit den Fischmarkt-Betreibern. Es könne aber niemand etwas versprechen.

Bereits Mitte März war der Kult-Markt wegen der Ausbreitung des Coronavirus zum ersten Mal in 300 Jahren Marktgeschichte abgesagt worden. Seitdem müssen Touristen und Hamburger sonntagmorgens auf den traditionellen Fischmarkt an der Elbe verzichten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut.

Corona in Deutschland: Händler kritisiert Schließung

„Ich finde, da darf nicht zweierlei Maß angelegt werden“, sagte der 81 Jahre alte Obmann des Fischmarktes, Dieter Bruhn. Supermärkte und Wochenmärkte dürften schließlich auch öffnen.

+++ 15.01 Uhr: Die geplante Sonderzahlung von 300 Euro pro Kind im Rahmen des Konjunkturpakets soll für alle Kinder gezahlt werden, für die im Jahr 2020 mindestens einen Monat lang Anspruch auf Kindergeld besteht oder bestand. Das geht aus dem Gesetzentwurf für das „Zweite Corona-Steuerhilfegesetz“ hervor, das vom Bundeskabinett am Freitag auf den Weg gebracht wurde.

Konkret bedeutet das: Sowohl für Kinder, die in diesem Jahr erst noch geboren werden, als auch für Kinder, deren Kindergeldanspruch in den vergangenen Monaten seit Januar bereits erloschen ist oder demnächst erlischt, gibt es die 300 Euro. Kindergeldanspruch besteht bis zu einem Alter von höchstens 25 Jahren, solange die Kinder in der Ausbildung sind. Der Zeitpunkt der Auszahlung des Bonus für die genannten Fälle ist noch nicht klar. Für alle anderen soll der Kinderbonus in zwei Raten zu je 150 Euro pro Kind mit dem Kindergeld im September und Oktober überwiesen werden.

Corona in Deutschland: Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen

+++ 11.45 Uhr:Das Bundeskabinett hat am Freitag die befristete Senkung der Mehrwertsteuer und weitere Bestandteile des Konjunkturpakets der Regierung beschlossen. Die Mehrwertsteuer soll demnach ab Juli für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent abgesenkt werden, der ermäßigte Satz von sieben auf fünf Prozent. Dies soll die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder ankurbeln.

Ebenfalls vom Kabinett beschlossen wurden nach Angaben aus Regierungskreisen der Kinderbonus für Familien von 300 Euro pro Kind sowie weitere Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Betrieb wegen der Pandemie und der dagegen angeordneten Schutzmaßnahmen ganz oder teilweise einstellen mussten.

Die Maßnahmen sind Teil des 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets, auf das sich die Spitzen der großen Koalition vergangene Woche verständigt hatten. Die Gesetzentwürfe werden nun im Parlament weiter beraten. Dazu ist ein Schnellverfahren in Bundestag und Bundesrat geplant. Für die Schlussabstimmungen sind Sondersitzungen der beiden Parlamentskammern am 29. Juni ins Auge gefasst.

Corona in Deutschland: Spahn mahnt zur Vorsicht

+++ 11.04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland in der Corona-Pandemie aktuell in einer guten Position. „Wir haben weiterhin eine Entwicklung auf niedrigem Niveau, jeden Tag Neuinfektionen, aber in einer Größenordnung, mit der wir gut umgehen können“, sagte er am Freitag im RBB-Inforadio. 

Gleichzeitig mahnte der Minister, weiter wachsam zu sein. „Wir sehen aber auch, ob bei Familienfeiern oder Gottesdiensten, das Virus ist noch da“, sagte er. „Und wenn wir es ihm zu leicht machen, wenn wir zu sorglos sind, dann verbreitet es sich wieder sehr schnell.“ Mit Blick auf angekündigte Großdemonstration an diesem Wochenende sagte Spahn, zu demonstrieren und seine Meinung zu äußern sei ein wichtiges Grundrecht. Gleichzeitig sei er besorgt bei den Bildern von dicht gedrängten Menschen. „Deshalb kann ich nur an die Vernunft appellieren und an die Rücksichtnahme aufeinander.“

Corona in Deutschland: Tagesaktuelle Fallzahlen – Ausbrüche in Hort und Grundschule

Update vom 12.06.2020, 06.24 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 258 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185 674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 12.6. 0 Uhr). 8763 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171 600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Corona-Ausbrüche in Hort und Grundschule - zahlreiche Infektionen auf Spargelhof

+++ 18.56 Uhr: In Magdeburg müssen eine Grundschule und ein Hort wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. „Insgesamt wurden sechs erwachsene Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet und zehn Kinder als Kontaktpersonen untersucht“, teilte die Stadt am frühen Abend mit. Da auch viele Pädagoginnen und Pädagogen Kontaktpersonen sind, werden die Einrichtungen von Freitag bis voraussichtlich zum 26. Juni geschlossen.

Ein Kind sei positiv getestet worden. Dessen Mutter habe am Montag eine Elternversammlung besucht, auf der 15 andere Eltern und eine Reihe von Lehrern anwesend gewesen seien. Der Amtsarzt empfiehlt allen Kinder der Einrichtung, sich in freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben. Der Mediziner betonte: „Alle Kontaktpersonen können ermittelt werden.“

Corona-Ausbruch auf Spargelhof in Bayern

+++ 16.21 Uhr:Nachdem 21 Erntehelfer auf einem Spargelhof in Aichach-Friedberg positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind nun 500 weitere Mitarbeiter des Betriebs getestet worden. Unter den Getesteten gebe es weitere Corona-Fälle, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Bei 200 dieser Mitarbeiter stehe das Ergebnis noch aus, hieß es weiter. Symptome waren bei keinem der Getesteten aufgetreten. Die neuen Infektionszahlen sollen am Montag bekanntgegeben werden.

+++ 13.30 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Warn-App des Bundes durch den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom wird rund 20 Millionen Euro kosten. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Dazu kommen noch 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich für den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom. Dort können sich die Anwender bei der Installation der App helfen lassen und telefonisch ein positives Test-Ergebnis in die App eintragen lassen. Die Infizierten erhalten dabei von dem Callcenter einen Freischaltcode.

Die Kosten für die Software-Entwicklung bewegen sich damit am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung in Höhe eines „zweistelligen Millionenbetrags.“ Bei den Kosten für die Callcenter müsse berücksichtigt werden, dass die Anwender nicht in langen Warteschlangen landen sollten. Außerdem wolle man den Service nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung stellen.

Erntehelfer können wieder schneller einreisen

+++ 12.00 Uhr:Dringend benötigte ausländische Saisonkräfte für die Landwirtschaft können wieder leichter nach Deutschland kommen - es gelten aber weiter strenge Schutzvorgaben wegen der Corona-Pandemie

Von diesem Dienstag (16. Juni) an können Erntehelfer aus EU-Ländern auch auf dem Landweg und „ohne die bisherigen Beschränkungen“ einreisen, wie ein vorgestelltes Konzept von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) festlegt. Die neuen Regelungen, die nun bis Jahresende gelten, schafften Planungssicherheit für die Landwirte und eine gute Versorgung für die Verbraucher. Der Bauernverband begrüßte die Pläne. Aus der Opposition kamen Rufe nach generell besseren Bedingungen.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland

+++ 9.25 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 555 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185.416 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 11.6. 0 Uhr). 8755 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 26 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Da im Vergleich zu gestern mehr Menschen an Covid-19 erkrankt sind als genesen, steigt die Zahl der Infizierten erstmals seit zwei Monaten wieder.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist wieder unter die kritische Marke von 1,0 gesunken und liegt nun bei 0,86 (Datenstand 10.6. 0 Uhr).

Corona-Tests sollen billiger werden

Update vom Donnerstag, 11.06.2020, 8.45 Uhr: Tests auf das Coronavirus sollen deutlich ausgeweitet werden - doch um die Vergütung gibt es neuen Ärger. Für Tests, die Praxisärzte veranlassen, sollen Labore ab 1. Juli nur noch 39,40 Euro statt der bisherigen 59 Euro bekommen. 

Dies hat zugleich Auswirkungen auf die Vergütung von Corona-Tests, die Gesundheitsämter nun auch bei Menschen ohne Krankheitsanzeichen häufiger anordnen können. „Wir haben einen sachgerechten Preis gefunden, der die Entwicklung von vereinzelten Tests hin zu Massentestungen widerspiegelt“, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), der Presse. Dies unterstütze das Anliegen der Politik, die Strategie der Massentestungen gezielt auszubauen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisierte dagegen die Entscheidung des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens scharf, die gegen ihre Stimmen gefallen sei. „Das ist eine bittere Enttäuschung für die Versorgung der Patienten und ein Rückschlag für das von der Politik ausgegebene Ziel, möglichst umfangreich zu testen“, sagten KBV-Chef Andreas Gassen und Vize Stephan Hofmeister.

Thüringen schafft Corona-Maßnahmen ab

Die Regierung von Thüringen hat beschlossen, ab dem 13. Juni alle rechtlich verbindlichen Kontaktbeschränkungen* aufzuheben. In Kraft tritt dann ausschließlich eine Grundverordnung mit Empfehlungen, beispielsweise zur Zahl der Kontakte. Viele Einrichtungen dürfen mit der neuen Grundverordnung dann wieder öffnen, zum Beispiel Schwimmbäder in geschlossenen Räumen, aber auch Thermen, Saunen und Kinos. Allerdings müssen hierfür angesichts des Coronavirus* Infektionsschutzkonzepte genehmigt werden.

Zu Polizeikontrollen von Kleingruppen, wird es nach Aussagen der Gesundheitsministerin von Thüringen, Heike Werner, aber nicht mehr kommen. Denn mit der neuen Verordnung setze die Regierung auf mehr „Eigenverantwortung“ durch die Bürger.

Keine Kontaktbeschränkungen mehr in Thüringen: Bereits im Vorfeld gab es harsche Kritik

Scharfe Kritik gab es bereits bei der Ankündigung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Corona-Strategie zu wechseln und einen landesweiten Verzicht auf Corona-Auflagen durchzusetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte betont, dass die Corona-Pandemie noch nicht überwunden sei und allgemeine und generelle Regelungen in Deutschland weiterhin notwendig seien, um die Krise unter Kontrolle zu halten. 

Auch Wissenschaftler und Virologen in Deutschland kritisierten die Lockerungspläne von Thüringen. „Das ist ein Bevölkerungsexperiment, von dem wir nicht wissen, wie es ausgeht", mahnte beispielsweise der Gesundheitsversorgungsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg

Robert-Koch-Institut schätzt Corona-Gefahr in Deutschland als „hoch“ ein

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt in seinem Lagebericht die Gefahr durch das Coronavirus in Deutschland nach wie vor als „hoch“ ein. Über 180.000 laborbestätigte Covid-19-Fälle wurden dem RKI bisher übermittelt. Der Tod von mehr als 8.500 Menschen in Deutschland steht nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Nachweise auf das Coronavirus SARS-CoV-2 werden gemäß Infektionsschutzgesetz an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet. Die Daten werden gemäß Infektionsschutzgesetz spätestens am nächsten Arbeitstag vom Gesundheitsamt elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort an das RKI übermittelt. 

Das Robert Koch-Institut unterstreicht auf seiner Webseite: „Durch die Dateneingabe und Datenübermittlung entsteht von dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Falls bis zur Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug, sodass es Abweichungen hinsichtlich der Fallzahlen zu anderen Quellen geben kann.“

Von Sophia Lother 

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Marijan Murat/dpa

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