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Der Mount Everest ist mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt.
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Der Mount Everest ist mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt.

Mount Everest

Corona-Ausbruch in großer Höhe: Virus erreicht Mount Everest

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Die Pandemie macht auch vor dem Dach der Welt keinen Halt. Im Basislager am Fuße des Mount Everest kommt es zu mehreren Coronavirus-Fällen.

Nepal - Auch in diesem Jahr werden zum Beginn der Saison in Nepal wieder jede Menge Menschen versuchen, den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest (8848 Meter), zu besteigen. Trotz der Corona-Pandemie, die auch das Land im Himalaya nicht verschont,  wurden nach Angaben des nepalesischen Tourismusministeriums mehr als 370 Genehmigungen für die Besteigung des Mount Everest in der Frühjahrssaison erteilt. Die offizielle Besteigungserlaubnis des Ministeriums kostet für ausländische Bergsteiger aktuell rund 11.000 Dollar.

Die Hoffnungen auf eine Everest-Saison, die von der Pandemie verschont bleibt, erlitten jedoch schon in der vergangenen Woche einen Rückschlag. Wie das Internetportal Outsideonline berichtet, wurde zunächst ein Mitglied einer Expedition im Basislager des Mount Everest positiv auf Covid-19 getestet.

Das Ama Dablam Base Camp in der Everest-Region.

Coronavirus am Mount Everest: Infektion auf 5400 Metern Höhe

Inzwischen haben sich nach Angaben örtlicher Ärzte weitere Bergsteiger:innen mit dem Coronavirus infiziert. Mehrere Menschen wurden im Krankenhaus von Kathmandu, Nepals Hauptstadt, positiv getestet, nachdem sie zuvor mit Symptomen vom Everest-Basislager dorthin ausgeflogen worden waren. Dies teilte Dr. Prativa Pandey, medizinische Leiterin des Hospitals, am Mittwoch (21.04.2021) mit.

Nähere Angaben wollte Pandey nicht machen. Sie sagte aber, dass man nun versuchen wolle, dass im Basislager auf 5400 Metern Höhe die verschiedenen Expeditionsgruppen Abstand voneinander halten und sich möglichst nicht vermischen sollten, um eine weitere Verbreitung des Virus so gut es geht einzudämmen. „Wir sind in Kontakt mit dem Gesundheitsministerium, um zu prüfen, was wir für die Sicherheit von Kletterern und Sherpas dort oben tun können“, so Dr. Pandey.

Vorgeschobenes Basislager in 6.500 Metern Höhe am Fuße des Mount Everest.

Um sich vor einem weiteren Ausbruch zu schützen, richtete die nepalesische Regierung im Basislager eine vorübergehende Gesundheitsstation in großer Höhe ein. Expeditionsbetreiber testen Kletterer regelmäßig auf das Coronavirus. Nepalesische Beamte haben das Tragen von Masken und Abstandsregeln angeordnet und darauf hingewiesen, dass Expeditionsteilnehmer:innen, die im Verdacht stehen infiziert zu sein, umgehend zu PCR-Tests nach Kathmandu ausgeflogen würden.

„Natürlich bereitet uns die Situation große Sorge“, sagte Dr. Sangeeta Poudel laut einem Bericht der New York Times. Poudel ist eine freiwillige Mitarbeiterin der Himalayan Rescue Association, einer gemeinnützigen Organisation, die sich dafür einsetzt, die Todesfälle durch akute Bergkrankheit im nepalesischen Himalaya zu reduzieren. Wenn es im Basislager zu einem Ausbruch kommen würde, so Poudel „wäre dies eine erdbebenähnliche Situation“.

Corona in großer Höhe: Eine Diagnose ist nicht leicht

Die Höhenlage des Basislagers stellt ein besonderes Problem in der Diagnose dar. Das Virus durch kann durch Symptome maskiert oder verwechselt werden, die häufig durch extreme Höhen verursacht werden. „Mit der normalen Höhenkrankheit und COVID-19 haben wir ein Diagnosedilemma, weil sie Symptome gemeinsam haben“, sagte Dr. Suraj Shrestha, ein weiterer Freiwilliger der Himalayan Rescue Association. Mehrdeutige Anzeichen sind Husten, Appetitlosigkeit und Atemnot, die häufig in großer Höhe auftreten und eigentlich normal sind, die aber auch auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuten können.

Mount Everest
Höhe8848 Meter
LageDistrikt Solukhumbu (Nepal), Tibet (China)
GebirgeMahalangur Himal (Himalaya)
Erstbesteigung29. Mai 1953 durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay
Anzahl der Besteigungen 8.400 (Stand Ende 2018)
Todesfälle bei BesteigungsversuchenMehr als 300 (Stand Ende 2018)

Trotz Corona ist Nepal auf Touristen angewiesen

Die Corona-Fälle sind ein Rückschlag für Nepals Bemühungen, die höchst lukrative Hochtourismusbranche des Landes wieder zu beleben. Alleine die Gebühren zur Erlaubnis den Mount Everest zu besteigen bedeuten für Nepal Einnahmen von fast fünf Millionen Dollar. Im vergangenen Jahr waren alle Expeditionsaktivitäten am höchsten Berg der Erde wegen der Pandemie untersagt worden.

Die einheimischen Bergführer, die Träger und Helfer verloren ihre Jobs - für viele von ihnen ist der Verdienst bei den Frühjahrs-Expeditionen die Haupteinnahmequelle für ein ganzes Jahr. Auch der Trekkingtourismus brach ein, Restaurants und Gasthöfe mussten schwere Einbußen hinnehmen. Nepal, ein Land mit großer Armut, hatte deshalb große Hoffnungen auf die aktuelle Saison gesetzt. Die aktuelle Situation setzt die Behörden unter großen Druck. Der Tourismus soll trotz der Pandemie so schnell es irgendwie geht wieder in Gang gesetzt werden.

Coronavirus in Nepal: Die Zahlen steigen wieder

Dem Land spielt in die Karten, das Nepal seit Anfang Januar eine relativ niedrige Infektionsrate zu verzeichnen hat. In Kathmandu tragen viele Menschen Masken, und das Leben geht meist wie gewohnt seinen Gang. In jüngster Zeit steigt die Anzahl der positiven Fälle allerdings wieder an. Besonders besorgniserregend ist die explodierende Zahl von Corona-Infektionen in Indien, das eine offene Grenze zu Nepal hat.

Dennoch herrscht in Nepal der Optimismus vor, eine erfolgreiche Klettersaison zu erleben. Ärzte und Expeditionsleiter hoffen, dass weitere Ausbrüche am Berg vermieden werden können. Und für die Bergsteiger:innen, die auf eine erfolgreiche Bewältigung des Mount Everest setzen, ist das Coronavirus nur eine der vielen Gefahren, die sie auf ihrem Weg zum Gipfel der Welt zu bewältigen haben. (Stefan Krieger)

 

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