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Urlaub

Digitaler Impfpass soll Urlaub trotz Corona erleichtern – Wie er funktioniert

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Der digitale Corona-Impfpass ist da: Vollständig Geimpfte können ihren Nachweis nun via Smartphone vorzeigen. Wie Urlaub und Reisen dadurch erleichtert werden.

Frankfurt - Die Corona-Pandemie hat den Reiseplanungen vieler Menschen einen gehörigen Strich durch die Urlaubsrechnung gemacht. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne zeichnet sich aber ein Licht am Ende des Tunnels ab. Viele Menschen scharren daher mit den Hufen, um endlich ihre nächste Auslandsreise zu planen und vor allem angehen zu können. Als Maßnahme, die das sorglose Reisen auch in Zeiten von Corona ermöglichen könnte, wird der digitale Impfpass gehandelt. Schon seit dem 10. Juni 2021 ist dieser Impf-Ausweis für das Smartphone verfügbar.

Kritik an dem aktuellen, gelben Papier-Impfpass gibt es bereits seit einiger Zeit. Durch das Coronavirus wurde diese Debatte allerdings neu aufgerollt. Schließlich bereiten sich Millionen von Menschen in Deutschland auf ihre Corona-Impfung vor. Das ist oftmals verbunden mit der verzweifelten Suche nach dem gelben - oft völlig zerfledderten - Impfpass, der in vielen Fällen in den Tiefen irgendeiner Schublade im Haushalt verschollen ist. Die Forderungen nach einer digitalen und fälschungssicheren Lösung wurden immer lauter.

Mithilfe des digitalen Impfausweises sollen sämtliche Informationen über den individuellen Impfschutz eines Menschen ganz einfach über eine Smartphone-App gespeichert werden und je nach Bedarf von dem entsprechenden Besitzer abrufbar sein. Auch der Zeitpunkt der Impfung sowie der verabreichte Corona-Impfstoff werden darin vermerkt, heißt es vonseiten des Bundesgesundheitsministeriums.

Reisen trotz Corona-Pandemie – Wie funktioniert der digitale Impfpass eigentlich?

Aber wie genau funktioniert der digitale Impfpass? Nutzer:innen sollen in einer Smartphone-App eine Covid-19-Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test in Form von QR- oder Barcodes hinterlegen können. Nach der Schutzimpfung erhalten die Geimpften ein entsprechendes Zertifikat in Form eines QR-Codes auf einem Papierausdruck. Dieser Code kann direkt mit dem Smartphone eingescannt und in der speziell zu diesem Zweck entwickelten CovPass Anwendung, hinterlegt werden.

Laut dem Bundesgesundheitsministerium ist der Barcode allerdings nur einmalig einlesbar. Die Impfbescheinigung wird dadurch lokal auf dem Smartphone gespeichert und ist an das verwendete Gerät gebunden. Das Vorgehen soll sowohl bei Impfungen in den Hausarztpraxen als auch in den Impfzentren gleich ablaufen. In der Corona-Warn-App kann der digitale Impfnachweis ebenfalls angezeigt werden.

Personen, die ihre zweite Impfdosis und somit einen vollständigen Impfschutz erhalten haben, können sich durch das Vorzeigen der entsprechenden Zertifikate in der Smartphone-Version des Impfausweises somit einige Corona-Auflagen ersparen. Zum Beispiel besteht für sie nach einer Reise keine Test- und Quarantänepflicht mehr. Auch beim Einkaufen oder beim Friseur entfällt die Verpflichtung zur Vorlage eines negativen Corona-Tests. Wichtig: Das entsprechende Zertifikat kann dann auch nachträglich für bereits erfolgte Impfungen erstellt werden. Hierzu können Geimpfte ihren Impfnachweis in Form des gelben Impfbuches oder einer vergleichbaren Bescheinigung bei einer Arztpraxis oder Apotheke vorlegen, die den Impfzertifikatsservice des RKI nutzen.

Der gelbe analoge Impfpass kann seit dem 14. Juni durch einen digitalen Impfpass ersetzt werden.

Digitaler Impfpass – Wie werden die Informationen zur Corona-Impfung überprüft?

Aber wie wird der Impfnachweis beispielsweise bei der Rückkehr einer Reise kontrolliert? Die App erzeugt einen Nachweis über die Impfung, die von etwaigen Dienstleister und Behörden mithilfe einer weiteren Prüf-App kontrolliert werden kann. Der Nachweis enthält neben den Informationen über den Impfstatus auch den Namen sowie das Geburtsdatum des Geimpften. Die App ermöglicht auch dazu die Erstellung eines 2D-Barcodes, der bei einer Überprüfung unkompliziert eingescannt werden kann, so das Ministerium.

Wichtig bei der Erstellung eines digitalen Impfpasses ist auch, dass dieser fälschungssicher ist. Anlass dazu geben auch Meldungen von Fälschungen des gelben Papier-Impfausweises. So soll bei der Überprüfung der Impf-Daten zukünftig stets ein Lichtbildausweis vorgelegt werden. Ohnehin darf der Impfnachweis in digitaler Form noch von autorisierten Personen in Impfzentren, Arztpraxen oder Krankenhäusern ausgestellt werden. Der QR-Code enthält die unten aufgelisteten Informationen. Beim Scannen vom Impfpass werden allerdings nur Impfstatus, Name, Vorname und Geburtsdatum angezeigt.

  • Folgende Daten sollen lokal auf dem Smartphone gespeichert werden:
  • Vor- und Nachname
  • Geburtsdatum
  • Krankheit, gegen die geimpft wurde
  • Impfstoff (Produkt und Hersteller)
  • Dosennummer
  • Zahl der verabreichten Dosen
  • Impfdatum
  • Land
  • Aussteller des Zertifikats
  • ID-Nummer des Zertifikats

„Der digitale Impfnachweis ist kryptographisch vor Veränderungen geschützt und gleichzeitig an ein Smartphone gebunden, sodass auch ein möglichst umfassender Schutz vor Vervielfältigung besteht“, gibt das BMG bekannt. Laut wa.de warnen Experten jedoch trotzdem vor möglichen Fälschungen der Impfnachweise. Auch aufgrund der teils schwachen IT-Infrastruktur in den Hausarztpraxen.

Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie: Ist der digitale Impfpass Pflicht?

Zwar können alle Personen, die Anspruch auf eine Impfung haben, einen digitalen Impfausweis ausstellen lassen. Allerdings wird es in Deutschland keine Verpflichtung geben, die Informationen zur Corona-Impfung in digitaler Form zu verwalten. Der digitale Impfpass wird somit ein freiwilliges Angebot sein und ergänzend zum „gelben Heft“ gültig sein. Das sei schon alleine daher nötig, weil nicht alle Menschen in Deutschland auch ein Smartphone besitzen.

BezeichnungCorona-Pandemie
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19

Der digitale Impfpass und die CovPass-App wurden am 10. Juni 2021 eingeführt. „Der digitale Impfpass wird jetzt Schritt für Schritt ausgerollt und in den Apps verfügbar sein”, erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werde die Details am Donnerstag in einer Pressekonferenz erläutern. Seit Juli ist der digitale Impfnachweis auch für Reisen innerhalb der EU im Einsatz.

Corona-Pandemie: Die drei Wege zum digitalen Impfpass

Das Gesundheitsministerium stellt drei Möglichkeiten vor, wie man den QR-Code erhalten kann, um den Nachweis auf das Handy zu laden:

  • Impfzentrum oder Praxis, wo man die Zweitimpfung erhalten hat
  • Code per Post zuschicken lassen
  • Apotheke (Beginn: 14.06.2021)

Außerdem werden „verschiedene Möglichkeiten geprüft, um auch nachträglich digitale Impfausweise für Corona-Impfungen zu erstellen“, teilt das RKI auf der Infoseite mit. Impfzentren könnten das Zertifikat mit dem QR-Code auch automatisch an die Bürgerinnen und Bürger versenden, vorausgesetzt die Kontaktdaten liegen vor.

Trotz der hitzigen Diskussion um den von vielen lang ersehnten digitalen Impfpass könnte dieser schlussendlich aber bloß eine Übergangslösung sein. Denn ab dem Jahr 2022 sollen digitale Impfnachweise ein Teil der elektronischen Patientenakte (ePA) sein. Diese soll die Vernetzung des Gesundheitssystem in digitaler Form weiter vorantreiben. Sämtliche Informationen zur Corona-Impfung könnten dann über die elektronische Gesundheitskarte eines jeden problemlos abgerufen werden. (Yannick Wenig)

Rubriklistenbild: © Dennis Duddek/ Eibner Pressefoto via www.imago-images.de

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