Deutschland-Ticker

Corona-Infektionen steigen stark an: Zwei Schulen müssen schließen

In Deutschland steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle so stark wie zuletzt im Mai. Zwei Schulen müssen nach Infektionen wieder geschlossen werden.

  • Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus.
  • Das RKI meldet die neuesten Infektionszahlen.
  • Zwei Schulen müssen aufgrund von Corona-Fällen schließen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland melden weiter zahlreiche Corona-Infektionen. Die neuesten Fallzahlen finden Sie in unserm neuen Corona-Ticker.

+++ 14.40 Uhr: Nach einer Abifahrt nach Kroatien wurden bei einer Gruppe aus Baden-Württemberg zehn Corona-Infektionen bestätigt. Die Infizierten, die aus dem Raum Donzdorf kommen, haben nach Informationen des Landratsamts Göppingen grippeähnliche Symptome, sowie Atemnot und Geschmacksstörungen aufgewiesen. Erste Symptome sollen sich bereits auf der Heimreise vom Urlaub gezeigt haben. Alle 18 Teilnehmer der Fahrt, sowie 50 Kontaktpersonen wurden für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

Coronavirus in Deutschland: Zwei Schulen schließen nach Infektionen

Update vom Freitag, 07.08.2020, 13.00 Uhr: Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern müssen nach Corona-Fällen wieder schließen. In Ludwigslust infizierte sich eine Lehrerin mit dem Coronavirus. Seit den Sommerferien soll sie allerdings noch nicht unterrichtet haben. Das Goethe-Gymnasium Ludwigslust mit 800 Schülern soll bis einschließlich nächsten Mittwoch geschlossen bleiben. 55 Lehrer*innen werden vorsorglich getestet.

Ein Grundschüler in Graal-Müritz hat sich ebenfalls mit Corona infiziert. Der Landkreis Rostock teilte mit, dass die Grundschule für zwei Wochen geschlossen wird. Das Kind, sowie seine Mitschüler, wurden unter Quarantäne gestellt. Weitere Kontaktpersonen sollen ermittelt werden. Der Unterricht für die übrigen Klassen wurde heute noch unter freiem Himmel durchgeführt.

Der Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern hat nach den Sommerferien gerade erst wieder begonnen (Symbol). Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Für Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) kommen die Schulschließungen nicht überraschend. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass es Verdachtsfälle in den Schulen geben wird“, sagte sie am Freitag in Schwerin. „Solange das Coronavirus noch nicht bekämpft ist und es keinen Impfstoff gibt, müssen wir damit rechnen.“

Erst am Montag (03.08.2020) hatte der Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern wieder begonnen.

Corona: Jens Spahn sieht starken Anstieg der Infektionen gelassen

Erstmeldung vom Freitag, 07.08.2020, 10.47 Uhr: Berlin - Erneut meldet das Robert-Koch-Institut mehr als 1000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland an einem Tag. Für Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist das aber kein Grund zur Sorge. Es sei keine kritische Schwelle überschritten worden. „Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-„Heute Journal“.

Gesundheitsminister Jens Spahn.

„Mit um die 1000 Neuinfektionen pro Tag kann das Gesundheitswesen umgehen“, so Spahn. Wenn man sich auf einem bestimmten Niveau stabilisiere, könne Deutschland die Situation im Griff behalten. Auf die Frage nach einem möglichen Lockdown, betonte Spahn, dass vor allem auf regionale Maßnahmen gesetzt werden soll. Es gebe nicht „die eine Zahl, auf die alles reduziert werden kann“, sondern um die Dynamik des Infektionsgeschehens.

Seit Ende Juli steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle wieder an. Erstmals seit drei Monaten hatte das RKI mehr als 1000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert, zuletzt am 07. Mai. Der Höhepunkt lag Anfang April mit mehr als 6000 Fällen.

Coronavirus: Erneut über 1000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Corona-Krise dominiert nach wie vor den Alltag in Deutschland. 214.214 Menschen haben sich nach Kenntnisstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) schon mit dem Coronavirus infiziert*. 9.183 Menschen sind an den Folgen der Krankheit Covid-19 gestorben. Im Vergleich zum Vortag haben sich damit 1147 Menschen neu mit Corona infiziert, teilt das RKI mit.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai* erreicht. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Sie war zuletzt am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Die Corona-Infektionen in Nordhessen steigen wieder an

Corona in Deutschland: RKI meldet neue Infektionszahlen

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 05.08.2020, 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,99 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Corona-Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 06.08., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

BundeslandBestätigte Infektionen
Baden-Württemberg37.642 (+68)
Bayern51.710 (+128)
Berlin9.543 (+53)
Brandenburg3.600 (+3)
Bremen1.798 (+6)
Hamburg5.530 (+44)
Hessen12.468 (+158)
Mecklenburg-Vorpommern910 (+3)
Niedersachsen14.847 (+124)
Nordrhein-Westfalen50.937 (+444)
Rheinland-Pfalz7.713 (+46)
Saarland2.900 (+3)
Sachsen5.590 (+20)
Sachsen-Anhalt2.044 (+0)
Schleswig-Holstein3.569 (+31)
Thüringen3.413 (+12)
Gesamt214.214 (+1.147)

Corona in Deutschland: Die Testpflicht für Reiserückkehrer kommt

Einreisende aus Corona-Risikogebieten müssen sich ab dem kommenden Samstag auf das Coronavirus testen lassen, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit. An Flughäfen sollen dafür Teststationen errichtet werden. Auch bei der Einreise mit Auto oder der Bahn soll es Testmöglichkeiten geben. Bereits jetzt können sich Einreisende innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Corona: Bekommt Deutschland eine zweite Welle in den Griff?

Ist die zweite Welle der Neuinfektionen mit dem Coronavirus schon in Deutschland angekommen? Oder war die erste Welle noch gar nicht vorbei? Die Diskussion geht weiter. Nun hat sich Virologe Hendrik Streeck zu Wort gemeldet. Er findet den Begriff der „Dauerwelle“ passender. „Die Infektionen verschwinden ja nicht“, sagte Streeck, „sondern wir werden lernen müssen, das Virus in unseren Alltag zu integrieren.

Derweil hat sich der Virologe Christian Drosten in einem Gastbeitrag in „Die Zeit“ zu einer zweiten Corona-Welle in Deutschland geäußert. Diese werde demnach ganz anders verlaufen als die erste, da neue Fälle gleichzeitig und überall auftreten können - anders als zu Beginn der Corona-Pandemie. Drosten schlägt ein neues Konzept vor, nach dem die Gesundheitsämter in Deutschland sich auf Cluster, also Mehrfachübertragungen, fokussieren anstatt auf jeden einzelnen Fall. Das soll Zeit und Kapazitäten sparen.

Die Strategie, so der Virologe, wurde erfolgreich in Japan eingesetzt. Sollten die Gesundheitsbehörden überfordert sein, drohe ein Corona-Lockdown in Deutschland. Christian Drosten ruft die Bürger dazu auf, im Winter ein Kontakt-Tagebuch zu führen, um Mitglieder eines Clusters identifizieren und eine Infektion zurückverfolgen zu können. Drostens Ideen erhielten Zuspruch von Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD). (Luas Rogalla) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Jens Büttner

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