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Die Regierung in Frankreich hat Ausgangssperren in vielen französischen Städten beschlossen.

Premierminister spricht über Lage

Corona-Krise: Frankreich meldet traurigen Spitzenwert an Neuinfektionen

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  • Teresa Toth
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  • Tobias Möllers
    Tobias Möllers
  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke

Die Corona-Zahlen in Frankreich schnellen in die Höhe. Das Land meldet einen traurigen Rekord an Neuinfektionen.

  • In Frankreich steigen die Corona-Fallzahlen drastisch an.
  • Die Regierung beschließt einen Gesundheitsnotstand.
  • Ab Samstag (17.10.2020) gelten Ausgangssperren mit sehr wenigen Ausnahmen.

Update vom Sonntag, 18.10.2020, 09.35 Uhr: Die Corona-Lage in Frankreich spitzt sich weiter zu. Deutschlands Nachbarland meldet 32.427 neue Infektionen mit dem Coronavirus - so viele wie nie zuvor, ein trauriger Spitzenwert. Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Seit Samstag gilt in Paris und acht weiteren größeren Städten eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Zu dieser Zeit dürfen die Menschen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag außerdem 90 weitere Tote. Mehr als 33 000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie im Land im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkankung gestorben.

Frankreich kämpft gegen die Corona-Krise.

Corona-Krise in Frankreich: 25.000 Neu-Infektionen - Teil-Lockdown beginnt

+++ 22.35 Uhr: Angesichts explodierender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen geht Frankreich in den Teil-Lockdown. Ab dem Wochenende dürfen die Menschen in Paris und acht weiteren Corona-Hotspots ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und sechs Uhr morgens nicht mehr verlassen. Ausnahmen etwa für den Kultursektor lehnte Premierminister Jean Castex am Freitag ab. Im französischen Grenzgebiet zu Deutschland sorgte die Einstufung als Risikogebiet für Unruhe.

„Jeder muss ab 21.00 Uhr zuhause sein“, sagte Regierungschef Castex zu den neuen Ausgangssperren für die Ballungsräume Paris, Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Grenoble, Toulouse und Montpellier. Ausnahmen gibt es für Fahrten zur Arbeit, medizinische Gründe, das Ausführen eines Hundes oder die Pflege eines Angehörigen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, dies komme die Wirtschaft weniger teuer zu stehen als ein landesweiter Lockdown.

Frankreich: Wieder über 25.000 Corona-Neuinfektionen

Frankreich meldete am Freitagabend mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, am Vortag waren es sogar mehr als 30.000 gewesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Freitag um 122 auf insgesamt 33.303 seit Beginn der Pandemie.

Update vom Freitag, 16.10.2020, 14.50 Uhr: Die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Frankreich steigt weiter drastisch an. Die Regierung beschloss daher in mehreren französischen Städten Ausgangssperren, die ab Samstag (17.10.2020) gelten sollen. Nachdem einige Politiker*innen gefordert hatten, die Sperre für Besuche von kulturellen Veranstaltungen – wie Kinobesuche – aufzuheben, sprach sich Premierminister Jean Castex jetzt deutlich gegen solche Ausnahmen aus.

„Damit die Regeln akzeptiert werden, müssen sie für alle gleich sein“, betonte Castex. Lediglich Menschen, die zur Arbeit gehen oder von der Arbeit kommen, sind von der Ausgangssperre ausgenommen. Auch für Personen, die Angehörige pflegen oder mit ihren Haustieren rausgehen müssen, gelten Ausnahmen.

Premierminister Jean Castex spricht sich gegen Ausnahmen von der Ausgangssperre in Frankreich aus

Corona in Frankreich: Mehr als 30.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Update vom Donnerstag, 15.10.2020, 21.24 Uhr: In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 30 .000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Abend 30.621 neu erfasste Infektionen. Damit gab es einen neuen Spitzenwert innerhalb eines Tages seit Beginn der großflächigen Corona-Testung in Frankreich. Zudem habe es gut 1200 neue Fällen gegeben, die in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 88 auf insgesamt 33.125 seit Beginn der Pandemie.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich schon seit Wochen. Die Regierung hatte darum am Mittwoch die Wiedereinführung des Gesundheitsnotstands von diesem Samstag an angekündigt. In mehreren französischen Städten, darunter in Paris, gelten ab Samstag zudem von 21.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens Ausgangssperren. Außerdem sind private Feiern wie etwa Hochzeiten in Festsälen oder anderen öffentlichen Orten landesweit nicht mehr erlaubt. Zur Überwachung der Ausgangssperren in den Metropolen sollen rund 12.000 Polizisten eingesetzt werden.

Deutschland erklärt französisches Festland komplett zu Risikogebiet

Auch die deutsche Bundesregierung hat auf die rasante Steigerung der Coronafälle im Nachbarland Frankreich reagiert: Das gesamte französische Festland sowie ebenfalls die gesamten Niederlande wurden nun zum Risikogebiet erklärt. Auch Malta, der Norden Portugals, Teile Polens und Schwedens sowie die italienischen Regionen Kampanien und Ligurien sind betroffen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Einstufung tritt demnach in der Nacht zum Samstag in Kraft.

Damit gilt nun erstmals seit dem Frühjahr auch wieder die französische Grenzregion Grand Est mit dem Elsass, Lothringen und dem Verwaltungsbezirk Champagne-Ardenne als Risikogebiet.

Corona-Krise: Frankreich verhängt wieder Ausgangssperren

Update vom Mittwoch, 14.10.2020, 20.21 Uhr: Wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen verhängt Frankreich erstmals seit dem Frühjahr wieder Ausgangssperren. In Paris und acht weiteren Großstädten dürfen die Bürger ab dem Wochenende zwischen 21 Uhr abends und sechs Uhr morgens das Haus nicht mehr verlassen, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend im Fernsehen ankündigte. Die Lage sei „Besorgnis erregend“, betonte Macron.

Update vom Mittwoch, 14.10.2020, 19.30 Uhr: Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen in letzter Konsequenz auch Ausgangssperren gehören können.

Corona-Krise in Paris spitzt sich zu: Metropole vor einschneidenden Maßnahmen 

+++ 22.55 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder auf mehr als 10.000 gestiegen. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Abend 12.845 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Dienstag waren nur gut 8000 Neuinfektionen registriert worden - das war nur noch die Hälfte des Höchststandes von mehr als 16.000 in der vergangenen Woche.

Sorge bereitet den französischen Behörden derzeit auch die steigende Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen: Landesweit wurden binnen 24 Stunden 135 Patienten neu aufgenommen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Damit liegen derzeit in Frankreich mehr als 1230 Erkrankte auf Intensivstationen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie im Frühjahr waren es mehr als 7000.

Über 30.000 Covid-19-Tote in Frankreich

64 Menschen starben den Angaben zufolge binnen 24 Stunden in Frankreich an Covid-19. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf 31.956.

Erstmeldung vom 30.09.2020, 14.31 Uhr: Paris – In Paris steigen die Coronavirus-Fallzahlen an, die Lage verschlechtert sich immer weiter. Nach Angaben der Stadtverwaltung vom Mittwoch könnte in der französischen Hauptstadt in Kürze die höchste Warnstufe ausgerufen werden. Diese gilt in Frankreich bisher nur im Ballungsraum der Mittelmeer-Stadt Marseille.

Corona in Frankreich: Drastische Maßnahmen in Paris stehen kurz bevor

Die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Souyris sagte dem Sender Franceinfo, zwei der drei Kriterien für die höchste Corona-Warnstufe seien in Paris erfüllt: Die Zahl der Neuansteckungen liege bei mehr als 250 Fällen pro 100.000 Einwohner, unter älteren Menschen bei 100 Fällen. Auch das dritte Kriterium einer 30-prozentigen Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern sei nahezu erreicht.

Nach Angaben der stellvertretenden Bürgermeisterin steht die Schließung aller Bars und Restaurants in Paris möglicherweise kurz bevor. Diese Corona-Maßnahme wurde bereits im Großraum um Marseille und Aix-en-Provence verhängt. Nicht alle Betreiber halten sich dort jedoch an die Regelungen, wie auch ein Video zeigt.

Corona in Frankreich: Fitnessstudios in Paris bereits geschlossen

In Paris müssen Bars seit Montag (28.09.2020) wegen der aktuellen Corona-Situation um 22 Uhr schließen. Zudem bleiben Fitnessstudios geschlossen und Versammlungen von mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum sind nicht mehr erlaubt.

In ganz Frankreich wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Dienstagabend (29.09.2020) gut 8000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert – nur noch die Hälfte des Höchststandes von mehr als 16.000 in der vergangenen Woche.

Sorge bereitet den Behörden allerdings die steigende Zahl der Einweisungen auf Intensivstationen: Landesweit wurden innerhalb einer Woche 815 Patienten neu aufgenommen. Damit liegen derzeit in Frankreich fast 1200 Menschen auf Notfallstationen, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie im Frühjahr waren es rund 7500.

Corona-Krise in Frankreich: Macron warnt vor der aktuellen Situation

Emmanuel Macron warnte eindringlich vor der aktuellen Situation und bat die Bevölkerung, das Coronavirus ernst zu nehmen. „Waschen Sie Ihre Hände. Tragen Sie Ihre Maske. Halten Sie Abstand“, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Unsere Senioren sind gefährdeter und dem Virus stärker ausgesetzt. Wir müssen gemeinsam besonders vorsichtig sein.“ Trotzdem müsse ein Weg gefunden werden, wie Frankreich mit dem Virus leben kann. (tvd/afp)

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