Corona-Krise

Neue Erkenntnisse aus Hongkong: Immunität nach Corona-Infektion möglicherweise nur von kurzer Dauer

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  • Delia Friess
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In vielen Ländern der Erde breitet sich das Coronavirus wieder schneller aus. Forscher weisen nun die Möglichkeit einer wiederholten Ansteckung nach.

  • Neue Rekorde: Die WHO vermeldet besorgniserregende Zahlen.
  • Weltweit sind mehr als 700.000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.
  • Mikrobiologen aus Hongkong machen beunruhigende Erkenntnisse zum Coronavirus.

+++ 19.40 Uhr: Lange war nicht sicher, ob und wie schnell eine erneute Ansteckung mit dem Coronavirus nach einer Infektion möglich ist. Jetzt haben Forscher der University of Hong Kong die weltweit erste erneute Infektion an einem bereits genesenem Patienten festgestellt. Laut den Forschern kann angenommen werden, dass eine „Immunität nach einer natürlichen Infektion von kurzer Dauer sein kann“.

Der Patient aus Hongkong soll sich einem Bericht der Tagesschau zufolge im Frühjahr mit Covid-19 infiziert haben. Nachdem er vier Monate später von einer Reise aus Spanien zurückkehrte, wurde das Virus erneut bei dem Mann festgestellt. Da es sich um eine andere Sars-CoV-2-Variante handelt, schließen die Biologen ein Aufflammen der ursprünglichen Infektion aus. Nach der Veröffentlichung der Erkenntnisse durch die Universität in Hongkong meldete sich auch Maria van Kerkhove, Corona-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Wort und nannte den Fall als mögliches Beispiel für eine Re-Infektion.

Update vom Montag, 24.08.2020, 12.54 Uhr: Durch die Corona-Krise nimmt die Gewalt in Brasilien drastisch zu. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals G1 stieg die Zahl der Tötungsdelikte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um sechs Prozent an. Doch anstatt Maßnahmen zu ergreifen, die die Lage beruhigen könnten, zeigt sich auch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gewaltbereit. Nachdem ihn ein Journalist zu Korruptionsvorwürfen befragte, wurde dieser ausfällig und drohte dem Reporter mit Schlägen: „Ich habe Lust, dir ins Gesicht zu schlagen“, sagte der Präsident dem Portal G1 zufolge.

In der Befragung des Journalisten ging es um Vorwürfe gegen die Ehefrau des Staatschefs, Michelle Bolsonaro, laut derer sie in eine Affäre um zweckentfremdete Staatsgeldern verwickelt sein soll. In den Jahren 2011 bis 2016 soll sie Zahlungen von dem früheren Polizeioffizier Fabrício Queiroz erhalten haben. Queiroz war früher der Berater des Präsidentensohns Flávio Bolsonaro. Gegen beide wird derzeit ermittelt, weil sie Gelder, die für die Gehälter von Staatsangestellten bestimmt waren, für andere Zwecke verwendet haben sollen.

Corona in Brüssel: Auswärtiges Amt spricht Warnung aus

Update vom Freitag, 21.08.2020, 21.23 Uhr: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun auch vor touristischen Reisen nach Brüssel. Bisher war in Belgien lediglich die Provinz Antwerpen betroffen. Nun kam am Freitagabend die Hauptstadt als Risikogebiet hinzu.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber in Deutschland eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Update vom Mittwoch, 19.08.2020, 15.44 Uhr: In Südafrika soll die Kriminalitätsrate während der ersten Monate des Corona-Lockdowns um 40% gesunken sein, wie die „BBC“ berichtet. Zwischen April und Juni habe die Anzahl der Straftaten, wie sexuelle Nötigung oder Brandstiftung, stark abgenommen, teilte Südafrikas Polizeiminister Bheki Cele mit. Einer der Gründe dafür sei das Alkoholverbot während des Lockdowns. Bheki Cele sprach von einem „rosigen Bild“ Südafrikas, das von Kriminalität Urlaub nimmt.

In Südafrika wurden mehr als 500.000 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, etwa 11.000 Leute sollen an den Folgen verstorben sein. Mehr als die Hälfte der Corona-Fälle in Afrika wurden hier registriert.

Coronavirus in Südafrika: Die Mitarbeiter im Medizinsektor spielen eine tragende Rolle in der Pandemiebekämpfung

Corona in der Türkei: Mediziner warnen vor Kontrollverlust

Update vom Mittwoch, 19.08.2020, 12.59 Uhr: Experten und Expertinnen in der Türkei sind besorgt, dass das Land die Kontrolle über den Corona-Ausbruch verlieren könnte. Die Türkei hat in dieser Woche die Marke von 250.000 Corona-Fällen überschritten, täglich erkranken rund 1000 Menschen neu an dem Virus. Am Dienstag (18.08.2020) wurden mehr als 1200 Neuinfektionen mit Covid-19 registriert.

„Die aktuelle Situation in unserem Land zeigt, dass die Kurve weiter steigt. Ohne, dass wir die erste Welle unter Kontrolle gebracht haben, beginnt der Ausbruch außer Kontrolle zu geraten", heißt es in einem Statement des medizinischen Verbands.

In der Türkei sind mittlerweile mehr als 250.000 Corona-Fälle registriert.

Corona: Frankreich führt Maskenpflicht am Arbeitsplatz ein - Vorbild für Deutschland?

+++ 15.30 Uhr: Frankreich führt die Maskenpflicht am Arbeitsplatz ein. Die Regel soll ab 1. September in Unternehmen gelten. Für die Kosten der Masken sollen die Unternehmen aufkommen. Überall, wo sich Mitarbeiter*innen begegnen können, werde die Maske verpflichtend, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag (18.08.2020) mit. Die neue Regel gilt auch für Besprechungsräume, Freiflächen, Korridore, Umkleideräume oder Gemeinschaftsbüros. Von der Regel ausgenommen sind Einzelbüros.

Frankreich führt die Maskenpflicht am Arbeitsplatz ein.

Corona in Frankreich: Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Zuvor galt lediglich die Empfehlung, Masken am Arbeitsplatz zum Schutz vor dem Coronavirus zu tragen, wenn ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Die französischen Behörden empfehlen aber weiterhin das Arbeiten von zu Hause aus. Angesichts steigender Corona-Fallzahlen stehe der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer*innen und die Kontinuität der wirtschaftlichen Tätigkeit auf dem Spiel, sagte Arbeitsministerin Élisabeth Borne über die Entscheidung.

Neuseeland kämpft mit harten Bandagen gegen Infektionsherd - Ardern kontert Trump

Update vom Dienstag, 18.08.2020, 14.30 Uhr: Nachdem es in Neuseeland mehr als hundert Tage lang keine Corona-Neuinfektionen zu verzeichnen gegeben hatte, galt das Land als Vorreiter im Kampf gegen das Virus. Doch dann gab es einen Corona-Hotspot in Auckland. Die Regierung unter Premierministerin Jacinda Ardern reagierte schnell und verhängte eine Ausgangssperre. Den Kamp Neuseelands gegen die Corona-Pandemie scheint einer allerdings persönlich zu nehmen, nämlich US-Präsident Donald Trump.

Corona: Neuseeland kämpft mit harten Bandagen gegen die Pandemie – Das stört Donald Trump

Auf einer Wahlkampfveranstaltung sprach Donald Trump von einer „riesigen Welle“ an Neuinfektionen in Neuseeland. Das sei „schrecklich. Wir wollen das nicht.“ Anschließend deutete er an, dass der Kampf der Regierung von Neuseeland gegen das Coronavirus auch gegen ihn persönlich gerichtet gewesen sei. So Sagte Trump: „Sie haben es bekämpft. Es war überall in den Schlagzeilen. Sie haben es bekämpft, weil sie es mir zeigen wollten.“

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern kontert die Attacken von Donald Trump.

Auf Trumps Vorwürfe hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern jetzt reagiert. Die Darstellung von Donald Trump sei „offensichtlich falsch“, so Adern. Jeder, der im Bilde wäre, könne „erkennen, dass die neun Fälle am Tag in Neuseeland mit den zehntausenden Fällen in den USA nicht vergleichbar sind“. Und die Zahlen sprechen für die Premierministerin. So gab es in Neuseeland mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern insgesamt gerade einmal rund 1300 registrierte Infektionen. Selbst auf die Einwohnerzahl bezogen, ist diese Zahl verschwindend gering, verglichen mit den über fünf Millionen nachgewiesenen Fällen in den USA.

Corona: Urlauber verlassen Frankreich überstürzt - Briten führen Quarantänepflicht ein

Update vom Montag, 17.08.2020, 17.00 Uhr: Tausende Briten haben Frankreich hastig verlassen. Grund sei die britischen Regierung, die Frankreich zum Risikogebiet erklärte und eine Quarantäne für Reiserückkehrer*innen aus Frankreich ab Samstag (15.08.2020) verhängte, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die meisten Urlauber*innen reisten über den Ärmelkanal zurück, was einen Anstieg an Buchungen von Fähren und Bussen zur Folge hatte. Aber auch die Preise für Flugtickets stiegen an. Frankreich reagierte bereits auf die Entscheidung Großbritanniens und kündigte eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien an.

Corona: Paris schließt generelle Maskenpflicht nicht aus

Paris wurde Ende vergangener Woche von Frankreich als corona-aktive Zone eingestuft. Das heißt, dass die Zahl der aktiven Corona-Fälle besonders hoch ist. Krankenhäuser und Intensivstationen sind jedoch nicht überlastet. „Nichts ist unmöglich“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Souyris am Montag (17.08.2020) mit Blick auf eine generelle Maskenpflicht in der gesamten Stadt. „Das Wichtigste ist, dass in dicht besiedelten Gebieten Pariser und Touristen die Maske aufsetzen. Das ist noch nicht der Fall“, sagte Souyris, die in Paris für Gesundheit zuständig ist, dem Sender BFMTV. 
Das Tragen von Masken ist nun zum Beispiel auf der Champs-Élysées und in zahlreichen Vierteln Pflicht. Zuvor galt das nur in vereinzelten Straßen. Die Stadt hängt auch vermehrt Plakate auf, um die entsprechenden Bereiche zu kennzeichnen.

Corona in Frankreich: Wie geht es weiter in Paris?

Corona in Frankreich: Junge Menschen auch stärker betroffen

„Es gab eine stärkere Zirkulation des Coronavirus in den jüngeren Altersgruppen, aber in den letzten Tagen wurde diese Zunahme in allen Altersgruppen beobachtet, auch in den Altersgruppen von 45-65 Jahren und darüber“, sagte Nicolas Péju von der regionalen Gesundheitsbehörde der Zeitung „Le Monde“. Die Krankenhäuser erleben der Zeitung zufolge aber keine Situation, wie es sie im März gegeben hat.

Corona weltweit: Alarmierender Anstieg der Corona-Infektionen in Frankreich

Update vom Sonntag, 16.08.2020, 08.10 Uhr: Frankreich hat am Samstag die höchste Zahl neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus seit drei Monaten verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden den französischen Gesundheitsbehörden 17 neue Infektionsherde und 3310 Neuinfektionen gemeldet - der höchste Anstieg seit Mai. Auch die Zahl der Intensivpatienten, die seit Ende Juli ungefähr gleich geblieben war, stieg leicht an und liegt nun bei 376.

Mit mehr als 30.400 Corona-Toten zählt Frankreich zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Seit dem Ende der strengen Ausgangsbeschränkungen im Mai steigen die Fallzahlen wieder an.

Paris gilt wegen der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder als Zone, in der das Virus aktiv zirkuliert.

Die Todeszahlen steigen weiter an

Update vom Mittwoch, 05.08.2020, 13.19 Uhr: Nach Daten der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie weltweit bereits mehr als 700.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Zudem gibts es bereits mehr als 18,5 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger.

Corona-Pandemie: Virus breitet sich in vielen Ländern schneller aus

Erst vor rund zweieinhalb Wochen war die Schwelle von 600.000 Toten und 14 Millionen bestätigten Corona-Infektionen überschritten worden. Seither hat sich die Pandemie unter anderem in den USA, Brasilien, Peru, Mexiko, Indien und Südafrika weiter ausgebreitet.

Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Covid-19-Todesfälle auf die USA. Dort gibt es JHU zufolge etwa 4,8 Millionen bestätigte Infektionen und rund 157.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit etwa 2,8 Millionen bekannten Infektionen und rund 96.000 Todesfällen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher.

WHO verzeichnet Rekord an weltweiten Corona-Neuinfektionen

+++ 20.25 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Abend mit. Die meisten neuen Fälle gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172.000.

In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69.000). Danach folgen die USA (65.000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25.000 neue Infektionen registriert. Viele davon in Spanien mit 2800.

Ein halbes Jahr nach dem Ausrufen einer Notlage von internationaler Tragweite hatte am Freitag auch ein Fach-Komitee der WHO getagt. Die rund 30 unabhängigen Experten, die den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ausrufung der Notlage beraten hatten, treffen sich turnusmäßig zu einer neuen Betrachtung der Corona-Lage. Etwaige Ergebnisse ihrer Sitzung wurden zunächst nicht bekannt.

Corona-Krise in Frankreich: Wirtschaft bricht drastisch ein

Update vom Freitag, 31.07.2020, 08.08 Uhr:  In Frankreich ist die Wirtschaft wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 13,8 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Monate April bis Juni mitteilte.

Bereits im ersten Quartal hatten sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone deutliche Spuren der Corona-Krise gezeigt. In den Monaten Januar bis März war die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 5,9 Prozent gesunken.

Experten hatten für das zweite Quartal allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch um 15,2 Prozent gerechnet, weil die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor allem in diesen Abschnitt fallen. Frankreich zählt zu den Ländern in Europa, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurden.

Corona-Hotspot in St. Wolfgang: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter

Update vom Dienstag, 28.07.2020, 07.55 Uhr: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle am bei deutschen Urlaubern beliebten Wolfgangsee in Österreich ist weiter gestiegen. Die Zahl der positiv getesteten Menschen lag am späten Montagabend bei 62, wie der Krisenstab des Landes Oberösterreich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA mitteilte. Bei 38 von insgesamt 1183 Tests stehen die Ergebnisse noch aus.

Von Infektionen betroffen sind nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur 17 Hotels und Lokale sowie ein Geschäft in St. Wolfgang, ein Gasthaus und ein Badeplatz in Ried/St. Gilgen sowie ein Gasthof in Strobl. Ob es sich bei den neu hinzugekommenen Fällen um Gäste oder Mitarbeiter handelt, war zunächst nicht bekannt.

Corona-Hotspot Oberösterreich - Angst vor einem zweiten Ischgl

Erstmeldung vom Montag, 27.07.2020, 14.44 Uhr: Am Wolfgangsee in St. Wolfgang in Österreich steigt die Zahl neuer Corona-Infektionen rasant an. In dem beliebten Urlaubsort haben sich laut dem Behördensprecher des Bundeslands Oberösterreich inzwischen 53 Personen mit Corona infiziert. Viele befürchten nun, dass die kleine Stadt zum zweiten Ischgl und damit zum gefährlichen Corona-Hotspot werden könnte.

St. Wolfsburg: Mehr als Tausend Menschen wurden bereits auf Corona getestet

Vor allem bei deutschen Urlaubsgästen ist das östlich von Salzburg gelegene St. Wolfgang sehr beliebt: Jetzt, da die Reisebeschränkungen wieder gelockert wurden, verbringen dort viele ihren Sommerurlaub – worüber sich die Tourismusbranche in Österreich zunächst freuen konnte. Mit den Lockerungen stieg jedoch nicht nur die Zahl an Urlaubsgästen, sondern in kürzester Zeit auch die Corona-Fallzahlen. Betroffen sind offenbar sieben Hotels, eine Pizzeria sowie zwei Bars.

Bei den mit Corona infizierten Personen handelt es sich nicht um die Touristen selbst, sondern hauptsächlich um Angestellte. Lediglich ein Gast ist infiziert – bei allen anderen handelt es sich um Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Hotels und örtlichen Gastronomie. Insgesamt wurden in dem Ort im oberösterreichischen Salzkammergut bereits 1047 Corona-Tests durchgeführt. Die Ergebnisse von 419 Tests stehen noch aus, sodass die Zahl der Infizierten in St. Wolfgang noch weiter ansteigen könnte.

Corona in St. Wolfgang: Corona-Fälle sind auf junge Saisonarbeiter und -arbeiterinnen zurückzuführen

Laut dem Chef der Tourismus Gesellschaft Wolfgangsee, Hans Wieser, sind die zahlreichen Corona-Fälle auf junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zurückzuführen, die während der Sommersaison in St. Wolfgang in verschiedenen Betrieben arbeiten. Sie schlafen in dieser Zeit in Mehrbettzimmern und gehen oftmals nach Feierabend in Gruppen feiern: „Die infizierten Praktikanten waren auf unterschiedliche Quartiere verteilt untergebracht und wohnten vielfach in Doppel- und Dreibettzimmern“, sagte Wieser der österreichischen Presseagentur APA. So konnte sich das Coronavirus schnell verbreiten. Vorwürfe wegen möglicher Verstöße gegen die Hygienemaßnahmen macht er den Praktikanten und Praktikantinnen jedoch nicht: „Es gibt von unserer Seite keine Vorwürfe. Als junger Mensch geht man nicht um ein Uhr ins Bett.“

Neben einer verschärften Maskenpflicht ordneten die Behörden eine Sperrstunde für die Gastronomie in St. Wolfgang ab 23 Uhr an. Für die Hotel- und Restaurantbesitzer ein herber Schlag. Nach einem kurzen Aufleben des Tourismus am Wolfgangsee rechnen sie nun mit zahlreichen Stornierungen. (Teresa Toth)

Rubriklistenbild: © TPG via ZUMA Press

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