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US-Arzneimittelbehörde prüft: Kommt die jährliche Corona-Impfung?

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Von: Karolin Schäfer

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In den USA könnte die vierte Impfung der Beginn einer jährlichen Auffrischung sein.
In den USA könnte die vierte Impfung der Beginn einer jährlichen Auffrischung sein. © Matt Hunt/imago

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit, ob es eine vierte Corona-Impfung geben soll. Das könnte der Beginn jährlicher Auffrischungen sein.

Silver Spring – Während sich in Deutschland die Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau befinden, scheint sich die Infektionslage in den USA allmählich zu stabilisieren. Die täglichen Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen sind nach Angaben der Johns Hopkins Universität rückläufig. Derzeit prüft die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), ob eine zweite Booster-Impfung genehmigt werden soll. Die Auffrischungen könnten ab Herbst mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna erfolgen. Das berichtete das Wall Street Journal am Samstag (19.02.2022) und beruft sich auf eine damit vertraute Person.

Das könnte dem Bericht des Wall Street Journals zufolge der Beginn einer jährlichen Auffrischungsimpfung in den USA sein – ähnlich wie bei der Grippeimpfung. So wären nach Einschätzungen der US-Behörde Menschen, die sich im Herbst ohnehin ihre jährliche Grippeimpfung abholen, möglicherweise eher bereit für eine jährliche Corona-Impfung. Eine endgültige Entscheidung der FDA steht allerdings noch aus. Sollte eine neue Variante auftauchen, könnten bereits früher Boosterungen nötig sein, wird die vertraute Person vom Journal zitiert.

Food and Drug Administration (FDA)
Gründung1927
SitzSilver Spring, Maryland (USA)
AufsichtsbehördeGesundheitsministerium

Vierte Corona-Impfung in den USA: Studie deutet auf bedingten Omikron-Schutz hin

Die Zulassung einer vierten Impfung hänge zudem davon ab, ob diese für alle Erwachsene oder lediglich für bestimmte Risikogruppen beschränkt werden soll. Geklärt werden müsse zunächst auch, ob die Auffrischung speziell auf die Omikron-Variante angepasst werden soll. Allerdings deutete das Ergebnis einer vom israelischen Shiba-Krankenhaus veröffentlichten Studie daraufhin, dass eine vierte Corona-Impfung nur bedingt vor der Omikron-Variante schützt.

Auch wenn die Effekte einer zweiten Auffrischung umstritten sind, hat Israel Ende Januar eine vierte Impfung gegen das Coronavirus für alle Erwachsenen ab 18 Jahren empfohlen. Wie das Wall Street Journal weiter berichtete, müssen die Daten vor einer Entscheidung in erster Linie darlegen, dass eine vierte Injektion die Immunabwehr der Menschen signifikant verbessert und das Risiko verringert, einen schweren Covid-19-Verlauf zu erleiden.

Intervall für Booster-Impfung in den USA verkürzt

Im Januar hatte die FDA die Notfallzulassung für die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna geändert. Das Intervall für eine Booster-Impfung wurde von sechs auf fünf Monate verkürzt. „Die Impfung ist unser bester Schutz gegen Covid-19, einschließlich der zirkulierenden Varianten, und die Verkürzung der Zeitspanne zwischen der Grundimmunisierung und einer Auffrischungsdosis kann dazu beitragen, die abnehmende Immunität zu verringern“, erklärte Peter Marks, Direktor des FDA-Zentrums für Biologics Evaluation and Research Anfang Januar in einer Mitteilung.

Ob es auch in Deutschland jährliche Auffrischungsimpfungen geben könnte, ist noch nicht klar. Bisher hat die Ständige Impfkommission (Stiko) eine vierte Corona-Impfung nur für bestimmte Gruppen empfohlen. Demnach soll es eine zweite Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen und mit Immunschwäche sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen geben. „Das Impfschema unserer Impfstoffe ist für zwei Impfungen zugelassen. Der Booster hilft eindeutig. Ein sehr häufiges und hochfrequentes Impfen immer wieder gegen die gleiche Variante sehe ich aber skeptisch“, erklärte Virologe Hendrik Streeck im Interview mit merkur.de. (kas)

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