Carlos Ray Norris Jr. – aus dem Jungen musste ja was werden.
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Carlos Ray Norris Jr. – aus dem Jungen musste ja was werden.

Glückwunsch zum 80. Geburtstag!

Chuck Norris braucht keine Überschrift

  • Manuel Almeida Vergara
    vonManuel Almeida Vergara
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Der im wahren Leben wenig heldenhafte Filmheld und Trump-Liebling Chuck Norris wird 80. Höchste Zeit, da mal was klarzustellen.

  • Chuck Norris feiert seinen 80. Geburtstag
  • Ist der Action-Held wirklich so witzig?
  • Norris - Waffen-Fan und Trump-Liebling

Was für ein großer Tag das doch war, vor genau 80 Jahren, der 10. März 1940. Da erblickte im US-Bundesstaat Oklahoma ein gewisser Carlos Ray Norris Jr. das Licht der Welt, die ihm alsbald Untertan werden sollte. Wie das schon klingt! Carlos Ray Norris Jr. – aus dem Jungen musste ja was werden. Und zwar ein Chuck: Seinen Spitznamen bekam der Kampfsportler, Schauspieler und Übermensch in den 60ern von seinen Kameraden verliehen, damals, bei der amerikanischen Militärpolizei im Korea-Einsatz. Natürlich.

Chuck Norris will nicht mit Gott verglichen werden

Nun ist das mit dem „Über“ und dem „Mensch“ so eine Sache. Die philosophische Annahme eines „homo superior“ ist nicht nur bei ganz normalen Menschen höchst umstritten – auch Chuck Norris selbst wähnt sich nicht über den Dingen. Er lehne es ab, mit Gott verglichen zu werden, schrieb er 2006 in einer Internetkolumne, denn Gott habe ihn und alle anderen Erdenbürger lediglich nach seinem Ebenbild geschaffen, was, by the way, die Evolutionstheorie widerlege.

Womit wir direkt bei der Ambivalenz dieses Dreitagebarts auf Beinen wären. Denn ist um den Schauspieler und seine Haudrauf-Rollen ein Jahre währender Hype entstanden, der sich seit 2005 durch die legendären „Chuck Norris Facts“ vor allem im Internet Bahn bricht, Witzen also, die seine stahl- und beinharten Auftritte ins Bizarre persiflieren, macht ein Blick auf den tatsächlichen Chuck Norris deutlich: Cool ist irgendwie auch anders.

Die schönsten „Chuck Norris Facts“

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Waffen zum Beispiel spielen für ihn auch abseits der Filme mit schwungvollen Titeln wie „Der Bulldozer, „Die Feuerwalze“ oder „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ eine gar wichtige Rolle. Gerade im Januar noch trat Norris bei der Waffenmesse „Shot Down“ in Las Vegas auf, seit einigen Monaten fungiert er als prominentes Gesicht des Knarren-Herstellers Glock, auch privat gilt Norris als Waffennarr. Ein Hobby, von dem er etwa in seiner Kolumne für die rechtsgerichtete Webseite „World Net Daily“ mit Begeisterung erzählt. Genau wie von seiner Bewunderung für Donald Trump, die ihm den Status eines Aushängeschildes der Ultra-Konservativen bescherte.

Chuck Norris, der  Waffen-Fan und Trump-Liebling

Witzig ist das alles nicht. Und gerade deswegen ergeben all die Sprüche über Chuck Norris, der irgendwann mal Karate-Weltmeister und jahrelang „Walker, Texas Ranger“ war, dann doch irgendwie Sinn. Weil sie in ihrem überhöhten Humor, der nicht selten ins allzu Flache stürzt, deutlich machen, dass hinter all dem unwitzigen Gebaren doch nur eine Witzfigur zu stehen scheint. Keine Frage also, dass die FR dem Waffen-Fan und Trump-Liebling, der heute mit Knarren, Kind und Kegel auf einer Ranch in Texas lebt, zum Unehrentag eine Sammlung der schönsten „Chuck Norris Facts“ präsentiert.

15 sind’s geworden. Natürlich hätten wir gern eine Schippe draufgelegt und 80 draus gemacht. Aber wir sind halt nicht Chuck Norris.

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