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Feuerwehrleute bei der Rettung der Läufer in der Gansu-Provinz
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Feuerwehrleute bei der Rettung der Läufer in der Gansu-Provinz.

Tote bei Marathonlauf China

„Kommt so schnell wie möglich“: Marathonläufer flehten um Hilfe – Scharfe Kritik an Organisatoren

Die Läufer des Ultramarathons werden in den Bergen von einem Unwetter überrascht. Für viele kommt jede Hilfe zu spät. Die Provinzregierung setzte nun eine Sonderkommission ein, um die Vorfälle zu untersuchen.

+++ 13.00 Uhr: Die Suche in dem unwegsamen, bis zu 2000 Meter hohen Gelände gestaltete sich sehr schwierig. Nur die ersten 24 Kilometer der Laufstrecke seien mit dem Auto befahrbar gewesen. Auch fielen die Temperaturen über Nacht noch einmal weiter. Es seien Drohnen mit Wärmesensoren eingesetzt worden, um Vermisste aufzuspüren, hieß es in Staatsmedien. Läufer, die von den Bergen zurückkamen, berichteten, dass nahe des zweiten Checkpoints plötzlich Eisregen niedergegangen und starker Wind aufgekommen sei. Einige weinten erschüttert und berichteten, erschöpfte Läufer auf dem Boden liegen gesehen zu haben.

Der Sturm habe wärmende Decken aus mitgeführter Notfallausrüstung der teils nur in Shorts und T-Shirts bekleideten Läufer einfach weggeweht, berichteten Staatsmedien weiter. Viele Läufer verirrten sich in dem streckenweise steilen Gelände, brachen unterkühlt und entkräftet zusammen. Via Smartphones riefen Teilnehmer verzweifelt um Hilfe. „Kommt in die Berge, um die Leute zu retten“, schrieb einer in einer Textnachricht. „Zu viele frieren und haben sich verlaufen.“

„Wir sind in einer Schlucht“, schrieb ein anderer. „Eine Läuferin leidet unter Unterkühlung und kann sich nicht mehr bewegen.“ Auch wurde berichtet: „Einige sind bewusstlos“. In den Hilferufen hieß es zudem: „Es ist tragisch“ und „Kommt so schnell wie möglich!“ oder „Der Wind ist zu stark“. Die lokalen Behörden brachen den Marathon ab und organisierten eine Rettungsaktion mit 1200 Helfern, die über Nacht bis Sonntag dauerte, wie Staatsmedien meldeten.

Tote bei Ultramarathon in China: „Fühlen wir uns zutiefst schuldig und machen uns Vorwürfe“

Im Internet wurde Kritik an den Organisatoren und der mangelnden Vorbereitung laut. Es wurde die Frage gestellt, „ob es wirklich eine Naturkatastrophe oder eine von Menschen verursachte“ gewesen sei. Erfahrene Läufer wiesen darauf hin, dass Organisatoren bei Laufstrecken unter ähnlichen Bedingungen von Teilnehmern forderten, warme und wasserdichte Jacken und Hosen sowie Thermounterwäsche, Handschuhe und Mützen mitzunehmen. Bei dem Rennen in Gansu seien Jacken aber nur „empfohlen“ gewesen, hieß es. Allein die faltbaren Notfalldecken seien verpflichtend gewesen.

Die Provinzregierung setzte eine Sonderkommission ein, um die Vorfälle zu untersuchen. „Als Organisatoren der Veranstaltung fühlen wir uns zutiefst schuldig und machen uns Vorwürfe“, sagte Zhang Xuchen, Bürgermeister von Baiyin, auf einer Pressekonferenz. „Wir sprechen den Opfern und ihren Familien unser tiefes Mitgefühl aus.“ Die Suche sei am Sonntagmorgen abgeschlossen worden. Alle Vermissten seien gefunden worden. 151 Teilnehmer seien in Sicherheit.

Der 100 Kilometer lange Bergmarathon in der malerischen Touristenregion wird zusammen mit zwei kürzeren Cross-Country-Läufen bis 21 Kilometer seit vier Jahren jährlich veranstaltet. Die Hongkonger Zeitung South China Morning Post berichtete, dass sich fast 10.000 Teilnehmer für die drei Läufe angemeldet hätten.

China: 21 Tote nach Unwetter bei Ultramarathon

Erstmeldung vom Sonntag, 23.05.2021, 08.17 Uhr: Peking – Bei einem 100-Kilometer-Lauf in China sind durch ein plötzlich aufgekommenes Unwetter 21 Menschen ums Leben gekommen. Während des Ultramarathons in der nordwestlichen Provinz Gansu sei ein Unwetter mit starkem Hagel, Eisregen und Sturmböen hereingebrochen, erklärte die Stadtverwaltung von Baiyin am Sonntag. Unter den Toten seien auch chinesische Spitzen-Langstreckenläufer, berichteten örtliche Medien.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua waren mehr als 700 Rettungskräfte im Einsatz. Laut Xinhua brach das Unwetter am Samstagnachmittag herein, als die Teilnehmer zwischen 20 und 31 Kilometer weit durch bergiges Gebiet gelaufen waren. Das Rennen wurde sofort abgebrochen. 151 Teilnehmer seien Sicherheit gebracht worden. Wie Xinhua berichtete, litten einige der Läufer an Unterkühlung. Bis zuletzt hatten die Retter noch nach einem vermissten Teilnehmer gesucht, der nur noch tot geborgen werden konnte.

China: „Temperatur ist stark gefallen“ – 21 Menschen sterben bei Marathon

„In kurzer Zeit fielen in der Gegend plötzlich Hagelkörner und Eisregen, und es herrschte starker Wind. Die Temperatur ist stark gefallen“, sagte Zhang Xuchen, der Bürgermeister von Baiyin. Acht Menschen seien wegen leichter Verletzungen im Krankenhaus behandelt worden, befänden sich aber in einem stabilen Zustand.

Videoaufnahmen zeigten Rettungskräfte, die mit Taschenlampen in der Nacht durch das felsige Gelände kletterten. Einige in schwere Decken eingewickelte Marathonteilnehmer wurden dabei gefilmt, wie sie von Rettern auf eine Trage gelegt wurden. „Mein ganzer Körper war durchnässt, einschließlich meiner Schuhe und Socken. Die Kälte wurde immer unerträglicher“, berichtete ein Überlebender den örtlichen Medien.

China: Top-Marathonläufer unter den Toten

Unter den Opfern befanden sich nach Medienangaben die einheimischen Top-Marathonläufer Liang Jing und Huang Guanjun. Liang hatte in den vergangenen Jahren mehrere chinesische Ultramarathons gewonnen. Huang, der taubstumm war, hatte den Marathon der Männer für Hörgeschädigte bei den Nationalen Paralympischen Spielen 2019 in Tianjin gewonnen.

Der Ultramarathon fand im Steinwald am Gelben Fluss statt, einer für ihre Steinformationen berühmten Berglandschaft. Die Provinz Gansu, eine der ärmsten Regionen Chinas, grenzt im Norden an die Mongolei und im Westen an die Provinz Xinjiang. (sot mit AFP/dpa)

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