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Im Chaim Sheba Medical Center in Tel Hashomer nahe Tel Aviv ist ein Isolationsraum für Corona-Patienten eingerichtet worden.

Corona-Virus

China-Rückkehrer kommen 14 Tage in Quarantäne

15 Personen werden aus der chinesischen Provinz Hubei nach Stuttgart evakuiert. 

Die erwarteten Rückkehrer aus der vom neuen Coronavirus besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei sollen vorsorglich isoliert in einem Hotel in Kirchheim/Teck (Kreis Esslingen) untergebracht werden. In China seien alle 15 Personen negativ auf die Erkrankung untersucht worden, teilte das baden-württembergische Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mit. Die Reisenden sind zunächst in Paris gelandet. Gleich nach der Ankunft in Stuttgart sollten sie am Flughafen erneut untersucht werden.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte: „Für die Bevölkerung besteht weiterhin kein Grund zur Sorge.“ Die Betreuung der Rückkehrer erfolgt durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Bei den Passagieren handele es sich um deutsche Staatsbürger und ihre Angehörigen. Sie waren länger im Ausland und haben keinen festen Wohnsitz mehr in Deutschland. „Als freiwillige Hilfsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland unterstützen wir die Behörden auch künftig dabei, China-Rückkehrer zu betreuen“, wurde DRK-Generalsekretär Christian Reuter in der Mitteilung zitiert.

Die Menschen sollen in der Quarantäne-Station 14 Tage bleiben, um sicherzugehen, dass keine Erkrankung aufgetreten sei, teilte das Sozialministerium weiter mit. Vor Ort ist das Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen zuständig. Es seien alle nach aktuellen Erkenntnissen aus medizinischer Sicht erforderlichen Maßnahmen angeordnet. Bei dem DRK sind den Angaben zufolge rund 40 Mitarbeiter mit dem Fall betraut. Es hatte bereits eine Quarantäne-Station in Germersheim (Rheinland-Pfalz) betrieben und betreut aktuell eine in Berlin.

Iran: Zwei weitere Covid-19-Patienten gestorben

Im Iran sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei weitere Covid-19-Patienten gestorben. „In den letzten Tagen gab es positive Testergebnisse bei 13 weiteren Coronavirus Sars-CoV-2 Patienten und leider sind zwei von ihnen in der Zwischenzeit gestorben“, twitterte Ministeriumssprecher Kianusch Dschahnpur am Freitag. Von den 13 Patienten kommen 4 aus der Hauptstadt Teheran, 7 aus der Stadt Ghom und 4 aus der Gilan Provinz am Kaspischen Meer in Nordiran, so der Sprecher. Weitere Details zu den beiden Toten und den Patienten gab der Sprecher nicht an.

Schon am Mittwoch waren in Ghom zwei Patienten an der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es soll sich um zwei ältere Männer handeln, die Anfang der Woche mit Atemproblemen ins Krankenhaus gebracht wurden. Bei beiden wurde Sars-CoV-2 nachgewiesen, wie es hieß. Nach Angaben der örtlichen Behörden waren die Betroffenen in jüngerer Zeit nicht im Ausland und nicht einmal außerhalb ihrer Heimatstadt Ghom. Zudem hatten sie keinen Kontakt zu chinesischen Touristen. Beide sollen Vorerkrankungen gehabt haben: Sie wurden während des Iran-Irak-Kriegs Opfer chemischer Waffen, wie es hieß.

Es waren die ersten erfassten Infektionen im Land. Seitdem wurden in Ghom Sondermaßnahmen ergriffen. Alle Schulen und Hochschulen in Ghom wurden vorläufig geschlossen und das Gesundheitsministerium schickte Expertenteams in die religiöse Stadt 140 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Außerdem wurden die fast 1,2 Millionen Einwohner der Stadt gebeten, unnötigen physischen Kontakt zu vermeiden.

In den iranischen Medien wird den Bürgern immer wieder versichert, dass die Lage landesweit unter Kontrolle sei. Aber trotzdem ziehen viele Iraner es vor Masken zu tragen. Auch bei den Parlamentswahlen am Freitag trugen sowohl viele Wähler als auch Wahlbeobachter Masken. Es gibt sogar Spekulationen, dass die Wahlbeteiligung aus Sorge vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 niedriger ausfallen könnte.

Israel meldet erste Infektion 

Israel hat seine erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“, das wegen des Virus in Japan zwei Wochen unter Quarantäne stand, sei bei seiner Heimkehr positiv auf den Erreger getestet worden, teilte die israelische Regierung am Freitag mit. Bei rund einem Dutzend weiteren heimgekehrten „Diamond Princess“-Passagieren aus Israel sei das Virus hingegen nicht nachgewiesen worden.

Die „Diamond Princess“ war am 5. Februar wegen Fällen des neuartigen Coronavirus unter Quarantäne gestellt worden. Am Mittwoch ging der zweiwöchige Quarantänezeitraum zu Ende. Rund 500 Menschen, bei denen das Virus nicht nachgewiesen wurde und die keinen engen Kontakt zu Infizierten hatten, durften das Schiff verlassen. Ursprünglich waren rund 3700 Menschen aus 56 Ländern an Bord der „Diamond Princess“ gewesen.

Der Fall in Israel ist nicht der einzige, in dem sich ein in Japan zunächst negativ getesteter Passagier der „Diamond Princess“ nach seiner Heimkehr als infiziert erwies. Auch zwei australische Ex-Passagiere wurden nach ihrer Heimkehr positiv auf das Virus getestet, wie die Gesundheitsbehörden der Northern Territories mitteilte. In Japan war ihr Test noch negativ gewesen.

Die Atemwegserkrankung Covid-19 ist bei den beiden australischen Betroffenen – einem jüngeren und einem älteren Mensch – den Angaben zufolge aber nur leicht ausgeprägt. Nach Angaben der australischen Regierung waren alle 164 australische Ex-Passagiere der „Diamond Princess“ nach ihrer Heimkehr getestet worden. Sechs von ihnen wurden später erneut getestet, darunter die beiden nachgewiesenermaßen Infizierten. (dpa/afp)

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