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Fürstenpaar Monaco
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Ganz eng: Fürstin Charlène und ihr Mann Albert II.

Palast von Monaco

Charlène von Monaco und Fürst Albert unter Beschuss: Schwere Vorwürfe gegen Royals erhoben

  • Stefan Brändle
    VonStefan Brändle
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Fürst Albert II. muss sich derzeit mit einer Rufmordkampagne auseinandersetzen. Fürstin Charlène von Monaco kämpft hingegen mit psychischen Problemen.

Monaco – Der Fürst auf dem „Felsen“ – so Monacos Übername – hat schon glücklichere Nationalfeiertage erlebt. Die Zaungäste der Drohnenshow, mit der Albert II. am Freitag (19.11.2021) das neue Start-up-Image seines Stadtstaates unterstreichen wollte, fragten sich wieder einmal: Wo ist Charlène von Monaco? Alberts Gattin war abwesend, obwohl sie erst jüngst aus Südafrika zurückgekehrt war. Ein halbes Jahr hatte sie in ihrem Mutterland verbracht, und ihr Mann, Vater der gemeinsamen Zwillinge, erklärte dies mit einem „medizinischen Problem“.

Nun musste er sich selber korrigieren. Ohne Charlènes Aufenthaltsort bekannt zugeben, deutete der 63-jährige Sohn von Rainer III. und Grace Kelly am Freitag an, Charlène benötige vor allem psychologische Hilfe. „Es gibt eine Müdigkeit, die nicht nur physisch ist, die sich nur durch eine Zeit der Ruhe und Betreuung behandeln lässt“, sagte er in einem Interview zum Nationalfeiertag.

Charlène von Monaco: Royals von Rufmordkampagne heimgesucht

Man kann es Albert nachfühlen, dass er zum Schutz seiner Frau möglichst diskret bleiben will. Bloß verstärkt er damit den in Monaco ohnehin stets präsenten Eindruck, dass hinter der schillernden Jetset-Kulisse mit Jachthafen, Casino und Ferrari-Meile vieles im Dunkeln bleibt. Und zwar nicht nur, was die Herzensangelegenheiten der Grimaldis anbelangt. Sondern Macht, Geld und Politik.

Das Fürstentum wird derzeit von einer äußerst aggressiven Rufmordkampagne heimgesucht. Vier hohe Würdenträger – darunter der Präsident des höchsten Gerichts, Didier Linotte, und Außenminister Laurent Anselmi, beide Albert II. nahestehend, werden von Unbekannten der Korruption und illegaler Machenschaften bezichtigt.

Die Vorwürfe treffen sehr direkt den Fürsten, der sein Minireich gerade vom Ruf eines untransparenten, klientelistischen Refugiums für Steuerflüchtlinge und Finanzjongleure zu befreien sucht. In einem Interview mit dem Lokalblatt Monaco-Matin verurteilte Albert eine „diffamierende und anonyme Gerüchte-Kampagne“ und kündigte an, er werde die monegassische und die französische Kriminalpolizei einschalten.

Fürstentum Monaco: Wer sägt an Alberts Stuhl und wie geht es Charlene?

Sicher ist, dass Profis am Werk sind. Laut Polizeikreisen soll die Verleumdungsattacke Dutzende von Personen mobilisiert und schon fünf bis zehn Millionen Euro gekostet haben. Von der Webseite dossiers-du-rocher.com („rocher“ bedeutet Felsen) und dem Account powerhayden58@gmail.com wurden zahlreiche Journalistinnen und Journalisten und Redaktionen mit Falschinformationen versorgt. Versendet wurden diese aus Russland, Indien, Island und den USA.

Insider:innen schätzen, dass zwei Urhebergruppen an Alberts Stuhl sägen oder ihm zumindest eine kleine Warnung zukommen lassen möchten. Lokale Immobilienhaie lassen sich nicht gerne in ihren Geschäften stören, die dank einer unglaublichen Wohndichte blühen – 40.000 Menschen wohnen auf zwei Quadratkilometer Staatsgebiet. „Man munkelt, dass sehr mächtige Immobilien- und Finanzinteressen hinter der Attacke stehen“, schreibt der Monaco-Insider Stéphane Bern in der Zeitschrift Paris Match, der zufolge der Name eines lokalen Immobilienmagnaten „öfters auftaucht“. Albert versucht zwar, den Immobiliendruck in Monaco zu lindern, indem er in der Portierbucht sechs Hektar Land aus dem Meer wachsen lässt. Das zwei Milliarden Euro teure Projekt ruft aber auch unerwünschte Investoren auf den Plan.

Die zweite Spur, die sogenannten russischen Interessen, führt auch nicht unbedingt ans mediterrane Sonnenlicht. Eher zu monegassischen Firmen, die russischen Oligarchen mit oder ohne Kreml-Connection bei der Geldwäsche helfen, wie die „Pandora Papers“ kürzlich enthüllt haben.

Albert II.: Fürst will Monaco in eine „Smart City“ verwandeln

Als Erstes leidet darunter Monacos Image, das Albert mit etlichem Aufwand aufzupolieren versucht. Der Ministaat praktiziert heute sogar den automatischen Informationsaustausch mit anderen Fiskalverwaltungen und ist damit aus den schwarzen Listen der Steuerparadiese verschwunden. Außerdem hat der aufgeschlossene Fürst zentrale Posten mit integren Persönlichkeiten besetzt, die zur Aufgabe haben, Monaco in eine offene und moderne „Smart City“ zu verwandeln.

Allzuweit weit geht die monegassische Perestroika aber auch nicht. Der von der französischen Schutzmacht entsandte Untersuchungsrichter Edouard Levrault wurde 2019 geschasst, weil er auf dem Felsen etwas zu viel Neugier an den Tag gelegt hatte. Er lancierte auch Ermittlungen gegen den Milliardär Dmitri Rybolowlew an dem in Monaco niemand vorbeikommt. Der Eigentümer des Fußballklubs AS Monaco – erster Fan: Albert II. – setzte sich in die Nesseln, als er in seinem Chalet in Gstaad den monegassischen Justizminister Philippe Narmino bewirtete. Das passte schlecht zu den gleichzeitigen Ermittlungen durch einen französischen Richter. Albert reagierte prompt und entließ den Minister. Das war ein Zeichen, dass in Monaco neue Zeiten anbrechen sollen. Und genau das gefällt offenbar nicht allen, wie die Rufmordkampagne zeigt. (Stefan Brändle)

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