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Entworfen hat Chanel den Duft in den 1920er Jahren - doch noch heute ist Chanel No. 5 das meistverkaufte Parfüm der Welt.
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Entworfen hat Chanel den Duft in den 1920er Jahren - doch noch heute ist Chanel No. 5 das meistverkaufte Parfüm der Welt.

Mode

Chanel - Greatest Hits

Coco Chanel bleibt nicht nur wegen ihrer Kleider unvergessen. Auch einige andere Accessoires - und sogar Personen - wurden durch sie berühmt.

Das Kostüm

Das Chanel-Kostüm ist wohl die bekannteste Erfindung der französischen Modeschöpferin, dabei war Coco Chanel bereits 70 Jahre alt, als sie das praktische Pendant zum Herrenanzug erfand. Noch heute tragen Geschäftsfrauen auf der ganzen Welt den klassischen Tweed-Zweiteiler mit den Goldknöpfen, den die Grande Dame der Mode für ihre Sommer-Kollektion 1954 entwarf.

Zahlreiche Varianten in allen Farben sind davon im Umlauf, das Original hat einen schwarzen Besatz und einen ausgestellten Rock. Lady Diana trug eine hellblaue Variante zu Prinz Williams Konfirmation 1997, Victoria Beckham ließ sich zehn Jahre später in einem pistazienfarbenen Modell fotografieren, und Penélope Cruz trug vor wenigen Monaten ein weißes Chanel-Kostüm bei einer Charity-Veranstaltung. 18 Jahre, nachdem ihr der Coup geglückt war, starb Coco Chanel, die mit bürgerlichem Namen Gabrielle Bonheur Chanel hieß, in Paris.

Die Handtasche

"Ich verschenke niemals das gleiche Geschenk zweimal", verriet der Berliner Szene-Designer Michael Michalsky in einem Interview. "Nur einmal habe ich meiner besten Freundin zu unserem 20. Freundschaftsjubiläum eine Chanel Mademoiselle Handtasche geschenkt und meiner Mama zu ihrem 60. Geburtstag ebenfalls." Es dürfte nicht viele Modeaccessoires geben, die sowohl der Freundin als auch Mutti gefallen, doch die legendäre gesteppte Tasche aus Kalbsleder (Bild), von Chanel in den 60er Jahren entworfen, gehört definitiv dazu.

Ebenfalls ein Klassiker: Die 2.55, eine Stepptasche mit Silberkette und rechteckiger Silberschließe, die Coco Chanel im Februar 1955 entwarf (daher der Name), und die heute von so genannten It-Girls wie Nicole Richie getragen wird. Bereits in den 30er Jahren erfand Chanel übrigens die Henkeltasche. Begründung für die Idee: Frauen sollten endlich die Hände frei haben.

Das Kleine Schwarze

Heute ist das "Kleine Schwarze" selbstverständlicher Bestandteil jeder weiblichen Garderobe. Coco Chanel präsentierte das schlichte, schwarze, kurz unter dem Knie endende Kleid 1926 und revolutionierte damit die Modewelt. In der Zeitschrift Vogue sagte sie: Das Kleid werde "eine Art von Uniform für alle Frauen mit Geschmack werden".

Auch wenn es heute erhebliche Zweifel daran gibt, dass Chanel tatsächlich die Erste war, die ein schlichtes, schwarzes Kleid schneidern ließ, so war sie doch diejenige, die es populär machte. Vor allem bei unabhängigen, berufstätigen Frauen wurde das unkomplizierte und dennoch elegante Kleidungsstück ein Erfolg. Alle großen Hollywood-Diven gaben seither dem "little black dress" ihre eigene Note: Audrey Hepburn trug es mit langen Handschuhen, Bette Davis kombinierte es mit Pelz, und Rita Hayworth trug es als enges Minikleid. Je nach Accessoire passt das Kleine Schwarze zu jeder Gelegenheit, und genau das war die Idee von Coco Chanel: ein Kleid, das "morgens zum Einkaufen, mittags zum Tee und abends ins Theater" getragen werden kann. Dass Karl Lagerfeld dem Klassiker unlängst einen langen Schwalbenschwanz verpasste (Bild), ist allerdings gewöhnungsbedürftig.

Coco Chanel machte ein paar Jahre später, Anfang der 30er Jahre, erneut Schlagzeilen. Diesmal allerdings nicht in der Modewelt, sondern im politischen Bereich. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie mit den Nationalsozialisten sympathisiere. In Biografien ist nachzulesen, dass sie sich von ihren Liebhaber Hans Günther von Dincklage, dem Sonderbeauftragten des Reichspropaganda-Ministeriums in Frankreich, für die Zwecke der Nazis einspannen ließ. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Coco Chanel als Kollaborateurin verhaftet, sie flüchtete für einige Zeit in die Schweiz.

Die Hüte

Die Karriere von Coco Chanel basiert nicht etwa auf Kleidern, sondern auf Damenhüten. Im Jahr 1912 sorgte ein ungewohnt schlichter, großer Strohhut, den die Schauspielerin Gabrielle Dorziat auf der Bühne trug, für Furore. Das ungewöhnliche Modell wurde sogar in einem Pariser Modejournal veröffentlicht. Schnell sprach sich unter den High-Society-Damen herum, dass es sich um einen Entwurf der vollkommen unbekannten Coco Chanel handelte.

1913 machte sich Chanel mit einer Hut- und Accessoire-Boutique im französischen Seebad Deauville selbstständig und beschäftigte sogar zwei Angestellte. Ihre Kreationen bestachen durch schlichte Eleganz, ohne die damals üblichen Federn, Schleifchen oder Spitzen. Dass Männer mit Hut tragenden Frauen bisweilen so ihre Probleme haben, wusste die Modeschöpferin, doch es war ihr egal: "Zwei Dinge wird ein Mann niemals verstehen: das Geheimnis der Schöpfung und den Hut einer Frau."

Das Parfüm

Auf die Frage, was sie im Bett trage, soll Marilyn Monroe geantwortet haben: "Chanel No. 5. natürlich." Noch heute ist der Duft, mit dem Coco Chanel in den frühen 20er Jahren ihren internationalen Durchbruch feierte, nicht nur das berühmteste, sondern auch das meist verkaufte Parfüm der Welt. Konzipiert wurde es 1921 vom Parfumeur Ernest Beaux.

Revolutionär war die Verwendung synthetischer Inhaltsstoffe, die den Duft abstrakter und geheimnisvoll erscheinen lassen. Seither duften Parfüms nicht mehr nur, wie damals üblich, nach einer einzigen Blume wie Veilchen oder Vergissmeinnicht. Unter den Flakons, die Beaux Madame Chanel zur Begutachtung vorlegte, wählte diese die Nummer 5, dessen schlichtes Design bis heute besticht: 1959 wurde der Flakon im Museum of Modern Art ausgestellt.

Der Nachfolger

Nach dem Tod der Chefin fehlte dem Modehaus in den 70er Jahren der Glanz. Chanel galt als Marke für gediegene, ältere Damen. Das änderte sich erst 1983, als Karl Lagerfeld antrat, dem Tanten-Image des Konzerns einen zeitgemäßen Anstrich zu verpassen. Als Chefdesigner gelang es dem Modemacher aus Deutschland, Chanel wieder zu einer begehrten Marke für junge, trendbewusste Frauen zu machen und gleichzeitig dem Grundgedanken der Modelinie - weniger ist mehr - treu zu bleiben.

Wie nah sich der Modezar seiner Vorgängerin fühlt, bewies er gerade erst in einem Interview mit der Zeitschrift Harper’s Bazaar, für das er in die Rolle der Coco geschlüpft war. Auf die Frage, ob sie immer noch Feministin sei, antwortete Karl als Coco: "Ich war niemals Feministin, weil ich dafür nicht hässlich genug war."

Der Modeschmuck

Schmuck sei nicht dazu da, Neid zu erwecken, sondern bestenfalls Staunen, soll Coco Chanel einst gesagt haben. Genauso wie Prunk, Protz und Rüschen hasste die Französin den Hang wohlhabender Frauen, mit teurem Schmuck zu prahlen. Schmuck sollte in ihren Augen schlichtweg gut aussehen, basta.

Das funktionierte ihrer Ansicht nach mit Imitationen genauso gut wie mit teuren Preziosen. Coco Chanel war es daher, die den Modeschmuck salonfähig machte. Vor allem Perlenketten entsprachen ihrem klaren Look, und die durften ruhig unecht sein. Dabei ging es ihr nicht um eine möglichst täuschende Imitation, sondern schlicht um den optischen Effekt.

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