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Reaktionen zum CDU-Parteitag

CDU-Parteitag: Netz lacht über „Kanzler“ Armin Laschet und Friedrich Merz

  • vonMirko Schmid
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Armin Laschet und Friedrich Merz waren vor und während des CDU-Parteitags Gegenstand von Spott und Häme im Netz. Markus Söder twittert derweil mit.

  • Auf Twitter trendet der CDU-Parteitag und wird von der Twitter-Gemeinde fleißig kommentiert.
  • Dabei bekommt vor allem Friedrich Merz sein Fett weg, Norbert Röttgen hingegen konnte Sympathien sammeln.
  • In der Frage, ob Armin Laschet „Kanzler kann“, sind sich die meisten Kommentatoren einig.

Frankfurt – Drei ältere Herren, alle aus Nordrhein-Westfalen: Das Parteichef-Angebot der CDU an ihre Mitglieder war auf den ersten Blick nicht sonderlich breit gefächert. Ein Twitter-Nutzer brachte es mit einem „kulinarischen“ Vergleich auf den Punkt. Er schrieb: „Die CDU hat die Auswahl zwischen Röttgen, Merz oder Laschet – im Grunde wie ein All-You-Can-Eat Buffet mit Kutteln, Euter und Zunge.“

CDU-Parteitag: Rede von Friedrich Merz erzeugt ein zweifelhaftes Echo

Und doch wurden während der Bewerbungsreden Unterschiede deutlich, die auch der Web-Gemeinde nicht entgangen sind. Besonders Friedrich Merz hatte es den Kommentator:innen angetan, seine Rede wurde auf Twitter nicht nur wohlwollend aufgenommen. Als der nicht gerade als Förderer von Frauen aufgefallene Wirtschaftspolitiker zum Thema Gleichberechtigung ansetzte, blieb das nicht unkommentiert: „Ein Satz, der mit ‚Lassen Sie mich ein Wort zu den Frauen sagen‘ beginnt, den will ich eigentlich gar nicht bis zum Schluss hören“, kommentierte ein Nutzer.

Und auch seine nicht in jedem Punkt unzweifelhaften Ansichten zum Thema Energiewende fanden schnell eine Antwort, schließlich hatte Merz davon gesprochen, dass es für eine klimaneutrale Energiewende mehr brauche, als Wind und Sonne. Autor Erik Flügge fragte daraufhin, ob Merz die „Atomkraft wieder angekündigt“ habe.

Wie schon im Jahr 2018 schaffte es Friedrich Merz nicht, die Delegierten mit seiner Rede auf seine Seite zu ziehen. Ein Twitter-Nutzer fragte sich dementsprechend, warum immer wieder vom herausragenden Rhetoriker Merz gesprochen wird, zumal viele Medienkommentare klare Vorteile in der Redekunst des Sauerländers gegenüber seinen Mitbewerber beschreiben. Wie Merz den Ruf eines „guten Redners“ bekommen konnte, sei ihr „schleierhaft“, so eine Nutzerin.

Norbert Röttgen scheidet in der ersten Runde aus, findet aber viel Anklang im Netz

Besser schnitt dagegen der als Außenseiter ins Rennen gegangene Norbert Röttgen in vielen Bewertungen ab. Hendrik Wieduwilt, Moderator und Ex-Pressesprecher des Bundesjustizministeriums, geriet gar ins Schwärmen über die rhetorischen Fähigkeiten des ehemaligen Bundesumweltministers.

Kolumnistin Sibel Schick fiel auf, dass sich einzig Röttgen klar gegen rechtsextreme Tendenzen ausgesprochen hatte und es damit nicht einmal in die Stichwahl geschafft hatte. „Röttgen nimmt Worte wie Rassismus und Antisemitismus in den Mund und fliegt im ersten Wahlgang raus“, so Schick.

Armin Laschet hält auf dem CDU-Parteitag eine persönliche Rede und wird belohnt

Ebenfalls besser als Merz schnitt Armin Laschet mit seiner Rede ab: Laschet, der im Vorfeld häufig als zurückhaltend und im Vergleich zu Norbert Röttgen und Friedrich Merz eher dröge beschrieben wurde. Jedoch schaffte es der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen mit einer sehr persönlichen Rede, in der er unter anderem von seinem Vater sprach, der „unter Tage“ gearbeitet habe, Sympathien für sich zu gewinnen.

Der neue CDU-Parteichef Armin Laschet hat gut lachen.

Das für seine bissigen Kommentare bekannte „Browser Ballett“ sieht das Erfolgsrezept von Armin Laschet in einer ganz einfachen Formel: Der größte Pluspunkt Laschets sei, dass er „nicht Friedrich Merz“ sei.

Ein Twitter-Nutzer sieht es ähnlich und wundert sich selbst darüber, dass er sich über den Sieg des NRW-Ministerpräsidenten freut: „Wenn man sich fast schon freut, dass Laschet statt Merz gewonnen hat, beweist das nur, wie niedrig die Messlatte war.“

Eine weitere Twitter-Nutzerin sieht die wahre Siegerin in Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkel hatte aus ihrer Ablehnung gegenüber Friedrich Merz kaum einen Hehl gemacht und ihn mit ihrem Griff nach dem CDU-Fraktionsvorsitz bereits im Jahr 2002 abserviert.

Die Bundeskanzlerin gilt als Befürworterin eines Parteichefs Armin Laschet. Schon im Jahr 2018 hatte sich Merkel wenig subtil über den Wahlsieg von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) gegen Friedrich Merz gefreut.

Erneute Niederlage von Merz im Kampf um CDU-Vorsitz hallt nach

Dass Friedrich Merz nun also erneut damit gescheitert ist, den Vorsitz der CDU für sich zu gewinnen, erzeugt teilweise gehässigen Spott im Netz. Das Satire-Magazin „extra3“ erinnert an Merz legendäre Pläne, eine Steuererklärung auf einem Bierdeckel möglich zu machen.

Ein Twitter-Nutzer sieht die politische Karriere von Friedrich Merz, der sich im direkten Anschluss an die Wahl gegenüber Armin Laschet um den Posten des Wirtschaftsministers beworben hatte und von Angela Merkel schnell eine Abfuhr erhielt, als erledigt an.

Und selbst Harry Potter findet im Bezug auf die nun dritte Niederlage von Friedrich Merz in seinem Bestreben, die CDU anzuführen Erwähnung.

„Stillstand“ mit CDU-Vorsitzendem Armin Laschet?

Armin Laschet hingegen wird von vielen Kommentator:innen als Konsenskandidat zwischen dem auf fortschrittlich getrimmten Norbert Röttgen und dem für die „alte CDU“ stehenden Friedrich Merz wahrgenommen. Sein Sieg erfreut nicht jeden Twitter-Nutzer. Ein Nutzer bezeichnet das Ergebnis des CDU-Parteitages als „Stillstand“.

Vor allem Norbert Röttgen, der in der Netzgemeinde durchaus Anklang fand, wird nachgetrauert. „Komisch, dass die CDU nicht den Röttgen gewählt hat. Der hat als einziger eine saubere Weste“, so ein Kommentator.

Und das obwohl ihm nachgesagt wird, sich während seiner Vorstellungsrede erst ein wenig später umgeschaut zu haben.

Kann Armin Laschet Kanzler?

Traditionell hat der CDU-Vorsitzende ein Erstzugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur. Auch wenn der bayerische Minsterpräsident Markus Söder Signal um Signal sendet, dass er sich ebenfalls zu Höherem berufen fühlt, muss also nun die Frage nach der Befähigung eines Kanzlers Laschet gestellt werden. Auf manche Fragen finden Kommentator:innen im Internet eine klare Antwort.

Und während sich drei ältere Herrn aus Nordrhein-Westfalen um den CDU-Parteivorsitz mit ihren ganz eigenen Vorzügen stritten, schafften sie es dann auch doch nicht, den bayerischen, vor Kraft nur so strotzenden, Landeschef für jeden Kommentatoren vergessen zu machen.

Möchte Armin Laschet tatsächlich nach der Nachfolge von Angela Merkel greifen, wird er im Wahlkampf in seiner Partei und im Volk um Zustimmung werben müssen. Und nicht zuletzt offensichtlich auch in der Netzgemeinde. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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