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Prinz Nikolai von Dänemark läuft bei einer Modenschau in Paris für Dior über den Laufsteg.

Prinz Nikolai von Dänemark

Catwalk statt Morgenappell

"Königliche Hoheiten machen keine Werbung für Unternehmen oder Produkte": Prinz Nikolai von Dänemark empört mit seinen Karriereplänen nicht nur konservative Royalisten.

Wo bleibt bloß das Pflichtgefühl für die königliche Familie? Prinz Nikolai von Dänemark wird derzeit für die Vermarktung von Privatunternehmen kritisiert. Erst kürzlich posierte das gefragte Fotomodell mit einem Mitarbeiter der Autoverleihfirma Sixt vor einem Renault Clio, den er sich ausleihen wollte. Die Firma nutze die Gelegenheit für eine Werbemeldung mit dem Titel: „Prinz Nikolai hat sich dazu entschieden, Abonnent von Sixt All-inclusiv zu werden“. Prompt hagelte es Kritik. In dieser Woche hat sich der Hof entschuldigt: „Königliche Hoheiten machen keine Werbung für Unternehmen oder Produkte. Prinz Nikolai beklagt das Versehen“, so ein Sprecher.

Unterdessen sind konservative Royalisten über weitaus mehr als das empört. Der älteste Sohn von Prinz Joachim (49) und Enkelsohn von Königin Margrethe II (78), bricht ständig mit den uralten Traditionen. Erst im August nahm der frischgebackene Abiturient, wie einst der Vater, seinen zweijährigen Militärdienst in Dänemark auf. Nach dem Grundwehrdienst sollte der auf Platz Sieben der dänischen Thronfolge befindliche Nikolai sich dabei weiter zum Reserveoffizier ausbilden lassen. „Ich möchte Einfluss haben und einen Unterschied machen“, sagt er da engagiert. Im Militär „werde ich ein Teil von etwas Größerem als ich selbst sein“, freute er sich im Magazin „Dust“.

Prinz Nikolai mochte das Kasernenleben nicht

Doch schon im Oktober brach der 19-Jährige den grauen Kasernenalltag gänzlich ab. „Alle waren lieb und es war so, wie sich der Prinz das vorgestellt hat. Es passte ihm aber einfach nicht“, ließ die Mutter des Prinzen über ihre Sprecherin verlauten.

Was genau Prinz Nikolai nicht am Kasernenleben gefallen hat, ist unbekannt. Vielleicht hat der Abbruch aber auch damit zu tun, dass der Prinz schon während des Abiturs eine schönere Welt kennengelernt hat, mutmaßen die Untertanen. Seit Februar arbeitet er als Topmodel für eine bekannte Agentur, die ihn für Lifestylemagazine und Laufstege vermietet und um die Welt schickt.

Auch wenn die Agentur behauptet, dass sie Prinz Nikolai nur wegen dessen Aussehens unter Vertrag genommen hat, unken die Untertanen, dass er eher wegen seines Titels so gefragt ist. So war er schon für Burberry auf dem Catwalk in London. Und es überraschte kaum, als nach seinem Absprung vom Wehrdienst bekannt wurde, dass der „Modeprinz“, wie die Dänen ihn nennen, am 30. November für die Topmarke Dior in Tokio läuft. Prinz Nikolai will erst im Herbst 2019 an die Universität zum BWL-Studium. Bis dahin werde er sich als Model versuchen, heißt es von der Agentur.

Kritik am Lebensstil des Prinzen

Vater und Mutter stünden „zu 100 Prozent“ hinter den Modelplänen des Sohnes und seien „sehr stolz“, so eine Sprecherin der Mutter gegenüber „Se og Hör“.

Nicht nur konservative Royalisten üben Kritik am Lebensstil des jungen Prinzen, der ja auch Vorbild für andere junge Dänen sein soll. „Es gibt eine Grenze dafür, was man als Prinz machen kann, und Werbung für Privatunternehmen zu machen, ist eine klare Überschreitung dieser Grenze“, sagt etwa der dänische Königshausexperte Sören Jakobsen der Zeitung „BT“. Der Prinz habe kein Gespür dafür, was er machen darf und was nicht. Das hätten ihm die Eltern nicht beigebracht, kritisiert er. „Titel verpflichten, ansonsten verliert die Königsfamilie ihre Aura, und wenn das passiert, verliert sie ihre Existenzberechtigung“, warnt Jakobsen.

Immerhin bekomme der Enkel keine Apanage von seiner Großmutter Königin Margrethe II, halten die Befürworter von Prinz Nikolais unkonventioneller Entscheidung entgegen. „Er soll raus ins Leben und sich selbst versorgen“, hieß es nach dem Abitur vom Hofhistoriker Lars Hovbakke Sörensen über die Pläne für den Enkel der Königin.

Die Modelagentur kündigte an, dass sie deutlich höhere Honorare für das Mitwirken des Prinzen an Modeschauen berechnen werde, als das bei gewöhnlichen 19-Jährigen der Fall ist. Laut Schätzungen in der dänischen Presse soll der Prinz für einen Laufstegauftritt zwischen 50.000 und 100.000 Kronen (13.400 Euro) erhalten. Zumindest für die Selbstversorgungspläne des jungen Prinzen dürften das erfreuliche Nachrichten sein.

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